Es zuckt im leblosen Körper der Königin, der tödliche Stachel wurde aus der Wunde gezogen und das Blut fängt langsam wieder an durch die Adern zu fließen. Ein sanftes Lebenszeichen deutet sich an, das Herz jedoch schlägt definitiv nicht mehr - ein Spenderherz wird gesucht und mit Paul Rodgers (Ex-Frontmann von Free und Bad Company) gefunden. Ist es Leichenschändung? Oder Grabmalplünderung? Vielleicht Beschmutzen eines Denkmals? Oder einfach nur der Blick nach vorn? Die heikle Transplantation verlief 2005 erfolgreich, doch wird der Körper das neue Organ annehmen? Die darauf folgende Tour wird zur Bewährungsprobe - zur gelungenen Bewährungsprobe. Queen sind 13 Jahre nach dem Tod von Freddie Mercury zurück, ohne Bassist John Deacon, dafür mit neuem Frontmann und neuem Namen: Queen + Paul Rodgers heißt nun die offizielle Firmierung.
Viele Sänger waren im Gespräch, von George Michael über John Farnham bis hin zu Robbie Williams wurden mehr oder weniger hochkarätige Namen als Nachfolger für Freddie Mercury am Mikrofon gehandelt. Doch anno 2004 wurde der Hund von der Kette genommen und die Herren May & Taylor gaben offiziell bekannt, daß Paul Rodgers mit ihnen um die Welt touren wird. Das war eine große Überraschung, aber ich bin heilfroh daß es keiner der oben genannten Musiker wurde. Robbie ist zwar der beste lebende Entertainer, George ist stimmlich nahe an Freddie dran, doch keiner der 3 Herren hat von Rockmusik eine Ahnung und Farnham ist gar Australier! Paul hat mit seinen beiden Bands und auch solo (Rock)Musikgeschichte geschrieben, genau wie Queen, zudem war Freddie Mercury zu Lebzeiten ein Verehrer von Rodgers. So haben sich nun 2 Dinosaurier zusammengetan um gemeinsam Musik zu machen und sie ergänzen sich recht gut. Seine Rolle versteht sich nicht als Nachfolger der die Lücke ausfüllen soll die Freddie hinterlassen hat, sondern vielmehr als Sänger eines neuen gemeinsamen Projekts…
Ich will hier erst gar nicht die Diskussion aufgreifen inwieweit Queen ohne Freddy Mercury bestehen darf, zum einen haben May und Taylor das gute Recht den Namen auch weiterhin zu nutzen und zum anderen geht es um das Album und die darauf zu hörende Musik, wenngleich sich das Album natürlich einen Vergleich mit Queen gefallen lassen muß. Doch zuerst ein kurzer Blick auf das…
… Tracklisting:
1. Cosmos Rockin’ 2. Time To Shine 3. Still Burnin’ 4. Small 5. Warboys 6. We Believe 7. Call Me 8. Voodoo 9. Some Things That Glitter 10. C-lebrity 11. Through the Night 12. Say It’s Not True 13. Surf’s Up … School’s Out! 14. Small Reprise
Eines muß ich jedoch vorweg schicken: wer einen musikalischen Versuch erwartet längst vergangene Tage wiederzubeleben oder Lieder aus der Schublade die mit neuem Sänger eingesungen wurden, wird hier nicht fündig werden. Man wird auf der Platte vergeblich Legenden wie "Bohemian Rhapsody" oder "The Show Must Go On" finden, auch ist es kein Versuch erfolgreiche Alben wie "The Race" oder "Kind Of Magic" zu kopieren. Das Trio startet auf zu neuen Ufern mit neuem Sänger. Freddie Mercury ist tot, es lebe Paul Rodgers.
Den Anfang der Scheibe bildet COSMOS ROCKIN', dessen Intro doch verdammt stark nach "One Vision" klingt, die erste Single des 1986 erschienenen Album A Kind Of Magic. Doch kaum hat sich der Nebel des Intros verzogen, entpuppt sich der Einstieg der CD als lupenreinen Rock'N'Roll der 50er Jahre in bester Chuck Berry-Manier, nur mit modernerer Produktionstechnik - der Meister selbst hätte es nicht besser hingekriegt. Es rockt, es rappelt und poltert in der Kiste, im Solo darf sich Dr. May austoben und die pure Spielfreude der Herren, die mit jedem Ton versprüht wird, ist hier mehr als deutlich zu hören. Paul's Stimme gleitet mit einer souveränen Leichtigkeit über die Noten und hinterlässt dabei eine kräftige Prise Blues die sich behutsam wie ein Verband um die Musik legt - mit der hier freigesetzten Energie könnte man eine ganze Großstadt versorgen. Roger Taylor's Song rockt textlich durch's Haus, durch die Stadt und die Welt, bis man schließlich das gesamte Universum rockt. Und warum auch nicht, sollte es außerirdisches Leben geben haben sie das verdammt noch mal das Recht diesen genialen Musikstreich zu hören.
TIME TO SHINE drosselt das Tempo ein wenig und kommt entspannter daher, Paul zaubert dabei stimmlich im Refrain sogar einen Hauch Orient rein - 1001 Nacht läßt grüßen. Das Tempolimit ist nicht weiter schlimm, denn wie eine Planierraupe wälzt sich diese Nummer aus den Boxen um alles niederzuwalzen was sich in den Weg stellt. Paul's Stimme bei dem langgezogen gesungenen Refrain zeigt nicht die geringste Schwäche und ist dabei so sicher wie ein Skiflieger bei einem 150 Meter Sprung mit anschließendem Telemark. Sind die Strophen einfach gestrickt und im typischen U2-Gewand gekleidet, schielt der anschwellende Refrain in Richtung John Farnham und legt enorm an Intensität zu. Nicht zu hart, nicht wirklich Ballade, sondern eine Art Midtempo-Hymne mit einem grandiosen Paul am Mikrofon!
STILL BURNIN' legt bei gleichem Tempo sogar nochmals an Energie zu, genug um die Großstadt in Schutt und Asche zu legen. Eine erdig stampfende Midtempo-Nummer von Brian May mit dickem Bluesmantel umhüllt presst sie sich aus den Boxen wie ein 100 Kilo-Mann in Kleidergröße L. Das musikalische Feuer brennt in der Tat noch und hätte wohl auf der Tour die Funken auch auf das Publikum überspringen lassen, wäre es denn gespielt worden… Nach dem Slide-Solo baut man eben mal locker lässig ein paar Takte "We Will Rock You" ein um dann genauso lässig in den eigentlichen Track zurückzukehren. Eine Hommage an alte Zeiten, an Freddie Mercury, dem natürlich das gesamte Album gewidmet wurde - das verlangt einfach die Etikette. Man kann sich über Sinn oder Unsinn des Intermezzos streiten, aber es läßt sich sowieso nicht mehr ändern. Unter dem berühmten Strich bleibt eine coole Nummer über an der Freddie sicherlich auch seine Freude gehabt hätte...
SMALL ist die erste Ballade auf dem Album, etwas Entspannung für die konditionslosen Fans. Im Akustikgewand gekleidet schmust sich die Nummer gut 4 ½ Minuten in die Gehörgänge wenn Roger Taylor davon singt, daß jeder Mensch ein Rückzugsgebiet braucht um für sich alleine zu sein. Anfangs ertönt es langweilig und gähnend aus den Lautsprechern, mit der Zeit ändert sich dies ein wenig, wenngleich die Nummer auch beim hundertsten Durchhören immer noch kein grandioses Epos daraus wird - nett, auf keinen Fall mehr, aber auch nicht weniger. Die Stimmverfremdung nach dem Solo gibt jedoch einen ganz dicken Punktabzug: nicht nur daß ich generell kein Freund dieser technischen Spielereien bin, auf dem bislang so bodenständigem Album begehen die Herren einen unverzeihlichen Stilbruch in der Produktion.
WARBOYS fährt mit dezent umherwirbelnden Schlagzeug und einer düster ratternden Gitarre auf. Leichte Aggressivität ist hier spürbar, der Gesang wirkt ein wenig gehetzt ja sogar ängstlich an manchen Stellen. Der kurze Refrain wartet mit jammernder Gitarre in der Gesangspause und es wirkt fast wie das Aufheulen der verletzten Soldaten an der Front. Mit jeder Strophe steigert sich die Intensität und plötzlich haben wir einen angeschossenen Eber in musikalischer Gestalt vor uns, der wütend auf uns zurennt um uns gnadenlos zu töten. Passt ja auch irgendwie zum Text, der sich mit menschlichen Killermaschinen beschäftigt. Paul Rodgers schrieb einen Protestsong gegen den Krieg, wenngleich er textlich ein wenig zu dich aufträgt, aber der Wille zählt und musikalisch weiß die düstere Nummer durchaus zu gefallen. Jaulende Gitarre (als Sinnbild der ermordeten Menschen?), ein dumpf hämmerndes Schlagzeug das die Stimmung nach unten drückt und die gehetzte Stimme von Paul Rodgers ergeben einen deftigen Musikmix der seinesgleichen sucht.
Ja Du abgestochene Sau, sowas kannte man aus Freddie's Zeit definitiv nicht. Das königliche Trio versucht erst gar nicht alte Zeiten künstlich am Leben zu halten. Niemand will vergessen, aber das Leben spielt sich nicht in der Vergangenheit ab und diese Botschaft stellen die Herren musikalisch hier mehr als deutlich zur Schau. Der Entertain-Faktor ist also solidem Gitarrenrock gewichen. Natürlich klingt das alles nicht nach Freddie, muß es aber auch gar nicht. Klar stand der Name "Queen" bisher für eine etwas andere Musik als die hier Gebotene, dennoch: es handelt sich hier um ein neues Projekt mit den verbleibenden Mitglieder von Queen und Paul Rodgers und das muß akzeptiert werden. Wieso auch sollten sich die 3 so talentierten Herren auf ihren jeweiligen Lorbeeren ausruhen? Also weiter im Programm…
WE BELIEVE fungiert ausgleichender Weise als Friedenshymne, die musikalisch auch noch sehr gelungen ist, textlich jedoch das gleiche Schicksal ereilt wie seinen Vorgänger. Sicherlich hat der gute Brian Recht mit der Aussage Recht und ein Friedensappel ist gut und richtig, es sei denn, es wird so übertrieben dargestellt wie hier, aber manchmal ist weniger halt einfach mehr. Zu viele Worte verderben den Brei heißt es - na ja, oder so ähnlich, lol. Die Gitarre schiebt den Track sanft und doch bestimmend vor sich hin, das Schlagzeug wirkt als Ruhepol und Paul's raue Stimme schmiegt sich an die Melodie wie ein Kind an seinen Lieblingsteddy. Mit dem Queen-typischen Chorgesang kommt sogar noch ein wenig Feeling an die alten Zeiten auf, wenngleich dieser ausgeprägter sein dürfte. Die Geister mögen sich an der Vertonung scheiden, aber im Grunde genommen gibt's nichts dran zu meckern. Da Solo vom Mann mit der Turbofrisur ist ein kleines Schmankerl und dürfte auch Kritiker der Vertonung gnädig stimmen.
CALL ME ist einer dieser locker leichten Lieder, das schwimmt sogar in Milch, lol. Ein musikalisches Leichtgewicht das entspannt mit Akkustikgitarre im Stile von "Crazy Little Thing Called Love" dahingleitet und hier und da leichte Bluesspuren hinterläßt, die von Brian May auf der Gitarre gezaubert werden. Der Backgroundgesang von May und Taylor ist unüberhörbar und eigentlich eignet sich diese Komposition perfekt für einen Gopselchor und schon fühl ich mich in einer Gospelkirche in den USA wieder. Ein heiterer Interrupt für zwischendurch der durchaus auf früheren Queen-Alben einen Platz gefunden hätte können. Egal ob entspannt im Cabrio das Frühlingswetter genießen, oder am Strand einen Joint rauchen oder beim Grillen. Für entspannte Atmosphäre ist dies garantiert der richtige Sound.
VOODOO nimmt den Hörer mit in die tiefsten Welten des Blues, der hier volle Breitseite mit minimalistischer Instrumentierung aufwartet. Eine Blues Rock-Ballade die mehr Blues als Rock ist und bei der Brian's Gitarre stellenweise verdammt stark nach Santana klingt. Paul Rodgers schrieb diese Nummer und so sehr sich seine Stimme sich an den Song harmonisch ankuschelt wie ein Kind an seinen Lieblings-Teddy und so sehr sein Organ diesen Titel perfektioniert, so sehr tanzt er aus der Reihe und will sich so gar nicht ins bisherige Gesamtkonzept einfügen. Man kann Blues mögen oder nicht, man kann sich an diesem Lied den Fuß verstauchen oder einfach gekonnt drüberspringen. Ich hätte mir jedenfalls wieder einen Rocksong gewünscht, der versteht sich in das Gefüge zu integrieren und dem bisher so guten Album auch weiterhin die Niveaustange hält…
SOME THINGS THAT GLITTER ist wieder Rock? Leider nein, stattdessen wartet eine homogene Pianoballade von Brian May, bei der sich Paul am Klavier begleitet. Es mag ja recht nett anzuhören sein, Pauls Stimme ist wieder einmal großartig und auch der Backgroundchor lässt keinen Grund zum Meckern zu, aber letztlich tönt aus den Lautsprechern eine vertonte Schlaftablette heraus, die vielleicht als Alternative zu warmer Milch bei Einschlafschwierigkeiten zu gebrauchen ist. Die Instrumentierung ist nicht ganz so minimalistisch ist wie die Nummer zuvor, aber das Ganze säuselt in voller Langeweile vor sich hin und selbst das Gitarrensolo klingt schläfrig und will auch nicht wirklich wach werden - drum legt man die Gitarre auch gleich wieder ins Bett und läßt sie weiterschlafen, entlockt ihr hier und da nur ein paar kurze Töne. Es hilft es auch nicht, daß der Song dem guten Freddie gewidmet ist, im Gegenteil: diese Gähn-Nummer ist dem großen Mercury mit Sicherheit nicht würdig.
C-LEBRITY wurde als erste Singleauskopplung auserkoren. Da ist ja endlich wieder der nächste Rockhammer auf dem Album - so klappt es auch mit dem Wachbleiben, lol. Textlich rechnet Roger Taylor mit Möchtegerns ab, die unbedingt ins Fernsehen wollen, koste es was es wolle. Also jene Menschen die Michael Mittermaier einst so trefflich als "bauch- und hirnfrei" bezeichnete. Dschungelkamp, Big Brother & Co. kommen mir dabei sofort in den Sinn. Musikalisch bietet es eine knackige Rhythmus Sektion und eine scharf riffende Gitarre und es werden Erinnerungen wiederbelebt, das Queen und Paul Rodgers beide vom ROCK kommen. Der Song möchte wirklich mit aller Macht aus den Boxen befreien. Leider ist der zähflüssige Refrain viel zu weich und harmlos, der Chor mag nicht richtig zünden und klingt wie ein misglückter Raktenstart in Cape Canaveral, bei dem nach der verzogenen Rauchwolke immer noch die Rakete am Boden steht oder eine Silvesterrakete die am Boden ihre Bahnen zieht ohne sich in die Lüfte zu erheben. Vieles von dem Biss der Strophen geht hier verloren, auch wenn Queen den gewohnt starken Chorgesang bieten. Als Resümee bleibt dennoch eine cool groovende Rocknummer über, doch die Freude währt nicht lange, denn…
THROUGH THE NIGHT ist schon wieder eine Ballade und jetzt bin ich sauer. Die zweite Hälfte des Albums erinnert mich mittlerweile an den vergangen Winter. Wenn man nach einer langen Kälteperiode endlich glaubt der letzte Schnee ist geschmolzen und Frühling hält Einzug, kommen am nächsten Tag satte 10cm Neuschnee vom Himmel. Wenn man nach vielen Balladen endlich wieder Rock auf die Ohren bekommt, wird der Hörer schon wieder mit einer Ballade in den Schlaf gewiegt. Ähnlich bluesgeladen wie das einige Nummern zuvor gehörte Voodoo wird auf die Nummer eingestimmt, im Hintergrund das Piano und man merkt, daß das musikalische Arrangement zum Glück fülliger ausfällt. Der Blues wurde ein wenig von "Voodoo" übernommen, das Pinao von "Some Things That Glitter", dazugemischt wurde eine gefühlvolle Gitarre und zusammen ergibt es einen Soundmix den man mittlerweile schon mit Variationen einige Male gehört hat. Paul Rodgers hat sich hier eine Nummer auf dem Leib geschrieben, die durchaus auf einem Bad Company-Album zu hören sein hätte können. Seine rauhe Bluesstimme passt hier perfekt wie ein Cabrio zu schönen Wetter. Wäre dies die erste Ballade auf dem Album, würde sie mir um Welten besser gefallen, denn eigentlich ist das Arrangement recht geschmackvoll.
SAY IT'S NOT TRUE ist die 6. Ballade auf dem Album und die Neuinszenierung des 2003 vorgetragenen Liedes anlässlich des 46664-Benefiz-Konzerts, eine Initiative der Nelson Mandela-Stiftung 46664 zur Bekämpfung von Aids. Eine Tränenschnulze, die in der ersten Strophe Hauptsächlich vom Keyboard lebt und von Roger Taylor vorgetragen wird, der einmal mehr beweist, daß er nicht zum Sänger geboren wurde. Die zweite Strophe bekommt Gesellschaft von der Akustikgitarre und Brian übernimmt den Leadgesang bis einschließlich Refrain. In dessen Wiederholung haucht nun Paul Rodgers am Mikrofon mit seiner rauen Bluesstimme etwas erdiges in die Ballade, Drums und E-Gitarre lassen nun die einst so schlichte Ballade aufbäumen und zaubern eine Energie hinein, daß es eine helle Freude ist dem nun folgenden Solo von Brian May zu lauschen. Wäre der Titel von Anfang an so aufgebaut worden, hätte das Zuhören deutlich mehr Spaß gemacht…
SURF'S UP - SCHOOL'S OUT! schleicht sich zunächst mit einer leise hämmernden Gitarren- und Keyboardbegleitung an. Man spaziert durch den Wald und plötzlich vibiriert die Erde. Ein Bär kommt aus seiner Höhle, dargestellt von musikalischen Spielereien durch Keyboard und Gitarre. Die beiden Instrumente bäumen sich auf und plötzlich steht der Bär brüllend vor einem. Die Mundharmonika hat Platz wie ein angeschossener Bär umherzuirren.Ja Du meine Hetzjagd, was kommt da geiles aus den Boxen gesprungen? Die Freude ist groß, die Erwartung an eine musikalische Bestie enorm doch leider wird die musikalische Killermaschine für die Strophen an die Leine genommen und nur zwischen den Strophen zur Demonstration etwas Freiraum gegeben. Für den Refrain darf der Bär wieder ein wenig jagen und macht dies auch nicht schlecht, allein angeschossen geht's eben nicht 100%. In einem kurzen Intermezzo läßt sich das Tier sogar streicheln, doch nur um in Sicherheit zu wiegen, denn bereits ab dem anschließenden Solo frißt der Bär einen auf. Nach knapp 5 Minuten ist der letzte Bissen runtergschluckt, der Bär tritt den Rückzug in die Höhle an und legt sich mit einem zufriedenen Lächeln ob des verspeisten Leckerbissens schlafen.
Da passt das folgende SMALL (REPRISE) doch perfekt dazu und bereitet nicht nur unserem Bären schöne Träume. Der Titel greift nochmals für 2 Minuten die Akustikballade auf. Sanfte Klänge von Brian May's Gitarre ertönen zu Beginn als Entspannung ehe im Hintergrund der Chor den Refrain anstimmt. Scheinbar hat es ihnen diese Nummer besonders angetan, aber etwas träumen am Schluß ist auch nicht verkehrt und so sei ihnen die offensichtliche Euphorie gegönnt.
So klingt Ihre Majestät also anno 2008. 17 Jahre nach "Innuendo", dem letzten Album zu Mercury's Lebzeiten, erleben wir neues Songmaterial mit dem Namen Queen. Verdammt lang hat's gedauert, die Hoffnung hat schon vor langer Zeit nach einem Strick gesucht um sich daran zu erhängen, doch Wunder gibt es scheinbar doch immer wieder mal. Leider konnte man die Energie der "Return Of The Champions"-Tour nicht wirklich mitnehmen und hat fast die Hälfte des Albums mit Balladen vollgepflastert anstatt Kracher a la "I Want It All", "Tie Your Mother Down" oder " Deal With The Preacher" einzuspielen, was dem Album nur gut getan hätte. Ich war begeistert ob der Energie während der Tour, warum nur wurde sie nicht mit ins Studio genommen? Hat man sich derart verausgabt? Hatte man wirklich nur noch die Kraft für wenige Rockknaller? Liegt es tatsächlich am Alter der drei Herren die zwischen 59 und 61 alt sind? Das Album fängt toll an und läßt leider ab der Hälfte kontinuierlich nach um sich in Bluesballaden zu verlieren. Sicherlich immer noch Lichtjahre besser als der Großteil der heutigen Chartsmusik, dennoch hätte ich mir mehr erwartet. Vielleicht wird sich das Trio noch einmal für ein neues Album zusammenfinden und ich kann nur hoffen, daß dieses einem dann konstanter die Ohren wegpustet als das Aktuelle, anderenfalls sollte man sich doch auf seinen Lorbeeren ausruhen und auf die gute alte Zeit anstoßen…
Euer Music-King :-) ->Music is my message<-
PS: Alle nach-unten-Scroller soll der Himmel auf den Kopf fallen ;o)
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Weitere Testberichte über Queen & Paul Rodgers Parlophone - The Cosmos Rocks