Verblendung (2009) (DVD) Testbericht

Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
„....und das Vieh auch“.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
==Verblendung==
gab keine rund 15 EUR für einen Film aus, der mir nichtmal ansatzweise etwas sagte. Interessant klang es zwar schon, hier eine Mixtur seitens Dänemark, Deutschland und Schweden präsentiert zu bekommen, erst recht klang der Originaltitel „Män som hatar kvinnor“ irgendwo putzig, wenngleich ich, dank der recht eindrucksvollen Einblendung des Wortes „Millenium“ annahm, man hätte mir den falschen Film leihmäßig überlassen... scheinbar soll es jedoch irgendwo da draußen eine Idee geben, den Film als quasi-Triologie zu vermarkten.
Wie dem aber auch sei; von der _story wusste ich bislang lediglich so viel, dass es hier um den grauseligen Mord an jungen Mädchen gehen sollte, während eine weitere – noch als verschwunden gilt.
==Die Umsetzung==
erstreckt sich auf beinahe 150 Minuten und weist somit fast schon konsequenterweise vereinzelt ein paar Längen auf. Erst langsam wird klar, warum der Journalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) mit der Recherche bzgl. des Verschwindens von Harriet Vanger (Ewa Fröling) seitens deren Vater beauftragt wurde. Welches immerhin schon gute 20 Jahre her ist; doch nach wie vor scheint die gute alte Post nicht nur zu verwirren, sondern obendrein jenen alten Herrn zum heulen zu bringen.
Jahr um Jahr erhält er getrocknete Blumen und geht somit davon aus, dass diese von dem Mörder stammen, eben weil Harriet ihm seinerzeit stetig solcherlei Wandgedöns zum Geburtstag schenkte. Eine Logik, der ich von Anfang an nicht folgen konnte. Nicht, was das Geburtstagsgeschenk angeht, Sammler machen es den Gabenbringern doch eher leicht ~ sondern vielmehr machte mich das ganze dann doch etwas stutzig, was die Intention des Mörders hätte betreffen sollen.
Wie dem aber auch sei; in „Verblendung“ laufen mal wieder eigentlich zwei Geschichten zusammen, die dann nach einer Weile zu einer großen verschmelzen. Es geht nämlich nicht nur um den Journalisten Mikael, der wegen einer Story gelinkt wurde und demnach alsbald in den Knast wandern soll, sondern darüber hinaus um die 24jährige gothic-Anhängerin Lisbeth (Noomi Rapace), die quasi als bezahlte Hackerin ihren Unterhalt verdient. Und sich ab sofortig mit ihrem neuen Vormund auseinandersetzen muss; sprich: wenn sie ihm „gefällig“ ist, bekommt sie ein etwas höheres „Taschengeld“ zugeteilt. Tut sie es nicht, will jener Vormund darüber hinaus einen Bericht schreiben, der dafür Sorge trägt, sie zurück in die Psychiatrie zu bringen.
Ah-ja. Dass Lisbeth tatsächlich nach dem ersten „Dienst“ erneut auf der Matte steht ~ darüber hinaus in der Privatwohnung ~ brachte mich persönlich arg in Fassungslosigkeit. Ich will nicht soweit gehen zu behaupten, dass es fast schon logisch war, dass der Herr Verwalter sodann erst Recht die Hosen runterlässt (in jedem möglichen Sinne), sondern Lisbeth während der durchzustehenden Vergewaltigung zudem so laut schreien kann, wie sie will. Die Regel „wenn du schon zu jemanden nach Hause gehst, der nur das eine von dir will, dann lass dich um nichts in der Welt ans Bett ketten“ wird sie fürs Leben gelernt haben.
Ohnehin wirkt dieses und das damit verbundene nachfolgende Szenario eher so, als wollte hier auf Teufel komm raus Spannung und ein gewisses Tempo in die Umsetzung gebracht werden. Was auch bedingt gelingt, zumal die Sache dann nicht ganz so eintönig (oder gar einödig) vonstatten geht, nur: warum um alles in der Welt gibt es so viele Filmbilder, in denen die jeweiligen Protagonisten nichts anderes tun, als sprach- und reglos in die Kamera zu starren? Mag sein, dass nur mich sowas aggressiv stimmt; was nicht bedeutet, dass es somit weniger nervig war.
Zweifelsohne überzeugt die Darstellerin der Lisbeth; ihr nimmt man jede Regung ab und findet sie trotz ihrer „Eiskalt“-Masche ansprechende und gar nicht mal so tief im verborgenen sogar warmherzig; während Mikael nicht nur so heißt wie mein IKEA-Schreibtisch, sondern auch genauso hölzern daherkommt.
Dazu passt dann irgendwo auch, dass es hier ~ mal wieder ~ irgendwo um die Nazi-Anhänger geht, was fast schon übertriebenerweise stellenweise sogar anhand gewisser Frisuren erkennbar ist. Kombiniert mit einer etwas geheimnisvolleren Anlehnung an vereinzelte Bibelstellen bekommt die Story zwar einen Hauch von teil-Mythologie mitten in den Fanatismus, passt aber irgendwie weniger zusammen als es von der Ursprungsidee her wohl so gedacht war.
Kenner des Filmes „8mm“ werden zudem anfänglich um ein leichtes Grinsen nicht herumkommen, es wirkt einfach zu ähnlich, was in „Verblendung“ abläuft. Nur ist es hier eben nicht die alte Omi, die wissen will, was mit den Mädchen auf den 8mm-Filmen geschehen ist, sondern eben der gute alte Paps selbst, der 8mm-Filme rauskramt, um was-auch-immer damit zu zeigen. Selbst die „ich stelle Ihnen so viele Gelder zur Verfügung, wie Sie benötigen, alle anderen haben nichts finden können“ Plauderei ist arg ähnlich.
Naja, sei's drum.
Unfreiwillig komisch wirkt zweifelsohne die Szenerie, in der Mikael seine quasi-Kollegin Lisbeth fragt, ob sie ein fotografisches Gedächtnis habe. Und diese daraufhin türeknallend abrauscht. Ob er ihr zu nahe getreten sei, beantwortet sie nicht mal, dabei wäre Mikael doch so froh, wenn er über solch eine Leistung verfügen würde.
Ähm.. warum die gute „Elsbeth“ beleidigt war, hab ich auch nicht kapiert.. .was ist los mit den Frauen? In was für einer Welt leben wir eigentlich? ~ Vermutlich in einer, in jener jene Lisbeth sodann ihren Kollegen bespringt...irgendwie zumindest.
~ Zweifelsfrei ist mir bewusst, dass „Verblendung§ nicht einfach nur eine weitere (nazilastige) Geschichte rund um ermordete Mädchen darbieten wollte, sondern darüber hinaus vor allem tiefer schürft, was zwischenmenschliches angeht. Lisbeth hat genauso ihre Geschichte voller Abgründe wie die halbe Familie Vanger ebenfalls, so koscher, wie der Journalist Mikael tut, wird er ebensowenig sein... „Verblendung“ wirft somit einen kleinen Blick auf das, was menschenmöglich Menschen möglich ist ~ nicht immer ausschließlich hinter verschlossenen Türen zudem.
Einige Szenen gehen durchaus nahe, unter die Haut, sind spannend und vereinzelt nichts für schwächste Gemüter ~ FSK16 empfinde ich als angebracht und nachvollziehbar erteilt. Man _sieht nicht wirklich etwas, während der ersten Vergewaltigung konzentriert die Kamera sich auf die Gesichtszüge Lisbeth's, gleichermaßen verhält es sich bei den wenigen blutigen Szenen; was darüber hinaus dafür Sorge trägt, dass „Verblendung“ nicht in eine „billige“ Schublade rutscht.
Stattdessen kann man vielmehr ein wenig schmunzeln, wenn es in etwa heißt
„Wenn es eine Frau mit den Initialen B. J. gibt, die zwischen 1940 und 1960 gestorben ist, müssen wir sie finden“.
Na dann ~ frohes Schaffen! Dass es sodann nichtmal eine einzige Person gibt, die in dieses grobe Raster fällt, halte ich nicht unbedingt für glaubwürdig... aber dafür kann ich mich ja im weiteren Verlauf über die Logik des „Hau ab, verschwinde von hier“ erfreuen, die nur dessen dienlich ist, dass frau sodann die Verfolgung aufnehmen kann.
Jaja... die Frauen halt wieder.
==Summa summarum==
fällt es immerhin fast gar nicht auf, dass der Film über 2 Stunden läuft. Vereinzelt zieht sich „Verblendung“ zwar dann doch, aber nicht so vehement, dass man am liebsten das ganze in ein Hörbuch verwandeln würde, um wenigstens schon mal die Augen zumachen zu können.
Ein wenig verwundert war ich allerdings, dass es nach der Aufklärung noch ne ganze Weile weiterging... scheinbar nur, um dem Zuschauer noch ein paar mini-Eklärungen wie vermeintliche Ansatz-happy-ends mit auf dem Weg zu geben. Wenn auch nicht unbedingt auf den Weg zum Kaufhaus, um sich die DVD höchstpersönlich anzueignen.
„Verblendung“ gehört definitiv zu den Werken, die man einmal gesehen hat und gut ist. Warum man sich das Gesamtwerk nochmal anschauen sollte, ist für mich nichtmal vorstellbar. Der Witz ist, wenn man das Ganze einmal gesehen hat, nicht nur raus, sondern verpufft ebenso wie die Spannung, die sich ohnehin eher schwer tat. Kaum eine Szene sorgte dafür, dass ich regelrecht gebannt-gespannt auf das TV-Gerät starrte ~ insgesamt betrachtet stellt der Film somit ein einer ruhigeres Filmchen dar, welcher jedoch genauso nach Schweden passt und sich von vergleichbaren Umsetzungen seitens anderer Länder abhebt.
_Die DVD selbst reißt den Karren für Extra-Fans auch nicht aus den Dreck; der trailer ist zwar immer wieder mal interessant, das Interview wie so oft eher unspektakulär und darüber hinaus untertitelt. Sonst gibbet nix... kein „making of“ kein „alternative“, kein sonstwas.
Somit sollte es erst recht den meisten ausreichend sein, wenn sie den Film irgendwann mal im ÖTV sehen können ~ sofern er nicht unbedingt auf Pro7 gezeigt wird und somit eine zuge-werbte insgesamt-Laufzeit von ca. 200 Minuten erhalten würde.
Ergo des Ergos:
Trotz meiner unterstellenden Bedenken, die sich in meinem Kopf summierten, als die ersten Zeichen auf „SS“ standen, stellt „Verblendung“ „`kein Nazi-Schnarch-Gedöns dar, sondern eine Art (hauptsächlich) ruhiger Krimi, der ganz nebenbei zu sagen scheint: „Arschlöcher gibt’s überall“, vor allem aber in Lisbeth's Umgebung.
Kann man gucken, muss man aber nicht ~ als „pro Kauf“ Empfehlung würde ich eher dahingehend tendieren, abzuwarten, bis das Filmchen in der „bis 7,95 EUR“ Abteilung auftaucht.
39 Bewertungen, 13 Kommentare
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05.03.2010, 14:07 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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04.03.2010, 09:13 Uhr von Powerdiddl
Bewertung: sehr hilfreichEinen Nachtfrostgruß von der Elbe, lg Heidi
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03.03.2010, 22:08 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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03.03.2010, 20:44 Uhr von cleo1
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. Freue mich über Gegenlesung. LG cleo1
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03.03.2010, 20:14 Uhr von Piefke82
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruß, Piefke
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03.03.2010, 20:00 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüße Sarah
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03.03.2010, 17:37 Uhr von Janne0033
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht LG Janne0033
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03.03.2010, 16:44 Uhr von KatzeLucy
Bewertung: sehr hilfreichhat mir mehr oder weniger gefallen
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03.03.2010, 16:32 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. LG
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03.03.2010, 15:51 Uhr von wusi
Bewertung: sehr hilfreichsh und sonnige Grüße von der wusi
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03.03.2010, 15:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr schön geschrieben :-)) Lg Erik
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03.03.2010, 15:38 Uhr von Jack100
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht. Viele Grüße
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03.03.2010, 15:21 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße wünscht Sigi
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