Wolfram von Eschenbach:  Parzival
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Wolfram von Eschenbach: Parzival

Testbericht Wolfram von Eschenbach: Parzival

  (gebundene Ausgabe)
Platz 13 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - P, Q".
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4,0 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (1/1).
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Testbericht über Wolfram von Eschenbach: Parzival

Auf der Suche nach dem Gral

erstellt am: 17.06.2009, von orlan
Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00
Empfehlung:ja
„Parzival“ ist ein 620 Seiten umfassendes Werk von Wolfram von Eschenbach. Es wurde aus dem Mittelhochdeutschen übertragen und herausgegeben von Wolfgang Spiewok.

Inhalt
********
Nach vielen heldenhaften Taten erobert der edle Recke Gachmuret das Herz der schönen Königin Herzeloyde, die ihm einen Sohn schenkt, den sie Parzival nennen. Nach dem Tod Gachmurets setzt Herzeloyde alles daran, Parzival vom höfischen Rittertum fernzuhalten. Sie zieht sich mit ihrem Sohn und ihrem Gefolge in die Einöde zurück, damit Parzival nicht auf die Idee kommt, seinem stolzen Vater nachzueifern. Doch schließlich kommt es doch zum Kontakt zwischen Parzival und einigen Rittern in glänzender Rüstung.
Als Parzival beschließt, auch Ritter werden zu wollen, kann Herzeloyde ihn nicht aufhalten, gibt ihm jedoch eine Schindmähre mit und zieht ihm Narrenkleider an, damit er von den anderen Rittern ausgelacht werden soll und von seinem Vorhaben Abstand nimmt. Des Weiteren gibt sie ihm noch einige Ratschläge mit auf den Weg, die später noch zu großem Leid führen sollten.
Trotz aller Widrigkeiten gelingt es Parzival jedoch, in die Tafelrunde des berühmten König Artus aufgenommen zu werden und schließlich sogar das Herz der schönen Königin Condwiramurs zu erobern.
Als er jedoch in die sagenumwobene Gralsburg Munsalwäsche gelangt, versäumt er es, den Gralskönig Anfortas durch eine einfache Frage von seinem Leid zu erlösen. Aufgrund dieses Versäumnisses wird er von der Zauberin Cundry verflucht. In der Folge zieht Parzival auf der Suche nach dem Gral durch viele Länder und vollbringt große Taten, um seine Ehre wiederherzustellen und vielleicht doch noch einmal die Gelegenheit zu bekommen, den Gralskönig Anfortas von seinem Siechtum zu erlösen.
Währenddessen strebt auch Parzivals Vetter Gawan nach Ruhm und vollbringt wahre Heldentaten, während er um die Gunst der schönen, aber verbitterten Herzogin Orgeluse kämpft, die zu Beginn jedoch nichts als Hohn und Spott für den tapferen Ritter übrig hat.

Meine Meinung
*****************
Ich bin dem Bearbeiter und Herausgeber Wolfgang Spiewok zutiefst dankbar, dass er dieses Werk des mittelhochdeutschen Dichters Wolfram von Eschenbach (um 1170-1220) in die hier rezensierte Prosafassung gebracht hat, da diese doch wesentlich einfacher zu lesen ist als die mittelhochdeutsche gedichtete Originalfassung, von der ein kleiner Auszug sozusagen als Kostprobe am Ende des Buches abgedruckt ist.

So liest sich die Geschichte recht flüssig, auch wenn die Sprache – zumindest im Vergleich zu heutigen Romanen – natürlich doch ein wenig unmodern wirkt. Dies macht jedoch auch den Reiz dieses Werkes aus und zeigt, dass der Herausgeber versucht hat, sich möglichst nah an das Original zu halten. So bleibt vom ursprünglichen Werk Wolfram von Eschenbachs auch wesentlich mehr erhalten, als wenn man die Geschichte in eine „Romanfassung“ gepresst hätte.

Auch wenn das Werk dem Ritter Parzival gewidmet ist, befasst es sich in ganz wesentlichem Umfang auch mit dem Leben und den Taten Gawans, der so etwas wie den Inbegriff eines tugendhaften Ritters darstellt. Er ist treu, streitet für das Gute und vollbringt heldenhafte Taten, um die Gunst einer Frau zu gewinnen.

Parzivals Weg zum wahren Ritter ist hingegen wesentlich beschwerlicher und mit vielen Hindernissen verbunden. Doch selbst als er schließlich der vielleicht tapferste und herausragendste Ritter der Tafelrunde des Königs Artus geworden ist, bleibt seine Entwicklung nicht stehen. Er strebt nach Höherem als der bloßen Ritterschaft. Er möchte den heiligen Gral finden und seine früheren Fehler wieder gut machen, indem er den Gralskönig Anfortas von seiner Qual befreit. Und das alles zu dem Preis, ruhelos umherziehen zu müssen und seine über alles geliebte Gemahlin Condwiramurs jahrelang nicht sehen zu können.

Leser, die einen modernen, spannenden Ritterroman lesen möchten, sollten vielleicht eher zu einem anderen Werk greifen. Zu altmodisch wäre ihnen vielleicht die Sprache und sie würden möglicherweise auch ganz einfach vor der Vielzahl von Namen und Orten kapitulieren, mit denen der Autor um sich wirft. Oft dienen bloße Namensaufzählungen auch nur dazu, ein Geschehnis als besonders herausragend und außergewöhnlich darzustellen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass über eine dreiviertel Seite Namen aufgezählt werden, die ein besonders tapferer Streiter bereits im Kampf besiegt hat.

Wer sich aber ganz einfach für die Geschichte interessiert und wie sie (zwar nun in Prosaform, aber zumindest annähernd) im Original lautete, der kann sicherlich guten Gewissens zu diesem Buch greifen und erwischt gleichzeitig auch noch ein wenig deutsche Kulturgeschichte. Mir hat das Lesen dieses Buches auf jeden Fall großen Spaß gemacht.

Daten
*******
Parzival / Wolfram von Eschenbach
Anaconda Verlag, 2008
Hardcover, 620 Seiten
ISBN: 978-3-86647-283-9
Preis: 7,95 Euro
orlan
Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
Der neueste Kommentar
testwriter
testwriter, 20.11.2009

toller bericht lg !
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Kommentare über diesen Testbericht
testwriter, 20.11.2009: toller bericht lg !
tina08, 19.06.2009: Viele Grüße .... Tina
krullinchen, 19.06.2009: Liebe Grüße vom krullinchen.
Puenktchen3844, 18.06.2009: Ein guter Bericht. LG
Baby1, 18.06.2009: .: :. Liebe Grüße Anita .: :.
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