Ich hatte mich zwar vier Bände lang gewehrt, doch dann infizierte ich mich auch mit dem „Harry-Potter-Virus“. Seitdem habe ich alle Bücher gelesen und natürlich auch die Filme gesehen. Da war es ganz klar, dass ich mir auch „Harry Potter und der Halbblutprinz“ im Kino anschaue. Eine äußerst positive Rezension im Deutschlandfunk machte mich noch neugieriger, so dass ich, entgegen meiner Gewohnheit, den Film schon in der ersten Woche, in der er im Kino war, anschaute. Euch will ich jetzt erzählen, worum es geht und wie mir der Film gefallen hat.
Harry Potters Eltern wurden kurz nach seiner Geburt vom bösen Magier Voldemort ermordet. Als dieser auch versuchte, Harry zu töten, weil er glaubt, dass dieser auserwählt ist, ihn zu töten, scheiterte er und wurde beinahe selbst vernichtet, während Harry nur eine blitzförmige Narbe auf der Stirn zurückbehielt. Nachdem Harry in die Zaubererschule mit Schulleiter Dumbledore gekommen ist, findet er sowohl seine besten Freunde Ron und Hermine, als auch Feinde. Und schon bald stellt sich heraus, dass sich Voldemort wieder regt und versucht, zu alter Macht zu gelangen. Schuljahr Nummer sechs für Harry in Hogwarts beginnt. Wie jedes Schuljahr beginnt auch dieses ruhig und außer ein paar Sicherheitsvorkehrungen scheint nichts von der allgegenwärtigen Bedrohung Voldemorts zu bemerken. So werden die Schüler in Hogwarts vor allem von den Wirkungen ihrer Pubertät beeinflusst. Harry ist nicht selten schlecht gelaunt, weil Rons Schwester Ginny scheinbar von allen Jungs umschwärmt wird und auch Hermine geht es ähnlich. Sie mag es nämlich gar nicht, wie sich Ron von einem hübschen Blondchen umwerben lässt. Doch natürlich wirft auch Voldemorts Treiben seine Schatten nach Hogwarts. Dumbledore sucht weiterhin nach einer Möglichkeit, Voldemort zu vernichten, und findet schließlich gemeinsam mit Harry heraus, dass der böse Magier seine Seele geteilt hat, in Gegenstände eingeschlossen und diese gut versteckt hat, so dass er – selbst wenn sein Körper sterben sollte – weiterlebt. Die beiden versuchen dann natürlich diese „Horcruxes“ zu finden und zu zerstören, um letztendlich auch Voldemort töten zu können.
Ich war extrem gespannt auf diesen sechsten Film der Harry-Potter-Reihe. Nach der (viel zu langen) Wartezeit machte schon der Trailer Lust auf mehr und nachdem nun auch noch der Deutschlandfunk den Film beinahe überschwänglich lobte, konnte ich es kaum noch erwarten. Natürlich waren dadurch meine Erwartungen an „Harry Potter und der Halbblutprinz“ sehr groß. Ob der Film die wohl erfüllen konnte?
Zuallererst muss ich euch leider sagen, dass der Film nicht für Menschen geeignet ist, die weder die Romane gelesen noch die anderen Filme gesehen haben. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ ist zwar in sich ein runder und gelungener Film, setzt aber dennoch viele Geschehnisse und vor allem die Kenntnis nicht weniger Charaktere voraus. Daher würde das anschauen keine Freude machen, da zu viele Dinge unverständlich wären. Also am besten wäre es, ihr schaut euch erst die anderen Filme an, um euch dann vom Halbblutprinzen gefangen nehmen zu lassen.
Die Story hält sich ziemlich genau an die des Romans, was mich als Leser natürlich freute. Aus diesem Grund ist der Film auch weniger actiongeladen, dafür setzt er mehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und bereitet quasi alles auf den abschließenden Band/die letzten zwei Filme vor. Dass es dabei nicht langweilig wird, dafür sorgen die vielen unterschiedlichen Figuren und ihr Verhalten, was Abwechslung in den Film bringt. Obwohl der Anfang des Filmes so scheint, als würde nicht viel passieren, begegnen dem Zuschauer spätestens ab der zweiten Hälfte wieder die bekannten und beliebten Elemente der ersten fünf Filme. Da gibt es wieder die Magie und sogar ein wenig Action, obwohl davon viel weniger vorkommt als in den letzten zwei Filmen. Das ist allerdings auch etwas, was ich als äußerst positiv empfunden habe, da ich in einigen der letzten Filme etwas von dem Actionanteil erschlagen war. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ fängt dabei eher die Stimmung und auch das Erzähltempo des Romans ein, was mich sehr positiv überrascht hat und mich nach dem Anschauen zufrieden zurückließ. David Yates hat als Regisseur wieder erstklassige Arbeit geleistet und den Geist des Romans unnachahmbar eingefangen. Beim Schauen überkam mich wieder die Stimmung, die ich beim Lesen hatte, und ich bekam aufs Neue die Lust, die Romane zu lesen. Wenn das eine Literaturverfilmung bei mir schafft, dann muss ich sie einfach loben!
Die Charaktere sind dann auch so ziemlich alle schon aus den vorangegangenen Filmen bekannt. Die Macher behielten auch über die Filme hinweg möglichst die gleichen, bekannten Schauspieler auf ihren Rollen zu belassen. So Daniel Radcliffe (Harry), Rupert Grint (Ron) und Emma Watson (Hermine) sind in den letzten Jahren mit ihren Rollen erwachsen geworden und sind wahrscheinlich auch deshalb so glaubhaft. Jedoch erscheint es mir Daniel Radcliffe bisweilen recht farblos – vor allem im Vergleich zu den anderen Schauspielern, auch Rupert Grint oder Emma Watson, die sich beide stark weiterentwickelt haben. Die Hauptdarsteller machen in diesem Film wirklich Spaß! Die meisten der anderen Darsteller gehören zur ersten Riege der britischen Schauspieler und das zu Recht. Mein All-Time-Favourite ist und bleibt Alan Rickman, der in seiner Rolle als Severus Snape wunderbar undurchsichtig ist und sich toll an die Romanfigur anpasst, da man nie weiß, was man von ihm halten soll. Die anderen Charaktere treten nur relativ selten in Erscheinung, fügen sich aber konsistent an die Charakterentwicklung der vorangegangenen Filme an. Die Schauspieler sind einfach gut gewählt und es macht mir immer wieder Spaß, ihnen zuzuschauen. Obwohl „Harry Potter und der Halbblutprinz“ verhältnismäßig wenig Action beinhaltet, macht sich doch die düstere Stimmung deutlich bemerkbar, woran vor allem die wirklich gelungene Kameraführung und die Musik beitragen. Bruno Delbonnels Kamera ist sehr ruhig und fast gelassen und ist ein sehr wichtiger Faktor dafür, wie der Roman im Film umgesetzt wurde. Die Musik nutzt die aus den Vorgängerfilmen bekannten Themen und pflegt so den Wiedererkennungswert auch auf dieser Ebene. Insgesamt kann man also sagen, dass die Story ziemlich perfekt unterstützt wird!
Insgesamt kann ich euch „Harry Potter und der Halbblutprinz“ nur empfehlen. David Yates setzte den Roman für meinen Geschmack perfekt um, traf das Erzähltempo und machte mir wieder Lust auf die Romane. Die Story ist wie im Buch erfrischend ruhig und legt viel Wert auf die Entwicklung der Charaktere. Diese werden durch die schon bekannten Schauspieler sehr gut verkörpert und auch wenn Daniel Radcliffe bisweilen etwas farblos wirkt, machen die anderen Darsteller diesen Nachteil wett. Ich blieb nach meinen Kinobesuch unglaublich zufrieden zurück und vergebe aus diesem Grund auch fünf Sterne!
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Weitere Testberichte über Harry Potter und der Halbblutprinz
Maximum Lumus bitte, 23.01.2010
Den Film muß man natürlich wie alle Teile sehen, wenn man die große Potterserie abschliessen will. Ich fand diesen Teil eher mäßig, zumal eben die Lichtverhältnisse so schlecht sind. Dennoch hat er Spaß gemacht und natürlich bin ich auch beim letzten Potter wieder dabei.
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Yopi-Autor:
hsvbille
Bewertung:
Filmkritik: Harry Potter - Teil 6, 26.07.2009
Herausragend spielt nebst Helena Bonham Carter als böse und leicht verrückte Bellatrix Lestrange auch wieder Alan Rickman, der dem unsympathischen Kotzbrocken Severus Snape genau jenen zweideutigen Charakter verleiht, den Rowling ihm zugedacht hat. Die Frage, auf welcher Seite Snape steht, stellt sich seit dem ersten Film
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