Blutspur (Taschenbuch) / Kim Harrison Testbericht
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Erfahrungsbericht von BulmaZ
Blutleer.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Blutspur – Kim Harrison
)) Bezugsquelle & Preis ((
Gekauft habe ich den Roman bei www.buecher.de.
Dort kostet die etwas überdimensionierte Taschenbuchausgabe 13,00 €.
)) Eckdaten ((
Titel: Blutspur
Originaltitel: Dead Witch Walking
Autorin: Kim Harrison
Übersetzung: Alan Tapper, Isabel Parzich
Erscheinungsjahr: 2007
Verlag: Heyne
Genre: Urban – Fantasy
Seitenanzahl: 575 Seiten
)) Die Autorin ((
Kim Harrison ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, bekannt für ihre Rachel Morgan-Serie. Kim wuchs als einziges Mädchen in einer Familie nur mit Jungs im "oberen Mittleren Westen" von Amerika auf und spielt am liebsten Keyboard. Sie ist Mitglied der Romance Writers of America. Nach ihrem Abschluss als Bachelor of Science zog sie nach South Carolina, wo sie bis heute lebt.
Quelle: www.wikipedia.de
)) Die Reihe ((
1. Blutspur
2. Blutspiel
3. Blutjagd
4. Blutpakt
5. Blutlied
6. Blutnacht [erscheint November 2009]
)) Blutpakt ((
Die Hexe Rachel Morgan hat die Schnauze voll davon, von ihrem Arbeitgeber, der I.S., nur noch die durchschnittlichen Aufträge zu bekommen. Seit sie einen nicht ganz unbedeutenden Fehler gemacht hat, sähe ihr Chef Denon wohl lieber Rachels Weggang. Nachdem Rachel einen Leprechaun festnehmen soll, entschließt sie sich, diesen freizulassen und Gebrauch von den Möglichkeiten zu machen, die Leprechauns bieten: Sie fordert drei Wünsche ein. Denn sie will endlich weg vom I.S. Ihre Partnerin, die Vampirin Ivy, will ebenfalls weg und kündigt mit Rachel zusammen. Pech für Rachel, dass Denon Ivy nicht gehen lassen möchte und ihr die Schuld am Weggang der talentierten Vampirin gibt. Fortan ist ein Kopfgeld auf Rachel ausgesetzt.
Rachel beschließt, sich freizukaufen, indem sie versucht zu beweisen, dass der angesehene Politiker Trent Kalamack mit Brimstone dealt. Sie beginnt, Trent zu beschatten, nicht wissend, was er eigentlich ist und in welche Gefahr sie sich bringt.
)) Einrücke ((
Die Bezeichnung Urban – Fantasy, worin Kim Harrisons Roman kategorisiert wird, macht klar, dass „Blutspur“ in unserer Welt spielt. Nur, dass diese sich nach einem gescheiterten Genexperiment an Tomaten inzwischen gewandelt hat. Denn die Menschen existieren nur noch zu einem Drittel. Die beiden anderen Drittel sind so genannte Inderlander – Vampire, Feen, Pixies, Tiermenschen, Hexen und eigentlich alles, was man aus Märchen so kennt. Klingt als Rahmenbedingung zunächst gar nicht so übel. Würde, ja würde doch nur die eigentliche Handlung mehr hergeben als sie es tut.
Der Roman beginnt schon recht schleppend, worüber man aber angesichts des Umfangs der Rachel – Morgan – Reihe durchaus hinwegsehen kann. Immerhin ist es bei einer sechsteiligen Serie durchaus vonnöten, die Rahmenbedingungen an den Leser zu bringen, die Figuren einzuführen und eine Auftakthandlung zu spinnen. Nun, Letzteres wird die gesamten knapp 600 Seiten nie erreicht. Die Episoden, in denen der Leser beobachtet, wie und wer Rachel nach dem Leben trachtet, sind recht amüsant. Dennoch tragen sie nicht viel zur Handlung bei. Auch kann man sie vermutlich aufgrund des gewollten Humors darin nicht wirklich ernst nehmen, weswegen man eigentlich nie eine Bedrohung für Rachel sieht. Vielleicht nicht der beste Ausgangspunkt für eine fesselnde Handlung.
Zudem beginnt der Roman auch noch auf leicht verwirrende Weise. Denn der Leser wird quasi ins kalte Wasser geworfen und muss sich auf den ersten 100 Seiten mit Umständen herumschlagen, die nicht selbstverständlich sind. Soll heißen, dass fast jeder irgendein Fantasywesen ist, mit Amuletten herumläuft, Menschen mehr oder weniger nicht mehr existent sind und dergleichen wird als gegebener Fakt behandelt. Zwar gibt es zwischendurch dann doch mal so etwas wie Erläuterungen und Erklärungen, aber die kommen meiner Ansicht nach zu spät. Wer nicht viel liest und dementsprechend vielleicht kein so großes Durchhaltevermögen hat, hat „Blutspur“ jetzt schon in die Ecke gepfeffert.
Der etwas versiertere Leser arrangiert sich irgendwann mit den Umständen und kann quasi nahtlos zu dem übergehen, was hier die Handlung sein soll.
Womit ich auch schon bei dem Hauptpunkt bin, der mich den Roman bewerten lässt, wie ich es tue. Denn es gibt schlichtweg keine richtige Handlung, zumindest keine im klassischen Sinn. Der Plot plätschert vollkommen belanglos vor sich hin. Immer wieder versucht Rachel in Trent Kalamacks Anwesen einzubrechen, bei der I.S., in eine Bibliothek, um so an Informationen zu gelangen. So richtig weiter bringt sie das alles nicht. Im Gegenteil – sie landet ständig mit neuen Blessuren wieder in ihrem Zuhause, einer verlassenen Kirche, die sie sich mit Ivy und einer Familie Pixies teilt. Normalerweise sollte eine Handlung ja auf irgendeine Art und Weise vorangetrieben werden; dem Leser sollen sich Wendungen erschließen, was wiederum Spannung erzeugt. Nun, dieses Muster wird hier nicht erfüllt. Es tröpfelt nur so vor sich hin, was dazu führt, dass man durchaus bereut, einen so dicken Schinken angefangen zu haben, durch den man sich nun bei aller Disziplin durchquälen muss.
Dabei bietet Kim Harrisons Roman durchaus frisches Potenzial im Genreeinheitsbrei. Die Idee der fast – Apokalypse ist zwar nicht neu, hier allerdings völlig unkonventionell umgesetzt. Kim Harrison hat bei der Gestaltung ihrer fiktiven Welt vollkommen auf irgendwelchen Pathos verzichtet. Dies wird allein an der Wahl des Auslösers deutlich: eine genmanipulierte Tomate. Auch die weiteren Umstände wurden offenbar nicht ohne das ein oder andere Augenzwinkern kreiert: Eine Haftpflichtversicherung für Hexen und ihre Zauber bzw. Amulette, Vampire, die in tot und lebendig kategorisiert werden sowie die Auslöser, die einen Vampir überhaupt dazu bringen, Blutdurst zu entwickeln. All dies beweist durchaus einen ansprechenden Sinn für Humor. Die Rahmenbedingen stimmen also durchaus für eine so umfangreiche Fantasyserie. Nur die Umsetzung ist leider gründlich in die Hose gegangen. Aber immerhin kann man der Autorin zugute halten, dass sie die Finger von unnötiger und sinnfreier Erotik gelassen hat. Fast könnte man die Episoden, bei denen man genau das vermutet, als Parodie bezeichnen auf all die heißen und erotischen Sexszenen, mit denen ja bei fast jedem Buch des Genres geworben wird. [Vor allem, wenn Vampire eine Rolle spielen.]
Der Stil Harrisons ist innerhalb des Genres als ziemlich durchschnittlich zu bezeichnen. Er weist keinerlei Besonderheiten auf, sondern ist simpel und leicht gestrickt. Ansprechend ist dabei aber dennoch die Tatsache, dass „Blutspur“ vollständig aus Sicht von Rachel Morgan geschrieben ist. Dies gibt dem Leser die Möglichkeit, sich näher am Geschehen dran zu fühlen und näher an den Figuren. Dabei ist Kim Harrison aber nicht der Versuchung erlegen, ihre Hauptfigur seitenlang über irgendwelche Nichtigkeiten sinnieren zu lassen. Ihre Gedankengänge sind ab und zu zwar recht amüsant, aber man muss als Leser nicht zusätzlich zur nicht vorhandenen Handlung auch noch seitenlangen Monologen lauschen.
Einzig genervt hat mich am Stil, die Tatsache, dass statt Vampir fast ständig die offenbar deutlich hippere Variante Vamp benutzt wurde. Dies mag aber durchaus auch an der Übersetzung liegen, weswegen ich der Autorin eher keinen Vorwurf machen würde.
Obwohl der Autorin keine wirkliche Handlung gelungen ist, hat sie es dennoch geschafft, ihre Figuren allesamt plastisch und vorstellbar zu gestalten, stereotyp zwar, aber nicht eindimensional.
Rachel Morgan ist die Hauptfigur in „Blutspur“. Sie ist eine eher durchschnittliche Erdhexe und lebt nach ihrer Kündigung beim I.S. in einer alten Kirche, was ihr zunächst wenig behagt. Rachel hat gewisse Abneigungen der schwarzen Magie gegenüber und auch ihre Mitbewohnerin, die abstinente Vampirin Ivy, ist ihr nicht so ganz geheuer. Die Hexe ist eigentlich ganz sympathisch, wenn auch innerhalb des Genres als Protagonistin eher durchschnittlich bis ausgelutscht. Hier passt sie allerdings recht gut, da das Niveau des gesamten Romans eher im unteren Bereich anzusiedeln ist.
Wer eine echte Nervrolle inne hat in Kim Harrisons Serienauftakt, ist meiner Ansicht nach Ivy. Die Vampirin stammt aus einer edlen Linie, ist aber seit drei Jahren abstinent und beschränkt ihren Getränkekonsum auf Orangensaft. Ivy wirkt stets und ständig muffelig, was sie Rachel zu spüren gibt. Dass sie ein Geheimnis umgibt, wird immer mal wieder erwähnt. Worum es sich dabei handelt, erfährt man zunächst nicht und irgendwie interessiert es einen auch gar nicht. Ivy erfüllt das typische Vampirklischee: ständig schwarze Klamotten, fast weiße Haut, superhübsch und lange schwarze Haare. Zumindest hier hätte die Autorin ihre unkonventionelle Linie doch durchziehen können und aus Ivy eine blonde, pickelige Blutsaugerin machen können. Wo zur Hölle steht geschrieben, dass Vampire immer hübsch und schwarzgewandet sein müssen?
Am coolsten fand ich persönlich aber die Pixiefamilie, die in dem Garten der Kirche von Ivy und Rachel lebt. Allen voran konnte mich Jenks überzeugen. Pixies sind –laut Lexikon- Fabelwesen aus englischen Märchen. Laut Erscheinungsbild handelt es sich dabei also um Feen, die aber wohl ein bisschen mehr drauf haben als die lahme Tinkerbell. Jenks kann kämpfen wie ein Löwe, ist sich seiner Ausstrahlung bewusst und hat irgendwie immer einen dummen Spruch auf den Lippen. Außerdem hat Honig auf ihn die gleiche Wirkung auf ihn wie auf den Menschen der liebe Alkohol. Die Ergebnisse von hohem Honigkonsum sind also sehr amüsant.
Alles in allem hat mich „Blutspur“ schwer enttäuscht. Eigentlich wusste ich ja, dass allgemeiner Lobhudelei in Form von beweihräuchernden Rezensionen nicht zu trauen ist, weswegen ich mir auch aus den vielen fünf – Sterne – Bewertungen bei amazon nicht viel machte. Aber ein gewisses Maß an Erwartung wird unwillkürlich dennoch geweckt. Dabei handelt es sich bei „Blutspur“ leider eben doch nur um einen durchschnittlichen Vertreter seines Genres, der leider keine Besonderheiten aufweisen kann. Die paar frischen Ideen, die Harrison hat, werden im Keim durch althergebrachte Klischees postwendend wieder erstickt. Hinzu kommt, dass es hier einfach keine richtige Handlung gibt. Die, die es gibt, ist einfach nur dünn und dient wohl nur als Alibi, um einen Serienauftakt zu gestalten. Möglicherweise sind die Folgeromane ja deutlich besser – wer weiß? Ich jedenfalls werde es sicher nie herausfinden und vergebe an dieser Stelle einen Stern und keine Empfehlung.
49 Bewertungen, 11 Kommentare
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13.05.2010, 13:17 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut geschrieben
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11.05.2010, 02:39 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett
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10.05.2010, 16:07 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich, liebe Grüsse
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10.05.2010, 12:09 Uhr von cleo1
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Start in die Woche und lieben Dank für das Lesen meiner Berichte. LG cleo1
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09.05.2010, 16:15 Uhr von laeuft
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht, LG Franz
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09.05.2010, 14:49 Uhr von Manuela2205
Bewertung: besonders wertvollMir hat das Buch gut gefallen, aber die Geschmäcker sind ja verschieden
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09.05.2010, 12:56 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht. LG
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09.05.2010, 12:35 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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09.05.2010, 12:33 Uhr von Anton
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner Bericht dafür ein SH mfg Anton der Gegenleser freut sich über Gegenlesungen
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09.05.2010, 12:05 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG, kids123
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09.05.2010, 12:04 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche dir einen schönen Sonntag
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