Erbin des verlorenen Landes

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Kiran Desai: Erbin des verlorenen Landes
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Testbericht Kiran Desai: Erbin des verlorenen Landes

 (Taschenbuch)
(1,0 von 5)
Platz 78 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - E".
Bewertung: Kundenbewertung 1,00 / 5,00 (1,0 von 5)
Meinungen:
Preisvergleich: 3,95 € - 10,50 €
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Testbericht über Kiran Desai: Erbin des verlorenen Landes

Auch doofe Bücher muss es geben

erstellt am: 28.08.2009, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 1,00 / 5,00 1
Empfehlung:nein
Pro:höchstens die Kulisse Indiens
Kontra:siehe Bericht
Hallo liebe Leser!

Heute möchte ich euch gern ein etwas anderes Indien-Buch vorstellen:


>> Erbin des verlorenen Landes<<
Von Kiran Desai


~~~ Wie kam ich zu diesem Buch? ~~~

Da ich ja so gern lese, stöbere ich entweder im Internet nach geeigneten Büchern für mich, oder aber ich gehe in die Buchhandlung und hoffe, dort ein schönes Buch zu finden.
Als ich vor einiger Zeit mal wieder in der Buchhandlung stand, fiel mir besagtes Buch ins Auge und ich habe es mir gleich gekauft.


~~~ Zur Autorin Kiran Desai ~~~

Kiran Desai wurde am 3. September 1971 in Neu-Delhi geboren und ist eine indische Autorin. Sie verbrachte zwar ihre Kindheit in Indien, ging aber im Alter von 14 Jahren mit ihrer Familie nach England und mit 15 in die USA, wo sie dann ihre Schule beendete. Noch heute lebt sie dort


~~~ Zum Buch ~~~

ISBN: 978-3-8333-0521-4
Preis: 10,50€
Seiten: 423

www.berlinverlage.de

Die Autorin beginnt das Buch mit Einer Widmung:

„Für meine Mutter in tiefster Liebe“

Anschließend folgt ein Zitat von Jorge Luis Borges:

„Prahlerei des Gleichmuts

Lichtschriften bestürmen den Schatten, verwenderischer als Meteore.
Die hohe unkennbare Stadt überwuchert das Feld.
Sicher meines Lebens und meines Todes betrachte ich die Ehrgeizigen und verstünde sie gern.
Gierig ist ihr Tag wie das Lasso in Lüften.
Burgfriede des Zorns im Eisen ist ihre Nacht, jäh, kampfbereit.
Sie sprechen von Menschlichkeit.
Meine Menschlichkeit ist im Gefühl, dass wir Stimmen des gleichen Elends sind.
Sie sprechen von Vaterland.
Mein Vaterland ist ein Gitarrenakkord, einige Porträts und ein alter Degen, das offenbare Gebet der Weide in den Abenddämmerungen.
Die Zeit verlebt mich.
Lautloser als mein Schatten durchquere ich die Herde ihrer erhabenen Gier.
Sie sind unabdingbar, einzig, sie verdienen den Morgen.
Mein Name ist jemand und jeglicher.
Ich schreite langsam wie einer, der aus solcher Ferne kommt, dass sein Ziel zu erreichen er nicht erwartet.“


~~~ Das Cover ~~~

Als ich das Buch las, sagte mir jemand, der dabei zusah, es sähe aus wie ein Reiseführer. Und etwas Recht hatte er damit auch wie ich finde.
Das Buch ist in einem schönen hellen orange gehalten und hat am oberen Rand einen blauen Streifen. Im Hintergrund sieht man ein helloranges Muster. In der unteren rechten Ecke erkennt man einen orangen Schalenkoffer. Ansonsten sind überall auf dem Cover kleiner oder große runde Muster mit arabischen Schriftzeichen zu erkennen.


~~~ Der Klappentext ~~~

Indien Mitte der achtziger Jahre. Auf einer verwunschenen Sturmhöhe an den Hängen des Himalaja erlebt die sechzehnjährige Sai inmitten der Unwetter des Monsuns ihre erste Liebe. Als Aufständische das Anwesen überfallen, gerät ihre Welt aus den Fugen. Ein anrührendes, weit über die Kontinente gespanntes Panorama von Liebe, Terror und Migrantentum.


~~~ Kritiken ~~~

>Salman Rushdie: „Kiran Desai ist eine phantastische Schriftstellerin!“
>Literaturen: „Es gibt Bücher, mit denen man in unbekannte Länder reist, und später erinnert man sich an Stimmungen und Gerüchte, als sei man wirklich dort gewesen. Kiran Desais Roman ist so ein Buch.“
>Brigitte: „Ein heiliges Buch ... Eines der schönsten Geschenke, die man machen kann.“


~~~ Leseprobe ~~~

Der ganze Tag hatte in den Farben der Abenddämmerung geleuchtet, nun zog der Nebel wie ein Meerestier über die weiten Hänge der Berge, von ozeanischen Schatten und Abgründen
beherrscht. Kurz stieß die aus Eis gehauene Spitze des fernen Kangchenjunga durch den dampfenden Dunst und die Winde um seinen Gipfel bliesen ein Schneewölkchen in den Himmel.
Sai saß auf der Veranda und las einen Artikel über Riesenkraken in einem alten National-Geographic-Heft. Dann und wann sah sie auf, und das verzauberte Leuchten des Kangchenjunga ließ sie frösteln. Der Richter saß am anderen Ende vor seinem Schachbrett und spielte gegen sich selbst. Unter seinem Stuhl, wo sie sich sicher fühlte, hatte Mutt, die Hündin, sich breit gemacht und schnarchte leise. Von einem Kabel über ihnen baumelte eine einzelne, kahle Glühbirne herab. Es war kühl, aber im Haus war es noch kälter. Die
Steinmauern, die Dunkelheit und Kälte einschlossen, waren fast einen Meter dick.
Dort drinnen, hinten in seiner Küchenhöhle, versuchte der Koch, das feuchte Feuerholz zum Brennen zu bringen. Ganz vorsichtig tastete er das Kleinholz ab, aus Furcht vor den Skorpionfamilien, die fröhlich in dem Stapel lebten, sich liebten und vermehrten.
Einmal war er auf ein Muttertier gestoßen, zum Platzen mit Gift gefüllt, vierzehn Junge auf dem Rücken.
Aber schließlich fing das Holz Feuer; er hängte seinen Kessel darüber, verbeult und verkrustet wie ein archäologisches Fundstück, und wartete, dass das Wasser kochte. Die Wände waren feucht und versengt, an schlammigen Stielen hingen Knoblauchknollen von den verkohlten Balken und an der Decke bildete der Ruß Klumpen, groß wie Fledermäuse. Die Flammen warfen ein Mosaik aus lohfarben leuchtenden Lichtpunkten auf das Gesicht des Kochs und
sein Oberkörper wurde heiß, aber über dem Boden quälte ein hinterhältiges kaltes Lüftchen seine arthritischen Knie.
Der Qualm schoss nach oben durch den Schornstein und vermischte sich draußen mit den Nebelschwaden, die immer schneller zogen, dichter und dichter wurden und Stück für Stück die Welt verhüllten – erst die eine Hälfte des Hügels, dann die andere. Die Bäume verwandelten sich in dunkle Schemen, tauchten drohend auf und verschwanden wieder. Langsam verdrängte der Nebel die Dinge, nur noch Schatten blieben und alle Formen lösten sich auf. Sai atmete kleine Wölkchen aus und das Diagramm der Riesenkrake, gebaut aus zusammengesammelten Fakten und Forscherträumen, versank ganz und gar in der dicken Suppe.
Sie legte die Zeitschrift weg und spazierte in den Garten hinaus. Der Wald hinter dem Rasen war alt und dicht; das Bambusdickicht reckte sich zehn Meter hoch in die Finsternis; die Bäume waren moosumschlungene Riesen, warzig und ungestalt, von Orchideenwurzeln
überwuchert. Die Dunstschleier strichen ihr übers Haar wie ein Mensch, und als sie die Finger ausstreckte, nahm der Nebel sie zart in den Mund. Sie dachte an Gyan, den Mathematiklehrer,
der mit seinem Algebra-Buch eine Stunde überfällig war.
Es war schon halb fünf, und sie entschuldigte ihn mit dem immer dichter werdenden Nebel.
Als sie sich umsah, war das Haus verschwunden, und als sie die Treppen zur Veranda hinaufstieg, verschwand der Garten. Der Richter war eingeschlafen und die Schwerkraft wirkte auf seine schlaffen Muskeln, zog seine Mundwinkel nach unten, seine Wangen, und führte Sai exakt vor, wie er als Toter aussehen würde.


~~~ Handlung ~~~

Als Sais Eltern sterben, muss sie das Klosterinternat verlassen. Gnädigerweise erklärt sich ihr Onkel, ein ehemaliger Richter bereit, sie aufzunehmen. Sai lebt nun in einem alten, halb verfallenen Haus zusammen mit ihrem Onkel, der seine Hündin innig liebt, und dem Koch, dessen Sohn in den USA sein Glück sucht. Jeder der drei Personen ist vollends mit sich beschäftigt und mehr oder weniger unglücklich mit seiner Situation und seinem Leben im Allgemeinen. Doch Sai hat einen kleinen Hoffnungsschimmer, denn inmitten des öden und einsamen Lebens hat sie sich in ihren Lehrer verliebt. Der jedoch ist ein Nepalese und scheint andere Dinge im Kopf zu haben.


~~~ Meine Meinung ~~~

Trotz der guten Kritiken und trotz der Auszeichnung, dem „Man Booker Prize 2006“, die das Buch bekommen hat, finde ich das Buch schrecklich!
Schon die ersten Seiten des Buches fand ich so öde und langweilig und ich habe gehofft, es wäre eines der Bücher, die mit der Zeit spannend und toll werden – aber das war bei diesem Buch nicht der Fall. Es stellte sich heraus, dass das Buch so langweilig bleiben würde, oder sogar noch schlimmer werden würde. Natürlich ist es eigentlich interessant, solch verschiedene Charaktere nebeneinander leben zu lassen – oder sagen wir lieber, es könnte interessant sein. Denn dieses Buch ist es einfach nicht! Mal abgesehen davon, dass es total langweilig war, konnte ich auch den Charakteren nichts abgewinnen. Obwohl sie vielleicht tiefgründig und sehr eigen sein sollten, fand ich sie eher oberflächlich und klischeehaft. Ich konnte nichts Tolles an dem Buch finden. Natürlich ist es sowieso ein eher pessimistisches Buch, d.h. man hat versucht die Realität darzustellen und kein Fantasiemärchen daraus zu machen. Aber leider fand ich es nicht realistisch, sondern wahllos zusammengewürfelt. Es gibt keinen normalen“ Menschen, d.h. jemanden, mit dem man sich eventuell identifizieren könnte. Nicht nur die Personen, sondern auch die Handlung, die auch eher komisch war, war abstoßend.
Im Übrigen fand ich das Buch teilweise zusammenhangslos und auch, dass ab und an das Leben des Sohnes vom Koch in den USA beschrieben wurde, passte nur bedingt und hätte eher ein eigenes Buch bilden können.
Auch die geschichtlichen Hintergründe wurden erwähnt, aber nicht erklärt. Man fühlte sich in kaltes Wasser geworfen, aber ich finde, es war unmöglich dabei schwimmen zu lernen. Ich war nur froh, als ich das Wasser endlich verlassen konnte, d.h. als das Buch vorbei war. Es ist ja klar, dass nicht alle Bücher gleich sein können, und das auch gar nicht sollen. Aber dennoch sollte mich ein Roman unterhalten können, in welcher Art auch immer. Aber ich fühlte mich während des Lesens weder unterhalten noch ansatzweise angesprochen.
Ich räume ein, dass das natürlich Geschmackssache ist, schließlich haben sonst die meisten Leute im Internet das Buch gelobt, ja sogar gepriesen als „heiliges Buch“( Zeitschrift Brigitte). Aber ich kann nur für mich sprechen, und darum geht es ja auch bei Erfahrungsberichten.
Darum muss ich letztendlich sagen, dass mir das Buch ganz und gar nicht gefallen hat. Jegliche Aspekte sind negativ zu nennen und ich hoffe, ich muss nicht noch einmal in die Situation kommen, solch ein Buch lesen zu müssen.


~~~ Meine Bewertung ~~~

Da ich das Buch als so schlecht empfunden habe, kann ich ihm auch leider nur 1 von 5 Sternen geben. Natürlich gibt es von mir keine Kaufempfehlung, aber da es sich um Geschmackssache handelt und es sicher auch vielen Lesern gefallen würde, kann ich es nicht vollends abraten.


Ich bedanke mich fürs Lesen und Bewerten meines Berichts.
Liebe Grüße
rainbow90
Yopi Autor - rainbow90
Hallo ihr alle. :) Freue mich über eure Lesungen und lese auch zurück. Zur Not einfach im GB melden.
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andrea30b
andrea30b, 02.09.2009

viele Grüße andrea30b
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