Wer einen ersten Blick auf das Game „Professor Layton und die Schatulle der Pandora“ vom japanischen Entwickler Level 5 für den Nintendo DS wirft, mag es wegen seiner recht freundlich gestalteten Comic-Grafik zunächst für ein Kinderspiel halten. Doch sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn ist „Professor Layton und die Schatulle der Pandora“ alles andere als ein Kinderspiel. Vielmehr entpuppt sich das derzeit für ungefähr 40 Euro erhältliche DS-Game während des Spielens als gleichwohl anspruchsvolle wie auch vergnügliche Unterhaltung für ALLE Altersklassen. Rot grundiert mit geheimnisvollen Abbildungen... ... präsentiert sich die Verpackung des Spiels und macht gleich ordentlich Appetit loszuknobeln. Ein Blick in die Anleitung... ... deutet bereits an, dass es sich bei „Professor Layton und die Schatulle der Pandora“ um ein sehr komplexes, wohlgemerkt aber nicht kompliziertes Spiel handelt. Die Anleitung führt ganz behutsam und gut verständlich in die dem Game zugrunde liegende Story ein und enthält zudem ein paar Hinweise, wie man die Mysterien im Spiel besser bewältigen kann. Allerdings: Eigentlich benötigt man die Anleitung gar nicht, um direkt in den Layton’schen Rätselgenuss einzusteigen. Denn es ist tatsächlich so, dass das Spiel absolut selbsterklärend ist und bei jeder komplexen Abzweigung bzw. Neuerung profunde Anweisungen bzw. Definitionen gibt. Aber worum geht es im Spiel denn eigentlich? “Professor Layton und die Schatulle der Pandora“ ist eine ansprechende Kombination aus Adventure und Rätselspiel. Die Geschichte des Games beginnt mit einem Verbrechen: Alles deutet darauf hin, dass jemand Professor Laytons alten Mentor und Freund Doktor Schrader umgebracht hat. So wie es aussieht, wurde das Verbrechen aus blanker Habgier verübt – um in den Besitz der legendären „Schatulle der Pandora“ zu gelangen. Zwar ist die Polizei bereits bemüht, den Schuldigen dingfest zu machen, doch lässt Professor Layton sowohl die Tat als auch das Rätsel um die mysteriöse Schatulle keine Ruhe. Also beschließt er, sich gemeinsam mit seinem Assistenten Luke auf die Suche nach dem Täter und dem Verbleib des geraubten Gegenstandes zu machen. Da in der Wohnung des Opfers eine seltsam zerschnippelte Fahrkarte für den „Molentary Express“ verblieben ist, beschließen der Professor und Luke, sich diesen Zug einmal näher anzusehen und damit der Lösung des Rätsel entgegen zu fahren. Das Gameplay... ... ist innerhalb des gesamten Spiels äußerst einfach und verständlich gestaltet. Man bewegt seine beiden (auf Deutsch textenden) Protagonisten nicht direkt, sondern steuert aus ihrer Perspektive per Touchpen interessant aussehende Objekte an, geht auf die Suche nach Bonus-Münzen und bahnt sich den Weg durch diverse komplexe Spielebenen und circa 150 anspruchsvolle Rätsel. In den Rätseln wird ebenfalls so gut wie immer mit dem Touchpen gewirkt, nur einmal muss zusätzlich das Mikrofon des DS zum Einsatz kommen. Die Grafik... ... präsentiert sich sowohl in den Adventure- als auch in den Rätselabschnitten hauptsächlich in Gestalt von gefälligen, detailreichen Comic-Standbildern. Anders verhält es sich in den zahlreichen Zwischensequenzen, die wie ein schöner Trickfilm mit kräftigen Farben und eindrucksvollem Ton und Sprachausgabe aufwarten. Apropos Ton... ... – dieser ist für ein Handheld-Game wirklich fantastisch umgesetzt. Während des gesamten Spiels wird eine eingängige, sehr markante Klassikmusik eingespielt. In den animierten Filmsequenzen sind darüber hinaus Sprachausgabe und Effektsounds zu hören. Beides kann sich sehen lassen, aber insbesondere die gute deutsche Synchronisierung überrascht mit Charme und Charisma. Spannung und Anspruch... ... wird durch das Zusammenwirken von Adventure- und Rätselelementen auf sehr ansprechende Weise das ganze Spiel über garantiert. Man startet das Spiel und ist sogleich von der einnehmenden Kriminalstory fasziniert und möchte wissen, welches Geheimnis sich in der mysteriösen Schatulle verbirgt. Doch noch bevor man den Zug besteigen kann, wird man mit den ersten Rätseln konfrontiert – die es ganz schön in sich haben! Manche Rätsel sind ziemlich anspruchsvoll und verlangen dem nicht gerade Hochbegabten trotz konzentrierter Knobelei einige Minuten strapaziertes Nachdenken ab. Allerdings wirkt der relativ hohe Schwierigkeitsgrad der mit Punkten (so genannten Pikarat) dotierten Rätsel keinesfalls abschreckend, sondern vielmehr motivierend, manchmal sogar fesselnd. Einige Rätsel bergen tatsächlich derartig viel Suchtpotential in sich, dass man fast enttäuscht ist, wenn man es schließlich geschafft hat und zum nächsten Rätsel weitergehen muss. Allerdings: Dank des integrierten Rätselindex’ kann man jeder Zeit in eine bereits absolvierte Knobelei zurückgehen und sich abermals daran versuchen. Je weiter die Geschichte um Professor Layton, Luke und die geheimnisvolle Schatulle voranschreitet, umso stärker tritt die immer komplexer, aber auch dichter werdende Backgroundstory in den Vordergrund, so dass einige Stunden vor der Auflösung des großen Geheimnisses riesige Neugierde und ein prickelndes Feeling wie in einem (wohl noch zu erfindenden) Interaktiv-Kino aufkommen. Der Langzeitspielspaß... ... von „Professor Layton und die Schatulle der Pandora“ ist durch den Umstand, dass das Spiel nach gut 30 wunderbar unterhaltsamen Stunden aufgelöst wird und damit durchgespielt ist, relativ begrenzt. Allerdings hat man nach dem ersten Durchspielen in der Regel noch nicht alle Rätsel gefunden und kann auf Wunsch noch einmal in das Spiel einsteigen, um nach den restlichen Knobeleien suchen. Außerdem bietet das Spiel versteckte Rätsel und Mini-Games in Form einer Tee-Stube und eines Hamster-Parcours, an denen man sich auch jenseits der Hauptstory erfreuen kann. Apropos Erfreuen: Wer sich den langen Abspann nach der Auflösung antut, wird nach einer Weile mit ein paar interessanten Standbildern belohnt, die den Fortgang der Story festhalten. FAZIT: Bei „Professor Layton und die Schatulle der Pandora“ handelt es sich um ein superunterhaltsames Spiel mit einer spannenden Story, jeder Menge anspruchsvollen Rätseln und zahlreichen Mini-Gimmicks. - - - (c) Eminencia / Divalein, 2010
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Weitere Testberichte über Professor Layton und die Schatulle der Pandora
Für Rätselfreunde, 21.10.2009
Alles in allem ist es ein gutes, liebevoll gemachtes, kurzweiliges Spiel. Netto war ich damit 12 Stunden 25 Minuten beschäftigt. Einen Suchtfaktor konnte ich hier jedoch nicht feststellen. Einmal spielen reicht völlig, so dass ich jedem empfehle es gebraucht zu kaufen.
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