Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Dr_Ed
Army of ex-lovers
Pro:
visuell sehr einfallsreich
Kontra:
inhaltlich dafür mit einigen Defiziten
Empfehlung:
Nein
Wenn ein Regisseur einmalig oder mehrmals durch ungewöhnliche Filme auf sich aufmerksam gemacht hat, wird ihm heutzutage schnell das Etikett „Kult-Regisseur“ angepappt. Nach seinen Filmen „Shaun of the dead“ und „Hot Fuzz“ wird Edgar Wright auch in dieser Kategorie gehandelt. Jetzt kommt sein neuestes Werk in die Kinos und da stellt sich natürlich die Frage, ob Wright seinen Kult-Status zementieren kann. Mehr dazu in diesem Bericht.
### DER INHALT ###
~~~ Einmal zuerst die „Gemeinwesen's Filmverrisse haben inzwischen auch Kultstatus“ - Kurzversion ~~~
Scott Pilgrim ist ein klassischer Slacker: Er hat keinen festen Job, keinen wirklich geregelten Tagesablauf und jammt nebenbei mit seinen Kumpels als Bassist der eher mittelmäßigen Rockband „Sex-Bob-Omb“. Nebenbei hat er eine eher halbherzige Beziehung mit der 17-jährigen Highschool-Schülerin Knives Chau am Laufen. Aber seinen richtigen Platz im Leben hat Scott noch nicht wirklich gefunden. Eines Tages verliebt er sich unsterblich in die ebenso schöne wie mysteriöse Ramona Flowers. Die beiden kommen sich auch relativ schnell näher. Allerdings muss Scott, um Ramonas Herz wirklich zu erobern, erstmal mit ihren ehemaligen Beziehungspartnern fertig werden. Diese Allianz von Ex-Partnern verfügt zu allem Überfluss auch noch über Superkräfte und setzen alles daran, mögliche Verehrer Ramonas aus dem Weg zu räumen. Keine einfache Aufgabe für Scott...
~~~ und nun wieder „Dr.Ed's schlechte Kalauer sind auch schon fast legendär“ - Langversion ~~~
Der 23-jährige Scott Pilgrim (Michael Cera) ist sowas wie der Inbegriff eines Slackers: Momentan befindet er sich irgendwie zwischen zwei Jobs, führt auch sonst kein geregeltes Leben und seine Freizeit verbringt er überwiegend mit Bandproben als Bassist der eher mittelmäßigen Rockband „Sex-Bob-Omb“. Er wohnt in einer WG mit seinem schwulen Kumpel Wallace Wells (Kieran Culkin). Nebenher hat er noch eine eher halbherzige Beziehung zu der 17-jährigen Highschool-Schülerin Knives Chau (Ellen Wong). Und so plätschert sein Leben ohne größere Höhepunkte vor sich hin.
Das ändert sich eines Tages radikal, als Scott der Frau seiner Träume über den Weg läuft: Der ebenso attraktiven wie mysteriösen Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead). Dabei ist das mit der Traumfrau durchaus wörtlich zu nehmen, denn Ramona ist Scott tatsächlich vorher in seinen Träumen begegnet. Schnell kommen sich die beiden näher, denn man kann Scott zwar vieles nachsagen, aber nicht mangelnden Charme. Allerdings steht einer Beziehung ein ernsthaftes Hindernis im Weg oder besser gesagt sieben Hindernisse: Ramona's sämtliche Ex-Partner. Alle gemeinsam bilden die Allianz der „seven evil-exes“.
Diese Allianz hat es wirklich in sich: Sie tun alles, um möglichen neue Liebhabern Ramonas das Leben so schwer wie nur irgend möglich zu machen oder sie im Vorfeld gleich ganz auszuschalten. Damit Soctt Ramona's Herz wirklich erobern kann, muss er also die Angehörigen dieser Allianz nach und nach besiegen. Nur ist das einfacher gesagt als getan, denn diese unheilige Allianz verfügt über Superkräfte, sei es ein Skateboarder, der vegane Rockstar, furchterregend identische Zwillinge, eine Kampflesbe (Brie Larson) oder der aalglatte Nachtclubbesitzer (Jason Schwartzman). Ob Scott dem etwas entgegen zu setzen hat, erfahrt Ihr im Kino auf der DVD oder in der Comicvorlage...
### MEINE MEINUNG ###
Regisseur Edgar Wright hat mit Filmen wie „Shaun of the dead“ oder „Hot Fuzz“ bereits bewiesen, dass er sein Handwerk mit actionreichen Horror-Parodien oder Cop-Komödien beherrscht. Für sein neuestes Werk bedient sich Wright als Vorlage der insgesamt sechsteiligen Scott-Pilgrim-Comic-Buchreihe von Bryan Lee O'Malley und das bereits noch bevor alle geplanten sechs Bände erschienen sind. Insofern erscheint die Entscheidung durchaus ungewöhnlich, diese Comicvorlage zu adaptieren, denn bislang hat sie eher Insider- als Kultstatus, was sich aber durch den Film möglicherweise schlagartig ändern könnte.
Wie es sich für eine Comicverfilmung gehört sind die Bilder mitunter quietschbunt, es gibt viele schnelle Schnitte und auf visuelle Details wird großen Wert gelegt. So sieht man in einer Szene, wo Scott auf Toilette geht, einen gelben Balken am oberen Bildrand, der den Füllstand seiner Blase anzeigt. Dagegen sind die Duelle mit seinen Widersachern wie Zweikämpfe in einem Konsolenspiel arrangiert. Für eine besonders gelungene Bewegung gibt es da schon mal einen Bonus, ebenso wenn er seinem jeweiligen Gegner schweren Schaden zugefügt hat. Und wenn er den Kampf gewinnt, heißt es für den Gegner „Game over“ und auf Scott prasselt ein belohnender Münzregen nieder.
Was auf den ersten Blick wie eine Videospiel-Verfilmung daherkommt, ist aber eigentlich nur Stilmittel, um die Zweikämpfe optisch zusätzlich noch ein wenig aufzupeppen, denn schließlich verfügen Scott's GegnerInnen ja bekanntlich über Superkräfte und Scott muss dem ganzen ja auch etwas entgegensetzen. Diesen actionlastigen und temporeichen Sequenzen stehen auch wieder ruhigere und romantischere Momente gegenüber, in denen Scott entweder mit seinem schwulen Mitbewohner über einige Dinge des Lebens philosophiert oder er versucht, sein chaotisches Beziehungsleben in geordnetere Bahnen zu lenken.
Dazu gibt es bei den Dialogen jede Menge trockene Einzeiler – zuviel redet in diesem Film eigentlich niemand – und jede Menge Situationskomik. Auch die Wechsel zwischen den Traumsequenzen und der Wirklichkeit mit comichaften Schrifteinblendungen machen was her. An visuellem Einfallsreichtum fehlt es dem Film also nicht. Auch die Figuren könnten unterschiedlicher kaum sein und haben sogar teilweise ein wenig Tiefgang. Scott's Selbstunsicherheit im Umgang mit seiner Angebeteten machen ihn durchaus sympathisch und auch bei Ramona merkt man schnell, dass hinter der coolen Fassade ein heißes Herz schlägt.
Die Nebenfiguren kann man dagegen in zwei verschiedene Kategorien einteilen. Auf der einen Seite die relativ normalen Figuren wie Scott's schwuler Mitbewohner Wallace, seine Bandkollegen Lucas Lee und Kim Pine, sowie seine quirlige asiatische Freundin Knives Chau. Auf der anderen Seite dann die völlig überzeichneten Ex-LiebhaberInnen von Ramona, wie z.B. der Kampflesbe Envy Adams, dem ebenso durchgeknallten wie grenzdebilen veganen Rockstar Todd Ingram, dem selbstgefälligen und in seinen Poserhaltungen erstarrten Skater-Filmstar Stephen Stills oder dem aalglatten Nachtclubbesitzer Gideon Graves, was eine relativ saubere Abgrenzung zwischen Gut und Böse ergibt
Was dem Film jedoch fehlt, ist eine echte Geschichte. Es ist zwar im Grunde das klassische „Boy meets Girl“, aber die zahlreichen Duelle mit den Ex-Lovern überlagern die eigentliche Handlung auf fast schon erdrückende Weise. Manchmal wünscht man sich eine Skip-Taste, um die Action wegzuklicken. Man hat fast das Gefühl, dass der Film Angst davor hat, seine wahren Stärken auszuspielen. Aber offenbar wollte man um jeden Preis vermeiden, in das Fahrwasser solcher klassischer Slacker-Komödien wie z.B. „Garden State“ zu geraten, obwohl auch das durchaus einen gewissen Unterhaltungswert haben kann.
Irgendwie vermisst man bei dem Film so etwas wie einen zweiten Akt, wo sich der Held für einen Weg entscheiden müsste. Stattdessen gibt es nur eine Ahnung von Konflikt und dafür aber jede Menge Endgegner. Irgendwo dazwischen klafft ein riesiges Loch, das sogar ausdrücklich in den Film hineininszeniert und am Ende sogar noch einmal wiederholt wird. Dort gibt es dann auch nochmal eine schöne, aber auch leicht verhudelte Anspielung auf „Casablanca“, was andeutet, dass der Regisseur womöglich cleverer ist als sein Film, der ein wenig daherkommt wie eine Konsolenspiel-Verfilmung, die wohl lieber eine Fernsehserie wäre.
Darstellerisch gibt es bei niemandem etwas auszusetzen. Michael Cera knüpft im Grunde nahtlos an seiner Rolle aus „Juno“ an und schafft es immer irgendwie, seine Figur in jeder Situation glaubhaft zu verkörpern. Auch Mary Elizabeth Winstead vermag ihrer Figur Leben einzuhauchen. Auch Kieran Culkin hat einige wirklich originelle Dialogsequenzen. Jason Schwartzman macht seinen Part auch sehr gut und überhaupt gibt es niemanden, der in diesem Film fehlbesetzt wirkt. Dem muss man aber auch entgegenhalten, dass die allermeisten DarstellerInnen nur in den allerwenigsten Momenten wirklich gefordert werden.
### FAZIT ###
Dieser Film dürfte zu sehr zielgruppen-spezifisch auf ein männliches Publikum unter 30 zugeschnitten sein, als dass er wirklich einer breiten Masse gefallen dürfte. Visuell hat er einiges zu bieten und auch das Tempo bleibt durchgängig hoch, aber so ganz lassen sich die inhaltlichen Defizite damit nicht überdecken. Daher von mir eine eingeschränkte Empfehlung an alle, die eher auf optische denn auf inhaltliche Reize eines Films Wert legen.
### ABSPANN ###
Spielfilm USA 2010, 112 Min., FSK 12
Regie: Edgar Wright
Buch: Edgar Wright und Michael Bacall nach einer Comicvorlage von Bryan Lee O'Malley
Kamera: Bill Pope
Musik: Nigel Godrich
~ Scott Pilgrim – Michael Cera
~ Ramona V. Flowers – Mary Elizabeth Winstead
~ Wallace Wells – Kieran Culkin
~ Lucas Lee – Chris Evans
~ Kim Pine – Alison Pill
~ Knives Chau – Ellen Wong
~ Stacey Pilgrim – Anna Kendrick
~ Gideon Gordon Graves – Jason Schwartzman
~ Todd Ingram – Brandon Routh
~ Matthew Patel – Satya Bhabha
~ Stephen Stills – Mark Webber
~ Envy Adams – Brie Larson
~ Roxy Richter – Mae Whitman
~ Julie Powers – Aubrey Plaza
u.v.a.
46 Bewertungen, 12 Kommentare
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09.11.2010, 15:26 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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05.11.2010, 16:03 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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05.11.2010, 12:03 Uhr von Powerdiddl
Bewertung: sehr hilfreichLG und einen guten Start ins Wochenende.
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05.11.2010, 11:04 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichWochenende. Mit Glück kommt die Sonne mal vorbei. Bitte. LG
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05.11.2010, 10:44 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ein wunderschönes wochenende
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04.11.2010, 23:14 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima beschrieben! LG :)
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04.11.2010, 20:55 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^^petra
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04.11.2010, 20:44 Uhr von wakingtall2005
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter Bericht, freu mich immer über Gegenlesungen, schönen Abend
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04.11.2010, 20:08 Uhr von KaTaRaGiRl
Bewertung: sehr hilfreichWürde mich wirklich sehr über Gegenlesungen freuen. glg Laura
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04.11.2010, 20:03 Uhr von Lanch999
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht! LG von Lanch999 Würd mich freuen wenn du bei meinen Berichten vorbeischaust! :D
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04.11.2010, 20:03 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
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04.11.2010, 19:55 Uhr von Nina1805
Bewertung: sehr hilfreichSH, freue mich immer über Gegenlesungen! LG.
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