Viel habe ich gehört, viel darüber gelesen und nun endlich zugeschlagen: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf. Nun ist es endlich meins! Und es ist herrlich kurzweilig und spannend. Im einzelnen:
Story
Professor Layton und sein Assistent Luke werden von der Baronin nach Saint-Mystere gerufen und eine Erbschaft zu finden: den „goldenen Apfel“. Saint-Mystere ist ein kleines Dorf mit Bewohnern, die extrem gerne Rätsel stellen und Lösungen belohnen. Für kleine Hinweismünzen bekommt man sogar Tipps bei der Lösung. Mit jeder einzelnen Lösung kommt der Professor näher ans Ziel bis er am Ende das Mysteriöse rund um das Erbe lüftet.
Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Graphik
Herrlich liebevoll. Die gezeichneten Charaktere sowie auch das Dorf sind bis in Details entwickelt und gezeichnet. Vom Typ her, hat es mich ein wenig an „Tim und Struppi“-Comics erinnert. Auch die eingespielten kleinen Filmsequenzen sind von höchster Qualität, so dass es riesigen Spaß macht, zuzuschauen.
Steuerung
Ja, hier hätte man ein wenig anders vorgehen können. Man bewegt sich ausschließlich durch den Einsatz des Touchpens durch das Dorf. Man klickt auf kleine Pfeile, die jedoch erst nach einem vorhergehenden Klick auf einen Schuh, erscheinen. Menschen und Dinge lassen einen Dinge erfahren, ebenfalls durch einen Tip mit dem Touchpen. Soweit geht es noch.
Doch die Gespräche zwischen Menschen und dem Professor oder auch mit Luke muss man satzweise abklicken. Zum einen kann jeder in seinem eigenen Lesetempo vorgehen, doch zum anderen ist es ziemlich nervig die Dialoge voranzutreiben. Mit der Zeit findet man ein geschriebenes „Hmpf“ oder „Ha-hu-hu-hu“ nicht mehr einen Klick wert. Dann zieht es sich ein wenig in die Länge.
Auch das Ende der Geschichte, bzw. das daran folgenden Weiterspielen ist ein wenig nervig. Hat man sich nur einmal gegen Ende des Spiel für einen falschen Klick entschieden, muss man 7 Minuten warten bis es weitergeht. Bis dahin klickt man nur Text ab.
Rätsel
Hier ein ganz klares „phantastisch“. Bei den 135 Rätseln ist für jeden etwas dabei. Leicht, schwer, Scherzfragen, Tüfteleien, Mathe – alles für das einschlägige Rätselherz!
Zu jedem Rätsel gibt es jeweils 3 Hinweise, die einen der Lösung ein bisschen näher bringen. Der erste Hinweis ist meist für die Katz, so dass man mindestens zwei, wenn nicht gar drei Hinweise benötigt. Sofern zumindest das eigene Hirn nicht ausreicht.
Einige der Rätsel kommen nicht von den Einwohnern, sondern sind in Fensterläden, Bäumen oder Wandnischen versteckt, also immer schön überall hin klicken.
Für die Lösung erhält man Pikarats, das ist die Währung in Saint-Mystere. Mitunter bekommt man auch „mysteriöse Bauteile“, „Gemäldestücke“ oder auch „Einrichtungsgegenstände“. Je mehr man letzten Endes gesammelt hat, desto mehr Rätsel bekommt man.
An dieser Stelle sei nur kurz etwas zu den „mysteriösen Bauteilen“ erwähnt: Diese Bauteile –man sieht es auch an der Schablone- ergeben einen Hund. Ist dieser komplett zusammengebaut, „erschnüffelt“ er Hinweismünzen und versteckte Rätsel, so dass man also nicht mehr ganz so ziellos über den Bildschirm klickt. Einfach dahin klicken, wo der Hund erscheint und schnüffelt und schon hat man das Versteckte.
Sprachen
Nein, es gibt keine separaten Spracheinstellungen – leider muss ich sagen. Die oben erwähnten, geschriebenen Dialoge erscheinen in Deutsch. Bei den Filmen jedoch und manchmal auch parallel zum geschriebenen ertönt aus dem DS die englische Stimme. Leider gibt es für das gesprochene Wort keine deutsche Version.
Musik
Bei vielen Spielen ist die Musik einfach nervig, so das sich meist auf lautlos stelle. Doch hier wird man von verschiedenen –realistischen- Melodien begleitet. Es reicht von dem französisch angehauchten Akkordeon bis hin zum dramatischen Posaunenshowdown. Wirklich hörenswert.
Bonusmaterial
Wie oben erwähnt, kann man durch das Lösen von Rätseln, weitere Dinge freischalten. Hier möchte ich nicht zuviel verraten, doch ist noch mal richtige Nüsse dabei zu knacken.
Fazit
Alles in allem ist es ein gutes, liebevoll gemachtes, kurzweiliges Spiel. Netto war ich damit 11 Stunden beschäftigt. Einen Suchtfaktor konnte ich hier jedoch nicht feststellen. Einmal spielen reicht völlig, so dass ich jedem empfehle es gebraucht zu kaufen. Der Neupreis von rund 35 Euro ist dann noch ein wenig happig.
Nun also wegen der fehlenden deutschen Sprachversion und der mitunter mühseligen Steuerung einen Stern Abzug. Die Rätsel sowie die Graphik rechtfertigen die verbliebenen vier Sterne.
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