Gleich vorweg:
Ich habe den Camcorder nach einer Woche wieder verkauft. Der Grund? Das Gerät ist wirklich gut - daran lag es nicht. Aber: Meine Ambitionen, was das Filmen mit manuellen Einstellungen angeht, sind höher als der Camcorder Optionen zur Verfügung stellt.
Ich habe mir das größere Modell HDC-TM300 gekauft (Test wird nach dem Urlaub im September nachgereicht :) ), das wesentlich mehr manuelle Einstellungen für kreatives Videofilmen ermöglicht.
Aber nun zum Testbericht für die Panasonic HDC-HS20:
Die HDC-HS20 ermöglicht dem Hobbyfilmer wunderschöne Aufnahmen in Full HD (1920 x 1080).
Dank dem intelligenten Automatikmodus ist das auch kein Problem: Die Kamera stellt sich auf die Gegebenheiten einfach vollautomatisch ein. Ob bei Kerzenschein oder bei Außenaufnahmen - der Camcorder wählt immer das richtige Programm.
Der Camcorder besitzt eine interne Festplatte mit einer Größe von 80 GB, auf die im besten Aufnahmemodus ca. 14 Stunden passen. Erweitert werden kann diese Kapazität noch mit einer SDHC Karte mit bis zu 32 GB (entspricht ca. 4 Stunden Aufnahmezeit), die mindestens Class 4 haben sollte.
Die meisten Funktionen und Einstellungen werden über den 2.7 Zoll großen Touchscreen eingestellt. Mit ein wenig Übung kann man das auch ganz normal mit dem Finger erledigen, was aber mit der Zeit ein paar Fettfinger auf dem Diplay hinterläßt. Wer das vermeiden möchte, sollte zum mitgelieferten Stift greifen, um das Gerät einzustellen.
Daß der "Single-Chip" lediglich knapp 1,5 Megapixel aufzeichnen kann und der "Rest" im Gerät interpoliert wird, merkt man bei der Ausgabe auf PC oder Full-HD LCD-Fernseher überhaupt nicht. Die Full HD Aufnahmen sind scharf und bieten eine sehr gute Farbwiedergabe. Allerdings sollte man bei der Inbetriebnahme den Standard-Modus von HX1920 auf HA1920 stellen, da dieser der Höchstmögliche ist und die besten Aufnahmen mit dem Camcorder garantiert.
Im Cinema-Modus wird das 16:9 Aufnahmeformat noch einmal ein wenig "gestaucht" - also mehr in die Breite gezogen, damit echtes Kinofeeling aufkommt.
Mit dem Cinema-Farbmodus werden die Farben intensiver wiedergegeben - etwa so, wie bei normalen Cinemascope-Aufnahmen, die man aus dem Kino kennt.
Das integrierte Videolicht ist in sehr dunklen Gefilden sicherlich eine kleine Hilfe - allerdings nur bei Entfernungen bis zu 1,5 - 2 Meter.
Die Fotofunktion wird bei diesem Gerät nicht extra über den Modusschalter geschaltet, sondern man kann im normalen Videoaufnahmemodus einfach die Fototaste drücken und fotografieren. Der integrierte Fotoblitz ist relativ hell und kann auch Objekte bis zu drei Meter Entfernung aufhellen.
Die maximale Aufnahmedauer mit dem mitgelieferten Akku VW-VBG070 ist mit 1:10 angegeben, was relativ wenig ist, denn unter normalen Bedingungen verringert sich diese Zeit auf ca. 40 Minuten bei Aufnahme auf die Festplatte. Bei Aufnahmen auf SDHC karte werden es fünf Minuten mehr. Man sollte sich also unbedingt einen Ersatzakku zulegen, der evtl. auch eine höhere Kapzität hat (VW-VBG130 oder VW-VBG260). Nachbau-Akkus scheinen zu funktionieren (habe es nicht auspobiert) aber der Akkustand und die Akkulaufzeit wird bei diesen Akkus im Gerät nicht angezeigt. Panasonic möchte dort wohl sicher gehen, daß die (teuren) Originalakkus eingesetzt werden.
Mein Fazit: Der Panasonic HDC-HS20 ist ein empfehlenswerter Camcorder für Leute, die sich nicht mit manuellen Einstellungen herumschlagen, aber richtig gute Aufnahmen in Full HD auf ihre BlueRay oder DVD zaubern möchten.
Auch wenn ich den Camcorder wieder verkauft habe, bekommt er meine uneingeschränkte Empfehlung!
Nachtrag: Weiß der Teufel, was Panasonic da geritten hat, die Kabelfernbedienung und einen "Neckstrap" (also einen Umhängeriemen, sowie die Halterung dafür) wegzulassen. Die Kabelfernbedienung war bei meiner alten Panasonic NV-GS120 bei Stativaufnahmen absolut wichtig, um nicht direkt mit dem Camcorder in Berührung zu kommen und absolut wackelfreie Aufnahmen zu erstellen.
Das geht jetzt zwar durch die leichtgängigen Schalter und Wippen (oder mit der Infrarotfernbedienung) ebenso gut - aber bequemer war es mit der Fernbedienung mit Kabel, weil man da auch die Zoomgeschwindigkeit sehr gut steuern konnte.
Einen Neckstrap habe ich mir in der Bucht dazu gekauft und ihn am Handgriff befestigt. Geht auch - aber mit extra Halterung dafür war es "eleganter" und sicherer.
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