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| erstellt am: |
09.02.2009, von Josi354 |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | atemberaubende Bilder aus vielen Gebieten unserer schönen Erde |
| Kontra: | nichts |
Eine Idee, ein Budget von über 40 Mio US-Dollar, fünf Jahre Drehzeit mit etwa 4000 Drehtagen (davon 250 Tage für Luftaufnahmen), über 200 verschiedene Drehorte in 26 Ländern der Erde, das Wissen und Können der 40 Kamerateams und Spezialisten und neueste Kameratechniken brachten in etwa 1000 Stunden Filmmaterial hervor. Aus diesem Filmmaterial ist eine atemberaubende Naturdokumentation mit einer Länge von ca. 92 Minuten entstanden – die wohl aufwändigste und spektakulärste Naturdokumentation aller Zeiten.
„Unsere Erde“
„Unsere Erde“ ist eine deutsch-britische Produktion der Greenlight Media AG und BBC Worldwide. Der Film entstand unter der Regie von Alastair Fothergill und Mark Linfield. Fothergill ist im Bereich der Naturdokumentationen spätestens seit „Deep Blue“, einer Dokumentation über das Leben in den Ozeanen, ein bekannter Name. Mark Linfield begann 1990 bei der BBC und drehte einen Dokumentarfilm in Westafrika. Weitere Dokumentationen wie z.B. „Triumph des Lebens“ folgten. Die Kameras wurden u.a. von Andrew Anderson, Doug Anderson, Doug Allan, Paul Atkins, Barrie Britton, Richard Brooks Burton, Simon Carroll, Rod Clarke, Martyn Colbeck, Justin Evans, Wade Fairley geführt. Die Musik ist von George Fenton und wurde von den Berliner Philharmonikern eingespielt.
Im Vorfeld und bei den Dreharbeiten waren viele Probleme zu lösen. So z.B. war es ein sehr großer und langwieriger Aufwand, die Drehgenehmigungen für die vielen verschiedenen Drehorte zu bekommen. Man musste sich überlegen, wie die Kamerateams mit den Witterungsverhältnissen (Arktis – eisige Kälte, Wüste – Hitze und Sandstürme) an den Drehorten zu recht kommen und wie dort die Ausrüstungen funktionsfähig bleiben.
Am 5. Februar 2008 war „Unsere Erde“ erstmals bei der Premiere in Berlin am Potsdamer Platz im Cinestar-Kino im Sonycenter zu bestaunen. Bis zum 1. September 2008 spielte der Film, der übrigens in den USA erst am 22. April 2009 (Earth Day) startet, 75 Mio US-Dollar ein. Seit dem 6. 10. 2008 ist er auf DVD (in verschiedenen Ausführungen) und Blu-ray-Disc erhältlich.
Weitere Daten der mir vorliegenden einfachen Fassung:
Sprachausgabe: Deutsch, Englisch (Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte) Bildformat: 16:9 FSK: 6 Tonformat: Englisch 5.1 Dolby Digital, Deutsch 5.1 DTS, Deutsch 5.1 Dolby Digital Wenig Bonusmaterial wie Trailer usw.
Das Cover ist in Blau gehalten. Auf dem Cover selbst ist ein Eisbär im Wasser zu sehen.
Zu kaufen ist die DVD in verschiedenen Fassungen ab ca. 10,- Euro. Bei buecher.de kostet die einfache Version 14,99 Euro, die Special-Edition (2 DVD`s) 26,99 Euro und die Blu-ray Disc 29,99 Euro.
Dieser Film soll eine Botschaft an den Menschen sein, damit er die Schönheiten der Natur und des Lebens auf der Erde zu schätzen lernt und den Umgang mit der Erde neu überdenkt… Diese Botschaft dürfte mit diesem Film ankommen!
Dass es sich bei diesem Film um eine Naturdokumentation handelt, konnte bereits im oberen Abschnitt meines Berichtes gelesen werden, und auch, dass diese Dokumentation einfach atemberaubend ist. Wovon dieser Film im Einzelnen handelt und warum der Film so spektakulär ist, möchte ich hier etwas näher erläutern. Zu viel möchte ich nicht verraten, da Ihr den Film selbst sehen müsst, um zu begreifen…
Die Handlung
Der Film beginnt mit der Einleitung, die uns erklärt, warum das Leben auf der Erde erst möglich geworden ist. Wir sehen verschiedenste Bilder der Natur: Wüste, Felsen mit einem Wasserfall, Vogelschwärme… einfach die Erde.
Unsere Reise beginnt in der Arktis, geht weiter über die arktische Tundra, die Taiga, in die Nähe unserer Breitengrade, wir kommen über Russland nach Neu-Guinea, dann in die Kalahari-Wüste. Von der aus reisen wir durch die Prärie und die Savannen in den Himalaya, um später das Okavango-Delta in Botswana zu besuchen, bis wir an der Antarktis ankommen und der Arktis später noch einen letzten Besuch abstatten.
Wir bekommen in diesem Film viele Tiere vor die Linse, dazu einige Informationen zu Lebensräumen und –umständen. Insbesondere ins Visier genommen werden eine Eisbärenmama mit ihren zwei Eisbärenjungen, eine Elefantenmama mit Elefantenbaby und eine Buckelwalmama mit einem Jungen. Hier wird gezeigt und berichtet, wie sich das Leben gestaltet, wie es sich mit der Nahrungssuche verhält und welchen Schwierigkeiten die Tiere ausgesetzt sind. Unter anderen sehen wir noch zahlreiche Vögel (z.B. Paradiesvögel, Kraniche), einen Luchs, Enten, Leoparden, Affen, ganze Elefantenherden, Büffel, Löwen, Buckelwale und einen weißen Hai.
Ich möchte hier zwei Beispiele heraus nehmen und etwas genauer auf die Handlung eingehen.
Bei der Elefantenmama und ihrem Baby wird der lange Weg aus der trockenen Kalahari-Wüste zum Okavango-Delta verfolgt. Auf diesem Weg gibt es weder Wasser noch Futter. Ein kleines Wasserloch, welches sie zwischenzeitlich finden, müssen sie mit einer Horde Löwen teilen… und die haben Hunger. Auf dem weiteren weg erschweren Wüstenwinde mit Sandverwehungen den Weg, den sie mit letzter Kraft, fast verhungert oder verdurstet bis zum Wasserüberfluteten Okavango-Delta zurücklegen müssen.
Den weißen Hai sehen wir in wunderschönen Zeitlupen-Nahaufnahmen. Er ist auf der Jagd nach Beute… und heute stehen Pelzrobben auf dem Speiseplan. Solche Aufnahme, die der Veranschaulichung der Nahrungskette dienen, sind nur einige in diesem Film enthalten und sehr unblutig gestaltet.
Außerdem bekommen wir wunderschöne Aufnahmen der Natur geboten, teilweise im Zeitraffer zusammengefasst. So sehen wir wie zarte Schneeglöckchen den Frühling ankündigen und später die Narzissen wachsen. Am Zweig eines Baumes sehen wir Knospen zu Blüten werden. Auch können wir die Veränderungen der Natur über die vier Jahreszeiten hinweg im Zeitraffer bewundern. Im Himalaya wurden nicht nur wunderschöne Gebirgsaufnahmen gemacht, sondern auch phantastische Szenen des Himmels. Hier wird auch mit wenigen Worten die Entstehung der Wolken und des Regens erklärt. Gebirge mit gigantischen Wasserfällen, vom Helikopter aus gefilmt, lassen uns den Atem für einen kurzen Moment anhalten. Luftaufnahmen des Wasserüberfluteten Okavango-Deltas, welches durch das Wasser zu neuem Leben erwacht ist, sind über jeden Zweifel erhaben… einfach einmalige Aussichten.
Meine Meinung
Dieser Film ist nicht nur nach Meinung vieler der erfolgreichste und beste Naturdokumentarfilm aller Zeiten - nein, er ist ein Kunstwerk. Eine spektakuläre Aufnahme folgt der anderen. Beim schauen des Filmes habe ich des Öfteren überlegt, wie die Kamerateams diese zustande gebracht haben. Nahaufnahmen von Eisbären, Elefanten und Co, welche einfach nur faszinieren. Die Verfolgung der Buckelwalmama und ihrem Jungen über 6000 km durch die Meere, mit Aufnahmen, die den Eindruck entstehen lassen, der Kameramann hat mit den beiden nen Vertrag gehabt. Sehr nahe Infrarot-Nachtaufnahmen der Elefanten und hungrigen Löwen am Wasserloch – nicht nur spektakulär sondern meiner Meinung nach auch höchst gefährlich. Außerdem grenzt es für mich an ein Wunder, dass ein Kamerateam einen der letzten 40 frei lebenden Amur-Leoparden vor die Kamera bekommen hat. Und wie kann man wissen, wann und wo der weiße Hai auftaucht?
Die Bild- und Tonqualität ist brillant und lässt keine Wünsche offen. Anfangs waren mir die Übergänge zum nächsten Drehort etwas suspekt, was sich aber im Laufe des Filmes legte. Das heißt, der Film hat keine durchgängige Handlung und ist eher in Kapitel unterteilt. Bei einem Dokumentarfilm über 92 Minuten, der aus einem Filmmaterial-Volumen von etwa 1000 Stunden geschnitten wurde, ist das aber, denke ich, nicht anders machbar. In der Gesamtheit leidet der Film nicht darunter. Der Sprecher der deutschen Version, Ulrich Tukur, macht seine Sache sehr gut. In einigen kurzen Filmabschnitten gibt es keine Sprache, so dass man einfach nur die Bilder auf sich wirken lassen kann. Die Hintergrundmusik, welche von den Berliner Philharmonikern eingespielt wurde, ist nicht aufdringlich und passt zum Thema des Films.
Fazit Film kaufen und sich mit superschönen Aufnahmen verwöhnen lassen…
Februar 2009 Josi354 (auch auf anderen Plattformen)
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