|
| erstellt am: |
12.06.2009, von Matze081 |
| Produktbewertung: |
3
3 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | Preis, interessantes Szenario |
| Kontra: | skurrile Story |
Einleitung
------------
Wenn man den Titel des Romans liest, könnten sich viele verschiedene Geschichten dahinter verbergen und ich denke schon, dass der Leser des folgenden Berichts über den Roman von Elmar Tannert, der mir übrigens mit einem anderen Cover vorliegt als hier angegeben, an alles andere denkt als an solche Geschichte. Sie fängt mit dem Satz an: "Der Fürst von St. Leonard und Schweinau..."
Daten
-------
Preis (reduziert bei Wohlthat): 1 €
Umfang: 189 Seiten
Verlag: ars vivendi
Autor
-------
Elmar Tannert, selbst schon viele Berufe von innen gesehen (unter anderem Paketzusteller), wurde 1964 geboren und hatte mit seinem Debütroman "Der Stadtvermesser" 1998 und dem Erzählband "Keine Nacht, kein Ort" 2002 recht viel Erfolg und erhielt unter anderem den Bayerischen Kunstförderpreis.
Aufbau und Aufmachung
-------------------------------
Das Hardcoverbuch hat einen schwarzen Umschlag auf dem man auch eine Briefstempel sehen kann. Auf der Rückseite steht nur ein kleiner Klappentext. Weiterhin kann man nur sagen, dass das Buch ordentlich gebunden ist und in einer gut lesbaren Schrift verlegt wurde.
Geschichte und meine Meinung dazu
-------------------------------------------- -
Der in der Einleitung erwähnte Satz ist der Auftakt zu einer surrealen Situation über einen Bestellkrieg an der Deutsch-Holländischen Grenze, in die der Leser zu Beginn des Werkes hinein gestoßen wird. Das literarische Ich - ein sogenannter Fürst - sinniert auf den ersten Seiten über zusammenhangslose Theorien, wie zum Beispiel ob Katalogmodells aus dem Labor stammen. Ferner sinniert er über das Städtchen Vento, von dem niederländische Millionäre sich bei den Deutschen rächen, indem sie so viele Nachnahmepakete verschicken, dass die Deutschen sich finanziell und gesundheitlich ruinieren. Nach und nach erfährt der Leser, dass der Autor hier der Post einen ganz großen Anteil zumisst. Sie seien die eigentlichen imperialen Herrscher (meine Worte) oder wie der Autor es auf S.21 ausdrückt:
"Kein Mensch weiß, was geschieht, wenn man mit dem Postwagen die addressierte Welt verlässt."
So langsam wird dem Leser auch klar, dass die Fürsten die Postboten sind, die sich allerdings als "adliges" Oberhaupt über ein Zustellungsgebiet auch Gedanken über menschliches Verhalten und gesellschaftliche Tendenzen machen. Wussten Sie nicht, dass die Leute weniger bei Versandhäusern bestellen, wenn das Wetter eine Zeit lang schön war? Oder, dass es Wohnungen gibt, in denen junge Paare sicher nach einer bestimmten Zeit wieder geschieden ausziehen? Weiterhin distanzieren sie sich von Subunternehmer, die vor allem in ländlichen Gegenden die Aufgaben der Post übernehmen und explizit keine "Fürsten" sind. Der Autor lässt so die Globalisierungstendenzen der großen Postkonzerne, die in andere Länder expandieren aber sich nicht um das eigene Volk kümmern, kritisieren.
Nach einigen Kapiteln merkt der Leser auch, dass die Titel nicht zwingend mit dem Inhalt zu tun haben, sondern auch mal nur am Rande erwähnt werden. Parallel dazu ist mir aufgefallen, dass Elmar Tannert in der Geschichte nur so um sich wirft mit klischeehaft und stereotyp in verschiedenen Kategorien sortierten Menschen, die durchgehen skurrile Bezeichnungen tragen. Mehr möchte ich von der Story nicht verraten, denn wenn es was für den Leser ist, sollte er die restlichen Details selber herausfinden.
Meinung und Fazit
----------------------
Die Story ist ein wenig skurril und auf den ersten Seiten musste ich mich wirklich durchquälen, bevor die Geschichte ein wenig klarer wurde und an Dynamik zulegte. Daher möchte ich dem Buch vier Sterne geben. Für Leser, die klare Handlungsstrukturen von der ersten Seite an bevorzugen, ist der Roman "Ausgeliefert" jedoch nicht zu empfehlen.
(c) Matze081 (ciao.de yopi.de dooyoo.de)
|
|
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR
|