Kennt ihr Murphy? Der kommt immer dann zu Besuch, wenn man ihn ganz sicher nicht braucht...nach vier Wochen USA komm ich heim und mein PC geht nicht mehr. Nachdem ich etliche Bauteile gewechselt habe, bis ich den Übeltäter fand und kurz drauf auch noch der Laptop die Hufe schmiss, beschloss ich aus Frust, die ganzen neuen Bauteile auch in ein schickes neues Gehäuse zu verfrachten und mich damit etwas zu trösten. Aufrüsten und schickes Gehäuse wollte ich ja eh - aber doch nicht so plötzlich auf einmal!
Und um dieses Gehäuse soll es heute gehen.
Im letzten Jahr hatte ich einem Freund den PC zusammengeschraubt und wir hatten ihm ein baugleiches Gehäuse dieses Herstellers dafür gekauft. Als ich entdeckte, dass es das schnittige Teil auch in blau gibt, war ich Feuer und Flamme.
===Apevia X-Cruiser-BL===
Erstmal zu den nackten Fakten:
Midi-Tower 49cm x 19,68cm x 43cm Board-Größen: Standard/Baby/Micro ATX Material: Metall (Front Plastik) Steckkartenerweiterungsplätze: 7 Laufwerkschächte: 4x 5,25" extern, 2x 3,5" extern, 4x 3,5" intern Front: 2x USB, Audio, Firewire Gewicht ohne Netzteil: ca. 6kg
Weitere Details und Infos auf der Herstellerseite: http://www.Apevia.com/ProductsInfo.asp?KEY=X-CRUIS ER-BL
Das Gehäuse ist in einem todschicken kräftigen Königsblau gehalten, ein leichter Glitzerschimmer ist erkennbar, und hat an der Seite ein Fenster. Die Laufwerkszugänge verstecken sich hinter einer Fronttür, in der 3 Anzeigen für Sound, FanSpeed und Temperatur eingearbeitet sind. Die Front hat seitlich in silbern abgesetzte Panele, die Anzeigen sind beleuchtet. Vorm Festplattenkäfig ist Platz, um innen zwei 80mm Lüfter anzuschrauben, davor sitzt eine Plastiköffnung im Turbinenstil. Im Window sowie an der Oberseite des Gehäuses ist ebenfalls Platz für je einen 80mm Lüfter, an der Rückseite für bis zu 120mm. Zwei blaue LED-Fans in 80mm sind mitgeliefert. Original befindet sich am Window ein Luftkanal, welchen ich aber seit jeher effektlos empfinde und diesen daher gegen einen Lüfter eintausche.
Weiteres sind die Frontkabel, 4 Füßchen, 2 Apevia Fangrills und Schrauben mitgeliefert.
Das Gehäuse gibt es in 6 Farben zu kaufen: blau, grün, rot, gelb, silber und schwarz. Leuchtelemente und Lüfter sind bei allen blau. Weiterhin werden sie optional von Apevia mit einem 420W-Netzteil angeboten. Ich habe mich für das leere Gehäuse entschieden, da ich ja gerade erst ein neues Netzteil gekauft hatte. Ausserdem ist heutzutage 420W nicht mehr unbedingt ausreichend, wenn man viele Laufwerke betreiben möchte. Der Durchschnittspreis für das Gehäuse beträgt 70-80 Euro. Ich habe bei Ebay ein Exemplar als Restposten für 49,99 gefunden und gnadenlos zugeschlagen.
===Computer bauen===
Ein schickes Gehäuse allein macht noch keinen PC. Also erstmal den alten Rechner vom Strom nehmen, alle Kabel abziehen und nacheinander alles vorsichtig ausbauen. Dann kann ich mich an den Zusammenbau im neuen Gehäuse machen.
Die rechte Seite ist mit Daumenschrauben schnell entfernt, die linke muss ich abschrauben. Ich ersetze alle Schrauben am Ende mit meinen eigenen Daumenschrauben. Links und rechts vom Laufwerkskäfig mit den Fingerspitzen den Schraubendreher angesetzt, um die 4 Schrauben zu lösen, die die Plastikfront halten. Dann die Plastiknasen zusammendrücken und die Front einfach abziehen. Jetz kann ich die beiden 80cm Lüfter aus meinem alten Rechner von innen an den Käfig passen und von aussen anschrauben. Bei der Gelegenheit klippse ich auch gleich die beiden Plastikblenden raus, wo nachher meine beiden DVD Laufwerke sitzen werden. Beim zweiten muss ich auch noch das Blech aus dem Käfig biegen. Die fein säuberlich links und rechts durch den Käfig geführten Kabel ziehe ich wieder vorsichtig zurück ins Gehäuse, damit sie nicht verschütt gehen. Die Lüfterkabel ziehe ich durch den Laufwerkskäfig am Boden durch. Vorsichtig das Frontpanel wieder einklipsen - Schrauben kommen zum Schluss, falls man nochmal ranmuss.
Als nächstes widme ich mich dem Mainboard. Der Mainboardtray, also die Blechwand, auf der es dann sitzt, kann mit dem Lösen einer Schraube an der Rückseite entfernt werden und so kann ausserhalb gebaut werden. Ich habe es drin gelassen, schliesslich geht es auch so. Zuerst verteile ich die Frontkabel auf dem Mainboard, nachher im Gehäuse würde man ziemlich zu friemeln haben. Audio und USB sind Blockstecker, ich muss nicht wieder mit dem Handbuch einzeln die richtigen Stellen suchen. Sehr nett. Das Handbuch brauche ich aber trotzdem, denn HDD LED, Power, Reset und Power LED sind Einzelstecker. Freundlicherweise sind an diesem Gehäuse auch die Kabel vernünftig gekennzeichnet. An meinem waren lauter kunterbunte Kabel dran, teilweise mit rätselhafter Bezeichnung. Hier sind alle Massekabel von der Front weiss, so läßt sich also Minus leicht ausmachen und der Stecker richtig setzen.
Danach setze ich die Abstandshalter auf den Tray. 9 Stück sind mitgeliefert, also sortiere ich die 3 Arten von Schrauben. Da wo ich ebenfalls 9 habe, müssten dann die Mainboardschrauben sein. SOll so sein. Ist sicher auch so. Nur leider passen die Gewinde nicht zum Abstandshalter. Resultat: nach der halb eingedrehten Schraube dreht sich der Abstandshalter mit und franst das Loch im Blech aus. Das Gewinde passt lediglich für die minimal zarteren Befestigungsschrauben für Laufwerke. Mein Board hängt jetzt zwangsweise auf 2 Schrauben zu wenig, da ich blöderweise zwei der Löcher auf die Art zerdreht habe. Da fällt einem wieder ein, warum wirkliche Highend-Modding-Cases ab 150 aufwärts kosten. Da passiert sowas mit Sicherheit nicht. Daher dringender Hinweis: vorher testen, welche Schrauben in die Abstandshalter passen. Jetzt noch die Slotdummys rausgebrochen und USB-Slotanschlüsse vom Mainboard und die Grafikkarte eingesetzt und festgeschraubt.
Nachdem das Board sitzt, setze ich die Laufwerke ein. Da am "Deckel" der Lüfter hängt, muss ich die DVD Laufwerke von vorn einschieben. Genau positionieren und beidseitig mit je zwei Schrauben befestigen. Danach schiebe ich meine zwei Festplatten in den Käfig. Ich lasse einen Slot dazwischen frei, da ich nur 2 Platten habe, aber 4 Einschübe vorhanden sind. So kann der Luftzug der beiden Frontlüfter zwischen den Platten durchziehen und gut kühlen.
Anschliessend schraube ich den 80cm Lüfter von der Rückwand ab und ersetze ihn mit meinem 12cm Lüfter. Den 80cm Lüfter schraube ich an das Seitenfenster, wo diese dusslige Plastiktube dran ist, die einen herrlichen Luftstau im Gehäuse verursacht. Der Prozessor wird dadurch eher aufgewärmt, statt abgekühlt. Ganz einfach weil auch der optimale Luftweg von vorn unten nach hinten oben blockiert wird. Schon bei meinem letzten Gehäuse wunderte ich mich, warum der Prozzi plötzlich so warm war. Als ich das Teil entfernt hatte, fiel die Kerntemperatur gleich um 3-4 Grad ab. Seither fliegen diese Dinger bei mir direkt raus. Ich entferne auch gleich das Apevia Lüftergrill, wovon auch obenauf noch eins angebracht ist und setze mein eigenes davor. Damit hätte ich alle meine Lüfter im Gehäuse verteilt. Wenn man am Seitenfenster rumschraubt, sollte man aber aufpassen, dass man das Plexiglas nicht zerkratzt, das passiert recht schnell bei einem abgerutschten Schraubendreher...
Noch den mitgelieferten kleinen Extra-Gehäusespeaker aufgesteckt und das Innenleben ist komplett. Statt eines Kabels, das irgendwo quer läuft ist der Speaker nur ein kleiner Stöpsel, entsprechend war der Piep beim Starten erkennbar leiser als bei meinem alten Rechner. Stört mich weniger, jetzt nervt Antivir nicht mehr so lautstark, wenn er was findet.
Was fehlt noch? Natürlich, der Strom! Ich stecke also mein Netzteil in den Rechner und schraube es von aussen mit seinen 4 Schrauben fest. Ich verteile Datenkabel und Stromkabel, verbinde Laufwerke und Lüfter, sowie natürlich das Frontpanel mit Strom.
Fertig? Dann wieder alle Gehäuseschrauben dran, Seitenwände drauf, Thumbscrews rein und fertig. Wer Bedarf hat, kann noch die 4 Füßchen an den Boden pappen, ich brauche sie nicht.
===Qualität, Optik, Verarbeitung, Features===
Das Hauptgehäuse besteht aus Metall mit gefalzten Kanten. Alles ist sauber verarbeitet, es gibt keinen Grat oder Unebenheit, keine ernsthafte Verletzungsgefahr beim Basteln (Kratzer sind immer eingeplant, scharf sind die Kanten ja trotzdem....).
Die Farbe ist der Knaller. Das wunderbare königsblau mit dem leichten Glitzerschimmer, die silbernen Seitenpanele und die Anzeigen an der Front ergeben ein tolles Bild. Man könnte die Kiste den ganzen Tag anschauen, statt damit zu arbeiten!
Wenn alles richtig mit Strom versorgt ist, leuchten vorn die Anzeigen blau, sowie in den Seitenleisten blaue Streifen. Die Plastikteile sind im Blauton etwas leuchtender, passen sich aber sehr gut ins Gesamtbild.
Öffnet man die Tür, sieht man oben nun zwei DVD Brenner, darunter noch 3 weitere 5,25" Blenden in blau, 2 3,5" Blenden in blau, daneben sind die Power und Reset Taste angebracht. Darunter finden wir eine runde, 15cm große Öffnung, die ein Gitter und ein Turbinen-artiges Optikelement besitzt. Hier kann man die beiden Frontlüfter nun sehen (sofern sie leuchten, meine tun es). Die Tür läßt sich leicht öffnen und schliessen und hält mit 3 kleinen Magneten und klackt so leicht und einfach von alleine zu. Auch ohne Füße auf ebener Fläche geht die Tür problemlos auf, ist alles schön grade.
Die Fronttür öffnet nach links, die Anschlüsse sitzen rechts an der Seite. Bei meinem Tisch ist das leider suboptimal, da mein Tower rechts unterm Tisch stehen muss. Hier wäre mir das Nachfolgemodell X-Cruiser 2 lieber gewesen, da es exakt andersherum gebaut ist an der Front - leider ist das auch nach einem Jahr noch immer nicht in Deutschland erhältlich. Da ich aber in meinem Tisch genug Platz habe, um den Tower weit genug nach links zu schieben, habe ich ausreichend Platz, um die Frontanschlüsse nutzen zu können, da ich hier natürlich entsprechend externe Geräte wie iPod, Kartenleser oder Storageplatte anschliesse. Wer läuft schon im 5min-Takt einmal um den Tisch herum!
Obwohl die komplette Front aus Plastik ist, wirkt alles extrem stabil und robust. Die Scharniere gehen leicht und sauber, es gibt keine winzigen Plastiknasen, die wegbrechen können.
Die blaue Farbe des Gehäuses ist kräftig und auf Plastik richtig leuchtend, fast schon zu schade, um ihn unterm Tisch zu verstecken. Die mitgelieferten Lüfter, sowie die Frontanzeigen und die Leuchtelemente, die in den silbernen Streifen eingearbeitet sind, leuchten in einem schicken hellblau. Das Seitenfenster gibt den Blick aufs Innere frei, was Möglichkeiten schafft wie etwa den Einbau weiterer Leuchtelemente wie LED Lüfter auf der CPU, Kaltlichtröhren oder UV-LEDs mit passenden UV aktiven Kabeln. Für mich hat es den Vorteil: ich sehe jetzt beizeiten, wenn zuviel Staub im Gehäuse ist *g*.
Wer wie ich, seinen Rechner oft über Nacht laufen läßt, hat allerdings das Problem, wenn er im gleichen Raum schläft, dass es wahnsinnig hell ist, weil das Gehäuse natürlich sehr viele Leuchtelemente hat und das Window an der Seite auch weiteres Licht der innen verbauten Lüfter nach aussen läßt. Spart einem aber auch die Lampe, wenn man nachts mal zum Bad tapsen muss....
FÜnf Lüfter im Gehäuse machen ordentlich Krach, aber dank der dicken Fronttür ist er sogar etwas leiser als meine alte Kiste. Ebenso ist das Gehäuse extrem still - es ist kaum Vibration zu vernehmen, was sehr angenehm ist und auf dem Holzboden des PC-Stellplatzes keine zusätzliche Geräuschübertragung erfolgt.
Die Anzeigen an der Front zeigen ganz oben einen Lautstärkepegel - allerdings nur den Output des Frontpanels. Wer Boxen hinten dran hat, sieht den Zeiger nicht zucken. Darunter finden wir die Gehäusetemperatur. Von vorn kommt ein langes, dünnes Kabel mit einem Fühler vorn dran, welches diese Temperatur mißt. Das Kabel reicht fast bis ans Ende des Gehäuses und es empfiehlt sich, es mit einem Stück Klebestreifen am Boden zu befestigen, damit es nicht beim Bauen irgendwo verknotet wird. Die unterste Anzeige zeigt die Umdrehungen des Gehäuse-Lüfters an, der auf dem Board angeschlossen ist. Bei mir ist das zwangsläufig aus strippentechnischen Gründen einer der beiden vorderen. Rechts unter den Anschlüssen ist seitlich auch ein Regler für den Speed, man kann damit den angeschlossenen Lüfter drosseln. Dazu findet sich noch eine Lautstärkeregelung.
Die X-Cruiser gehören zu den günstigen Apevia-Exemplaren, weil man hier noch altmodisch schrauben muss. Andere Modelle haben Clip-Mechanik im Laufwerkskäfig und an den Slotkartenöffnungen, womit Schrauben wegfallen. Aufgrund des vergleichsweise günstigen Preises kann man das aber verschmerzen, vor allem, wenn man es bereits mehrere Jahre gewohnt ist, immer brav alles festzuschrauben.
Die Lüfterverteilung ist gut durchdacht. In meinem alten Gehäuse hatte ich seitlich ein Loch geschnitten, um seitlich auf die Festplatten pusten zu können, was relativ erfolglos ist, weil die Luft gänzlich aufs Käfigblech knallt, aber vorn war nichts zu machen bei dem Billigplastikteil. Hier nun kann man die Lüfter ideal vor die Platten setzen und diese somit mit permanentem Luftstrom versorgen.
===FAZIT===
Ich sitze den ganzen Tag am Computer und verdiene hier mein Geld und mache natürlich auch privaten Kram. Ich mag Dinge, die schön aussehen und leuchten und blau sind. Schon seit ich PC's nutze und besitze, wollte ich ein schickes Gehäuse haben. Da ich nun bei meinem letzten Gehäuse Ausfallerscheinungen feststelle (Schraubgewinde ausgeleiert, hatte von Anfang an eine Kante in der Seitenwand....) und da es dunkelblau ist, es alle 5min von Staub befreit werden müsste - hat es mir nun gereicht und ich habe mir endlich ein schickes Gehäuse gegönnt.
Ich habe darin genug Platz für Festplattenspeicher - 4 Slots reichen aus - es läßt sich gut nutzen und die Teile problemlos einbauen und natürlich, es sieht einfach affengeil aus, wenn es im Halbdunkel unterm Tisch steht! Man muss ja nicht immer selber bauen und alles in Handarbeit modden, wenn man ein solches Gerät findet, was einem optisch und technisch komplett zusagt. Ja wie gesagt, die TÜr und die Anschlüsse sind aus rein praktischer Sicht seitenverkehrt - aber wer weiss schon, ob ich nicht demnächst mal einen anderen Schreibtisch haben werde, wo es dann wieder passt?!
Ich bin mit dem Tower von Apevia sehr zufrieden. Er sieht gnadenlos gut aus, bietet für meine Verhältnisse ausreichend Möglichkeiten zum Einbau und für Erweiterungen, ist sehr gut verarbeitet und war ein Schnäppchen. Das einzige was wirklich stört sind die unpassenden Schrauben. Eigentlich probiert man sowas wirklich vorher aus, aber ich war wohl einfach zu aufgeregt, das Gehäuse baldmöglichst fertig unterm Tisch stehen zu haben. Es reicht aber nicht für Abzug, denn Schrauben hat der Computerfreak in der Regel wirklich genug da, um passende zu finden. Da ich aber einen wirklich guten Preis bekommen habe, bin ich glücklich und zufrieden.
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Mein Gehäuse, 02.12.2009
Das Gehäuse ist sehr einfach in der Handhabung. Durch das Frontpanel lassen sich viele Sachen sehr schnell und bequem steuern. Für mich ist der X-Cruiser-AL von Apevia nicht nur das optische, sondern auch das praktische Highlight meines Rechners und deswegen gibt es von mir gibt 5 Sterne und eine
Testbericht über Apevia X-Cruiser lesen
Yopi-Autor:
Futzi99
Bewertung:
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