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| erstellt am: |
25.12.2008, von vampire-lady |
| Produktbewertung: |
4
4 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | guter Anfang |
| Kontra: | flaut am Ende ab |
Mich hat der Film „I am Legend“ nicht wirklich gereizt. Ich mag diesen Endzeit-Apokalypse-SciFi-Kram überhaupt nicht und selbst so ein Leckerchen wie Herr Smith konnte mich damals nicht in den Kinosessel locken.
Zu Weihnachten kam aber mal wieder ein Ostpaket von meiner Antje, die mich immer mal wieder mit Filmen aus ihrer Bibliothek bombardiert. Mittlerweile hatte ich vernommen, dass in dem Film anscheinend Vampire auftauchen sollen und es eine gleichnamige Romanvorlage von einem Herrn namens Richard Matheson geben soll, die man adaptiert hat. Rückblickend betrachtet habe ich nun einen Film gesehen, dessen erste Hälfte großartig war, der aber zum Ende hin abflachte.
Die Story ist gar nicht mal so schlecht. 2009 findet man einen Virus gegen Krebs. 2012 erleben wir Robert Neville als letzten lebenden Menschen in New York. Der Virus hatte sich verselbständigt und die Menschheit ausgerottet. Neville selbst hatte an der Entwicklung des Virus mitgearbeitet und ist immer noch darin verbissen ein Gegenmittel zu finden, dass er hofft aus seinem Blut (er ist immun) zu filtern. Zunächst mag man meinen, dies geschieht weil Neville ein Stück Zivilisation erhalten will, weil er hofft noch irgendwo jemand zu finden, den er retten kann. Er hält sich körperlich fit, hat seine Wohnung mit Stromgeneratoren versehen und hört Musik, sieht Fernsehen, hat eine Videothek mit Schaufensterpuppen ausgestattet, um sich die Illusion von Mitmenschen zu geben, wenn er sich dort einen Film holt. Selbst sein Hund Sam muss sein Gemüse essen und auf dem Laufband trainieren. Alles mit einem stetigem Blick auf die Uhr und einer Waffe in Griffnähe, was ein wenig psychotisch wirkt.
Die Kulisse von New York ist beeindruckend in ihrer Stille, in der ehemalige Zootiere ihre Jungen spazieren führen und Hirsche jagen. Leider boten die Hirsche hier aber wenig neues an Filmtechnik, sie erinnert an die Saurierherden in Jurassic Park und kamen mir eher unecht vor. Nachdem ich heute Nacht eine Reportage zum Thema, was passiert, wenn der Mensch verschwindet, gesehen habe, hätte ich mir nachträglich mehr Vegetation und weniger Beton gewünscht. Aber für die Atmosphäre reichte das gegebene, zu mal die Macher die Geräuschkulisse und die Hintergrundmusik auf ein Minimum reduziert haben.
Während die Geschichte sich entwickelt, lernen wir durch Rückblenden in Form von Träumen Nevilles, was damals passierte und wie er seine Familie verlor. Selbst unter diesen Umständen noch tragisch. Gleichzeitig wird klar, dass Neville dabei ist psychisch auseinander zu fallen, ein Prozess der immer weiter fortschreitet, während er sich trotzdem weiter ans Leben klammert, denn in der Tat hat die Aufgabe, ein Gegenmittel zu finden immer noch einen Sinn. Denn der Virus hat nur 90% der Menschheit ausgerottet, ein paar wenige blieben immun und werden von den restlichen gejagt. Diese sind zu einer Art Vampir mutiert, die man unter heutigen Gesichtspunkten als Mittelding zwischen Zombie und Vampir beschreiben würde, aber wahrscheinlich auf ältere Legenden zurückgehen als Dracula. Die Mutanten vertragen kein Licht und verhalten sich wie aggressive Fressmaschinen, zeigen wenig Geist, dafür aber große Körperkraft und Beweglichkeit. Neville hat zumindest bei befallenen Ratten schon Erfolge erzielt. Als Nevilles Hund während eines Kampfes verseucht wird, bricht Neville komplett zusammen. Er hat seinen letzten lebendigen Bezug zum alten Leben verloren und gibt innerlich auf. Während der Zuschauer verfolgen kann, wie Neville mental immer weiter verfällt, lässt der Film nach. Die Mutanten kriechen auf ihren Löchern und über einen bestimmten Zeitraum erinnert der Film nur noch an einen Zombie-Splatter-Film, mit keine Happy End aber mit einem Ende das man dem gebrochenen Helden gerecht wird (so mögen es ja auch die Amis). Leider bleibt natürlich das zuletzt gesehene länger im Hinterkopf und die einzigartige Stimmung, die zu Beginn des Films geschaffen wurde, wird gänzlich kaputt gemacht.
Will Smith beweist in diesem Film einmal mehr, dass er nicht lediglich ein gut gebauter Strahlemann ist, sondern auch Rollen mit Ecken und Kanten spielen kann – die Rolle gab ihn dazu auch alle Gelegenheit, von Panik, Wahn, Schmerz bis hin zur Die-Hard-Attitüde. Was mir des weiteren positiv aufgefallen ist, betraf den ersten Teil des Films, in dem mir die Kameraführung aufgefallen ist, die teilweise an Hitchcock erinnert, wenn sich die Kamera langsam an eine Tür oder eine Ecke herantastet und dabei teilweise der Perspektive der Hauptfigur folgt. Einige Einstellungen sind fast zu lang und zerren an den Nerven. Dabei wartet man sekündlich auf den „Buaaaaaaaaaah“-Effekt, der sich aber nicht einstellt.
Die DVD-Ausstattung findet ihr weiter unten, ich habe mich nicht bemüßigt gefühlt, mir die spanische Version mit portugisischen Untertiteln anzusehen und die Comics haben mich nicht interessiert. Allerdings gibt es wenige Filme, bei denen ich genug Interesse für Zusatzfeatures aufbringen kann. Einige Worte zur Romanvorlage hätte ich mir in diesem Zusammenhang aber angehört.
Titel: I am Legend Genre: Science - Fiction/ Action Jahr : 2007 Verleih : Warner Land : USA Laufzeit: 100 Minuten FSK: ab 16 Jahren Robert Neville: Will Smith Anna: Alice Braga Ethan: Charlie Tahan Zoe: Sally Richardson Marley: Willow Smith Regie: Francis Lawrence Drehbuch: Mark Protosevich, Akiva Goldsman Buchvorlage: Richard Matheson
Format: Dolby, PAL, Surround Sound Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch DVD Features: Kurzfilm : Animierte Comics(Tod als Geschenk; Isolation; Einige wenige opfern, um die Masse zu retten; Die Zuflucht)
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