Helga Schneider: Als wir Kinder waren
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Testbericht Helga Schneider: Als wir Kinder waren

 (Taschenbuch)
(4,0 von 5)
Platz 206 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - A".
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4,0 von 5)
Meinungen:
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Testbericht über Helga Schneider: Als wir Kinder waren

Als wir Kinder waren

Letzte Aktualisierung am: 02.07.2009, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Empfehlung:ja
Pro:s. Bericht
Kontra:s. Bericht
Man schreibt das Jahr 1945. Der Krieg steht kurz vor dem Ende. Und die Russen beginnen ihre Rachefeldzüge auf deutschem Boden…

Aus dieser Epoche schildert Helga Schneider einen Teil ihrer Geschichte bzw. die ihres Jugendfreundes.
Es beginnt mit einer Begegnung zwischen ihr und ihrem Jugendfreund Kurt im Jahr 2004. Alte Erinnerungen werden wieder wach. Diese folgen dann auch prompt im Hauptteil des Buches.

Es geht weiter mit einer kurzen Beschreibung ihrer Kindheit und ihrer Sommerferien bei ihren Großeltern in Polen. Sommer, Sonne, Schwimmen, Freizeit. Alles klingt prima. Wäre da nur der Kurt nicht. Dieser kommt zu Besuch zu den Großeltern von Helga und soll dort ebenfalls die Ferien verbringen. Helga und ihr Bruder sind darüber eher weniger erfreut. Kurt ist nämlich anders. Kurt ist krank – seine Seele ist krank. Kurt hat die Flucht aus Ostpreußen miterlebt. Das hat deutliche Spuren hinterlassen.

Helga hat nun die Aufgabe, sich ihm anzunehmen. Leider will das nicht so recht funktionieren. Zu aggressiv, unsozial, laut und verletzend ist Kurt. In seinen Wutausbrüchen kommen ihm vereinzelt Bruchstücke seiner Erinnerung über die Lippen. Das macht ihn jedoch noch wilder und unbezähmbarer. Helga weiß nicht weiter.
Irgendwann gelingt es ihr jedoch durch ihre Sturheit und ihre direkte Art, Kurt zum Reden zu bewegen. Die Geschichte von seinem Leben in Ostpreußen geht sehr ans Herz. Man kann es sich bildhaft vorstellen, wie es dort auf dem Bauernhof gerochen, wie er mit seinem geliebten Hund gespielt hat. Vereint mit seiner Mutter, seinem Brüderchen und seinem Opa. Sein Vater ist im Krieg gefallen und irgendwann nahten die Russen. Man musste sich entscheiden. Flucht oder der Verlust des Eigentums, geliebter Menschen, der eigenen Seele…

Die Familie von Kurt hat sich für die Flucht entschieden. Mit Sack und Pack machen sie sich auf den Weg nach Westen. Es ist sehr beschwerlich, eisig kalt – einfach unzumutbar. Dennoch nehmen die Menschen lieber eine solche anstrengende, nervenaufreibende und quälende Fahrt auf sich. Auf der beschwerlichen Reise passieren Dinge, mit denen der Leser rechnet, jedoch dennoch überrascht wird.

Diese Reise wird sehr einfühlsam erzählt und teilweise bekommt man auch eine Gänsehaut.
Im dritten und letzten Abschnitt befinden wir uns wieder im Jahre 2004. Die Begegnung zwischen Kurt und Helga wird weiter ausgeführt und das Ende der Geschichte naht.

Wie hat sich Kurt entwickelt? Hat er Kinder? Wie lebt er und wie geht er heute mit dem Erlebten um?

Neugierig? Dann los, lesen!

+++ Produktinformationen +++

Verlag: Piper 2006
Seitenzahl: 199
ISBN-13: 9783492247382
ISBN-10: 3492247385
Best.Nr.: 20769719

+++ Kurzbeschreibung laut Amazon +++

Januar 1945 – die Geschichte einer dramatischen Flucht aus Ostpreußen. Zärtlich und mitfühlend erzählt Helga Schneider das Flüchtlingsschicksal ihres Jugendfreundes Kurt, der in einem grausamen Kriegswinter seine Kindheit verliert und in einem gemeinsamen Sommer wieder zu lachen lernt. Eindrücklich und berührend gewährt die Autorin einen weiteren Einblick in ihre bewegenden Kindheitserinnerungen.

+++ Über den Autor +++

Helga Schneider, geboren 1937 in Steinberg, heute Polen, verbrachte ihre Kindheit in Berlin. Als ihre Mutter 1941 die Familie verließ, um KZ-Aufseherin zu werden, wuchs Helga Schneider erst bei ihrer Stiefmutter, dann in Internaten auf. Seit 1963 lebt sie als freie Schriftstellerin in Bologna.

+++ Preis +++

Das Taschenbuch kostet 8,00 € und die gebundene Ausgaben 16,90 €. Die Bücher erscheinen im Piper-Verlag.

+++ Fazit +++

Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Und für diejenigen, die sich für dieses Thema interessieren, ist es recht empfehlenswert. Die Art zu schreiben fand ich angenehm. Was mir teilweise etwas eigenartig vorkam, waren vereinzelte Dialoge zwischen Helga und Kurt. Kurt ist 11 und Helga neun Jahre alt. Die Art zu sprechen wirkt nicht wirklich kindgemäß. Dennoch ein schönes und sehr einfühlsames Buch.
tolleslieschen
Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
Der neueste Kommentar
andrea30b
andrea30b, 01.07.2009

viele Grüße andrea30b
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