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| erstellt am: |
21.02.2010, von Clarinetta2 |
| Produktbewertung: |
3
3 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | viele Informationen |
| Kontra: | keine weiterführenden Adressen |
Hallo zusammen,
da ich mich verstärkt mit der Ernährung beschäftige,
möchte ich Euch folgendes Buch vorstellen:
==Functional Food==
Annette Sabersky "99 verblüffende Tatsachen", Trias Verlag,
978-3-8304-3430-6, EUR 12,95; erschienen 2008, 98 Seiten
==Inhaltsangabe==
Seit Mitte der 90er Jahre hat mit Functional Food eine neue Generation
von Lebensmitteln Einzug in die Supermarktregale in Deutschland gehalten.
Functional Food eine Branche die eine starken Boom entwickelt hat. Das
haben die Marketingmacher der so genannten „Lebensmittel mit Zusatznutzen“
als Wellness-Welle entdeckt. Es gibt kaum eine Lebensmittelgruppe, die
davon ausgenommen ist, ob Trockensuppen mit Vitamin B6, Tiefkühl-Gemüse
mit ACE, Süßigkeiten mit Vitaminen und Calcium oder Brot mit probiotischen Joghurt.
Damals wie heute stellen wir uns die Frage, wie wir durch eine ausgewogene Ernährung
länger gesund bleiben können. Ein Baustein dafür sind möglichst nährstoffreiche und
gesunde Lebensmittel. Neben dem Bedürfnis nach Gesundheit zählen daneben auch
Genuss und Convenience. Functional schließen zunehmend die Lücke zwischen dem
begründeten Wunsch und der Wirklichkeit bei der gesunden Ernährung.
Bedenkenlos legen wir sie in unseren Einkaufskorb ohne weiter darüber nachzudenken.
Die Autorin zeigt uns in zahlreichen Beispielen, das es bisher wissenschaftlich kaum
nachgewiesen wurde, das es die versprochene Wirkung hat. Im Gegenteil bei einigen
Lebensmittel oder bei einem zu viel an Vitaminen können gesundheitliche Schäden
entstehen. Besonders Schwangere und Kinder ahnen manchmal nicht welch chemischen
Cocktail sie da verputzen.
Anhand der cholesterinsenkenden Margarine erklärt die Autorin, das zwar jemand der
erhöhte Cholesterinwerte sie verwenden kann, jedoch für Kinder tabu sind. Das Problem
sind die darin enthaltene Sterine, über die die Lebenmittelbehörde noch zu wenig weiß.
Bekannt ist nur, das es beim Verzehr der Senkerprodukte zu einer verminderten
Aufnahme an Beta-Carotin um bis zu 20 Prozent kommt. Und gerade Schwangere
brauchen ausreichende Versorgung, denn es ist wichtig für das Sehen, den Aufbau
von Zellen und Geweben und auch für die Ausreifung der Lunge des Babys.
Wer jetzt meint, er kauft eh diese Margarine nicht, wird mit den anderen Lebensmittel
nicht besser bedient.Vor allem probiotische Joghurts sind ein stetig wachsender
Markt. Alles begann 1995 mit Nestle, und der Einführung des LC-1 Joghurts.
Dabei sind sie keine Wundermittel. Ihr Nährstoffgehalt und ihre Zutaten ähneln
denen herkömmlicher Milchprodukte. Sauermilchprodukte- sei es mit oder ohne
Probiotika- leisten allesamt einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit. Und es schont
den Geldbeutel.
Sogar in Getränken wurden Vitaminanreicherungen festgestellt, ob sie Sinn machen oder
nicht. Selbst eine Salami hat heutzutage mehr Vitamin C als ein Apfel. Die Autorin
setzt mit ihre Liste mit vielen anderen Beispielen fort, und erklärt auch warum zu viele
Vitamine schädlich sind.
Leseprobe:
"Damit jedoch Vitamine als Medizin wirken können, müssen sie höher dosiert werden,
als in der Nutraceuticals vom Supermarkt üblich ist. Diese reichen allenfalls aus, um
einen Vitaminmangel auszugleichen, doch den gibt es in unserer Überflussgesellschaft
kaum noch: Dass jemand in unseren Breiten einen Vitamin-C-Mangel oder gar die
Seefahrerkrankheit Skorbut entwickelt, kommt praktisch nicht mehr vor. Beim
medizinischen Einsatz von Vitaminen geht es daher weniger um den Ausgleich eines
Mangels, als vielmehr darum, durch eine hohe, in der Natur nicht zu findende
Dosierung einen pharmazeutischen Effekt zu erzielen. "
Und damit kommen wir zum nächsten Dilemma, den Annette Sabersky in ihren
Beiträgen einfließen lässt.Die Werbeaussagen versprechen viel, von ihrer
angeblichen funktionellen oder gar gesundheitsfördernden Wirkung. Der Verbraucher
glaubt vielleicht, das es Regelungen gibt, doch dem ist nicht so. Bis heute
existieren keine speziellem Festlegungen zu funktionellen Lebensmitteln, daher
sind die an die Produkte zu stellenden Anforderungen ebenso wenig verbindlich
wie die Rahmenbedingungen für die gesundheitliche Werbung.
Die EU hat zwar sehr weitgehende Regelungen für so genannte Werbungen
(health claims") entworfen, die noch in Diskussion sind.In Zukunft könnten aber
nach der jetzigen Vorlage alle vagen, bedeutungslosen und damit wissenschaftlich
kaum zu untermauernden Angaben verboten sein, z.B
- "wohltuend und befreiend"
- " energiefördernd"
- "fördert den Stoffwechsel"
Doch damit wird ein weiteres Problem nicht gelöst. In ihren Beiträgen erläutert die
Autorin das der Übergang zwischen Pharmazeutika und Lebensmittel fließend sind.
Darum gibt es bisher keine einheitliche Regelung, weil traditionell die Überwachung
von verschiedenen Behörden geleistet wird. Im Grunde genommen bewegen sich die
Functional Food in einer ""Grauzone", obwohl einige Verbraucher zunehmend
skeptischer werden.
Zum Abschluss erfahren wir, das eine Klärung und Standardisierung des rechtlichen
Statutes dieser Gruppe, die sowohl aus Konsumenten- als auch aus Industriesicht
notwendig ist, da ein hoher Grad an Rechtssicherheit eine wesentliche Voraussetzung
für besseres Wirtschaften ist.Vor allem die Abgrenzung würde dem Verbraucher helfen,
besser einkaufen zu können.
Solange der Markt weiterentwickelt wird, und uns Ernährungsweisheiten, z.B vorgaukeln,
das unsere heutigen Lebensmittel weniger Biostoffe enthalten wie früher, oder das das
Treibhausgemüse weniger Vitamine enthalten, liegt die Verantwortung beim Verbraucher
selber. Er sollte kritischer werden, hinterfragen ob das Produkt das hält was es
verspricht und so herausfinden, was für ihn gut ist.
==Meine Meinung==
Ein gut aufgemachtes Buch.Ihre "99 verblüffenden Tatsachen " lesen sich sehr kurzweilig
und ermöglichen mir einen ersten Überblick, was Functional Food sind.
Annette Sabersky geht auch auf Problemgruppen wie Kinder. Da finde ich hat das
Buch allerdings eine Schwachstelle. Sie erklärt zwar dem Verbraucher, welche
Schäden Kinder von angereicherten Lebensmittel bekommen könnten,doch
fehlt mir irgendwie eine Adresse für weiterführende Informationen.Denn gerade für
Eltern ist der Markt so verwirrend, das ein paar Tipps nicht schlecht gewesen werden.
Von der Sprache ist es verständlich geschrieben, die Einteilung in verschiedene Kapitel,
erleichtern das Nachschlagen. Allerdings fand ich die ganzseitigen Bilder teilweise
überflüssig. Das peppt zwar das Buch auf, doch dafür wäre ein paar Internethinweise
nützlicher gewesen.
Manchmal ist es zwar ermüdend,das sie auf alles und jedes haut, das wiederum jedoch
öffnet einem gerade die Augen.Allerdings vermisse ich hier eine Anlaufstelle, wie derzeitige
Stand ist oder ob es Aktionsforen gibt.
Gerade weil es ein erster Einblick ist, wäre im Anhang eine Liste mit weiterführender Literatur
oder Webseiten hilfreich gewesen. Die fehlen leider ganz. Wer allerdings sich noch nie
Gedanken über Functional Food gemacht hat, findet mit diesem Buch einen guten Einstieg.
Ich empfehle es trotzdem, weil es gerade so gut wie alle Lebensmittel abdeckt.
==Zur Autorin==
Annette Sabersky hat als Ernährungswissenschaftlerin nicht nur beruflich mit dem Thema
Functional Food zu tun. Durch Freunde und Familie ist sie immer wieder mit der Frage
"Brauche ich das überhaupt?" konfrontiert. Sie arbeitet und lebt mit ihrer Familie in
Hamburg.
Danke fürs Lesen und Bewerten.
Eure Lesari
(auch für ciao-Finetta: typeer-Lesari)
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