Für meinen neu aufgebauten Computer habe ich mir für das Mainboard "GigaByte GA-MA74GM-S2H" entschieden. Hauptkriterium auf der Suche nach einem passenden Board war eine recht günstige Preisklasse, Stabilität und diverse Anschlussmöglichkeiten bzw. eine hohe Kompatibilität mit anderen Geräten...
~~ Motherboard? Was ist das? ~~ Das Motherboard, auch Mainboard oder Hauptplatine genannt, ist nicht nur mit das wichtigste Bauteil des Computers, sondern meistens auch das größte. An das Mainboard werden alle anderen Hardwareteile eines PC`s wie zum Beispiel der Arbeitsspeicher, die Grafikkarte, die Festplatte oder der Prozessor angeschlossen. Dafür gibt es, je nach Ausstattung des Produktes, verschiedene Steckplätze. Neben der Anzahl der Steckplätze ist auch die Art oft unterschiedlich. So werden zum Beispiel neuere Grafikkarten an einen PCI-Express-Steckplatz angeschlossen - Ältere dagegen an AGP 8-fach und noch ältere an AGP 4-fach. Wer sich ein neues Mainboard kaufen oder andere neue Computerkomponenten zulegen will, sollte daher unbedingt darauf achten dass die jeweiligen Anschlussarten auch passen. Da dies jedoch oft gar nicht so einfach ist, empfehle ich absoluten Laien lieber die Finger davon zu lassen oder sich vom Fachmann Rat zu holen. Das Thema Mainboard kommt meist eh nur dann auf, wenn das alte abgeraucht ist oder man sich seinen PC selbst zusammenbauen möchte.
~~ Ausstattung & technische Daten~~
- Mikro-ATX: Das Mainboard zählt zum Formfaktor Mikro-ATX und ist mit seinen Maßen von 24.4cmx23.4cm relativ klein. Eingebaut habe ich das Board in das Midi-Tower Gehäuse "Asus TA-661". Zwar konnte ich eine Befestigungsschraube aus irgendeinem Grund nicht reinschrauben da im Gehäuse für diesen Platz kein Loch da war, das Board sitzt dennoch richtig fest.
- AM2 Sockel: Der Sockel eines Mainboard ist der Teil, auf den später das eigentliche Herz eines Computers aufgesetzt wird: Der Prozessor. Auf einem AM2 Sockel lassen sich nur Prozessoren der Firma "AMD" mit der Bezeichnung AMD Athlon 64, Sempron, Athlon 64 FX, Athlon 64 X2, Phenom, Phenom X4 oder Phenom X3 einbauen. Somit unterstützt das Mainboard sowohl die DualCore-, als auch die Quadcore-Technologie. Ich persönlich habe als Prozessor den "AMD Athlon 64 X2 4800+" verbaut und bin mit dieser Kombination bis jetzt vollkommen zufrieden.
- 2x SDRAM-DDR2: Auf dem Produkt sind zwei Steckplätze für Arbeitsspeicher der Art "SDRAM-DDR2" untergebracht. Unterstützt werden RAM´s mit der effektiven Taktung 667 MHz oder 800 MHz. Die Maximale Speicherhöhe beträgt 8192 MB, welche der Otto Normalanwender heutzutage aber wohl kaum erreichen wird. In meinem System habe ich den "Kingston ValueRAM DIMM 2 GB DDR2-800" mit der Modellbezeichnung "KVR800D2N5/2G" verbaut, was bis jetzt problemlos funktioniert. Einziges Problem beim Arbeitsspeicher ist meiner Meinung nach die Positionierung der beiden Steckplätze auf der Platine. Da diese sehr nahe am Sockel platziert sind, könnte es bei großen CPU-Lüftern ganz schön eng werden...
- 1x IDE: Zum Anschluss von älteren Laufwerken oder Massenspeichergeräten gibt es ebenfalls einen 40-poligen IDE-Anschluss, wodurch man zwei IDE-Geräte an das Kabel anschließen kann. Das verwendete "Ultra DMA/133"-Protokoll bietet eine maximale Übertragungsrate von 133 MB/s. Zwar wird heutzutage hauptsächlich der schnellere SATA Anschluss verwendet, da auf diesem Board aber sowohl IDE-, als auch SATA-Steckplätze vorhanden sind, war es für mich möglich meine alte Festplatte und ein altes CD-Laufwerk anzuschließen. Schön wäre es wenn zwei IDE-Anschlüsse vorhanden wären, wodurch man vier Geräte einbauen könnte, jedoch sind zwei für meine Bedürfnisse völlig ausreichend.
- 6 x Serial ATA: Wie bereits erwähnt verwenden neuere Laufwerke und Festplatten vorallem den SATA-Anschluss. Mit insgesamt sechs solcher Anschlüsse ist das Board für alle Fälle gewappnet. Wer hat denn schon sechs Laufwerke oder Festplatten ... Mit dem "Serial ATA/300"-Protokoll ist die maximale Übertragungsgeschwindigkeit mit 300 MB/s wesentlich schneller als bei IDE. Generell hängt es aber auch von der eingebauten Festplatten ab, wie schnell die Übertragung letztendlich ist.
- PCI(e)-Steckplätze: Durch den PCI Express 2.0 x16 Steckplatz ist es möglich auch modernste Grafikkarten an das Mainboard anzuschließen. Zwei weitere PCI-Steckplätze bieten Platz für eine Soundkarte oder eine Netzwerkkarte; auch wenn man das nicht wirklich braucht, da beides bereits im Motherboard integriert ist.
- 8x USB: Auf dem Mainboard sind, am hinteren Gehäuseteil sichtbar, bereits zwei USB-Anschlüsse vorhanden. Insgesamt ist es möglich bis zu 12xUSB Stecker anzuschließen. Durch den Anschluss von Hubs oder ähnlichem können bis zu 127 angeschlossene Geräte angesprochen werden. Momentan hängen bei mir drei USB-Sticks, eine Bluetooth-Station und manchmal mein MP3-Player am PC - absolut problemlos!
- Onboard Grafik: Durch den eingebauten Onboard Grafikchip lässt sich der Computer auch ohne eine Grafikkarte betreiben. Der hier verwendete "ATI Radeon HD2100"-Chip bringt mit seiner DirectX 9-Unterstützung genug Leistung auf um einfache 3D-Spiele zu spielen oder Grafik/Videobearbeitung zu betreiben. Wunder für das Auge sollte man sich allerdings nicht erwarten. Dafür ist der Chip allerdings auch nicht gedacht, da es hierzu schließlich leistungsstarke Grafikkarten gibt. Neben einem HDMI-Anschluss gibt es noch die Möglichkeit Geräte über einen DVI-D oder VGA Ausgang anzuschließen. Da ich mir allerdings eine gute Grafikkarte geleistet habe, die wesentlich mehr Anschlüsse und Leistung bringt, habe ich die vom Mainboard noch nie genutzt.
- Onboard Sound: Durch den "Realtek ALC888" Soundchip wird man auch ohne Soundkarte mit Ton versorgt. Für den Normalsterblichen Hörer reicht dieser meiner Meinung nach auch aus. Mit einem Line-In und Mikrofon Eingang sowie einem Line-Out und Digital-Out (koaxial) Ausgang bietet das Mainboard die übliche Ausstattung an.
- Sonstiges: Neben der bereits genannten Ausstattung gibt es selbstverständlich noch eine integrierte Netzwerkkarte und die üblichen Anschlüsse für Maus, Tastatur, Diskettenlaufwerk, Netzteil, Lüfter usw. Zur genauen Diagnose des Mainboards sind zahlreiche Sensoren im Board verbaut um die CPU-Kerntemperatur, die Gehäusetemperatur, dieDrehzahl der CPU-Lüfter und die Drehzahl der Gehäuselüfter zu überwachen.
- Zubehör: Neben dem Board waren noch das Handbuch, eine TreiberCD, zwei SATA-Kabel, ein IDE-Kabel und ein Floppykabel mit dabei.
Insgesamt reicht die Ausstattung mir vollkommen aus. Alle Anschlussarten die ich als Normalanwender benötige sind ausreichend vorhanden und funktionieren einwandfrei. ~~ Einbau & Installation ~~ Der Einbau des Motherboards funktionierte problemlos, obwohl es meine Persönliche Premiere war, selbst ein Mainboard einzubauen und anzustecken. Dank dem mitgelieferten Handbuch in dem zahlreiche Abbildungen die Belegung der einzelnen Steckplätze Schritt für Schritt erklären, habe ich zum Glück nichts falsch gemacht. Da das Handbuch leider nur in englisch war, hat es allerdings eine ganze Weile gedauert eh endlich alles am richtigen Platz war. Die größte Angst hatte ich vor dem Einsetzen des Prozessors samt CPU-Lüfter auf das Mainboard. Dank einer ausgeklügelten Befestigungstechnik war aber auch das eigentlich keine große Sache. Nach dem ersten Booten, habe ich dann noch die Slave-Master Beziehungen der Laufwerke im BIOS eingestellt und schon war der neue Computer samt Mainboard funktionstüchtig.
~~ Preis & Fazit ~~ Erworben habe ich das Produkt im Onlineshop alternate.de für 57,90Euro plus Versand. Das Motherboard läuft mittlerweile seit vier Monaten absolut störungsfrei. Alle eingebauten Geräte wurden sofort erkannt und arbeiten sehr zufriedenstellend. Der Preis ist wie bereits erwähnt im unteren Preissegment der Mainboards angesiedelt - ich gehe demnach davon aus dass es nicht ewig halten wird. Für die nächsten paar Jahre bin ich aber zuversichtlich dass es seinen Dienst mit bravour leisten wird. Da es eigentlich nichts zu meckern gibt, kann ich das Produkt auf jeden Fall weiterempfehlen...