Shutter Island (DVD) Testbericht




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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Das Kafka-eske der menschlichen Existenz.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
===Shutter Island=== seitens Dennis Lehane gelesen hatte, wollte ich eigentlich den dazugehörigen Film nicht angucken: zu oft wird man sodann von der Umsetzung enttäuscht; doch das, was unter der Regie von Martin Scorsese entstand, kann man durchaus als gelungen bezeichnen.
Der Inhalt ist wie so oft rasch zusammengefasst:
Marshall Ted Daniels (Leonardo DiCaprio) soll das Verschwinden der Psychiatrie Patientin Rachel Solando klären. Hierzu wird ihm sein bis dato unbekannter Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) an die Seite gestellt; während der Großteil der Pfleger/innen regelrecht instruiert wird. Schnell ist der Verdacht da, dass es etwas zu verheimlichen gilt ~ wie sonst hätte eine Patientin auf einem geschlossenen Raum, überdies ohne Schuhe und über eine Starkstromleitung hinweg fliehen können?
Doch dies ist nicht der einzige Handlungsstrang, mit dem sich Ted Daniels beschäftigen mag ~ dass er sich aus persönlichen Gründen um eben jenen Fall bemüht hatte, spielt eine nicht weniger bedeutsame Rolle...
===Die Umsetzung=== hält sich nicht nur grob an die Romanvorlage, sondern versucht, dass beste aus dieser zu machen. Natürlich fällt es hier schwer, Leser, die die Story nebst Ausgang bereits kennen, ähnlich zu überraschen wie es bei denjenigen, die völlig uninformiert an den Film herangehen, der Fall ist Besonders hervorzuheben in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Spieldauer von rund 130 Minuten nicht auffällt. Während man beim ersten Blick auf die DVD-Rückseite denkt „puh, ist das lang“, wundert man sich schlussendilch doch, wie rasch die Zeit vergehen kann.
Trotzdessen es hier nur wenig „neues“ für mich zu entdecken gab, verfolgte ich „Shutter Island“ mit Spannung ~ was eindeutig für die Verfilmung an sich spricht. Hinzu kommt, dass ich mich nicht mehr en detail an die einzelnen Buchentwicklungen erinnern konnte, es lediglich ein wenig bedauerlich empfinde, dass auf das große Rätsel „Das Gesetz der 4. Wer ist 67?“ eher am äußersten Rande eingegangen wurde. Auch hätte ich persönlich eine schlussendliche Rückblenden-Auflösungshilfe sehr begrüßt, wie man sie aus vergleichbaren Werken (die ich an dieser Stelle nicht nennen kann, ohne den aha-Effekt kaputt zu machen) kennt, sehr begrüßt.
Nach wie vor tue ich mich gleichermaßen ein wenig schwer damit, Leonardo die Caprio als erwachsenen, ernsthaften und überdies vom Tod seiner Frau traumatisierten Darsteller anzusehen ~zwar nimmt man ihm seine Rolle hier ab, kommt aber um ein unpassendes Schmunzeln und alberne „Titanic“-Witze aufgrund dessen, dass ihm an Bord eines großen Schiffes schlecht wird, nicht umhin.
Sir Ben Kingsley als Anstaltsleiter überzeugt in allen Facetten, Gestik wie Mimik passt zu dem recht undurchsichtigen Charakter, den er hier darstellt. Oftmals weiß man als Zuschauer nicht, was man von dieser person halten soll, traut ihm über kurz oder lang tatsächlich alles zu und beginnt ebenso wie Ted an dessen guten Absichten zu zweifeln.
Eines meiner persönlichen Highlights stellt wie so oft der recht kurze, aber nichtsdestoweniger gelungene Auftritt seitens Max von Sydow als Dr. Jeremiah Nähring statt. Mit ihm assoziiere ich stetig seine unnachahmlich bravoröuse Rolle in „Needful thrings“ ~ und auch hier schafft er es, innerhalb weniger Momente absolut zu begeistern.
Etwas verwirrend hingegen diverse Rückblenden in Ted's Vergangenheit; ferner fühlen sich manche Träume oder Gedanken über / an seine verstorbene Frau Rachel (Michelle Williams) leicht befremdlich an und nehmen fast schon ein wenig zu viel Platz in dem Film ein. Der leichte touch von übersinnlichen, der sich vermutlich eher versehentlich breitmacht, schwächelt die Ernsthaftigkeit des eigentlichen Themas meiner Ansicht nach fast schon zu intensiv ab. Während sich das Buch vorrangig mit dem Verschwinden Rachel Solanos befasste, erhält man im Film den zu breitgefächerten Eindruck, dass es von Anfang an eher um Ted's Vergangenheitsbewältigung geht.
Schade auch, dass die Zweifel, die er im weiteren Verlauf an der Vertrauenswürdigkeit seines Partners legt, fast komplett untergehen. Ich wage zu behaupten, dass es kaum einem Zuschauer auffallen wird, dass dieser anfänglich einen anderen Wohnort nennt als er es gegen letztem Drittel tut.
Bewegend, intensiv, verstörend und überraschend ist „Shutter Island“ ohne Frage ~ doch wie so oft konnte das Buch mehr überzeugen. Die Wirkung, die der Film auf den Zuschauer hat, schmälert sich natürlich durch die vorherige Kenntnis ~ weiß aber dennoch für sich zu überzeugen.
Der ein oder andere wird sich allerdings vermutlich ein wenig ärgern, dass die '''DVD selbst''' recht spärlich ausgestattet wurde ~ die '''Sprachauswahl''' bezieht sich auf Deutsch und Englisch, Untertitel gibt es lediglich einen (deutschen), als einzige '''Extras''' fungieren hier wenige '''Filmtrailer'''. Mich persönlich stört das nicht; vielmehr habe ich von Grund auf mehr Freude an dem absolut chicken Metallschuber. Schade nur, dass ich die DVD alsbald zurückgeben muss.
===Summa summarum=== muss ich allerdings mal wieder offenbaren, dass „Shutter Island“ mich nicht genug angesprochen hat, um mir selbst jene DVD zulegen zu wollen, von einem Super-Sonderangebot mal wieder abgesehen. Nicht, dass „Shutter Island“ nach dem ersten Angucken völlig uninteressant werden würde; ganz im Gegenteil ~ vereinzelt mag man somit erst beim zweiten (genaueren) Hinsehen gewisse Dinge, Äußerungen und Andeutungen entdecken, weitere Rückschlüsse ziehen und vermeintliche Kleinigkeiten zum großen Ganzen zusammenfügen.
Nichtsdestotrotz würde ich mich hier eher mal wieder vor die Free-TV Ausstrahlung parken; eben weil ich derzeitig noch zu sehr die Buchvorlage im Kopf habe und somit das ein oder andere Detail vermisse. Mag sein, dass ich persönlich zu viel Gewicht auf diverse Nebensächlichkeiten lege ~ doch gerade auf einige solche habe ich mich innerlich eingestellt und war auf die Bebilderung gespannt. Erfreulich allerdings, dass sogar der Dialog rund um die sog. „Kafkaeske Situation“ seinen Platz fand. Jenes ist aber auch zu faszinierend, um einfach ausgelassen zu werden.
Eine Empfehlung erhält „Shutter Island“ unabstreitbar; wenn auch einen Stern weniger in der Bewertung.
40 Bewertungen, 8 Kommentare
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22.10.2010, 17:45 Uhr von Gemini_
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Gemini_
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22.10.2010, 09:39 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichOh Schreck. Nur noch 39 Tage bis zum Jahresende. LG
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21.10.2010, 18:49 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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21.10.2010, 18:28 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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21.10.2010, 17:18 Uhr von Lanch999
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! LG von Lanch999
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21.10.2010, 17:07 Uhr von Schoolreaper
Bewertung: sehr hilfreichwürde mich über gegenlesungen freuen :)
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21.10.2010, 16:44 Uhr von cleo1
Bewertung: sehr hilfreichLG cleo1
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21.10.2010, 16:04 Uhr von ChrisS91
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreicher Bericht!
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