Gregg Olsen: Cruel - Eiskaltes Grauen
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Gregg Olsen: Cruel - Eiskaltes Grauen

Testbericht Gregg Olsen: Cruel - Eiskaltes Grauen

 (Taschenbuch)
(2,0 von 5)
Platz 170 in der Kategorie "Bücher Krimis - A, B, C".
Bewertung: Kundenbewertung 2,00 / 5,00 (2,0 von 5)
Meinungen:
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Testbericht über Gregg Olsen: Cruel - Eiskaltes Grauen

Meine Mutter ist eine Massenmörderin!

erstellt am: 09.02.2010, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 2,00 / 5,00 2
Empfehlung:ja
Pro:Kill-Thrill-Spektakel mit allen bekannten & beliebten Genre-Elementen ...
Kontra:... sowie mit sämtlichen Klischees aber ohne neue Ideen.
Detaillierte Bewertung
Humor: Humor von Cruel - Eiskaltes Grauen: 1,0  kein Humor
Spannung: Spannung von Cruel - Eiskaltes Grauen: 3,0  mittelmäßig
Niveau: Niveau von Cruel - Eiskaltes Grauen: 3,0  mittelmäßig
Unterhaltungswert: Unterhaltungswert von Cruel - Eiskaltes Grauen: 3,0  mittelmäßig
Aufmachung: Aufmachung von Cruel - Eiskaltes Grauen: 2,0  mäßig
Zielgruppe: jedermann
Wie ergreifend ist die Story?: berührt kaum
Seitenzahl: 300-400
Stil: neutral
Kurzkritik für Ungeduldige

Die offensichtliche Rückkehr ihrer massenmörderischen Mutter zwingt die Tochter zur neuerlichen Konfrontation mit den Schrecken einer nie bewältigten Vergangenheit, die überaus präsent und lebensgefährlich geblieben ist … – Während dem ehemaligen „True-Crime“-Autoren Olsen die Inszenierung eines bizarren Kriminalfalls glaubwürdig gelingt, bleiben seine Figuren schematisch und blass, was insgesamt einen weiteren Killer-Thriller von der Stange ergibt.

Das geschieht:

Seit zwanzig Jahren versucht Hannah Griffin das grausame Ende ihrer Kindheit zu vergessen. Auf einer Farm im US-Staat Oregon wuchsen sie und ihre Zwillingsbrüder bei einer psychopathischen Mutter auf, die schließlich in einer kalten Winternacht ihren Kindern das Dach über dem Kopf anzündete. Während die Brüder sowie ihre Mutter im Feuer umkamen, konnte Hannah entkommen. Bei einer Besichtigung der Brandstätte stieß die Polizei auf ein Grab. Es blieb nicht das einzige, und immer lag die Leiche eines in Uniform gekleideten, älteren Mannes darin: Claire Logan hatte als Massenmörderin genaue Vorstellungen von ihrem Opfer.

Schon damals waren sowohl Hannah als auch Jeff Bauer, der als FBI-Beamter den Fall bearbeitete, davon überzeugt, dass die in der Ruine des Farmhauses gefundene Frauenleiche nicht die von Claire Logan war. Sie ist entkommen und verfolgt als vage Schreckgestalt ihre Tochter, die sich nie von den halb verdrängten Erinnerungen an Gräueltaten lösen konnte, deren Zeugin sie als Kind wurde.

Inzwischen ist Hannah verheiratet und selbst Mutter einer achtjährigen Tochter. Sie arbeitet als Ermittlerin für das Bezirksgericht des Santa Louisa County nahe Los Angeles in Kalifornien. Der zwanzigste Jahrestag des Brandes naht, als Hannah anonym ein Paket mit den angesengten Kinderschuhen ihrer Brüder zugeschickt wird. Töchterlein Amber berichtet von einer unbekannten Frau, die Grüße von der Großmutter ausgerichtet hat.

Ist Claire zurückgekehrt, will sie vollenden, was ihr einst nicht gelang? Zusammen mit Agent Bauer kehrt Hannah nach Oregon zurück. Die Odyssee führt zu einem drastisch veränderten Bild der damaligen Ereignisse, und das beschwört Gefahren herauf, mit denen weder Hannah noch Bauer rechnen konnten …

Viele Leichen, wenig Gewalt

Sogar der Unterhaltungs-Thriller der B-Kategorie hält sich mit Frauen in der Serienkiller-Rolle zurück; diese unschöne Variante des Kapitalverbrechens scheint auch im Zeitalter der Emanzipation buchstäblich in männlichen Händen zu liegen. Andererseits gibt es mordende Frauen. Gregg Olsen, Autor zahlreicher „True-Crime“-Bücher, hat sogar mit einigen gesprochen, denn die Dynamik zwischen Müttern und Töchtern, die entweder kriminell wurden oder das Opfer krimineller Aktivitäten wurden, sind so etwas wie seine Spezialität. (Mit der Figur der Autorin Marcella Hoffman hat Olsen – Kritikern lieber selbst den Wind aus den Segeln nehmend – seiner Zunft ein selbstironisches Denkmal gesetzt, das sämtliche Unarten des „True-Crime“-Genres verkörpert.)

Auch sonst versteht er sichtlich etwas von der Materie. Sein Hintergrundwissen ist breit gefächert und deckt nicht nur die polizeiliche Ermittlungsarbeit ab, sondern widmet sich ebenso intensiv dem menschlichen Drama, das ein Verbrechen des hier beschriebenen Kalibers auslöst, von dem nicht nur die Mordopfer, sondern auch deren Familien und Freunde sowie – das wird oft vergessen – die Angehörigen des Täters betroffen werden.

Die Gewaltorgien der Mörder-Lady breitet Olsen nicht so liebevoll vor seinen Lesern aus, wie es im Killer-Thriller 2.0 viel zu üblich geworden ist. Er ‚beschränkt‘ sich auf die Schilderung der Folgen, die sich aus den Untaten ergeben. Dieses Verb steht hier in Anführungsstrichen, weil sich Olsen zumindest in dieser Hinsicht keine Zügel anlegt. Die Exhumierung einer seit Jahren unter der Erde gelegenen Säuglingsleiche ist auch ohne Blut und Schreie reichlich starker Tobak (sowie für das eigentliche Geschehen völlig unerheblich).

Viel Dramatik, wenig Spannung

Was Olsen nicht gelingt, ist die Verknüpfung von Information und Handlung. Schon die Erzählstruktur wirkt unnötig sperrig: Die Geschichte startet, dann springt sie weit in die Vergangenheit zurück und unterbricht den ersten Spannungsbogen, der mühsam neu aufgerichtet werden muss, während wir uns dem Ausgangspunkt – der Gegenwart – allmählich wieder nähern. Auch sonst verwechselt Olsen beim Spannungsaufbau oft Cliffhanger und Abrisskante oder zerdehnt und verkompliziert Abläufe, die von den eigentlichen Ereignissen wegführen.

Das Schüren von Spannung wird durch Handlungsroutinen erschwert, die jeder halbwegs eifrige Genre-Leser im Geiste abhaken kann: Zwischen dem FBI, der örtlichen Polizei und der Justiz gibt es Kompetenzrangeleien, die Presse hechelt rücksichtsfrei allen Betroffenen hinterher, und natürlich haben die Hauptfiguren auch ein Privatleben, das ausführlich vor den Lesern ausgebreitet wird, ob diese das wünschen oder nicht.

Eher nicht, wenn sich der Autor mit der Reihung von Klischees begnügt. Vor allem Hannah ist eine Art Schwarzes Loch, das Pech und Kummer erbarmungslos in seinen Ereignishorizont reißt. Ihre Jugend als Tochter einer psychopathischen Mutter äußert sich in ständigen Albträumen und Visionen, die Fetzen der verkorksten und im Wachzustand verdrängten Vergangenheit hochkommen lassen – kein Konzept, das Überraschungen bietet.

Um die Schrecken von Gestern möglichst drastisch mit dem Heute kontrastieren zu lassen, stellt Olsen der trotz aller Schicksalsschläge beruflich idealistisch und privat herzensgut gebliebenen (und selbstverständlich bildhübschen) Hannah eine Bilderbuch-Familie mit frauenverstehendem Gatten und offensiv niedlichen Töchterchen zur Seite, das Olsen freilich – es spricht für ihn – nicht als Spannungsreserve für das Finale dient.

Wie im richtigen Leben

Ohnehin nimmt das Geschehen im letzten Drittel einen völlig unerwarteten Verlauf. Was zunächst positiv klingt, relativiert angesichts der Tatsache, dass Olsen diesen Umschwung quasi aus dem Nichts heraufbeschwört. Die bis zu diesem Zeitpunkt eingefädelten Rätsel werden zwar sämtlich aufgelöst, doch wenn dies geschieht, haben sie sich längst selbst erledigt. (Was wohl auch besser ist, da sich Logik und Originalität dabei nur am fernen Horizont zeigen.)

Der abrupte Bruch erfolgt zeitgleich mit einem gewaltigen geografischen Sprung: Plötzlich finden wir sämtliche Hauptfiguren auf der pazifischen Kodiak-Insel vor der Südküste von Alaska. Was sie dorthin verschlägt, ist ein recht dreister Winkelzug des Verfassers, denn wiederum hat der Leser keine Chance, diesen Wechsel nachzuvollziehen. Die Erkenntnis, dass sich die böse Claire in Polarnähe versteckt, reizt das Prinzip Zufall nicht nur, sondern beult seine Grenzen bedenklich aus.

Schade eigentlich, denn Olsen, der das „true crime“ wie gesagt kennt, konstruiert kein Bilderbuch-Happy-End mit dramatischem Todeskampf zwischen Tochter und Mutter, während die Familie hilflos, weil von Oma bzw. Schwiegermutter gefesselt, zuschauen und abwarten muss und der FBI-Held anderweitig beschäftigt ist. Nicht jeder Übeltäter wird erwischt. Diese Entscheidung gefällt und versöhnt – es sei denn, sie bereitet eine Fortsetzung vor …

Den dummen Schlusspunkt setzt abermals die deutsche Ausgabe, die dem Werk den denglischen Nullsinn-Titel „Cruel“ zwischen die Hörner nagelt.

Autor

Gregg Olsen wurde am 5. März 1959 in Seattle, US-Staat Washington, geboren. Bevor er 2007 mit „A Wicked Snow“ (dt. „Cruel - Eiskaltes Grauen“) sein Thriller-Debüt gab, hatte er sich bereits einen Namen als Autor von sieben "True-Crime"-Büchern gemacht, in denen sich genretypisch sachliche Aufklärung und behutsam die Fakten ‚bearbeitende‘ Dramatisierung mischten – eine Struktur, die auch Olsens Kriminalromanen zugrundeliegt.

Als ‚Fachmann‘ für Kapitalverbrechen ist Olsen ein gern und oft gesehener Gast in TV- und Radiosendungen. Darüber hinaus schreibt er Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. Während er über seine Aktivitäten als Autor sehr ausführlich und werbewirksam Auskunft gibt, gibt Olsen auf seiner Website (www.greggolsen.com) über sein Privatleben nur noch bekannt, dass er mit seiner Familie in Olalla (US-Staat Washington) lebt.

Impressum

Originaltitel: A Wicked Snow (New York : Pinnacle/Kensington Publishing Corporation 2007)
Übersetzung: Anja Schünemann
Deutsche Erstausgabe: November 2007 (Rowohlt Verlag/RoRoRo Nr. 24614)
316 S.
EUR 8,95
ISBN-13: 978-3-499-24614-2
www.rowohlt.de


(Copyright 09.02.2010, Dr. Michael Drewniok)

Dieser Text erscheint auch auf anderen Websites meiner Wahl; er wird durch meinen Namen identifiziert und bleibt dadurch – hoffentlich – auch für Faker Sheriffs als mein geistiges Eigentum erkennbar, mit dem ich AGB-konform umgehen darf wie es mir beliebt. M. D.
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Yopi Autor - Hindenbook
Der Runde der üblichen schreibenden Verdächtigen gesellt sich hier ein weiterer Wiederholungstäter hinzu. Ich fröne einem geradezu anachronistischen Zeitvertreib: dem LESEN - und das schon recht lange, so dass ich hier und da mit ...
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mima007
mima007, 10.02.2010

Viele Gruesse, mima007
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