Seen in Europa
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Testbericht Seen in Europa

Platz 11 in der Kategorie "Tauchgebiete".
Bewertung: Kundenbewertung 3,00 / 5,00 (3,0 von 5)
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Testbericht über Seen in Europa

Tauchen in Österreichs größtem Binnensee...

erstellt am: 13.05.2002, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Empfehlung:ja
Falls mich hier die letzten Tage jemand vermisst hat (naja, könnte ja sein...) - ich hatte mich mal wieder ein verflüchtigt um ein wenig blubbern zu gehen, und zwar mit einem Vereinsausflug zum Attersee in Österreich.

Der Attersee:

Es handelt sich dabei um den größten Binnensee Österreichs, was einer Fläche von ca. 47 km² entspricht. Er liegt im Salzkammergut, idyllisch umrahmt vom Höllengebirge im Süden und den Hügeln der Voralpen im Norden - eine wirklich schöne Gegend!
Der Attersee ist auch Österreichs beliebtester Badesee. Die Wassertemperatur ist sehr gut und im Sommer erreicht der See an der Oberfläche (!) recht angenehme Temperaturen. Jetzt im Mai ist das Baden aber nur Verrückten zu empfehlen, denen 12° Wassertemperatur nichts ausmacht.

Der Campingplatz:

Unser Campingplatz lag an der Ostküste des Sees in Seefeld, Gemeinde Steinbach. In diesem Ort befindet sich eine Art Zentrale für das Tauchen am Attersee inklusive Füllstation. Viel mehr als zwei Campingplätze hat das Nest allerdings nicht zu bieten - ein, zwei kleine Läden, einen Friseursalon, hübsche Häuschen und Lokale. Mehr nicht.
Der Campingplatz liegt (wie sollte es anders sein?) direkt am Wasser und hat eine Tauch- und eine Segelsektion. Wir machten uns natürlich in ersterer breit, mit diversen sechs Wohnwagen und ein paar vereinzelten Zelten. Ich hatte auch nur mein kleines Zelt, das mich aber vor prasselndem Regen, brennender Sonne und auch beißendem Wind ganz gut bewart hat.
Ein Stellplatz kostet pro Tag 5,50 Euro; jeder Erwachsene zahlt diesen Preis pro Tag ebenfalls, Kinder 3 Euro. Strom kostet extra. Diese Preise variieren natürlich von Campingplatz zu Campingplatz. Unserer war nicht wirklich preiswert. Eine Duschmarke kostet dort ebenfalls einen ganzen Euro.
Gelegen war der Platz allerdings recht idyllisch im Grünen, ein Hotel und ein Gasthof sind direkt angeschlossen.
Der Sauberkeit in den Toiletten und Duschen ließ ein wenig zu wünschen übrig. Es wurde nicht jeden Tag sauber gemacht, gab nicht immer frisches Klopapier und keine Seife. Warmes Wasser war aber immer vorhanden. Auch der Rasen wurde frisch gemäht während meiner vier Tage, was mir allerdins nicht sonderlich gefiel, weil dann alles vollag mit Grasfetzen - gut, dass ich keinen Heuschnupfen habe!

Das Tauchen:

Getaucht wird viel im Attersee. Für Aus- und Weiterbildung eignet er sich sehr gut. Unser Campingplatz lag direkt an einer dafür sehr viel genutzen Stelle, denn dort gibt es unter Wasser verschiedene "Stützpunkte", die angetaucht werden können: je eine Plattform befindet sich auf 5m und 10m. Auf 20m und 30m gibt es Plastikkuppeln, in denen man auftauchen kann, um mal schlechte Luft zu atmen. Überall führen Seile und Ketten hinunter, die bei der Orientierung hilfreich sind.
Außergewöhnlichen Fischreichtum braucht man allerdings nicht zu erwarten. Ich hatte Glück mit einem großen Hecht, einem wunderschönen Schwarm kleiner Forellen unter dem Bootsstieg und ein paar kleineren Barschartigen sowie einem Aal beim Nachttauchgang. Von einem großen Waller wurde mir nur berichtet, da gehört viel Glück dazu. Aber auch Tauchgänge ohne einen einzigen Fisch kommen durchaus vor. Besonders dann, wenn man sich in größere Tiefen vorwagt. Denn dort wird es wirklich "saukalt"!!! Eine Temperaturtafel zeigte an der Oberfläche 12°, auf 10m noch erträgliche 10°, dann aber nach der Sprungschicht ab ca. 15m nur noch 4-5°. Auch im Sommer erwärmen sich diese Regionen nicht wesentlich. Das empfehle ich keinem ohne Trockie!
Veranstalter versprechen für den Attersee gute Sichtweiten bis zu 30m. Tja, mag sein, aber da muss man dann wohl auch in die verdammt kalten Regionen vordringen. Bis 15m hat man jetzt im Mai kaum mal über 5m weit sehen können, es gibt genug "Gelbflossensandwühler", die ständig den Dreck am Boden aufwirbeln und die Sicht völlig versauen.
Am Campingplatz gab es eine Füllstation für die Flaschen, die aber mit gepfefferten Preisen aufwartet, eine 10l-Flasche wird man unter 7 Euro kaum wieder voll kriegen.
Positiv zu bemerken sind noch die Einstiege, von denen es mehrere sehr gut zugängliche gibt. Der See ist am Ufer immer noch sehr flach und an den verschiedenen Stegen kann man seine Flossen recht bequem anziehen. Aber auch zum Reinspringen gibt es gute Möglichkeiten. Heraus kommt man an Treppen ebenfalls recht einfach.

Fazit:

Der Attersee eignet sich gut für die taucherische Aus- und Weiterbildung, was sich auch schön mit einem Familienurlaub verbinden lässt. Was das Campen angeht sollte man Preise vergleichen, interessiert man sich allerdings für die Ausbildungsregion, muss man wohl oder übel nach Seefeld kommen.
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