Ludwig Bertram Tablettenmörser Testbericht

Ludwig-bertram-tablettenmoerser
ab 6,12
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 11/2005

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von topfmops

Ein Kaputtmacher, mit vielen Abschweifungen beschrieben

Pro:

Sehr einfach und sehr wirkungsvoll

Kontra:

Bis jetzt sind mir keine aufgefallen

Empfehlung:

Ja

Ärzte sind manchmal ein seltsames Völkchen.
Nicht nur, dass sie einer ‚Wissenschaft’ anhängen, die nun alles andere als ‚exakt’ ist.
Sie raten und vermuten, was das Zeug hält und ‚argumentieren’ nach dem Prinzip ‚Versuch und Irrtum’:
Wenn das eine Medikament nicht hilft, dann nehmen wir eben ein anderes und zum Schluss haben wir immer noch den Chirurgen.
Erinnert mich so an die Geschichte vom Chirurgen, der einen Maler so lobte:
„Sie malen aber wirklich sehr exakt!“
„Nun, wenn Sie nicht exakt arbeiten, deckt es der grüne Rasen. Bei mir hängt es an der Wand!“
War die Antwort des Künstlers.

Dass sie sich als Elite des Volkes betrachten, ist wohl am einfachsten in der Bezeichnung ‚Halbgötter in Weiß’ zu erkennen, obwohl einige schon in der Rubrik ‚Vollgötter in Weiß’ angekommen sind.
Als ich es wagte, bei einem Orthopäden nach fünfundvierzig Minuten Wartezeit nach dem fest vereinbarten Termin zu fragen, wurde mir die Überweisung – im wahrsten Sinne der Wörter – vor die Füße geschmissen und ich der Praxis verwiesen.
Als ich misstrauisch wurde, weil ich in einer augenärztlichen Gemeinschafts-Praxis durch eine sehr nette und attraktive Assistentin ‚verarztet’ wurde, ich keinen der Ärzte zu Gesicht bekam, mir aber eine Rechnung geschickt wurde, in der Kostenpunkte aufgeführt waren, bei denen die Anwesenheit eines Arztes verpflichtend ist, habe ich mich auf Bezahlung der Rechnung verklagen lassen. Prozess läuft.
Ich möchte jedoch Ärzte nicht allgemein schlecht machen.
Erinnert sei an die Bescheidenheit des Chefarztes, der mit einem Assistenzarzt zusammenstieß. Dieser murmelte: „Ach, Du lieber Gott!“ und der Chefarzt erwiderte.
„Das ist unnötig!! Es genügt, wenn Sie mich mit Herr Professor Doktor ansprechen!“

Nun habe ich im Laufe meines Lebens niemals auf meine Gesundheit geachtet; immer gelebt und gehandelt nach dem uralten niederrheinischen Prinzip – ausgehendes 13. Jahrhundert – „Ist von alleine gekommen, geht wieder von alleine!“
Das funktioniert bei vielen Malaisen und Mallörchen, manchmal auch bei ernsthaften Beschwerden wie Brüchen und ähnlichem.
Und es funktioniert auch bei einigen sogenannten ‚schlimmen Erkrankungen’.
Als ich 1996 an einem Plattenepithelkarzinom im Mund operiert wurde, habe ich die Ärzte verflucht und es bedauert, nicht in Kalifornien operiert worden zu sein.
Denn dann wäre ich heute mehrfacher Dollar-Millionär, so gnadenlos hätte ich die verklagt.
Ich wurde falsch, bzw. ungenügend aufgeklärt.
Mir wurde gesagt, dass sich meine Sprache etwas verändern werde.
Dass ich über ein Jahr überhaupt nicht sprechen konnte und Sprechen in mühseliger therapeutischer, logopädischer Behandlung wieder lernen musste, ist für jemanden, der sein Leben lang das Geld mit der Schnauze verdient hat, schlicht und einfach eine Katastrophe.
Dass ich diesen Krebs anschließend ignoriert habe, hat dazu geführt, dass er sich nicht getraut hat, wieder aufzutauchen.

Als mir Anfang September 2001 aufging, dass ich innerhalb von drei Wochen sowohl Silberhochzeit als auch sechzigsten Geburtstag haben werde, ich also vor dem teuersten Monat meines Lebens stehe, habe ich mich in einen Herzinfarkt geflüchtet.
Und auch den habe ich seitdem erfolgreich ignoriert.
Strafverschärfend kommt hinzu, dass die Langerhanns’schen Inseln ihre Arbeit eingestellt haben.
Irgendwann Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts meinte eine Ärztin so im Vorübergehen: „Und Alterszucker haben Sie auch!“
Lächerlich!!
Ich eine Krankheit, die mit dem Alter zu tun hat??
Kann ja gar nicht!

Nun hat sich unsere Situation einschneidend verändert.
Das mir ehelich anvertraute Weib war im vergangenen Jahr fünfmal in einer Klinik und ist jetzt in der Rehabilitation.
Und danke der Nachfrage: Sie genießt es und erholt sich prächtig, insbesondere von mir.
Jetzt bin ich allerdings in der Pflicht.
Ich habe mich um dieses Weib zu kümmern.
Das habe ich am 2.9.1976 schriftlich zu Protokoll gegeben und vor dem Standesbeamten fest versprochen.
Und einer meiner Lebens-Grundsätze war und ist: ‚pacta sunt servanda’.
Also habe ich mich auch durch und durch untersuchen lassen.
Ich wusste gar nicht, dass es so viele ärztliche ‚Spezialisten’ gibt.

Deren - ausnahmsweise einhellige - Meinung war:
„Das Hauptproblem, das Sie haben, ist Ihr Diabetes mellitus, Typ II!“
Und das mir, der ich im gesamten Berufsleben, den Mitarbeitern den Gebrauch des Wortes ‚Problem’ bei Todesstrafe verboten hatte:
„Wir kennen keine Probleme!! Wir kennen Lösungen!!“
Abgesehen davon ist ‚Problem’ die völlig falsche Bezeichnung, denn es ist ja kein ‚Pro’, sondern eher ein ‚Anti’.
Aber wie ich schon an anderer Stelle ausführte ‚Deutsche Sprak, schwere Sprak!’
So gibt es meines Wissens auch kein Gegenstück zur ‚Antilope’. Bei dem Namen muss es doch so etwas wie eine ‚Prolope’ geben.

Messungen ergaben, dass sowohl der ‚Tageszucker’ als auch der ‚Langzeitzucker’ in rekordverdächtigen Höhen sind.
Und Diabetes hat einen fürchterlichen und widerlichen Nachteil:
Der tut nicht weh!!
Also wurden Tinkturen und Spritzen und Tabletten verschrieben.
Die ersten beiden habe ich nun selbst angewendet. Nach kurzer Einweisung ist es gar nicht mehr so schwierig, sich die notwendigen Einheiten Insulin selbst zu spritzen.
Schwierigkeiten bereiten mir jedoch Tabletten.
Es ist mir psychisch und physisch unmöglich, Tabletten oder Pillen zu schlucken, mögen sie noch so klein sein.
Das liegt daran, dass es in der Familie, in der ich aufgewachsen bin, zwei Mitglieder gab, die von Medikamenten abhängig waren.
Nicht, dass sie die Pillen brauchten, die haben alles gefressen, was sie in die Finger bekamen.
Über meine Ausraster dabei an anderer Stelle.
Ich habe mich jedoch niemals um diese erworbene Fähigkeit, besser gesagt Unfähigkeit, gekümmert, so wie ich mich niemals um meine Gesundheit gekümmert habe.
Nun bin ich an einen sehr energischen Onkel Diabetologen geraten, der mich ultimativ aufforderte:
„Dann kauf’ Dir gefälligst einen Tablettenmörser! Gibt es in der Apotheke!!“
Apotheke??
Ein Ort, den ich freiwillig niemals betrete.
Ein legaler Drogenhändler!!
Jemand, der auf der Tür zu lesen hat ‚drücken’ und ’ziehen’; beides Ausdrücke, die meines Wissens aus dem Drogen-Milieu stammen.

Jedenfalls habe ich dem sehr freundlichen und kompetenten Apotheker meine Schwierigkeiten geschildert.
Er nickte sehr bestimmt, griff einmal in seinen Tresen und zum Vorschein kam ein

TABLETTENMÖRSER

der Firma

RUSSKA LUDWIG BERTRAM GMBH

Lübecker Straße 1
30880 Laatzen
Telefon 00 49 (51 02) 9 17 - 3
Fax 00 49 (51 02) 9 17 - 5 55

Wer sich im Netz informieren möchte und weitere Fragen hat, wendet sich an
E-Mail: [email protected],
die zur Seite http://www.russka.de gehört.

Dieser Artikel zerdrückt ganze Tabletten durch eine einfache Bewegung und er soll „Personen helfen, die Tabletten lieber in Pulverform einnehmen.“
So der Beipackzettel.
Personen wie ich, die ganze Tabletten nicht schlucken können, sind erst gar nicht vorgesehen.
Und sechs Euro zwanzig wollte er dafür haben.

Der Mörser besteht aus zwei Teilen. Einem Unterteil mit einer Vertiefung, in die eine Tablette gelegt werden soll und einem Oberteil, das mittels eines Gewindes in dieses Unterteil geschraubt werden kann.
Das Oberteil hat einen Kolben, der in die untere Hälfte geschraubt wird und „dabei wird die Tablette automatisch zerdrückt“.
Dass ich hierbei Kraft aufwenden muss, soll wieder den Blutzuckerspiegel nach unten drücken.
Also zwei Fliegen in einer Klappe.
Warum das eine Teil, also das untere, aus einem durchsichtigen Plastik ist und das andere, also das obere, blau, fast hätte ich geschrieben ‚himmelblau’ ist, da kann ich nur hilflos die Schultern zucken.

Aber ungeachtet der Farben: Das Ding funktioniert!!
Ich kann die Tabletten zerstören, ohne angeblich deren Wirkung zu hemmen.
Wobei immer noch die bisher unbeantwortete Frage auftaucht:
Woher weiß eine Tablette, wo sie hin soll?
Aber auch diese Frage möchte ich nicht abschließend klären, zumal mir bis heute auch kein Arzt darüber erschöpfend Auskunft geben konnte.
Ich habe immer nur gehört: „Das ist nun mal so!“

Ich soll eventuell haften gebliebene Reste von Tabletten vom Tablettenmörser entfernen. Anderenfalls könnten sich Reste von verschiedenen Tabletten miteinander vermische.
Das soll mit einem sauberen Tuch geschehen.
Von Zeit zu Zeit könne ich den Tablettenmörser auch mit Geschirrspülmittel reinigen oder in die Geschirrspülmaschine geben.
Streng genommen haben wir sogar zwei Spülmaschinen, eine Jahrgang 1948, die andere von 1941.
Und ungeachtet der Vorschrift aus der anarchistischen Kommune ‚Judengasse’ in Tübingen „Wer kocht, spült auch!“, zählen wir Spülen zu den niederen Arbeiten in der Küche und das Spülen fällt damit in meine Obliegenheiten.
So schließt sich also der Kreis.

Ich habe das Ding in unseren Haushalt geholt und bin auch für dessen Reinigung zuständig.

Eine Bewertung fällt mir sehr einfach: Alle zur Verfügung stehenden Sterne, denn bis jetzt versieht der Tablettenmörser tapfer seine Arbeit und lässt sich auch durch meine technischen Unzulänglichkeiten nicht beirren.
Ich meine hier Technik im Zusammenhang mit Geräten.
In anderen Arten der Technik habe ich immer die Note ‚befriedigend’ erhalten, was mich jahrelang bedrückt hat, bis mir jemand erklärte, dass sei bei dieser Art die Höchstnote.

Und auch diesmal weise ich darauf hin, dass dieser Artikel auch auf anderen Plattformen, auch unter dem Namen des mir ehelich anvertrauten Weibs – cunda - erscheinen wird. Ebenfalls – auszugsweise und umformuliert - in etlichen Tageszeitungen,.
Anderslautende Meinungen werden – wie üblich – respektiert, jedoch weitgehend ignoriert.

topfmops bedankt sich fürs Lesen und Bewerten, freut sich auf viele, lesenswerte Kommentare und hofft, Euch eine kleine Anregung gegeben zu haben.

64 Bewertungen, 10 Kommentare

  • scilla_bifolia

    15.09.2010, 17:12 Uhr von scilla_bifolia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bislang habe ich nicht gewusst, dass Tablettenmörser überhaupt existieren. Öfters mal was Neues

  • anonym

    10.09.2010, 12:52 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Sommergirl

    04.08.2010, 13:28 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    toll beschrieben......

  • LeonaMercedes

    21.05.2010, 23:08 Uhr von LeonaMercedes
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! Freue mich übers Gegenlesen. LG Leona

  • mima007

    14.05.2010, 22:29 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • Manuela2205

    14.05.2010, 09:32 Uhr von Manuela2205
    Bewertung: besonders wertvoll

    kann ich dich gegen meine Schwiegermutter tauschen? Die lebt nach dem Motto: wenn ichs zum 10. Mal erzähle wird die Karnkheit vielleicht anders

  • Lale

    14.05.2010, 01:05 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    schön... informiert und belustigt... wie immer ! Allerbesten Gruß

  • morla

    14.05.2010, 00:59 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • Dewin92

    13.05.2010, 22:18 Uhr von Dewin92
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter bericht!!! ich würde mich über gegenlesungen freuen =)

  • KatzeMaus

    13.05.2010, 21:50 Uhr von KatzeMaus
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Bayern... ;-)