Tödliches Kommando - The Hurt Locker (DVD) Testbericht

ab 5,10
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Hollgo

Hochdekoriert...

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  andere Version

Pro:

+ ein toller, teilweise nachdenklich machender Film ohne Pathos

Kontra:

- kann nach dem Anschauen dem einen oder anderen "schwer im Magen" liegen---

Empfehlung:

Ja

... wurde der Film "Tödliches Kommando" (englischer Originaltitel: The Hurt Locker) bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2009. Der Film, der unter der Regie von Kathryn Bigelow entstand.

So kam ich zu "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" als Bluray

Wieder war es ein Angebot in meinem lokalen Saturn-Markt, der einige, teils recht neue, Bluray-Filme zum Preis von 9,99 € anbot - Preise, die man sonst gemeinhin nur von DVDs gewohnt war. Also schaute ich mich unter den angebotenen Filmen um und entdeckte unter diesen auch die in diesem Test vorgestellte Bluray darunter. Was ich so auf dem Cover las, hörte sich ja auch vielversprechend an: 6 Oscars, ok, das heißt für mich nicht viel, denn viele Oscar-prämierte Streifen, die ich mir so angesehen hatte, waren nicht eine Garantie für mir wirklich gefallene Filme gewesen. Dennoch hörte sich die auf der Rückseite der Bluray geschilderte Handlung recht interessant an und so nahm ich die Bluray eben mit, sodass ich nun auch zum eigentlichen Film Stellung nehmen kann, der anno 2008 in den Kinos lief...Da es in dieser Rubrik nur um den Film an sich gehen soll, lasse ich aber die Features zur Bluray an dieser Stelle weg...

Zum Film

Darum geht es in "Tödliches Kommando"

Der Beruf als Bombenentschärfer ist bekanntlich schon gefährlich genug - diesen Job aber als Angehöriger einer US-Einheit, die im Irak operiert, auszuüben, ist schon mehr als gefährlich.
Den Beweis für diese Gefahr, die beinahe minütlich das Leben kosten kann, tritt in dem mit mehreren Oscars ausgezeichneten Film "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" Sergeant Thompson (Guy Pearce ), der befehlshabende Unteroffizier einer Bombenentschärfungseinheit der US Army im Irak an, welche in Bagdad stationiert ist. So zählt die Einheit auch jeden Tag, den sie noch bis zu ihrer Ablösung durchzustehen haben - hier sind es zu Anfang des Films noch 40 Tage, da haben sie es eigentlich mit einem Routinefall zu tun,nämlich eine unter mehreren Müllsäcken versteckte Bombe, die Thompson und seine Einheit zu entschärfen haben. Die beiden Soldaten Sanborn ( Anthony Mackie ) und der junge Eldridge ( Brian Geraghty) sollen ihrem Sergeant den Rücken frei halten, als sich dieser in seiner dick gepanzerten Spezialweste dem Sprengsatz nähert. Da der Anzug sehr schwer ist und ihm dabei ziemlich in der Bewegung hindert, kommt Thompson nur langsam voran. Währenddessen müssen seine beiden Kameraden Ausschau nach vermeintlichen Attentätern halten, die die Bombe fernzünden könnten. Hier geht leider etwas schief. Noch bevor Soldat Eldridge den Attentäter ausgemacht hat, gelingt es diesem, per Handy die Bombe fernzuzünden - Sergeant Thompson hat so keine Chance und kommt bei der Explosion ums Leben.

Der neue Sergeant

Der Tod ihres Vorgesetzten, Sergeant Thompson, lässt die beiden Soldaten Sanborn und besonders Eldridge nicht kalt, der sich selber die Schuld am Tode Thompsons gibt.
Die generelle Gefährdung für das eigene Leben kann gerade für Angehörige einer Bombenentschärfungseinheit nochmals gesteigert werden, wenn der neue, befehlshabende Unteroffizier ein tödliches Spiel mit einem spielt.
Zu ihrer Bestürzungmüssen Sanborn und Eldrigde feststellen, dass ihr neuer Sergeant, William James ( Jeremy Renner ), genau solch eine Art Vorgesetzter ist.
Jones führt sich bei der Einheit gleich bei ihrem ersten Fall recht draufgängerisch ein. Als ob er es darauf angelegt hätte, gleich bei seinem ersten Einsatz draufzugehen, geht er in seinem ersten Einsatz ohne großes Zögern und ohne Rücksicht auf sich selber, vor allem, ohne große Absprache mit seinem Team, welches ihm Rückendeckung verschaffen soll, los, um die ihn einer Seitengasse versteckten Sprengsätze ausfindig zu machen und zu entschärfen. Tatsächlich schafft er es, wie auch immer, die Sprengsätze ausfindig zu machen und zu entschärfen. Für Sanborn ist allerdings klar: wenn sie die ausstehenden 38 Tage bis zu ihrer Ablösung lebend überstehen wollen, muss es ihm und Eldridge gelingen, Sergeant James zur Raison zu bringen...

Darsteller und Charaktere

Zu Beginn des Wirkens von Sergeant James, der von Jeremy Renner erstklassig und authentisch dargestellt wird, habe ich mir gedacht, dass der Mann irgend ein psychisches Problem hat, aufgrund dessen er irgendeine Art von Todessehnsucht verspürt - vielleicht eine Folge seines bereits schon jahrelang andauernden Kriegseinsatzes ? Dieses Bild wandelte sich jedoch, nachdem er und seine Einheit in der Wüste in einen Hinterhalt von Aufständischen geraten sind. Zweifel wurden allerdings in mir wieder geweckt, als er mit seinem Psychologen über seine Probleme sprach. Tatsächlich ist Sergeant James eigentlich ein sympathischer Bursche. Recht locker spricht er mit seinen Kameraden und freundet sich sogar mit einem irakischen Jungen an, der ihm vor dem Stützpunkt DVDs verkauft. Allerdings nimmt er besonders am Anfang kaum auf sich und andere Rücksicht und geht seinen Weg. In einem Fall setzt er z.B. einfach sein Headset ab, als ihm die Nachfragerei nach seinem Status seitens Sanborn auf den Geist geht, den beschriebenen Ersteinsatz in einer Gasse habe ich ja schon geschildert. Privat ist er zudem gefangen in einem Zustand zwischen Scheidung und der von seiner Noch-Ehefrau Gracie ( Evangeline Lilly ) ihm gegenüber erwiesenen Loyalität. Der englische Filmtitel "The Hurt Locker" ist ein Hinweis auf eine Eigenart von Sergeant James: in einer Kiste, die er unter seinem Bett deponiert hat, hat er so Dinge deponiert, die ihn fast umgebracht hätten. Dazu zählen neben zahlreichen Sprechkapseln und Handauslösern auch sein Ehering.
Psychologisch gesehen sperrt er so seinen Kummer und Schmerz in eine Kiste ein, um frei für andere Dinge werden zu können...
Dagegen ist Sergeant Sanborn ( Anthony Mackie ) aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Er ist der klassische Teamplayer, der nur in Verbindung mit seinen Kameraden "funktioniert". Daher sind ihm die Alleingänge seines Vorgesetzten, die nicht nur ihn, sondern eben auch sein Team gefährden, einfach grundsätzlich ein Dorn im Auge. Der junge Specialist Eldridge wiederum schwankt zwischen Bewunderung und Verärgerung über seinen neuen "Chef". Gerade beim Einsatz in der Wüste ist es Sergeant James, der ihm durch das Überlassen einer kritischen Entscheidung ein wenig Selbstvertrauen mitgibt. Im Laufe der Zeit schließlich wächst das anfänglich ziemlich zerstrittene Team schließlich doch zusammen, auch, wenn sich eine Entscheidung von James in einem nächtlichen Einsatz dann doch als eine Art Rückfall in alte "Draufgänger"-Zeiten herausstellt...

Was macht den Film aus

"Tödliches Kommando" gibt die Handlungen, die im Film so vor sich gehen, ohne großen Pathos und recht stark um eine realistische Darstellung bemüht wieder.
Großartige, eventuell monumentale, Musikuntermalungen in diesem Film gibt es dementsprechend nicht.Für den Realismus sorgte m.E. besonders der Drehbuchautor dieses Filmes, Mark Boal, der für seine Arbeit auch einen Oskar erhielt. Boal hatte kurz zuvor eine Reportage über den Einsatz der US-Armee im Irak gefilmt und konnte so quasi aus seinen eigenen Erfahrungen für das Drehbuch schöpfen, was dem Film auch zugute kommt.

Dabei spielt auch die Zeit, die der Trupp um Sergeant James noch hat, bis er von einer anderen Einheit abgelöst wird, mit eine große Rolle, denn es erscheint mir nur logisch, dass wohl jeder im Irak stationierter Soldat die Tage und Stunden zählt, die es noch dauert, bis er wieder nach Hause darf. Dabei wird auch in Kauf genommen, dass es in diesem Film durchaus Passagen gibt, in denen sich teilweise schonmal nichts weiter dramatisches abspielt. Zum Beispiel vergehen in dem Wüsteneinsatz des Trupps viele Minuten, in denen nur die bedrückende Stille der Wüste, das intensive, gegenseitige Belauern der nicht immer sichtbaren Gegner recht eindrucksvoll geschildert wird. Richtige "Aktion" gibt es natürlich in den Feuergefechten, die bei einigen Einsätzen immer wieder fester Bestandteil sind.

Das eigentliche Bombenentschärfen wirkt dabei wie Routinearbeit - darüber hinaus sind einige Einsätze , die teilweise an lebenden Menschen durchgeführt werden, umso dramatischer.Dabei wird auch die Unwissenheit der Soldaten deutlich, zu unterscheiden, wer denn nun Freund und Feind ist - ein grundlegendes Problem gerade dieses Kriegseinsatzes aus meiner Sicht. So ist ständiges Misstrauen der Soldaten gegenüber der einheimischen Bevölkerung an der Tagesordnung, was manche Überreaktionen , die immer wieder in den Medien zu hören sind, erklärbar macht.

Dank der passend dazu recht authentisch agierenden Darsteller ist dieser Film eine Art in Spielfilmform gepackte Abrechnung mit dem, was im Irak mit den US-Soldaten durch ihre tagtäglichen, lebensbedrohlichen Einsätze passiert - dabei macht die Aussage des Films eigentlich nur eins klar: der Krieg kann für manche Menschen zur Droge werden, die diese Menschen eigentlich hassen, aber brauchen und dabei auch abstumpfen lässt.


In Hollywood kam er gut an: 6 Oscars gabs für "Tödliches Kommando"....

.... und zwar im Jahr 2009 für die Kategorien "Bester Film", "Beste Regie" für Kathryn Bigelow, "Bestes Originaldrehbuch" für Mark Boal, "Bester Schnitt" für Chris Innis und Bob Murawsk sowie in der Kategorie "Bester Ton" und "Bester Tonschnitt".


FAZIT

Der Film "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" ist wirklich sehr sehenswert und hat aus meiner Sicht zu recht den Oskar als bester Film gewonnen.Der Film ist mit Sicherheit keine leichte Actionkost, er kann nach dem Anschauen auch ein wenig schwer im Magen liegen. Dabei kommt er ohne Pathos oder moralischen Hinweis aus, er erzählt einfach nur die Dinge, wie sie sich im Irak durchaus in realiter so oder so ähnlich abspielen könnten. Insgesamt gebe ich für diesen Film glatte fünf Sternchen und eine Empfehlung. Wer sich den Film auf DVD oder Bluray anschauen möchte, hier ein Tipp: die DVD reicht eigentlich, da die Bluray kaum nennenswerte Extras enthält...

61 Bewertungen, 16 Kommentare

  • MasterSirTobi

    19.11.2012, 20:35 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Berichte schreiben ist dir wohl in die Wiege gelegt LG und Sh

  • Venenum84

    26.12.2010, 17:10 Uhr von Venenum84
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünscht dir einen schönen 2. Feiertag!

  • Baby1

    21.11.2010, 02:37 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • misscindy

    15.11.2010, 20:32 Uhr von misscindy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht, lg Sylvia

  • anonym

    14.11.2010, 16:43 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • mima007

    11.11.2010, 21:53 Uhr von mima007
    Bewertung: besonders wertvoll

    bw. Viele Gruesse, mima007

  • Powerdiddl

    11.11.2010, 18:01 Uhr von Powerdiddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab noch einen schönen Abend, lg

  • mmlstars

    10.11.2010, 22:43 Uhr von mmlstars
    Bewertung: besonders wertvoll

    Sonnige Grüße, Melanie

  • Jennytammy

    10.11.2010, 20:58 Uhr von Jennytammy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht! Liebe Grüße, Jenny

  • morla

    10.11.2010, 19:11 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • Lanch999

    10.11.2010, 18:57 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG von Lanch999 Würd mich freuen wenn du bei meinen Berichten vorbeischaust! :D

  • XXLALF

    10.11.2010, 18:56 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und einen ganz lieben gruß

  • katjafranke

    10.11.2010, 16:06 Uhr von katjafranke
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße KATJA....

  • anonym

    10.11.2010, 15:32 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt sehr interessant - prima vorgestellt und GLG :)

  • Lale

    10.11.2010, 14:26 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~*

  • Lakisha_1

    10.11.2010, 14:22 Uhr von Lakisha_1
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht, schau doch mal bei mir vorbei, würde mich freuen. lg