Die Serie "Terminator - The Sarah Connor Chronicles - Season 1" (UK-Import aktuell für 38,99 z. B. bei amazon) habe ich unlängst herüber geschmissen (klar vom Frollein Schmissig) bekommen. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der großartig DVDs hortet, und eigentlich bin ich auch nicht so der Serienfan. Allerdings ist dies nun die zweite Serie, die ich mir auf DVD angesehen habe und ich muss sagen, dass ist schon war anderes, wenn man den Zeitpunkt des Guckens bestimmen kann und die Anzahl der Folgen (ich hasse Doppelfolgen) die man gucken möchte. Außerdem gibt es keine Werbung und man kann die Pullerpause ebenfalls selbst bestimmen. Ob ich mir das demnächst noch mal mit einer englischen Originalfassung antun werde, weiß ich noch nicht, gesprochen finde ich das nach wie vor schwieriger als geschrieben.
Ich muss sagen, dass ich auch überhaupt nicht mitbekommen habe, dass das Terminator Thema als TV-Serie aufbereitet wurde. Als Schmissig mir einen davon erzählte, nahm ich an sie hätte sich eine Musik-DVD von der Delmenhorster Heulboje namens Sarah Connor geholt und wollte schon die netten Herren mit der Schnallenjacke bei ihr vorbeischicken.
So ganz glücklich guckte ich nach einer diesbezüglichen Erklärung immer noch nicht. Ich habe oft meine Vorbehalte, wenn bekannte Stoffe auf den TV-Bildschirm gebracht werden sollen. Da wird zu viel glatt gefeilt, zu viel in bekannten Schemen gearbeitet und die Schauspieler haben zu oft einfach nicht das Profil, dass die Leute haben, die die "richtigen" Filme drehen - auch wenn sich in letzter Zeit immer mehr relativiert und man auch Serienschätze finden kann. Hinzu kommt, dass ich immer noch einen Hals wegen Terminator 3 habe. Ich mochte den zweiten Teil, der haute wegen der Action rein und später als ich älter wurde, lernte ich auch den düsteren ersten Teil zu schätzen. Teil 3 mit Opa-Arnie und dem ballernden Sarg - danke, aber nein danke. Aber die Serienleute sind nicht doof und haben den Inhalt genau zwischen T2 und T3 angesiedelt.
Wieder hat sich etwas im alten Spiel gedreht und trotz Sarah Connors Zerstörungswut in der Vergangenheit ist der kriegslüsterne Superrechner Skynet erschaffen worden. Sarah Connor lebt verdeckt mit ihrem Sohn John unter falschem Namen in einem Kaff. Beide führen ein relativ normales Leben, John ist mittlerweile 15 und geht brav zur Schule. Immer noch muss er beschützt werden, weil er in der Zukunft derjenige sein wird, der den Widerstand gegen Skynet und seine Maschinen anführen will, denn die Maschinen wollen die Menschen ausrotten. Sarah lebt aber auch mit den Konsequenzen, immer noch gilt sie als entlaufene Irre. Zudem wird sie wegen des Todes des ursprünglichen Skyneterfinders Dyson vom FBI gesucht. Als ihr Lebensgefährte ihr einen Heiratsantrag macht, sieht sie die Zeit gekommen, mal wieder zu flüchten und woanders neu anzufangen - ein Zustand unter dem John, der langsam erwachsen wird, immer mehr leidet. Die Flucht führt die beiden mit dem Cyborg Cameron zusammen, die von Johns zukünftigem Ego den Auftrag hat, die beiden in Sicherheit zu bringen und zu schützen. Cameron die umprogrammierte Maschine aus der Zukunft hat dieses Mal ein deutlich dezenteres Design als der lederbeflaggte Schwarzenegger und hat die Optik einer zierlichen 16jährigen. Die Sicherheit bedeutet aber einen Zeitsprung und dieser endet 8 Jahre später im Jahr 2007, vier Jahre vor Kriegsbeginn. In 2007 könnte er wunderbar ruhig und harmonisch sein, hätte hier nicht Skynet seinen neuen Ursprung gefunden, den Sarah erneut vernichten will. Dummerweise hat ein Teil einer Killermaschine den Zeitsprung mitgemacht und setzt sich während der ersten Folgen erfolgreich zusammen um erneut auf die Pirsch zu gehen. Außerdem tummelt sich in diesem Jahr ein ganzer Haufen von Menschen und Maschinen, die alle aus der Zukunft gesandt wurden, um verschiedene Missionen zu erledigen, die den späteren Krieg einerseits vorbereiten und die andererseits wiederum gewisse Ereignisse abwenden sollen. Da die Zeitreisenden ständig aufeinander treffen, gibt es ordentlich Mord und Totschlag, weshalb das Leben von Sarah, John und nun auch Cameron recht munter wird. Und auch der hartnäckige Anzugträger vom FBI hängt immer noch an Sarahs Fersen.
Der Blick auf die Riege der Schauspieler bringt den Zuschauer wenig weiter. Anscheinend hat man weit und breit kein bekanntes Gesicht verwurstet. Oder doch? Brian Austin Green bietet Anlass zur Besorgnis kennt man ihn doch aus Beverly Hills 90210, was nun kein Grund zum Jubeln ist.
Beim Ansehen der Serie stelle ich fest, dass die Darsteller der Hauptcharaktere Cameron, John und Sarah mit gänzlich unbekannt sind, was kein Nachteil sein muss. Lena Headey hat es allerdings mit einer Linda Hamilton aufzunehmen, die in T2 einen sehr starken Auftritt hatte. Headey wirkt dagegen weicher und zierlicher. Anfangs war ich etwas enttäuscht, später habe ich mich an sie gewöhnt, nur die ganz brettharten Ecken einer Sarah Connor kommen nicht so ganz durch. Thomas Dekker als John hat nicht den pfiffigen Charme von Edward Furlong, dürfte aber jeden zweiten Teenie zum Kreischen bringen. Ein süßer kleiner Kerl mit Popperfrisur, der aus OC California entlaufen zu sein scheint. Er macht seine Sache aber ganz ordentlich und wird vielleicht irgendwann ein ganz ansehbarer Kerl. Und um den Kreis zu Brian Austin Green der in Teil 5 oder 6 auftaucht zu schließen - der ist nämlich heute nicht mehr ganz so schrecklich wie damals. Das hat sich wohl raus gewachsen. Wenn man die Serie genauer verfolgt, wird man doch noch das eine oder andere Gesicht erkennen. Diese typischen Darsteller, die immer mal wieder auftauchen, von denen man aber nie den Namen behält.
Für mich einen sehr interessanten Aspekt bietet Cameron. Die meisten Maschinen, die in der Serie herumlaufen, entsprechen dem, was Schwarzenegger einst spielte. Cameron dagegen ist eine andere Liga von künstlicher Intelligenz, die auch wieder ein Interesse für das menschliche Gefühlsleben entwickelt, aber ihre kleinen Geheimnisse zu haben scheint. Außerdem lebt die Serie ein wenig von der Konkurrenz zwischen Sarah und Cameron, die immer wieder gegenteilige Meinungen zum Thema John und dessen Schutz und Sicherheit vertreten. Sarah als Mutter, Cameron als eine Art Freundin oder Vertraute, die ihn aus der Zukunft kennt?! Der John der Zukunft birgt übrigens eine Überraschung.
Der Stil der Serie entspricht den Terminatorfilmen. Die Handlung wird durch Kommentare und Gedanken Sarahs ergänzt, die aus dem Off spricht. Ihre Alpträume werden ebenso eingeblendet wie später die Erinnerung an die Zukunft, die beispielsweise Cameron hat. Außerdem hat man sich die Mühe gemacht einige markante Szenen aus den Filmen zu zitieren: eine Motorradfahrt durch die engen Strassen L.A.s oder die leeren Schaukeln hinter einem Maschendrahtzaun. Auch die Actionszenen bieten gewohntes, sind solide, wenn auch unspektakulär. Kennt man die Filme, kennt man die Action. Hat man ein paar Mal gesehen, wie zwei Cyborgs sich beknüppeln, wirkt das bald inflationär. Anfangs ist es noch witzig, wenn die kleine zierliche Cameron einen breiten Zweimeterkerl durch eine Wand knallt, später kein Wunder mehr. Ganz lustig ist es, dass die Darsteller während ihrer Prügeleien keine Miene verziehen und die Choreographie der Kämpfe und die Bewegungen der Maschinen wirken angemessen, fast lässig und entspannt.
Die Serie ist für meinen Geschmack erstaunlich gut gelungen, wenn auch die dichte Handlung, mit den ganzen Zeitreisegeschichten und den vielen Veränderungen der Zukunft etwas verwirren kann. Gerade diese Handlung aber schafft es auch, ähnlich wie es bei den Filmen gelang, die Serie nicht in plumpe Action versanden zu lassen. Auch wenn die Grundstimmung der Filme nicht ganz getroffen wird, findet man doch immer wieder etwas, was einen an die Kinovorbilder erinnert und das könnte einen Filmfan schon vor den Fernseher locken.
***************************************** ******** ************ Darsteller: Lena Headey, Thomas Dekker, Summer Glau, Richard Timothy Jones, Brian Austin Green Regisseur(e): David Nutter, Mick Rohl, Sergio Mimica Gezzan, Mark Earl Beasley, Jeffrey G. Hunt Format: PAL, Import Sprache: Englisch Anzahl Disks: 3 BBFC: Freigegeben ab 16 Jahren Studio: Warner Home Video DVD-Erscheinungstermin: 11. August 2008 Produktionsjahr: 2008 Spieldauer: 389 Minuten
Ich hab die Serie letztens mal im TV gesehen. Mit Lena Headey könnte ich mich ja noch anfreunden, weil ich die in 300 sehr gut fand, aber die anderen Figuren sind mehr als öde... Deinem Bericht würden ein paar Zwischenüberschriften ganz gut stehn.
Weitere Mitglieder, die diesen Testbericht kommentiert haben
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Weitere Testberichte über Terminator: Sarah Connor Chronicles - Season 1, 3 DVDs