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| erstellt am: |
01.03.2009, von Gering |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | s.o |
| Kontra: | s.o |
Kaum ein Buch bzw. Buchreihe hat meinen Lesegeschmack so bestimmt, wie der sog. Menschenkinder-Zyklus von Auel, Jean M. . Irgendwann in der Mitte der 80er Jahre bin ich beim Stöbern im Buchladen auf den ersten band der Reihe gestoßen und dieser hat mich sofort in seinen Band geschlagen und auch mein Faible für historische Lesestoffe geweckt. Und nicht nur das: Auch die Studieninhalte und die Vorliebe zu Fachliteratur rund um das Thema hält seitdem nach wie vor an.
Aber zunächst einmal die Vorgeschichte des Bandes „Ayla und der Stein des Feuers“ Der Roman-Zyklus besteht derzeit aus 5 Bänden, der sechst Land liegt in gebundener Form – wenn ich’s richtig gelesen habe!!!! – in den amerikanischen Buchläden schon aus. Der müsste also in Jahresfrist auch bei uns gebunden erhältlich sein und nicht, wie in der Reihe leider üblich, erst einige Jahre später auf Deutsch vorliegen.
Bd.1:Ayla und der Clan des Bären (verfilmt mit Derryl Hannah) Bd.2: Tal der Pferde Bd.3:Mammutjäger Bd.4:Ayla und das Tal der Großen Mutter Bd.5:Ayla und der Stein des Feuers
Bis auf Band 5 liegen alle anderen bei Heyne als Taschenbuch vor. Aber Vorsicht: Die Bücher sind recht dick, die Haltbarkeit der Taschenbücher dadurch relativ verkürzt!
In dem Roman-Zyklus erzählt Auel, Jean M. die Geschichte von Ayla, einem Homo sapiens sapiens Mädchen. Ayla lebt mit ihrer Sippe im Süden Russlands in der Nähe der Krim, als ein Erdbeben alles leben auslöscht und nur sie verschont. Auf ihrem Weg weg vom Ort des Bebens entkommt sie einem Höhlenlöwen nur knapp, doch hinterlässt dieser eine typische Prankenspur auf ihrem Oberschenkel. Brun und sein Clan von Homo sapiens neanderthaliensis hat durch dasselbe Beben seine Höhle und einige Mitglieder verloren. Bei der Suche nach einer neuen Höhle stößt der Trupp auf die besinnungslos am Ufer eines Flusses liegende Ayla. Niemand aus der Gruppe beachtet das kleine Mädchen, denn es ist ein Kind „der Anderen“ und zum anderen scheinbar ohnehin fast tot. Nur Iza, die Medizinfrau, nimmt sich ihrer an und bringt Ayla über den Berg. Für Ayla ist das Leben im Clan, in den sie jetzt aufgenommen wird, alles andere als ein Zuckerschlecken. Und ihre Art, Widerspruch und Widerstand zu leisten führt auch dazu, dass sie am Ende aus dem Clan verstoßen wird – ca. im Alter von 14 Jahren Ayla muss ihren Sohn Durc, ein Kind gemischter Geistern (also ein Mischling) zurücklassen und überlebt in einem entfernten Tal. Dort gesellen sich ein Pferd und ein Höhlenlöwe zu ihr, die sie großzieht. Eines Tages findet sie zwei schwer verletzte Männer, die vermutlich von ihrem Höhlenlöwen oder seiner Gefährtin angefallen worden waren. Für den einen Mann kommt jede Hilfe zu spät, nur den zweiten, Jondalar von den Zelandoni, kann sie retten. Und mit Hilfe der Heilerinnenkenntnisse, die die Medizinfrau Iza ihr beigebracht hat, gelingt es ihr, den Schwerverletzten völlig genesen zu lassen. Zwischen Ayla und Jondalar, dessen Stamm im heutigen Westfrankreich heimisch ist, kommen zusammen und beide reisen zurück in die Heimat Jondalars ( und diese Reise umfasst die Bd. 3 bis zum Teil auch noch Bd.5). Jondalar und sein jüngerer Bruder waren von dort aufgebrochen, da es ein Traum des jungen Bruders Thonalan war, wie sein Vater eine weite Reise zu unternehmen. Der fünfte Band beginnt mit der Heimkehr des Paares Ayla und Jondalar, die drei weitere Gefährten mitbringen. Zum einen Winnie, die Stute, die Ayla im Tal der Pferde großgezogen hat, sowie Renner, der Sohn der Stute. Auch Wolf, ein, wie der Name schon sagt, Wolf, begleitet Jondalar und Ayla. Diesen hatte sie bei den Mammutjägern als Welpen gefangen und großgezogen. Die Freude bei den Zelandoni ist groß aber auch die Furcht vor den Tieren und das Misstrauen der Frau gegenüber, die scheinbar die Macht über diese Tiere hat und die sogar auf den Rücken der Pferde reiten darf. Tiere allesamt, die man eigentlich zu jagen pflegt. Nachdem sich alle an die ungewohnten Neuankömmlinge gewöhnt haben, macht man aber beiden einen feierlichen Empfang.
Nur eine Frau versucht Ayla zu schaden, denn sie missgönnt Ayla deren Gefährten, den sie sich schon ausgekuckt hatte, bevor Jondalar auf die weite Reise gegangen ist. Ayla, seit der Mitte der Reise schwanger, muss sich an ein neues Volk, eine neue Sprache und neue Sitten und Gebräuche gewöhnen, und doch schlägt sie schnell alle mit ihrem Charme, ihrem Aussehen und ihrem Wissen und Können als Heilerin und Medizinfrau in ihren Bann.
Die Zelandoni wollen in diesem Jahr das große Sommertreffen aller Höhlen der Zelandoie besuchen, von denen es mehr als ein Dutzend gibt und die alle weit verstreut in der Region verteilt sind. Für Ayla beginnt das Hereinwachsen von neuem, denn während sich die Menschen ihrer Höhle schnell an ihre Art und ihre Gefährten gewöhnt haben, stößt sie bei anderen nicht nur auf Interesse und Neugier, sondern auch auf Ablehnung. Und doch will sie auf dem Sommertreffen mit ihrem Gefährten zusammengehen und ein eigenes Herdfeuer gründen.
Doch Hintergrund lauern Gefahren, denn die Missgunst nimmt bei einigen Wenigen nicht ab........
DER HINTERGRUND
Man kann diesen Büchern von Auel, Jean M. so manches vorwerfen, nicht aber, dass die Autorin sie nicht sauber recherchiert hätte. Die Buchreihe ist fast schon ein Spiegel quer durch die Annahmen und Theorien der Fachwissenschaft, wobei sie sich je nach Gebiet mal für die eine – konservative-, mal für die andere – progressive- Theorie entschieden hat. Zu erwähnen wäre, dass man sich lange Zeit in den Kreise der Anthropologen und Archäologen nicht sicher war, wie die Speerschleuder genau funktionierte bzw. wie sie gehalten worden ist. Auel, Jean M. hat sich in ihrem Buch für eine der Möglichkeiten entschieden und gerade diese hat sich bei versuchen der Uni Köln und der dortigen Experimental – Archäologen als richtig erwiesen. Konservativer bleibt sie bei der Annahme der Sprach- bzw. Sprechfähigkeit der Neandertaler. Von dieser Spezies sind nur Knochen erhalten und keine Weichteile, sodass man, da der Rachenraum als maßgebliches Organ für die Sprachfähigkeit nicht erhalten ist, nur vermuten kann, ob, wie und was der Neandertaler von sich geben konnte. Einige Sprachforscher nehmen an, dass der Neandertaler nur einige Laute (b,p ..) nicht aussprechen konnte, wieder andere vermuten, dass die Sprachfähigkeit sehr eingeschränkt gewesen sein müsse. Der Film „Am Anfang war das Feuer“ spiegelt diese konservative Annahme wieder und in teilen auch die Bücher von Auel, Jean M. . Dennoch: Was den Habitus und den Intellekt angeht stellt sie den Neandertaler den Jetztmenschen als ebenbürtig gleich, wenn auch mit ganz anderen intellektuellen Fähigkeiten. Und auch die Rekonstruktion der Lebenswelt der Menschen vor fast 20.000 Jahren ist fachwissenschaftlich funidert und durch die jahrelange Recherche in Tschechien und Russland erarbeitet.
Deshalb: Wer sich nicht den drögen Fachstoff über dröege Fachbücher anlesen möchte, der kann getrost auf diese Romanreihe zurückgreifen. PERSONEN/MACHART
Auel, Jean M. hat mit ihren Büchern eine eigenständige Welt erschaffen, die für die eingefleischten Leser der Reihe real ist. Und dass deren viele gibt, zeigt unter anderem die Tatsache, dass das Buch fast mit dem Erscheinen auf dem Markt wiederum unter den Top Ten Sellern des Buchmarktes nicht nur in Deutschland ist. Und dieser Erfolg hat seine guten Gründe, die unter anderem auch an der glaubwürdigen Recherche hinter den Büchern und – damit verbunden – der glaubwürdigen und detailgetreuen Rekonstruktion der Lebenswelt von damals zusammenhängt. Jede Kleinigkeit ist belegt, wichtige Fundstücke in Museen als Exponate zu sehen usw.usf. Vor allem aber die Personen sind so gestrickt, dass damit viele Leserschaften angesprochen werden, wenn auch mit dieser Art diese Reihe, wenn auch die erfolgreichste der Welt, nicht in den Hort der hehren und hohen Literatur Einzug halten kann.
Die Charaktere der Bücher sind polarisierend, wie so oft. Aber fesselnd polarisierend. Ayla, diese wunderschöne, junge Frau mit ihren fast unnormalen Fähigkeiten und Kenntnissen (also fast die Zwillingsschwester meiner Frau!!!), die zu nichts Bösem fähig ist und das wahrhaft gute verkörpert, und der etwas weniger gute und dennoch positive Jondalar ziehen das Interesse auf sich. Die Bösen sind eben durch und durch Böse, die Guten durch und durch gut. Ein Erfolgsrezept, das aber, siehe oben, erst in der Verbindung zwischen den Fähigkeiten des Handlung und der Glaubwürdigkeit des Rahmens so richtig zur Wirkung kommt.
FAZIT Für mich die Romanreihe überhaupt. Leider, leider wird noch der sechste Band folgen und dann ist Schluss. Dennoch. Alle Jahre wieder werden die Bände von 1 bis ... von mir immer wieder gelesen und sidn bisher nie langweilig geworden. Für jemanden, der eigentlich immer noch neuen Lesestoffen giert schon komisch auch vielsagend. Wer sich auf diese Welt einlassen kann und wen das Thema interessiert, und glaubt mir, dass Interesse ist nach den ersten Seiten automatisch da, der wird sicher wie ich, dieser Buchreihe einen Ehrenplatz im Bücherschrank zuweisen.
Selten habe ich das lesen so genossen wie bei allen diesen Bänden, den fünften selbstverständliche eingeschlossen und so möchte ich sie auch grundsätzlich alle empfehlen.
Michael
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