Der Haushaltsvorstand war zusammengetreten, hatte getagt und beschlossen: Ein Videoprojektor („Beamer“) sollte her. Zwei, drei Jahre später war es dann soweit: Das erforderliche Kleingeld war beiseitegelegt, und die Preise für das fragliche Erwachsenenspielzeug waren auch eher gefallen denn gestiegen.
Geplant hatten wir die Anschaffung schon lange, zugeschlagen haben wir erst neulich, als das fragliche Modell kurzzeitig für knapp 900 Euro zu haben war. Leicht gemacht haben wir uns die Entscheidung für den Panasonic PT-AX200E mithin nicht, von einem übereilten Kauf kann schon gar nicht die Rede sein: Ein, zwei Jahre sind gut und gern ins Land gegangen, seitdem wir zum ersten Mal mit dem Herzstück eines jeden Heimkinos geliebäugelt hatten. In der Zwischenzeit wurde fleißig recherchiert, verglichen und, natürlich, gespart.
Nachdem der Beamer bereits angeschafft war, wurde dann eine weitere Ausgabe von etwas mehr als 100 Euro fällig – die wurden in eine Leinwand investiert, welche die Projektion eines Bildes mit 3,05 Bilddiagonale ermöglicht und deren Kauf regulär mit knapp 300 Euro zu Buche schlägt. Inzwischen ist die Leinwand montiert, und der Projektor hat seine ersten Tests bestanden. Das im heimischen Wohnzimmer projizierte Bild erreicht zwar nicht ganz die Größe, welche die Leinwand gestatten würde, – dafür ist der Projektionsweg zwischen Linse und Leinwand ein bisschen zu kurz – doch trotz des fehlenden Meters erreicht das Bild eine durchaus respektable Größe: Mit einer Diagonale von geschätzten 2,50 m dürfte das sichtbare Bild das Gros der Großbildfernseher locker in den Schatten stellen.
Dank eines umfangreichen und erfreulich verständlich verfassten Handbuchs stellt die Inbetriebnahme des Geräts auch technisch nur leidlich versierte Zeitgenossen vor keine unlösbaren Probleme. Wer auf Nummer Sicher gehen will, macht sich aber am Besten bereits im Vorfeld kundig, welche Kabel und Steckverbindungen erforderlich sind, um das jeweilige Wiedergabegerät der Wahl mit dem Beamer zu verbinden. Zunächst haben wir uns damit begnügt, einen Laptop an den Projektor anzuschließen; auf Dauer wird der PC aber durch einen regulären DVD-Player ersetzt werden.
Der Panasonic PT-AX200E im Alltagstest
Test 1: „Dirty Dancing“ in der unrestaurierten Standardversion Bei der ersten Scheibe, deren Bild an der Leinwand landete, handelte es sich um die DVD-Erstauflage der zum 80er Jahre-Klassiker avancierten Tanzfilm-Edel-Schmonzette „Dirty Dancing“. Die erste Inansichtnahme des Films aus dem Jahre 1987 geschah zwar bei Lichtverhältnissen, die alles andere als optimal waren, da der Projektor seinen Dienst in einem sehr lichtdurchfluteten Zimmer versieht. Trotzdem enthüllte der Projektor bereits hier sehr deutlich die Defizite des nicht digital nachbearbeiteten Bildmaterials dieser Version: Starker Rotstich und flaue Kontraste trüben den Filmspaß allzu deutlich.
Test 2: „Superman – Der Film“ in der digital remasterten Version
Ungleich besser schnitt „Superman – Der Film“ ab. Das Bild des für die Edition auf DVD remasterten Fantasyklassikers aus dem Jahre 1978 überzeugte mit knackigen Farben und Kontrastwerten, die auch in Szenen ausreichend waren, die teils oder überwiegend im Dunkeln spielen. Fazit: Auf der Heimkino-Leinwand kommt der teils sehr schön fotografierte Film sehr viel besser zur Geltung als bei der Ausstrahlung im Fernsehen.
Test 3: „Poltergeist“ in der 2000er DVD-Erstveröffentlichung mit Bildformat 2.35:1
Auch Tobe Hoopers Geisterbahnfahrt aus dem Jahre 1982 wirkte bei der Großprojektion erstaunlich frisch. Ein Vergleich mit der anlässlich des 25-jährigen Leinwandjubiläums erschienenen Special Edition wäre interessant, drängt sich aber angesichts der guten Bildqualität der DVD-Erstveröffentlichung nicht auf.
Test 4: „F/X – Tödliche Tricks“
Bei der Projektion auf die Leinwand zeigt der DVD-Transfer des 1986 gedrehten Films katastrophale Schwächen: Verwaschene Farben, mangelnde Schärfe und fehlender Kontrast, merklicher Rotstich sowie erhebliche Pixelverschiebungen lenken über die gesamte Lauflänge des Films vom eigentlichen Leinwandgeschehen ab. Fazit: Die DVD-Version des Films bietet in punkto Bildqualität kaum Vorteile gegenüber einer guten VHS-Videokopie.
Testumgebung
Sämtliche Test-DVDs wurden in einem abgedunkelten Raum projiziert, die Lampe des Projektors wurde im energiesparenden „Eco“-Modus betrieben, in dem das Gerät mit verminderter Lichtstärke arbeitet. Mein Eindruck: Für die Projektion des Bildes in halbdunkler bis dunkler Umgebung reicht die gewählte Betriebsart vollkommen aus. Die Projektion bei Tageslicht scheidet in unserem Falle ohnehin grundsätzlich aus, da der Aufstellungsort des Projektors ohne eine künstliche Verdunkelung des Raumes generell zu hell für eine Tageslichtprojektion ist. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass der Projektor quasi eine „Lichtstärken-Reserve“ in petto hat.
Test 5: „Die Mumie“
Die DVD des Films aus dem Jahre 1999 ist unter den Silberlingen, die ich seit Jahr und Tag gern als Referenz empfehle, wann immer sich die Frage nach der Leistungsfähigkeit des Mediums DVD stellt. Dementsprechend gespannt war ich auf den Test der DVD im Zusammenspiel mit dem neu erworbenen Beamer: Würde die DVD auf der Leinwand halten, was das TV-Bild versprach? Tatsächlich machte „Die Mumie“ bei der Großbildprojektion eine gute Figur. Allerdings betonte die Projektion auch leichte Halo-Effekte, die bei der Betrachtung des Bildes auf dem TV-Bildschirm naturgemäß weniger ins Gewicht fallen.
Manuelle Bildjustage
Der Panasonic PT-AX200E bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten für die manuelle Justage des Bildes. Alle Einstellungen können bequem über die beleuchtbare Fernbedienung vorgenommen werden, die sich dankenswerterweise auf eine sehr überschaubaren Anzahl von Bedienelementen beschränkt. Neben der Möglichkeit, die Bildeinstellung bezüglich Kontrast, Schärfe, Helligkeit und Tint (Korrektur der „hautfarbenen“ Bildanteile) zu regulieren, bietet das Gerät dem Nutzer unter anderem die Möglichkeit, bis zu acht verschiedene Farbklimata anzulegen und diese Voreinstellungen zu speichern – von dieser Möglichkeit habe ich allerdings bisher nicht Gebrauch gemacht. Ausprobiert habe ich hingegen die verschiedenen Voreinstellungen „Cinema1“, „Cinema2“, „Natürlich“ und „Game“ – welche Einstellung der Nutzer bevorzugt, ist sicher vor allem eine Geschmacksfrage.
Lüftergeräusch
Die Projektionslampen von Videoprojektoren entwickeln im Betrieb eine beträchtliche Hitze – der Panasonic PT-AX200E macht da keine Ausnahme, und folglich benötigt auch dieses Gerät einen leistungsstarken Lüfter (wie leistungsstark der sein muss wird aus dem Hinweis in der Betriebsanleitung deutlich, vor einem Austausch müsse die Lampe 2 Stunden lang abkühlen). Zum Glück erkauft sich die Lüftung ihre Leistungsstärke nicht zum Preis störender Geräuschentwicklung – will sagen: Auch in Momenten, in denen der Filmgenuss nicht mit dröhnenden Subwoofer-Bässen einhergeht, fällt der Lüfter des Geräts nicht unangenehm auf.
Tatsächlich haben wir für den Testbetrieb des Beamers an die PC-Bildquelle lediglich ein paar herkömmlicher PC-Boxen angeschlossen. Auch bei Begrenzung der Ton-Wiedergabe auf Zimmerlautstärke fällt das Lüftergeräusch so gut wie nicht auf – nicht nur die diversen Testzeitschriften, in denen der Panasonic PT-AX200E durch die Bank gut abschneidet, werten das als ein dickes Plus, sondern auch von mir bekommt das Gerät in diesem Punkt die Bestnote: ich habe schon diverse PC-Lüfter erlebt, deren Geräusche ich als weitaus störender empfunden habe als das leise Rauschen des Panasonic PT-AX200E. Anders gesagt: In unserem Test haben die PC-Boxen lauter gerauscht als der Lüfter des Panasonic PT-AX200E.
Folgekosten
Der Kauf einer Ersatzlampe schlägt mit vergleichsweise günstigen 250-300 Euro zu Buche. Dieser Punkt war uns wichtig, denn mit Videoprojektoren scheint es sich ähnlich zu verhalten wie mit Tintenstrahldruckern: Nicht das Gerät ist in der Anschaffung wirklich teuer, sondern die ganz großen Löcher reißen später die Folgekosten in die Brieftasche. Die Lebensdauer der Lampe gibt der Hersteller mit 2000 Stunden an. Spätestens nach Ablauf dieser Nutzungsdauer schaltet das Gerät laut Bedienungsanleitung selbsttätig ab und verweigert den Dienst, bis die Lampe getauscht ist; mittels eines rotes Warnlichts – quasi die Tankleuchte des Geräts – soll sich das Gerät bereits ab einer Nutzungsdauer von 1800 Stunden bemerkbar machen und seinen stolzen Besitzer so schonend auf den wahrscheinlich alsbald fälligen Wechsel der Lampe vorbereiten.
Je nach Nutzungsart, auch das verschweigt der Hersteller nicht, kann die Lebensdauer der Lampe stark verkürzt sein (von allzu häufigem Ein- und Ausschalten des Geräts rät der Hersteller ebenso ab wie von Dauerbetriebs-Phasen jenseits 10 Stunden); wer die Lampe vorzugsweise im Betriebsmodus „Eco“ leuchten lässt, weil ihm herabgesetzte Leuchtkraft genügt, darf sich gegebenenfalls über eine längere Lebensdauer der Lampe freuen. Die Garantiedauer des Herstellers liegt übrigens bei 200 Stunden. Nachtrag am 27.04.2009: Inzwischen haben wir uns verordnet, für jeden Spielfilm, den wir uns im Privatkino ansehen, einen Euro in eine spezielle Kasse einzuzahlen. Das ist für einen Filmabend vergleichsweise recht günstig, und wenn dann wirklich eine Ersatzlampe fällig ist, ist das Geld dafür auch schon zusammengespart.
Gesamturteil
Bislang war das Thema „Heimkino“ und „Großbildprojektion“ für mich vor allem durch einschlägige Tests mit einem Macbook und der Bildprojektion mittels eines vergleichsweise minderwertigen LED-Beamers besetzt. Das MoDELL, das ein ehemaliger Kollege und ich für diverse „After Work-Kinoabende“ nutzten, ist in erster Linie für die Projektion von Powerpoint-Präsentationen gedacht und bietet kaum Möglichkeiten zur Bildjustage. Zudem trat beim Vergleichsmodell der so genannte „Regenbogeneffekt“ auf.
Wir haben uns deshalb klar gegen den Kauf eines vergleichsweise günstigeren Präsentationsbeamers mit LED-Technik entschieden und einem teureren LCD-Modell den Vorzug gegeben. Unser bisheriger Eindruck: Wir haben die richtige Entscheidung getroffen.
In ersten Tests haben wir den Panasonic PT-AX200E als ein einfach zu bedienendes, hochwertiges Gerät kennen gelernt, dessen Leistung uns überzeugt hat. Cineasten sollten sich vor der Anschaffung darüber im Klaren sein, dass das Kinovergnügen im heimischen Wohnzimmer den entsprechenden Platz voraussetzt: Nicht nur der Projektionsabstand sollte großzügig genug bemessen sein, sondern auch der Aufstellungsort muss dem 395 x 115 x 300 mm großen Gerät den erforderlichen Platz und die nötige Standsicherheit bieten. Dafür wiederum darf man bei der Ausrichtung von Projektor und Leinwand ziemlich großzügig kalkulieren: Horizontale Abweichungen von +-25% gleicht das Gerät dank Lens-Shift-Funktion ebenso spielend aus wie vertikale Abweichungen von +-63%.
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR
Der beste seiner Klasse!, 05.06.2008
Der Beamer ist einfach der Hammer. Hoch Auflösendes Bild bei Filmen, Präsentationen und bei Gamen bekommt man für rund 1000€. Ein teures Spielzeug was sich allerdings jeder kaufen MUSS der das nötige Kleingeld hat. Ich bin mal auf den Nachfolger gespannt. Denn viel besser kann man einen
Testbericht über Panasonic PT-AX200E lesen
Yopi-Autor:
Horatio05
Bewertung:
Lesen Sie weitere Testberichte über dieses Produkt: Nächster »