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| erstellt am: |
19.09.2009, von Guela |
| Produktbewertung: |
1
1 |
| Empfehlung: | nein |
| Pro: | Zu wenig |
| Kontra: | Zu viel |
"Patricia Lewin spielt mit den Ängsten der Leser wie kaum eine zweite Autorin." Dieses Urteil der New York Times, zitiert auf dem Buchrücken, ließ mich aufmerken, als ich am Remittenden-Tisch auf der Suche nach Urlaubsschmökern war.
Ich gebe ehrlich zu, dass mein Anspruch an die Lektüre für Strand und Liegestuhl nicht allzu hoch ist. Eine gute Story, ruhig ein bißchen romantisch angehaucht, gewürzt mit Spannung und einem ordentlichen Happy-End ... das reicht mir schon, um in die Kategorie "Urlaubskoffer" zu fallen.
Das Versprechen der New York Times also reichte mir mit dem Klappentext aus, um das Buch erst in die Einkaufstüte und dann in den Koffer zu packen. Warum das Buch anschließend nicht mehr mit nach Frankfurt zurück kam und deshalb sein weiteres Schicksal in Side abwarten muss, erfahrt Ihr nun ...vorausgesetzt, Ihr lest jetzt auch noch die nächsten
991 Wörter ...
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Das Buch in Daten:
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Tasche nbuch: 450 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (Dezember 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404155963
ISBN-13: 978-3404155965
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 2,6 cm
Preis: 8,95 Euro
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Die Autorin:
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Es ist gar nicht so einfach, Informationen über die Autorin zu bekommen.
Im Klappentext des Buches heißt es: P.L. arbeitete bei IBM, bevor sie mit "Die letzte Schöpfung" ihren ersten Roman vorlegte. Sie lebt mit ihrem Mann in den Bergen von North-Karolina und arbeitet derzeit an ihrem nächsten Thriller.
Es gibt allerdings eine englischsprachige Homepage www. patricialewin.com,
die einen umfassenden Überblick über das Leben und Wirken der Schriftstellerin gibt. Dort kann der interessierte Leser oder die interessierte Leserin auch erfahren, dass sie bereits fünf Bücher unter dem Pseudonym Patrica Keelyn veröffentlicht hat. Wenn ich ihre Worte dort richtig interpretiere, waren dies Romantikschnulzen in einem darauf spezialisierten Verlag.
Bei Amazon.de sind alle drei deutschsprachigen Taschenbücher der Autorin geführt:
- Die dunkle Erinnerung
- Die letzte Schöpfung
und
- Die einsame Wahrheit - das Buch, um das es heute eigentlich geht.
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Die Story laut Klappentext:
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Die Ex-Agentin Erin Baker hat der Geheimdienstarbeit den Rücken gekehrt. Doch die Vergangenheit holt sie wieder ein. Die CIA rekrutiert sie für einen Undercover-Einsatz. Erin soll auf Kuba eine Gruppe skrupelloser Ärzte ausspionieren. Der Anführer ist ausgerechnet Erins seit 25 Jahren verschwundener Vater. Doch es gibt noch einen anderen Grund, warum sie in Castros Schattenreich abtaucht: ihr ehemaliger Mentor ist auf der gleichen Mission spurlos verschollen. Erin gerät zwischen die Fronten. Sie muss eine Entscheidung treffen, die die Welt verändert.
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Die Story - wie ich sie sehe:
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Die Zahl der Hauptpersonen ist überschaubar.
Auf der Seite der Guten ist da zum einen Erin Baker, Halbkubanerin, ausgebildete Top-Agentin, mit drei schwarzen Gürteln ausgestattet bevor sie zum Geheimdienst kommt. Alec Donovan, eigentlich FBI-Agent, schwer verliebt in Erin, ignoriert alle bürokratischen Hemmnisse, als er ihr zu Hilfe eilen muss.
Dann gibt es den Vater von Erin - Emilio Diaz ist Mediziner und Kubaner, der sich in einem Gewissenskonflikt gegen seine Familie in USA und für seine Heimat entscheidet, als er das Gefühl hat, dort gebraucht zu werden. Ob er zu den Guten oder zu den Bösen gehört, erfährt der Leser erst ganz am Schluss des Romans.
Und dann gibt es da die Figur von Moss, einem Söldner, der immer dann zur Stelle ist, wenn er gut bezahlt wird. Dem ein Menschenleben nichts wert ist. Ein hochspezialisierter Killer, der ein vermeintlich humanitär arbeitendes Ärztelager schützen soll.
Alle anderen Namen, die im Laufe der Geschichte fallen, sind letztlich nur Randfiguren, die zu den Ereignissen nur wenig beitragen, abgesehen von dem einen CIA-Agenten Joe, der alles ins Rollen bringt, weil er nach einem Besuch in dem Ärztelager spurlos verschwindet und damit die amerikanischen Geheimdienste erst recht aufschreckt.
Alle Beteiligten gehen eigentlich davon aus, dass sich da im kubanischen Hinterland unter der Tarnung des Lagers eine Drogenküche befindet. Was Erin dann aber am Ende herausfindet, ist etwas ganz anderes ... und für den Fall, dass hier doch noch jemand das Buch lesen will, unterschlage ich die Auflösung an dieser Stelle.
Ganz interessant zu verfolgen sind die Gewissensnöte, in denen sich Erin sieht, als man ihr den Auftrag andient, als Lehrerin getarnt in das Ärztelager zu gehen. Ihr Job im zivilen Leben an einem College stützt diese Tarngeschichte. Und dann ist da noch der Lockruf der Vergangenheit: ihr Vater, der in einer Nacht- und Nebelaktion verschwand, ohne je wieder ein Lebenszeichen von sich zu geben. Für Erin ein Trauma, das sie letztlich nie verwunden hat, wie sie sich eingestehen muss, als die CIA mit dem Auftrag zu ihr kommt. Es ist diese ungeklärte Frage in ihrer Kindheit und die grenzenlose Loyalität gegenüber dem verschwundenen CIA-Agenten, der ihr Mentor war, was sie schließlich dazu antreibt, trotz aller Bedenken nach Kuba zu starten.
Der Autorin gelingt es jedoch nicht, die Charaktere, obwohl so eindeutig in Schubladen wie gut und böse einzuordnen, wirklich lebendig darzustellen. Sie sind fast zweidimensional. Es fehlt ihnen an Tiefe und Ausdrucksstärke. Folgt man der Autorin, ist Erin natürlich (beinahe zwangsläufig) gutaussehend und außerdem noch topfit und eigentlich im tiefsten Innern viel zu energiegeladen, um dauerhaft als College-Lehrerin zu arbeiten.
Alles ist immer sehr vorhersehbar - bis vielleicht auf das Ende. Da gab es dann doch nochmal für zehn Minuten eine echte Überraschung. Aber auch da bleibt letztlich alles an der Oberfläche. Nichts wird wirklich er- und geklärt.
Selbst der Kuba-Konflikt und das sehr paranoide Verhältnis zwischen der USA und dem Inselstaat werden nur vorsichtig angekratzt. Wer nicht ein paar geschichtliche Hintergrundinformationen hat, versteht überhaupt nicht, was diese ganze Geheimnistuerei soll.
Das Ende klingt ein bißchen wie die Grimm'schen Märchen (denen ich hier nicht Unrecht tun will ...) "und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute."
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Mein Fazit - meine Empfehlung:
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Wem das Buch nun zufällig in die Hände fällt, weil es (zugunsten des Koffergewichtes für drei neue T-Shirts und eine Jeans) in einem Hotel an der türkischen Küste liegengeblieben ist, kann es getrost lesen. Die Geschichte ist flott erzählt, die Sprache ist eingängig. Wobei ich hier nicht weiß, wieviel davon auf das Konto der Übersetzerin geht. Denn der ursprüngliche Roman ist ja in englisch geschrieben. Bei Sonne am blauen Himmel und leichter Brise am Meer ist es durchaus unterhaltsam zu lesen, welche Seelennöte Erin quälen, wie sie den Zugang zu ihrem lang vermißten Vater sucht und wie es später ihr Herzliebster schafft, zu ihr durchzudringen.
Auch als Remittende für 3,99 Euro ist das Buch noch kein völliger Fehlgriff, unter der Prämisse, dass man auf der Suche nach leichter Kost ist.
Wenn ich mir allerdings vorstelle, es will jemand ernsthaft den vollen Preis in Höhe von 8,95 Euro bezahlen - dann kann ich nur eins sagen: Hände weg. Kauf für das Geld lieber ein Buch, bei dem sich die Investition eher lohnt. Wer da keine Idee hat, soll ein bißchen hier bei Yopi stöbern gehen. Es gibt jede Menge guter Tipps für wirklich lesenswerte Bücher.
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