Die Wanderhure (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2012
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Erfahrungsbericht von Prisca
Nicht rundherum überzeugend
Pro:
für eine TV Produktion ganz ordentlich
Kontra:
zu oberflächlich - zu wenig emotional
Empfehlung:
Ja
Und nun geht’s mal wieder weiter mit einem Filmbericht. Während meines Urlaubs komme ich endlich mal dazu den einen oder anderen der Filme an zugucken, die sich bei mir im Regal stapeln. Heute Abend war es ein recht aktueller Film.
*** DIE WANDERHURE ***
Lief erst letzte Woche im Fernsehen und ich praktisch zeitgleich auf DVD erschienen. Da ich Film im fernsehen nur ungern sehen, habe ich ihn mir ertauscht und gleich angesehen.
Der Film basiert auf dem Buch von Iny Lorenz „Die Wanderhure“. Es handelt sich hierbei um eine deutsche TV-Produktion, also am besten die Ansprüche gleich mal etwas zurückschrauben ;)
*** INHALTSANGABE ***
Konstanz, im Jahre 1414. Marie Schärer lebt ein ruhiges Leben mit ihrem Vater, der als Tuchhändler durchaus sein Auskommen hat. Sie ist jung und gerade zum ersten Mal verliebt. Alles wäre wunderschön, wenn ihr Vater nicht beschließen würde, sie mit dem illegitimen Sohn des Grafen von Keilburg zu verheiraten.
Marie ist entsetzt, doch ihr Vater ist davon überzeugt, das beste für sie zu tun und unterschreibt den Ehevertrag. Das es sich dabei nur um eine Finte handelt um an seinen Besitz heranzukommen, ahnt er nicht. Marie und ihr Vater werden betrogen. Marie wird von Ruppert, des Grafen Sohn, der Hurerei und damit des Vertragsbruchs bezichtigt. Sie wird ins Gefängnis geworfen, wo sie vergewaltigt wird – danach wird sie als Hure öffentlich ausgepeitscht und aus der Stadt geworfen.
Marie ist fast am Ende, doch die Hure Hiltrud findet sie halb tot an der Straße und nimmt sich ihrer an. Was einen preis hat: von nun an ist auch Marie – die sich jetzt Hannah nennt – eine Hure. Allerdings verkauft sie ihren Körper nur, weil sie damit Geld verdienen und einflussreiche Männer kennenlernen will. Denn Marie hat nur ein Ziel: sich an Graf Keilburg und seinem Sohn rächen …
Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt des Film nichts verraten, sonst würde ich ja die Spannung total herausnehmen.
*** EIGENER EINDRUCK ***
Hm! Ich war neugierig auf diesen Film. Vor einigen Jahren habe ich das Buch „Die Wanderhure“ und die Fortsetzungen dazu mit Begeisterung verschlungen und ich war gespannt, wie man das Buch umsetzen würde.
Eine unterhaltsame, historische Geschichte habe ich erwartet. Und was habe ich bekommen?
Historisch ist der Film auf jeden Fall. Er bemüht sich sichtlich die Atmosphäre einzufangen. Und ich will fair sein, für eine TV Produktion gelingt ihm das auch ziemlich gut. Natürlich kann man den Film nicht mit aufwendig produzierten Hollywood Produktionen vergleichen, die mit einem ganz anderen Budget aufwarten können.
Die Geschichte von Marie ist „nett“ - mehr aber auch nicht. Selbst wenn man das Buch noch nicht gelesen hat wird man hier nicht voller Spannung vor dem Bildschirm kleben, dazu plätschert sie irgendwie zu gleichmäßig ohne echte Höhen und Tiefen vor sich hin. Trotz einem schweren Schicksal von Marie, trotz ihres Kampfes um Gerechtigkeit, trotz einiger Intrigen ist es mir schwer gefallen mich wirklich auf den Film einzulassen.
Viel mehr bin ich ständig über irgendwelchen Ungereimtheiten in der Story gestolpert. Das ganze lief mir viel zu schnell und viel zu glatt ab. Es gibt nur wenige Stellen im Film die mich emotional wirklich erreichen.
Auch die Umsetzung an sich ist recht schlicht und einfach gehalten. Hier gibt es keine großen Tricks und Stunts, kein großes „Feuerwerk“ - alles läuft ziemlich ruhig auf einer Ebene ab, ohne große Höhen und Tiefen.
Alles in allem würde ich sagen, Frau kann sich diesen Film durchaus mal ansehen, wenn sie an historischen Filmchen interessiert ist, die jetzt nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Erzählt wird hier Maries Geschichte, alles andere wird eher zur Nebensache. Männer werden sich bei diesem Filmchen wahrscheinlich eher langweilen – es fehlen einfach spannende Höhepunkte.
Für eine TV Produktion sicher ganz ordentlich gemacht – wenn ich mich aber entscheiden müsste, würde ich mich immer wieder dafür entscheiden die Bücher noch einmal zu lesen als den Film nicht einmal anzusehen. Die Bücher geben einfach viel mehr her.
Noch ein paar Worte zu den
*** SCHAUSPIELERN UND IHREN ROLLEN ***
Marie wird gespielt von Alexandra Neldel, vielen Soap-Fans sicher noch bekannt aus der Serie „Verliebt in Berlin“. Ich muss zugeben, sie in dieser Rolle zu sehen hat mich zunächst mehr als nur wenig irritiert. Macht sie ihre Sache gut? Erweckt sie Marie zum Leben?
Hm. Ähnlich wie der Film selbst ist auch ihre Rolle ein wenig zu oberflächlich um mich als Zuschauer richtig mitfiebern zu lassen. Sicherlich hat sie die eine oder andere gute Stelle. Andererseits ist diese Rolle aber nichts, was ich jetzt ewig in guter Erinnerung behalten werde.
Andere Darsteller zu erwähnen fällt mir hier schon fast schwer. Nadel Becker spielt die Hure Hiltrud, Julia Weigert Wuppertals Keilburg, Bert Tischeindorf Michael Adler, Maries Geliebten. Aber irgendwie sind das alles nur kleine Nebenrollen Außer Marie scheint es in diesem Film keine weitere echte Hauptrolle zu geben. Jede Rolle taucht auf – taucht ab – taucht auf …
Ich glaube, das ist das Problem mit diesem Film: als Zuschauer kann ich mich auf keinen Charakter wirklich einstellen – ich kann keine Sympathien oder Antipathien entwickeln. Natürlich weiß ich, wer gut und wer böse sein soll – aber da niemand echte Tiefe erreicht lässt mich das alles irgendwie ein bisschen kalt.
*** WEITERE INFORMATIONEN ZU FILM UND DVD ***
Die Wanderhure
nach dem gleichnamigen Roman von Iny Lorentz
gedreht 2010 in Deutschland
TV Produktion (SAT1)
DVD Veröffentlichung Oktober 2010
Preis: zwischen 12,00 und 15,00 Euro neu
Sprache: deutsch (DD 5.1)
Untertitel: keine
Bild: 16:9
Bild und Ton entsprechen einer aktuellen TV Produktion, mehr kann man hier nicht erwarten, mehr ist aber auch nicht nötig um sich den Film mal anzusehen
Lauflänge: 122 Minuten
FSK: 12 Jahre
Extras: div. Interviews mit Alexandra Neldel sowie Iny & Elmar Lorenz (das Ehepaar schreibt gemeinsam unter dem Pseudonym Iny Lorentz)
*** MEIN FAZIT ***
Na gut, Neugier befriedigt. Ich bin froh, das ich Film nur ertauscht hatte. Nach einmaligen Ansehen habe ich ihn dann auch gleich weitergereicht.
Soooo schlecht ist er nun nicht, auch wenn sich meine Kritik eher negativ anhört. Man darf dabei eben nie aus dem Augen verlieren, das es sich hier nur um eine TV Produktion handelt – da kann man eben keinen Hollywood Standard erwarten. Was ich fast ein wenig bedauere. Der Roman bietet genug Stoff für einen wirklich guten Hollywood Film – ich finde, es ist ein wenig verschenkten Potential gewesen.
@ Prisca – Oktober 2010
*** DIE WANDERHURE ***
Lief erst letzte Woche im Fernsehen und ich praktisch zeitgleich auf DVD erschienen. Da ich Film im fernsehen nur ungern sehen, habe ich ihn mir ertauscht und gleich angesehen.
Der Film basiert auf dem Buch von Iny Lorenz „Die Wanderhure“. Es handelt sich hierbei um eine deutsche TV-Produktion, also am besten die Ansprüche gleich mal etwas zurückschrauben ;)
*** INHALTSANGABE ***
Konstanz, im Jahre 1414. Marie Schärer lebt ein ruhiges Leben mit ihrem Vater, der als Tuchhändler durchaus sein Auskommen hat. Sie ist jung und gerade zum ersten Mal verliebt. Alles wäre wunderschön, wenn ihr Vater nicht beschließen würde, sie mit dem illegitimen Sohn des Grafen von Keilburg zu verheiraten.
Marie ist entsetzt, doch ihr Vater ist davon überzeugt, das beste für sie zu tun und unterschreibt den Ehevertrag. Das es sich dabei nur um eine Finte handelt um an seinen Besitz heranzukommen, ahnt er nicht. Marie und ihr Vater werden betrogen. Marie wird von Ruppert, des Grafen Sohn, der Hurerei und damit des Vertragsbruchs bezichtigt. Sie wird ins Gefängnis geworfen, wo sie vergewaltigt wird – danach wird sie als Hure öffentlich ausgepeitscht und aus der Stadt geworfen.
Marie ist fast am Ende, doch die Hure Hiltrud findet sie halb tot an der Straße und nimmt sich ihrer an. Was einen preis hat: von nun an ist auch Marie – die sich jetzt Hannah nennt – eine Hure. Allerdings verkauft sie ihren Körper nur, weil sie damit Geld verdienen und einflussreiche Männer kennenlernen will. Denn Marie hat nur ein Ziel: sich an Graf Keilburg und seinem Sohn rächen …
Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt des Film nichts verraten, sonst würde ich ja die Spannung total herausnehmen.
*** EIGENER EINDRUCK ***
Hm! Ich war neugierig auf diesen Film. Vor einigen Jahren habe ich das Buch „Die Wanderhure“ und die Fortsetzungen dazu mit Begeisterung verschlungen und ich war gespannt, wie man das Buch umsetzen würde.
Eine unterhaltsame, historische Geschichte habe ich erwartet. Und was habe ich bekommen?
Historisch ist der Film auf jeden Fall. Er bemüht sich sichtlich die Atmosphäre einzufangen. Und ich will fair sein, für eine TV Produktion gelingt ihm das auch ziemlich gut. Natürlich kann man den Film nicht mit aufwendig produzierten Hollywood Produktionen vergleichen, die mit einem ganz anderen Budget aufwarten können.
Die Geschichte von Marie ist „nett“ - mehr aber auch nicht. Selbst wenn man das Buch noch nicht gelesen hat wird man hier nicht voller Spannung vor dem Bildschirm kleben, dazu plätschert sie irgendwie zu gleichmäßig ohne echte Höhen und Tiefen vor sich hin. Trotz einem schweren Schicksal von Marie, trotz ihres Kampfes um Gerechtigkeit, trotz einiger Intrigen ist es mir schwer gefallen mich wirklich auf den Film einzulassen.
Viel mehr bin ich ständig über irgendwelchen Ungereimtheiten in der Story gestolpert. Das ganze lief mir viel zu schnell und viel zu glatt ab. Es gibt nur wenige Stellen im Film die mich emotional wirklich erreichen.
Auch die Umsetzung an sich ist recht schlicht und einfach gehalten. Hier gibt es keine großen Tricks und Stunts, kein großes „Feuerwerk“ - alles läuft ziemlich ruhig auf einer Ebene ab, ohne große Höhen und Tiefen.
Alles in allem würde ich sagen, Frau kann sich diesen Film durchaus mal ansehen, wenn sie an historischen Filmchen interessiert ist, die jetzt nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Erzählt wird hier Maries Geschichte, alles andere wird eher zur Nebensache. Männer werden sich bei diesem Filmchen wahrscheinlich eher langweilen – es fehlen einfach spannende Höhepunkte.
Für eine TV Produktion sicher ganz ordentlich gemacht – wenn ich mich aber entscheiden müsste, würde ich mich immer wieder dafür entscheiden die Bücher noch einmal zu lesen als den Film nicht einmal anzusehen. Die Bücher geben einfach viel mehr her.
Noch ein paar Worte zu den
*** SCHAUSPIELERN UND IHREN ROLLEN ***
Marie wird gespielt von Alexandra Neldel, vielen Soap-Fans sicher noch bekannt aus der Serie „Verliebt in Berlin“. Ich muss zugeben, sie in dieser Rolle zu sehen hat mich zunächst mehr als nur wenig irritiert. Macht sie ihre Sache gut? Erweckt sie Marie zum Leben?
Hm. Ähnlich wie der Film selbst ist auch ihre Rolle ein wenig zu oberflächlich um mich als Zuschauer richtig mitfiebern zu lassen. Sicherlich hat sie die eine oder andere gute Stelle. Andererseits ist diese Rolle aber nichts, was ich jetzt ewig in guter Erinnerung behalten werde.
Andere Darsteller zu erwähnen fällt mir hier schon fast schwer. Nadel Becker spielt die Hure Hiltrud, Julia Weigert Wuppertals Keilburg, Bert Tischeindorf Michael Adler, Maries Geliebten. Aber irgendwie sind das alles nur kleine Nebenrollen Außer Marie scheint es in diesem Film keine weitere echte Hauptrolle zu geben. Jede Rolle taucht auf – taucht ab – taucht auf …
Ich glaube, das ist das Problem mit diesem Film: als Zuschauer kann ich mich auf keinen Charakter wirklich einstellen – ich kann keine Sympathien oder Antipathien entwickeln. Natürlich weiß ich, wer gut und wer böse sein soll – aber da niemand echte Tiefe erreicht lässt mich das alles irgendwie ein bisschen kalt.
*** WEITERE INFORMATIONEN ZU FILM UND DVD ***
Die Wanderhure
nach dem gleichnamigen Roman von Iny Lorentz
gedreht 2010 in Deutschland
TV Produktion (SAT1)
DVD Veröffentlichung Oktober 2010
Preis: zwischen 12,00 und 15,00 Euro neu
Sprache: deutsch (DD 5.1)
Untertitel: keine
Bild: 16:9
Bild und Ton entsprechen einer aktuellen TV Produktion, mehr kann man hier nicht erwarten, mehr ist aber auch nicht nötig um sich den Film mal anzusehen
Lauflänge: 122 Minuten
FSK: 12 Jahre
Extras: div. Interviews mit Alexandra Neldel sowie Iny & Elmar Lorenz (das Ehepaar schreibt gemeinsam unter dem Pseudonym Iny Lorentz)
*** MEIN FAZIT ***
Na gut, Neugier befriedigt. Ich bin froh, das ich Film nur ertauscht hatte. Nach einmaligen Ansehen habe ich ihn dann auch gleich weitergereicht.
Soooo schlecht ist er nun nicht, auch wenn sich meine Kritik eher negativ anhört. Man darf dabei eben nie aus dem Augen verlieren, das es sich hier nur um eine TV Produktion handelt – da kann man eben keinen Hollywood Standard erwarten. Was ich fast ein wenig bedauere. Der Roman bietet genug Stoff für einen wirklich guten Hollywood Film – ich finde, es ist ein wenig verschenkten Potential gewesen.
@ Prisca – Oktober 2010
33 Bewertungen, 4 Kommentare
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15.10.2010, 15:19 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende lg. petra
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15.10.2010, 14:50 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
-
15.10.2010, 13:20 Uhr von Gemini_
Bewertung: sehr hilfreichBestens! Grüße von Gemini_!
-
15.10.2010, 12:24 Uhr von Lanch999
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! LG von Lanch999 Freu mich auf deine Gegenlesung bei mir :D
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