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| erstellt am: |
21.10.2009, von CyberQueeny |
| Produktbewertung: |
3
3 |
| Empfehlung: | ja |
==Geschichtsunterricht für Erwachsene==
Hallo lieber Leser, liebe Leserin.
==ALLGEMEINES==
===Kaufgrund===
Da ich eine absolute Leseratte bin und gerne mal etwas Neues lese, habe ich mir wieder ein Buchpaket bei Ebay ersteigert, um auch mal etwas zu lesen, was ich sonst nie in die Finger bekommen hätte. Darunter war auch dieses Exemplar.
===Buchdaten===
Titel: Ich, Claudius, Kaiser und Gott
Autor: Robert von Ranke Graves
Verlag: dtv
Preis: 11€ auf Amazon
ISBN: 3423013001
Seitenzahl: 465
Jahr: 2005 21.Auflage
Rubrik: Geschichte
Art: Taschenbuch
===Autor===
Robert von Ranke Graves, geboren am 26. Juli 1895 in Wimbledon, englischer Lyriker, Erzähler, Essayist. Urenkel des deutschen Historikers Leopold von Ranke. Er studierte Philologie und Geschichte in Oxford, lehrte 1926 als Professor für Geschichte in Kairo. 1927 kehrte er als freier Schriftsteller nach England zurück und wurde 1961 auf den Lehrstuhl für Poetik in Oxford berufen. er starb am 7. Dezember 1985 auf Mallorca
==NACH DEM LESEN==
===Inhaltsangabe===
Claudius, jener Kaiser wieder Willen, der im Herzen ein überzeugter Demokrat geblieben ist, der Gatte der berühmten Messalina, die er wegen ihrer Verschwörung hinrichten ließ, der schließlich - von seiner vierten Frau, Agrippilina, der Mutter Neros, vergiftet - seinem Schicksal nicht entging: dieser Herrscher ist im Urteil der Zeitgenossen wie der Historiker meist schlecht weggekommen. Robert von Ranke Graves würdigt Claudius als besonnenen, klugen Monarchen, der, aus einer Laune heraus auf den Thron gesetzt, regieren musste und konnte.
»Ranke Graves´ köstliche Biographie des römischen Kaisers Claudius kann geradezu als Prototyp des historischen Romans gelten, amüsant und spannend zu lesen und gleichzeitig seriös bis auf die Knochen.« Bayernkurier
===Leseprobe===
S. 14-15: An meinen Vater Drusus kann ich mich nicht erinnern.
Er starb, als ich noch sehr klein war. Aber als junger
Mann habe ich jede Gelegenheit benutzt, um Material
über ihn zu sammeln, und als mein Gesellenstück in Geschichtsschreibung
begann ich seine Biographie zu ver15
fassen, eine Arbeit, die allerdings bald von meiner Großmutter
Livia unterbunden wurde. Trotzdem habe ich
weiterhin Material gesammelt, und vor ganz kurzem ist
es mir gelungen, das Buch zu vollenden, das ich indessen
auch nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.
Das Beispiel meines Vaters hat mich mein ganzes Leben
hindurch begleitet, er hat mir mehr bedeutet als jeder
andere Mensch; nur meinen Bruder Germanicus nehme
ich aus. Und Germanicus war, darin sind sich alle einig,
nach Gesicht und Gestalt, nach Mut und Intellekt und
adliger Gesinnung das leibhaftige Abbild meines Vaters:
So ist verständlich, daß sie beide für mich zu einem einzigen
Wesen verschmolzen sind. Wenn ich diese Geschichte
mit einem Bericht von meiner Kindheit beginnen
könnte und dabei nicht weiter zurück als auf meine
Eltern zu gehen brauchte, würde ich das sicherlich tun.
Aber ich muß mich zunächst ziemlich ausführlich über
meine Großmutter Livia auslassen, die einzige meiner
vier Großeltern, die bei meiner Geburt am Leben war.
Denn Livia ist die Hauptperson im ersten Teil meiner
Geschichte, und wenn ich über ihr früheres Leben nicht
klar berichte, wird man ihre späteren Handlungen nicht
verstehen. Kaiser Augustus war ihr zweiter Mann. Nach
dem Tode meines Vaters wurde sie das Haupt unserer
Familie: Meine Mutter Antonia, mein Onkel Tiberius –
der das gesetzliche Oberhaupt war – und selbst Augustus
wurden von ihr beiseite geschoben, obwohl mein Vater
in seinem Testament uns Kinder seinem mächtigen
Schutz anvertraut hatte.
===Meine Meinung===
Als ich das Buch aus den Karton genommen habe, dachte ich, cool. Ich hatte gerade mit meinem Freund die Serie „Rom“ angesehen und einen anderen Roman gelesen, der zu einer ähnlichen Zeit spielte.
Nach der ersten Seite aus zu schließen ist das Buch recht witzig, denn Claudius, um den es hier geht stottert, humpelt und ist ständig krank und macht sich somit zum gespött der hoch angesehenen Familie.
Dieses Buch handelt von dem Leben Claudius. Aus seiner Sicht erfahren wir die wechsel der römischen Kaiser, seine Eindrücke und seine Stellung im römischen Reich, Morde, Heiraten, Kinder etc. aber vor allem Intrigen. Dem Autor gelingt es durch Humor, aber auch eine bildhafte Beschreibung Leben in die alte Zeit zu hauchen, wodurch man nicht nur geschichtlich sehr viel erfährt und lernt, sondern auch etwas über die Menschen, ihre Lebensart und Gedanken erfährt. Je weiter man ins Buch vordringt, desto mehr würde man sich aber wünschen, dass der Autor noch bildhafter schreiben würde. Ich habe eine gute Fantasie und kann mir vieles schneller vorstellen, aber wenn man hier nicht so geübt ist, wie mein Lebensgefährte findet man das Ganze doch recht trocken und man kann sich kaum etwas Vorstellen. Man hat das Gefühl einen alten Zeitungsbericht zu lesen.
Mich persönlich hat aber der geschichtliche Hintergrund sehr interessiert, da ich in der Schule nichts über das alte Rom gelernt hatte und ich so meine allgemeine Bildung etwas erweitern konnte. Nach dem Lesen habe ich mir zusammen mit meinem Freund die Serie dazu angesehen, diesen fand ich verständlicher und fesselnder als das Buch. Zumindest wurde mir dort einiges klarer aufgezeigt, als im Buch und Zusammenhänge erschienen logischer.
Gelesen habe ich das Buch in sechs Tagen. Schneller ging es einfach nicht, da man sehr genau lesen musste, um nicht etwas Wichtiges zu verpassen.
Vom Alter her denke ich, dass man es ab der achten Klasse lesen und verstehen kann. Es eignet sich sogar als Schulbuch, sofern man etwas Dickeres im Unterricht durchnehmen möchte.
Empfehlen kann ich das Buch auf alle Fälle. Zwar hätte es in meinen Augen besser sein können. Lebendiger. Aber ich denke, der geschichtliche Aspekt kommt super gut beim Leser an und wie man hier und auch bei anderen Erfahrungsseiten sieht, kommt das Buch dort sehr gut an. Dementsprechend bin ich mit meiner Meinung eher etwas allein.
===Bewertung===
Da es hier um meine Meinung geht und ich es mir einfach lebhafter vorstellt habe, bekommt es einfach nur drei Sterne von mir. Der Anfang ist so gut gelungen und daher finde ich es schade, dass es später mit diesem Zeitungsberichtstil weitergeht.
Pro: Idee, Geschichtlicher Aspekt
Contra: Umsetzung
Danke fürs Lesen und Bewerten.
Eure Sarah
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