Als einer der wenigen Hersteller bringt ASUS den neuen AMD 785G Chip mit der SB710 Southbridge auch für Sockel AM2(+). im kleinen ultra ATX Format. Ich habe mich für dieses Board entschieden, da ich noch DDR II ram hatte und bei den aktuellen Preisen keine Lust hatte extra DDR III ram zu kaufen. Das Mainboard wandert für rund 60 € über den Ladentisch, meins stammt für 62 € von Mindfactory. Also doch eins der günstigeren Boards im hart umkämpften Budget bereich.
SLI / CF kann man mit dem Mainboard nicht betreiben, aber das ist auch nicht die Zielgruppe. Da es sich wie gesagt um ein kleines Ultra ATX board handelt, sind auch dementsprechend weniger Steckplätze vorhanden, neben dem 16x PCIe für die Grafikkarte sind noch 2 PCI und 1 PCIe x1 für zB soundkarten vorhanden. USB 3.0 und SATA III werden von dem Board noch nicht unterstützt.
Die serielle und paralele Schnittstelle, die man zB für ältere Drucker oder Modems benötigt, ist nur intern vorhanden, d.h. man benötigt ein Anschlusskabel, der den Port nach aussen legt, um diese Ports zu nutzen. Diese Kabel werden nicht mitgeliefert und müssen im Bedarfsfall seperat zB direkt von ASUS erworben werden.
Lieferumfang:
ASUS typisch ist der Lieferumfang eher mager. Dennoch ist alles dabei was man braucht: Treiber CD Win XP/Vista 32&64bit, 1x PATA Kabel 1x SATA Kabel 1x Handbuch.
Das Handbuch ist in deutsch und englisch und erklärt alle Anschlüsse und Funktionen sowie den grösstenteil des BIOS.
Erster Eindruck & Layout :
Nach dem Auspacken war ich durchaus angetan vom Aussehen des Mainboards. Die dunkel gehaltene Platine und die Blau glänzenden Kühlkörper passen gut zusammen und sehen hochwertig aus. Positiv fallen die solid Kondensatoren auf, die ausschliesslich verbaut werden und somit eine lange Lebenszeit garantieren. Durchaus keine selbstverständlichkeit in der Preisklasse!
Schau man sich die Kondensatoren auf dem Board an, fällt auf, dass es ausschliesslich Feststoffkondensatoren sind. Man erkennt diese daran, dass sie kleiner, flacher sind und komplett silber. Feststoffkondesatoren sind teurer aber um ein vielfaches haltbarer als normale Elektrolytkondensatoren. Grade in dieser Preisklasse findet man relativ selten Board die so gut bestückt sind wie das ASUS Board. Zum Vergleich: Ein relativ aktuelles MSI P43 Board für Intel CPUs hat einen Mix aus 50/50 von beiden Kondesatoren, MSI verlangt dazu rund 95 € für dieses Board.
Die Anordnung der Anschlüsse ist insgesamt sehr gut. Rund um den CPU sockel hat man genug Platz, so dass auch grössere CPU Kühler problemlos verbaut werden können. Zwischen Ram Sockel und PCIe x16 Steckplatz ist ebenfalls genug Platz, man muss also die Grafikkarte nicht ausbauen, wenn man den Ram wechselt - dies ist oft eine schwäche vieler Mainboards. Der 24 pin ATX Stromanschluss ist ganz rechts und auf mittlerer Höhe angebracht, was gleich mehrere Vorteile bringt: Man kann die Kabel sehr gut versteckt verlegen, und dürfte auch keine Probleme mit der Länge kriegen, wenn man das Netzteil zB unten verbaut. Der IDE Anschluss ist direkt neben dem ATX Stromanschluss und damit sehr weit oben angebracht. Die Logik dahinter ist: Wenn man diesen Anschluss nutzt, dann höchstwahrscheinlich nur noch für DVD Laufwerke. So muss man das störende, breite und sperrige IDE Kabel nicht quer durchs Gehäuse legen - hier wurde mti gedacht, sehr gut. Die Northbridge liegt gut frei über dem PCIe x16 Slot, so dass man den Kühlkörper ohne Probleme gegen einen anderen tauschen kann, ohne auf die Tiefe zu achten, ebenfalls gut gelöst. Die SATA Ports liegen am äussersten unten rechten Rand, somit so nah wie möglich an den Festplatten. CPU Lüfter wird direkt über dem Sockel angeschlossen, so soll das sein. 2 weitere Lüfteranschlüsse für Gehäuse Lüfter finden sich rechts mittig hinter dem USB Port und links oben neben dem Floppy Anschluss. Der Anschluss am USB Port nutzt man für einen rückwärtig verbauten Lüfter, der links oben für einen Lüfter in der Front. Diesen Anschluss könnte man nach unten legen, aber das Mainboard ist in dem Bereich schon so überladen, dass wohl kein Platz mehr übrig war.
BIOS
Das Bios ist komplett, für übertakter ist alles an Board was man braucht, die CPU Voltage lässt sich hoch und runter schrauben, ebenso die Ram voltage. Bei den Ram Timings kann man ebenso alle Einstellungen manuell vornehmen, so dass man aus eventuell vorhandenem Overclocker Ram alles rausholen kann. An den Ram Einstellungen hab ich mich selbst schon ausgiebig ausgelassen, Spannung erhöhren, Timings einstellen funktionierte einwandfrei und die Einstellungen wurden korrekt übernommen.
Für Leute mit dual und tripple core Phenom II CPUs wird es jetzt interessant: Ja, dies ist einer der Boards, wo man alle nötigen Einstellungen vornehmen kann, um die von AMD abgeschalteten Cores anzusprechen, und die CPU zu einem Quadcore freizuschalten. Weiterhin kann man den Multiplikator der CPU runter oder, wenn man eine Black Edition besitzt, auch hochstellen. Auch das funktionierte einwandfrei mit meinem x2 550 Black Edition. Das neueste BIOS beendet übrigens nicht die möglichkeit des freischaltens, einige Hersteller haben ja BIOS Updates rausgebracht, um das freischalten der extra Cores zu verhindern, dies ist offensichtlich von AMD nicht gerne gesehen.
Lüftersteuerung im BIOS ist standardmässig deaktiviert, so dass der CPU Kühler mit voller Drehzahl angesteuert wird. Wem also der CPU Lüfter zu laut ist, der muss im BIOS vorbeischauen und die Steuerung aktivieren. Gleiches gilt für die Stromsparmechanismen, die bei AMD "cool ´n Quiet" heissen. Ich finde es ist doch eher verwunderlich, dass diese beiden Sachen deaktiviert sind, grade die Stromsparmechanismen sollten aktiviert sein, da sie dem User Geld sparen und nicht jeder sich ins BIOS traut.
Mit den default BIOS Einstellung bootet das Board etwas träge, das liegt vorallem an ASUS Express Gate: Express Gate ist ein auf dem BIOS chip installiertes Linux, das man direkt nach dem Anschalten (also ohne die Festplatte anzusprechen) starten kann. Das Linux ist sehr abgespeckt, man kommt aber ins Internet, hat Skype und einen Instant Messanger zur verfügung, mit dem man zu ICQ,MSN und weiteren gängingen Chatsystemen verbinden kann. Updaten oder verändern kann man die installierte Software nicht, für mich ist Express Gate unnötiger Balast. Stellt man im BIOS Express Gate ab, und das BIOS boot logo ebenfalls, erhält man ein schnell bootendes System. Mein Windows XP rebootet von Desktop zu Desktop in unter 30 sekunden.
Ram
Bei den meisten Mainboardherstellern wird der neue AMD 785G chipsatz mit dem modernen DDR III gepaart, auf diesem ASUS Board kann man noch DDR II einsetzen, aber ausschliesslich. Für das Mainboard grundsätzlich kein Unterschied, den der Ram wird inzwischen direkt von der CPU verwaltet, und nicht mehr wie früher üblich über das Mainboard (genauer : durch die Northbridge)
Das Mainboard zeigt sich zickig mit Modulen von Mushkin (2x2GB, 800 MHz CL 5) und verweigerte den Boot. Noch schlimmer, bei wechsel zu anderem Ram und erneutem boot musst ich feststellen, dass das BIOS hinnüber war, und somit ein hochfahren des System unmöglich. Zum Glück denkt ASUS hier mit und hat ein Crash free Bios - einfach die mitgelieferte Treiber CD einwerfen, PC starten, und das BIOS wird automatisch wiederhergestellt. Grosses Lob, der Hersteller hat mitgedacht! Das ram Problem mit dem BIOS kill ist übrigens reproduzierbar. Verschiedene G-Skill und Kingston Module wurden anstandlos erkannt und laufen auch mit 1066 MHz stabil.
CPU
Das ASUS M4A785 entpupt sich als allesschlucker: Es gibt aktuell (Jan 2010) nur eine CPU von AMD für Sockel AM2/AM2+/AM3, die nicht auf dem Mainboard läuft, und das ist der AMD Phenom II x4 965 in der Version mit 140w TDP, da die Spannungswandler nicht für den hohen Strombedarf ausgelegt sind. Der neue x4 965 mit 125W TDP läuft - im zweifelsfall also genau hinschauen welche CPU man einsetzt! Sonst läuft jede CPU ab dem Sempron 2300+.
Im Betrieb: Installation, Lautstärke, Abwärme & Stabilität
Die Installation von Win XP verlief problemlos, es wird kein extra SATA treiber oder sonst ein Treiber benötigt, wie das manchmal der Fall ist.
Da alle Bauteile passiv gekühlt werden macht das Board keinen muks. Ultra ATX, Passive Kühlung, eventuell ein gutes Board für einen Wohnzimmer PC? Jein. ASUS verbaut einen VIA Soundchip, der seine Macken hat. Die software konfiguriert die Anschlüsse nach installation so, dass entweder am front ODER am backpanel ein Soundsignal ausgegeben werden kann. Schliesst man zB vorne Kopfhörer an und hinten eine 5.1 Anlage bleibt eins von beiden stumm. Nervig. Es war aber nach kurzer Zeit ein Treiberupdate verfügbar, mit dem kann das zum Glück umgestellt werden, und man erhält an beiden Anschlüssen gleichzeitig ein Signal.
Der AMD 785 G Chipsatz bleibt auch nach stunden kühl, 42° sagt grade eben der Sensor. Ein sehr guter Wert, wenn man überlegt, dass keine aktive Kühlung vorhanden ist.
Benutzt man eine extra Grafikkarte (wie ich in Form der Ati 4770), muss man im BIOS nichts umstellen, die Onboard Grafik wird automatisch abgeschaltet und die 4770 in Betrieb genommen, so dass man ohne Probleme ein Signal an der Grafikkarte erhält - so soll das sein.
Ich habe das Mainboard jetzt seit ca 4 Monaten im Einsatz, Stresstest inkl. 24/7 Vollast liefen sauber und ohne Abstürze oder ähnliches.
Ich könnte jetzt noch Ergebnisse von Benchmarks anheften, USB Übertragungsgeschwindigkeit, Festplatten zugriffsgeschwindigkeit und Transferrate... aber ich denke das führt zu weit, auch deshalb, weil ich ein aktuelles Intel Vergleichssystem paralell betreibe, und man bei Dateitransfers, egal ob Festplatte, USB Stick oder USB Platte, keinen Unterschied merkt. Sprich: das ASUS Board liefert an den USB, SATA und PATA ports sehr gute Performance, einbrüche beim Dateitransfer gibt es nicht.
Fazit :
Für den Preis bietet das ASUS wirklich viel. Klar, der Lieferumfang ist nicht grade üppig, aber irgendwo muss gespart werden. Dafür stimmt die Qualität, was mit persönlich wichtiger ist. Einziger Nachteil ist der Soundchip, der ist bei vergleichbaren Boards von MSI oder Gigabyte besser, dafür sind deren Mainboards auch teurer und verfügen oftmals über schlechtere Kondensatoren.
Ein weiterer Pluspunkt ist das einfache Wiederherstellen des BIOS, wem vielleicht schonmal das BIOS gestorben ist, der weiss wie nervig es ist, entweder einen neuen BIOS chip zu kaufen oder gar das Board einschicken zu müssen - das spart man sich mit dem ASUS Board!
Wer das Mainboard in einem Video PC o.ä. verbauen will, sollte mit einer extra Soundkarte planen.
Ich war vor dem Kauf unentschlossen, eigentlich wollte ich ein Foxconn oder MSI Board, bis aber im Nachhinein zufrieden mit dem ASUS - Kaufempfehlung!
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