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| erstellt am: |
15.03.2009, von rainbow90 |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | der Schreibstil, die Story, das Cover |
| Kontra: | wenig indische Kultur |
Hallo liebe Leserinnen und Leser!!
Ich möchte euch heute gern ein weiteres Buch vorstellen:
>>Tage des Monsuns<< Von Laila El Omari
~~~ Wie kam ich zu diesem Buch? ~~~
Ich liebe Bücher und verschlinge sie so schnell, dass der Nachschub gar nicht schnell genug kommen kann. :) Darum suche ich oft im Internet nach Büchern, die meiner Vorstellung entsprechen könnten. Da ich mich sehr für Indien, die Menschen und die Kultur interessiere, kann ich gar nicht genug Romane lesen von diesem tollen Land! Da dieses Buch meinen Vorstellungen entsprach, habe ich es mir gleich zu Weihnachten schenken lassen – Gott sei dank!
~~~ Zur Autorin Laila El Omari ~~~
Laila El Omari wurde 1975 in Münster geboren und studierte Orientalistik, Germanistik und Politikwissenschaften. Zurzeit lebt sie in Bonn Bad Godesberg.
~~~ Zum Buch ~~~
ISBN: 978-3-8289-9271-9 Preis: 8,95€ Seitenzahl: 637 + 1 Seite Personenvorstellung + 1 Seite Danksagung
Bevor das Buch beginnt, hat die Autorin noch einen Spruch eingefügt:
„Die Region, landläufig bekannt unter dem Namen Nilgiri oder die blauen Berge von Coimbatore, liegt an jenem Punkt, wo das Ost- und West-Ghat sich vereinen [...]“ Richard F. Burton, Goa and the blue mountains
~~~ Das Cover ~~~
Das Cover zeigt eine Frau mit einem langen Kleid und einem Asiatischen Schirm in der Hand. Sie steht an einem Ufer und ist nur als Schatten zu sehen. Die Sonne geht anscheinend gerade unter und im Hintergrund sieht man eine Art Pavillon. Das Buch wurde in Orange-Tönen gehalten. Am oberen Teil des Buches wurde eine Schmuckbordüre eingefügt.
~~~ Der Klappentext ~~~
>>Innenseite des Buches: 1875: Inmitten der üppigen Schönheit Südindiens lebt Katrina Alardyce nach einer skandalösen Scheidung zurückgezogen bei ihrem Bruder. Der damit verbundenen Unmündigkeit hofft sie durch eine Vernunftehe mit dem undurchsichtigen Aidan Landor zu entkommen. Mit ihrer Mitgift erwirbt er eine Teeplantage in den fruchtbaren Bergen von Nilgiri. Doch es ist überwiegend Katrina, die sich den Teegärten widmet, denn Aidan verschwindet immer wieder unter fadenscheinigen Begründungen. Mehr und mehr wird Katrina bewusst, dass sie kaum etwas von ihrem Mann weiß, an den sie mittlerweile mehr als nur Vernunft bindet.
>>Rückseite des Buches: Ein historischer Liebesroman voll exotischer Pracht... Südindien 1875: Wird einer Frau nach einer skandalösen Scheidung vom Schicksal nicht eine Chance gegeben? Katrina Alardyce glaubt fest daran und geht so eine Vernunftehe mit dem mysteriösen Aidan Landor ein, um der Obhut ihres Bruders zu entfliehen. Die von ihrer Mitgift gekaufte Teeplantage bewirtschaftet sie überwiegend alleine und geht in dieser neuen Aufgabe völlig auf. Doch wie soll sich Katrina die aufkeimenden Gefühle für ihren geheimnisvollen Ehemann Aidan erklären, der nach wie vor ein Fremder für sie ist und sie über seine wahren Absichten im Unklaren lässt?
~~~ Kritiken ~~~
>>Neue Woche: „Prickelnde und spannende Lovestory vor der Kulisse des britischen Empire.“
~~~ Leseprobe ~~~
OOTACAMUND, NILGIRI-DISTRIKT, MÄRZ 1875 vier Tage in einer Herberge, neben der sich das elendste Reiselager in den Bergen noch komfortabel ausnimmt, dachte Aidan Landor, während er auf dem Bett lag und, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, an die Zimmerdecke starrte. Rotes Frühlicht tastete sich in den Raum, ließ Konturen hervortreten und Schatten entstehen. Erste Schritte tappten über den Flur und die Treppe hinab, während die Stadt langsam erwachte. In dem Zimmer neben ihm weinte eine Frau in leisen Schluchzern.
Zu viel Opium in der letzten Nacht. Ein weiterer Tag, an dem einem der Kopf schwamm und man in der Gewissheit trieb, dass sich nichts ändern würde. Während es im Zimmer langsam heller wurde, lauschte Aidan auf die Geräusche im Haus. Die Geschäftigkeit nahm zu, Türen wurden geöffnet und zugeschlagen. Die Frau hatte aufgehört zu weinen. Eine Absteige, in die jene Leute angeschwemmt wurden, die Ootacamund aufsuchten und sich nicht einmal zur untersten Gesellschaftsschicht der Stadt zählen konnten. Unverputzte Wände, deren Schäbigkeit auch das rotgoldene Licht des Vorabends nicht hatte kaschieren können, waren im Tageslicht grau und wirkten pockennarbig. Der Raum war nur notdürftig gesäubert worden, und der Abort im Flur verbreitete auf der Treppe einen beinahe unerträglichen Gestank. Im Gegensatz zu den unglücklichen Gestalten, die hier landeten, konnte Aidan sich jederzeit etwas Besseres leisten. Wer nach Ootacamund kam, hatte die Möglichkeit, unter zwei Hotels zu wählen: dem Dawson's Hotel, das an der Westseite der Stadt lag, wenn man diese über den Sigur-Pass betrat, und das Alexandra Chambers, ehemals Victoria - beides wäre Aidan um einiges lieber gewesen. Aber er würde ein paar Tage warten, sich in die Stadt eingliedern, unauffällig, so, wie er gekommen war. Wenn er sich ein Zimmer nahm, würde keiner wissen, wie lange er schon hier war. Brian würde dann bereits fort sein, Brian, sein bester Freund und Reisegefährte, der in eben diesem Moment den Kopf zur Tür hereinsteckte.
~~~ Handlung ~~~
Nach der Scheidung von ihrem Mann hat Katrina nur noch ihren kleinen Sohn. Sie lernt den Unbekannten Aidan Landor kennen, der sie bittet, sie zu heiraten. Er brauche Geld, um sich ein Haus mit Teeplantage zu kaufen und sie brauche einen Mann, um den Lästereinen der Frauen zu entgehen. Katrina stimmt zu, denn ihr Ex-Mann will ihr den kleinen Caleb wegnehmen. So beginnt ein ganz neuer Lebensabschnitt für sie. Während sie sich um die Teeplantage kümmert, verreist ihr Mann und sagt ihr nicht, warum er für längere Zeit fort bleibt. Er bleibt ihr fremd, doch sie kann sich der neuen Gefühle für ihn nicht erwehren...
~~~ Meine Meinung ~~~
Ich muss sagen, als ich das Buch das erste Mal in der Hand hatte, hat mich sein Äußeres total angesprochen. Es hat wirklich ein wunderschönes Cover. Ich freute mich schon richtig auf das Lesen, da das Buch schön dick war und sich der Inhalt vielversprechend anhörte. Als ich anfing zu lesen, gefiel es mir auch auf Anhieb gut, da der Schreibstil der Autorin sehr angenehm ist und ich mich ziemlich schnell mit den vielen Personen zurecht fand. Wäre es nicht so schön geschrieben, hätte ich sicherlich sehr stark kritisiert, dass man doch recht wenig indische Kultur und Religion darin findet. Aber, auch wenn es mich etwas stört, mag ich das Buch trotzdem sehr. Die verzweigten Handlungen und das unsichere Ausgehen sind total spannend und man ist richtig mitgerissen. Man kann sich sehr gut in die Personen einfühlen und immer wieder passieren unerwartete Dinge, sodass es wirklich nie langweilig wird. Die Handlung spielt ja in Indien, doch da die Personen englischer Abstammung sind, ist wie gesagt sehr wenig Indien dabei. So kann man es also besser als historischen Roman beschreiben und nicht als Indien-Saga. Ich finde es auch gut, dass nicht die ganze Zeit aus Sicht der Protagonistin erzählt wird. Da das Buch in der Er-/Sie- Perspektive geschrieben wurde, kann die Autorin öfter die Rollen wechseln und man erfährt somit auch die Geschichten der Nebenfiguren, die aber keinesfalls langweilig sind, sondern das Buch noch interessanter machen. Bei dem Buch möchte man wirklich immer weiterlesen, weil man unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Ich habe nun schon ziemlich viele Indien-Bücher gelesen, aber ich muss sagen, jedes ist auf seine Art und Weise ganz anders und dieses Buch eben auch. Es handelt sich auch nicht einfach nur um eine romantische Liebesgeschichte, sondern die Geschichte erlebt einige Hochs und Tiefs und es werden ziemlich viele interessante Themen zur Sprache gebracht.
~~~ Meine Bewertung ~~~
Ich gebe dem Buch „Tage des Monsuns“ ganze 5 von 5 Sternen, da es sowohl mit seinem Inhalt als auch mit seinem Schreibstil begeistert. Ich empfehle es außerdem allen Indien-Fans, die auch gern historische Romane lesen.
Ich bedanke mich für das Lesen und Bewerten. Eure rainbow90
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