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| erstellt am: |
21.05.2009, von Fanatico1981 |
| Produktbewertung: |
3
3 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | Tolle Sitzplätze |
| Kontra: | Nervige Anheizer |
Mein USA-Besuch im Januar 2009 beinhaltete natürlich auch den Besuch eines Spiels der Chicago Bulls, in diesem Fall gegen die Atlanta Hawks am 20. Januar.
__--Der Verein--__
Die Chicago Bulls wurden 1966 gegründet und gehören sicher zu den bekanntesten Basketballteams aus der NBA. Die größten Erfolge hatten sie während den Jahren von 1984 bis 1998, was besonders Michael Jordan zu verdanken war, den so ziemlich jeder auf der Welt kannte. Doch seit seinem zweiten Rücktritt nach dem sechsten Titelgewinn, 1993 war er schon mal zurückgetreten, eher er Anfang 1995 wieder zurück kam, haben die Bulls keine Meisterschaft mehr gewinnen können.
__--Die Heimspielstätte--__
Ihre Heimspiele tragen die Bulls im United Center aus. Diese Sportstätte wurde am 18. August 1994 eröffnet und bietet bis zu 23.500 Zuschauern Platz.
Neben den Bulls trägt auch die Eishockeymannschaft Chicago Blackhawks seine Spiele dort aus. Allerdings können beim Basketball mehr Zuschauer untergebracht werden, da das Spielfeld kleiner ist und auch ein paar Meter tiefer liegt, womit auch noch zusätzliche Tribünen installiert werden können.
Natürlich können auch noch viele andere Veranstaltungen wie Konzerte etc. ausgetragen werden, aber alleine die Spiele der beiden Teams können schon genug Arbeit verursachen, wenn man bedenkt, dass an einem Abend die Bulls spielen und weniger als 24 Stunden später eine Eisfläche vorhanden sein muss, damit die Blackhawks ihr Spiel austragen können.
Um zur Halle zu gelangen gibt es mehrere Möglichkeiten. Nur leider ist es etwas anderes als in Deutschland. Während bei uns die öffentlichen Verkehrsmittel so ausgerichtet sind, dass man beim Aussteigen auch gleich nahe am Veranstaltungsort ist, verhält es sich in Chicago so, dass es zwar 2 Bahnstationen gibt (Illinois Medical District (blaue Linie) und Ashland (grüne und pinke Linie)), allerdings steht dann noch ein Weg von 10-15 Minuten an.
Alternativen hierzu sind entweder ein Taxi, das einen direkt vor der Halle absetzt oder man fährt mit dem Auto, insofern man eines bei seinem USA-Aufenthalt besitzt. Dabei muss man aber je nach Entfernung auch noch mal 10-15USD als Parkgebühr einrechnen.
Beim Weg zur Halle sah es schon ganz lustig aus, wie alle 100 Meter die Preise der Parkplätze immer mehr nach oben gingen.
__--Der Krampf mit den Tickets--__
Das Bestellen der Tickets war wirklich die schwerste Hürde, da war es sogar leichter Tickets für die 1. Reihe beim WWE Royal Rumble zu bekommen.
Eigentlich wollte ich die Karten über Ticketmaster.com kaufen, doch da es dort keine mehr gab, wurde ich auf den Chicago Bulls Ticket Exchange verwiesen, der auch mit Ticketmaser zusammen hängt.
An sich ist das auch eine super Seite, man kann die Anzahl der Tickets wählen und anhand von 2 Schiebern den mini- und maximal Preis angeben. Daneben wird dann anhand des Sitzplans gezeigt, wo es für diese Preisspanne Karten gibt. Genauso kann man aber auch die Blöcke anwählen und die Karten werden dann in einer Liste aufgeführt.
Nur leider war es mir auch nach mehrmaligen Versuchen einfach nicht möglich zu bestellen. Ständig wurde an meiner Adresse rumgenörgelt, auch wenn ich sie abgekürzt habe.
Auch eine Mail an den Support half nicht weiter, denn dort wurde mir gesagt, dass man auch als Nicht-Amerikaner bestellen könne. Doch eine weitere Mail zeigte mir dann, dass da eh nur Standardantworten zurückkommen und ich bin immer noch der Meinung, dass wohl nur Amerikaner bestellen können.
Also musste ich mich auf die Suche nach anderen Anbietern machen, was aber schon gleichzeitig bedeutete, dass es dort auch etwas teurer wird.
Bei einem meiner ersten Funde schien es dann auch geklappt zu haben, doch nach einem Tag Warten und dem Anruf bei meinem Kreditkartenanbieter stellte sich heraus, dass die Firma eine vergeblich Anfrage gestellt hatte, wobei ich aber eher an Unfähigkeit glaubte, denn es waren alle Daten korrekt.
Beim nächsten Shop war es so, dass man nur an eine Adresse in die USA liefern konnte, also fragte ich bei meinem Hotel nach, ob das so ok wäre. Als alles abgeklärt war gab ich alle Daten ein, doch kurz darauf wurde mir angezeigt, dass mein Auftrag abgelaufen sei.
Daher musste ich erstmal dort anrufen, was mich zum Glück dank der Seite Peterzahlt.de nichts kostete und bekam gesagt, dass die Karten aus Sicherheitsgründen nur an die Adresse des Kreditkartenbesitzers geschickt werden dürfen. Da aber keine Lieferung nach Deutschland möglich war, stornierte ich das ganze.
Glück hatte ich letztendlich dann bei Ticketsnow.com. Es gab keine Probleme bei der Eingabe meiner Daten, allerdings musste ich mich damit abfinden, dass ich zu dem bereits erhöhten Preis noch mal 39USD für den Versand mit FedEx zahlen musste.
Daher musste ich für 2 Tickets, die laut Aufdruck jeweils 120USD kosteten, insgesamt 381,94USD bezahlen.
Der Versand mit FedEx lief aber zum Glück problemlos und so war nun auch dieses Problem gelöst.
__--Der Weg zur Halle und unseren Plätzen--__
Nachdem der rund fünfzehnminütige Fußweg zur Halle geschafft war hieß es jetzt nur noch das richtige Gate, was nicht anderes als der Eingang war der auf der Karte aufgedruckt ist, zu finden. Insgesamt gibt es davon 8 Stück.
Betritt man dann die Halle erfolgt erstmal eine Kontrolle, die in diesem Sinne aber sehr locker ist, da es schon ausreicht, wenn man seine Jacke aufmacht. Anschließend werden die Karten mit Handscannern kontrolliert und man kann das Drehkreuz passieren. Entweder verfügen diese Drehkreuze über keine integrierten Scanner oder sie waren mal wieder kaputt, was ich ja auch schon aus vielen deutschen Stadien kenne.
Sobald man dann sozusagen drin ist wird man gleich mit allerhand Dingen überschütter, die einem in die Hand gedrückt werden. Zum einen waren das Handschuhe von den Bulls, die aber sicher keinen sehr hohen Wert haben, sowie die "Bulls Contest Cards", was nicht anderes als eine Sammlung von Karten ist, für verschiedene Gewinnspiele während des Spiels.
Z.B. das Dunkin Donuts Race, wo auf dem Videowürfel in einer Grafikanimation 2 Donuts und ein Getränk gegeneinander antreten. Hat man nun auf seiner Karte die Nummer des Gewinners stehen, kann man mit diesem Gutschein zu Dunkin Donuts gehen und bekommt einen Donut gratis.
Genauso verhält es sich bei der Aktion des Restaurants mit dem großen goldenen M. Gewinnen die Bulls und erzielen mehr als 100 Punkte, so bekommt man einen kostenlosen Big Mac.
Nun ging es aber auf unsere Plätze im Block 118, und damit fast ganz unten seitlich hinterm dem Korb. Auf unserem Weg dort hin wurden wir von der Einweiserin sehr freundlich begrüßt, verzichteten aber auf ihre Hilfe uns zum Platz zu führen, da wir uns doch recht sicher waren wo dieser ist, da wir vorher alles schön auf der Seite des United Centers beim Seat Viewer, der vor einem Besucht absolut zu empfehlen ist, gesehen hatten.
Wenn man seinen Platz auf einer der beiden oberen Ebenen hat, hat man sogar das Vergnügen mit der Rolltreppe nach oben zu fahren. Vor dem Spiel fährt sie nach oben und nach dem Spiel nach unten, das ist doch mal ein Service.
Unsere Plätze befanden sich auf einer extra installierten Tribüne, denn bei einem Spiel der Blackhawks wäre an dieser Stelle schon das Eis. Allerdings wirkte die Tribüne nicht sehr stabil, da sie schon sehr wackelte wenn jemand nur die Treppe runter lief. Also absolut nichts für hüpfende Fußballfans.
__--Das Spiel und der Kommerz--__
Als wir auf unseren Plätzen saßen, war es knapp 1 Stunde vor Spielbeginn und dann kamen die mir später immer mehr auf den Wecker gehenden von Mc Donalds gesponserten Anheizer, Möchtegern Stimmungsmacher oder wie auch immer man diese Menschen nennen soll, auf das Feld. Ich fand sie auf jeden Fall nur peinlich und nervig.
Zunächst waren sie damit beschäftigt die meist jüngeren Zuschauer zu unterhalten, in dem sie kleine Bälle ins Publikum warfen, die dann in Körbe geworfen werden sollten, die entweder auf dem Rücken oder an einem Helm befestigt waren.
So ging das dann eine ganze Weile, bis die Spieler endlich aufs Feld kamen, um sich aufzuwärmen und einzuspielen.
Das schöne an unseren Plätzen war, dass wir nur wenige Meter vom Kabineneingang der Gastmannschaft entfernt waren und man so alle von sehr nah sehen konnte, auch wenn ich nicht wirklich einen davon kannte.
Kurz vor Spielbeginn gab es dann mal wieder die amerikanische Nationalhymne, die wie immer kurz vor Schluss in irgendwelches Gebrülle ausartet, aber so sind die Amis.
Die eine Hand auf der Brust, in der anderen der Bierbecher.
Darauf folgte dann die Aufstellung des Gastes, ehe es dann zur Aufstellung der Bulls endlich mal etwas mehr Action gab.
Die Halle wurde abgedunkelt und es gab ein kleines Feuerwerk, natürlich nicht so spektakulär und laut wie beim Wrestling, aber für deutsche Verhältnisse wäre es sicher schon wieder viel zu gefährlich gewesen.
Parallel zur Musik Sirius von Alan Parsans Project, die auch in deutschen Fußballstadien immer häufiger abgespielt wird, erfolgte dann die Aufstellung.
Wer die Musik nicht kennt, einfach mal bei der großen Suchmaschine danach suchen.
Das Spiel an sich war aus dieser Perspektive schon recht beeindruckend zu beobachten, da man sich die Spieler genau ansehen konnte und auch sah, was alles so auf einer Auswechselbank passiert.
Besonders beeindruckt war ich vom Stadionsprecher, der wenn mich nicht alles irrt, auch schon bei dem einen oder anderen Basketball-Videospiel als Sprecher eingesetzt wurde.
Sein Job ist auch nicht gerade einfach, denn schließlich muss er immer auf der Höhe des Geschehens sein, anders wäre es gar nicht möglich durchzusagen, wer gerade den Korb gemacht hat oder eingewechselt wird.
Ebenfalls imposant waren die Cheerleader die auf der anderen Seite neben dem Korb, in einer auf Dauer doch eher unbequemen Position, saßen.
Ihre Aufgabe bestand immer darin, die eingespielten Sounds, wie man sie auch aus dem TV kennt, mit Bewegungen zu untermalen, was auch sehr gut aussah und auch immer schön synchron war. Zudem musste ein paar Mal das Outfit gewechselt werden.
Wenn es dann mal wieder ein etwas längeres Timeout gibt, wobei ich selber immer noch nicht weiß, wer über die Länge entscheidet, wurden verschiedene Aktionen auf dem Feld veranstaltet.
Entweder die bereits angesprochenen Rennen der Gewinnspiele auf der "Bulls Contest Card" oder es kam irgendein Einspieler vom Maskottchen, dass wieder irgendeine Aktion im Publikum machte.
Doch gerade hierbei muss ich sagen, dass ich eine Sache nicht so toll fand.
Denn bei einer Szene ist dieses Maskottchen mit einer überdimensionalen Popcorn-Tüte durch die Reihen gelaufen und hat diese dann einfach mal über einer Person verteilt.
Sah zwar lustig aus, aber die Person war verständlicherweise nicht sehr amüsiert darüber, denn das ganze Zeugs kann ja auch in Tasche etc. fliegen und man ist erstmal den Rest des Spiels damit beschäftigt wieder alles sauber zu bekommen.
In der Halbzeit gab es dann erst eine Einlage der Cheerleader und dann ein sehr imposanter Auftritt zweier Artisten aus einem Moskauer Zirkus. Anhand der Reaktionen der Zuschauer hat man deutlich gemerkt, dass auch diese begeistert waren und sie dies nicht alle Tage sehen.
Natürlich waren während des Spiels auch wieder meine ungeliebten Stimmungsmacher unterwegs, die damit beschäftigt waren, im obersten Rang die Leute mit Megaphonen dazu zubringen, die Bulls lautstark anzufeuern, was mir ehrlich gesagt mit der Zeit ganz schön auf den Keks ging, da es immer das gleiche war.
Man sollte diese Leute vielleicht mal zu uns einladen, damit sie beim Fußball sehen, dass so was auch ohne diesen gesponserten Kram geht und dazu noch viel besser.
Hinzu kam noch, dass in der zweiten Hälfte die Gäste auf unseren Korb gespielt hatten und somit auch Luftballons und Schilder verteilt wurden, die dann beim Freiwurf hochgehalten werden sollten.
Schön fand ich dabei aber, dass unsere Reihe das ganze komplett verweigert hat und uns war es auch ziemlich egal, wenn der Hanserl dann da wie wild rumgesprungen ist, damit jeder etwas hochhält.
Ich kann es einfach nicht abhaben, wenn ständig einer meint, mir vorschreiben zu müssen, was ich zu tun habe. Daher war das für mich auch nichts anderes als reiner Kommerz, vor allem als sie dann kurz vor Schluss noch mit Riesenschildern rein kamen, auf denen "Make some Noise" stand.
Da das Spiel gegen Ende nicht so gut für die Bulls lief, war auch schön zu beobachten, wie die Halle so langsam immer leerer wurde und ich schon gehofft hatte, bald alleine dort zu sitzen.
Allerdings wurde es am Ende doch noch mal spannend und die Bulls verloren nur mit 102 zu 105.
Wie mir die schöne Statistik auf der offiziellen NBA Seite verraten hat, waren an diesem Abend 20.389 Zuschauer anwesend und das Spiel hat insgesamt 2 Stunden und 16 Minuten gedauert.
Beim Verlassen der Halle standen dann noch einige Mitarbeiter mit Schildern an der Ausgangstür, womit sie einen sicheren Heimweg wünschten und sich für den Besuch bedankten.
__--Essen, Trinken, die Örtlichkeiten und Co.--__
Natürlich wird man beim Spiel auch mit Essen und Getränken versorgt, die man hauptsächlich an den vielen Ständen erwerben kann. Dort gibt es dann Popcorn, Chips oder auch Würstchen. Bei den Getränken dürfte wohl Bud, das am meistverkaufte Getränk sein.
Damit wird man auch in der Halle während dem Spiel versorgt, muss allerdings 6,50USD für eine 0,5Liter Dose bezahlen und in den meisten Fällen seinen Ausweis vorzeigen, schließlich ist Alkohol in den USA erst ab 21 erlaubt.
Besonders lustig war bei den Verkäufern, dass sie immer alle Scheine die sie hatten zwischen die Finger geklemmt haben und so auch die Dosen öffneten. Man hätte fast meinen können, dass sie es nur so konnten.
Es gibt aber auch alle anderen üblichen nicht alkoholischen Getränke.
Sitz man in den ganz vorderen Reihen wird man sogar komplett bedient und bekommt seine bestellten Speisen und Getränke an den Platz gebracht.
Natürlich gibt es in der Halle auch wieder die dort so schön genannten Rest Rooms. Wenn ich mich nicht verzählt habe dürften es pro Rang immer 4 für Männer und 4 für Frauen sein. Teilweise ist natürlich etwas Geduld gefragt, was man oft schon daran sieht, wenn die Schlange bis nach draußen reicht.
In Sachen Sauberkeit gehören diese Räumlichkeiten nicht zu den schönsten, aber das ist bei uns bei Veranstaltungen dieser Art auch oft nicht anders.
Neben all diesen Dingen gibt es auch noch viele Stände, an denen man sich bzgl. Eintrittskarten oder sonstiger Aktionen informieren kann, sowie den Shop, in dem es von den Bulls und den Blackhawks Fanartikel zu kaufen gibt.
__--Kontaktdaten--__
Chicago Bulls:
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Homepage: http://www.nba.com/bulls/
United Center:
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1901 W Madison St
Chicago, IL 60612
Telefon: (312) 455-4500
Homepage: http://www.unitedcenter.com/
__--Mein Fazit--__
Also ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht unbedingt noch mal zu einem Basketballspiel gehen muss. Ich war 2000 bereits bei einem in Amerika und auch das hat mich nicht so vom Hocker gehauen.
Und wenn ich dann bedenke, was ich hier allein schon für einen Aufwand mit den Karten hatte und welche Extrakosten durch den Versand nach Deutschland entstanden, bevorzuge ich es doch eher, das nächste Mal mir andere Sportarten dort anzuschauen.
Ansonsten bin ich aber wieder um eine Erfahrung reicher und hatte einen Erlebnisreichen Abend.
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