Hornhauttransplantation
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Testbericht Hornhauttransplantation

Platz 16 in der Kategorie "Therapien & Behandlungen".
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Testbericht über Hornhauttransplantation

...Hornhauttransplantation (Keratoplastik)

Letzte Aktualisierung am: 19.05.2002, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Empfehlung:ja
Vor etwa 6 Jahren hatte ich an meinem linken Auge zum ersten Mal einen Augenherpes. Durch die Narbenbildung auf der Hornhaut hatte ich nur noch eine Sehfähigkeit von 8 %. Vor 2 Jahren sagte mein Augenarzt dann, er würde mich auf die Spenderliste für Hornhäute setzen, damit meine Sehfähigkeit wieder verbessert würde, denn die Narben konnte man nicht wegmachen. Also habe ich mich damals gründlichst informiert und diese Informationen möchte ich jetzt gleich hier weitergeben. Vor einem Jahr wurde ich dann von der Augenklinik angerufen, dass man eine geeignete Spenderhornhaut für mich hätte und einen Tag später wurde ich dann auch operiert. Es war zwar ziemlich schmerzhaft die Tage darauf, hat man doch immer das Gefühl einen Sandkasten im Auge zu haben, jedoch bin ich glücklich, dass die Augenmedizin so weit ist. Heute kann ich wieder 50 % auf diesem Auge sehen und der Rest wird demnächst mit einer Brille ausgeglichen. Ich bin so gut wie gar nicht mehr eingeschränkt dadurch, auch wenn ich wohl den Rest meines Lebens immer künstliche Tränen nutzen muss, aber das ist ja nun wirklich kein Aufwand im Vergleich zu dem, was ich dafür wieder bekommen habe...meine Sehkraft.

So und nun zu den Infos.


Die Hornhaut liegt auf dem Auge wie eine Art Schutzschicht, durch die wir schauen. Verletzungen, die vernarben oder auch Krankheiten die zu Vernarbungen führen (wie bei mir der Augenherpes) sind meist nicht mehr reparabel und führen zu einer starken Einschränkung der Sehfähigkeit. Hier kommt dann die Hornhauttransplantation zur Geltung. Das heißt, man tauscht das kranke Gewebe durch eine gesunde und klare Hornhaut aus.

Wie bei den meisten Organspenden ist auch eine Hornhautspende nur möglich in einem Todesfall. Wird die Spenderzentrale über so einen informiert, setzen diese sich mit den Angehörigen in Verbindung und erklären ihnen die Möglichkeiten einer Spende. Im Gegensatz zu anderen Organen können Hornhäute bis zu 76 Stunden nach dem Tod entfernt werden, so dass die Angehörigen genügend Zeit haben, sich alles zu überlegen.
Stimmen diese dann zu, werden die Spenderorgane entfernt und in die Hornhautbank transportiert. Dort werden die Hornhäute genaustens untersucht, um Krankheitsübertragungen aus zu schließen und auch um ihre Transplantationsfähigkeit zu testen, denn es werden nur optimale Transplantate weitergegeben.
Sind alle Vorraussetzungen gegeben, kommen die Hornhäute in eine Art Nährlosung, die die Transplantate nicht nur mit Nährstoffen versorgt, sondern sie auch keimfrei hält. Außerdem wird eine Temperatur von 37 Grad Celsius beibehalten, also ca. Körpertemperatur, so dass eine „Überlebensdauer“ von etwa 4 Wochen gewährleistet ist. Dadurch haben die Hornhautbanken den Vorteil, dass sie ohne Zeitdruck die passenden Empfänger ausfindig machen können, diese planmäßig in die Klinik bestellen können und ohne große Hektik die Operation vorbereiten können, wie es ansonsten bei den Organspenden nicht der Fall ist.
Jährlich werden in Deutschland etwa 4000 Hornhauttransplantationen durchgeführt. Es besteht jedoch ein weitaus höherer Bedarf, der leider durch mangelnde Aufklärung der Bevölkerung nicht gedeckt ist. Viele Menschen haben auch Angst vor einer Organspende durch die „Geschichten“ die durch die Medien gehen usw.

Eine Hornhauttransplantation ist mittlerweile genauso ein routinemäßiger Eingriff, wie die Entfernung eines Blinddarms oder ähnliches. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 90 %. Verschlechtern kann sich ja in dem meisten Fällen eh nichts, ist man doch sowieso stark in der Sehstärke eingeschränkt und durch solch einen Eingriff ist die Chance, wieder etwas sehen zu können doch sehr hoch.
Bei der Operation wird der „kranke“ Teil der Hornhaut herausgeschnitten und durch die neue Hornhaut ersetzt. Das Transplantat wird mit sehr dünnem Nahtmaterial „befestigt“. Die Operation wird, wie sich jeder denken kann, unter einem Mikroskop gemacht. Der Faden bleibt in der Regel etwa 9 – 12 Monate im Auge, eh er dann, wegen der Gefahr einer Hornhautverkrümmung, wieder entfernt wird. Die „lange“ Dauer ist jedoch nötig, da die Hornhaut keinerlei Blutgefässe etc. vorweisen kann und somit die Heilung entsprechend lange dauert.
Es empfiehlt sich, nach der OP ca. 5 Tage in der Klinik zu bleiben, damit eine entsprechende Nachversorgung garantiert ist. Danach sollte man regelmäßig zum Augenarzt gehen. Außerdem ist eine gewisse Disziplin nötig, muss man doch regelmäßig das Auge Salben, was man auch wirklich einhalten sollte, um unnötige Komplikationen zu vermeiden.
Die Erfolgsrate liegt im optimalen Fall bei 95 %, jedoch gibt es auch Fälle wo bis zu 4 – 5 mal nachtransplantiert werden muss. Dies kommt aber wirklich sehr selten vor.


Wie bereits gesagt, ich selber habe diese OP bereits hinter mir und ich kann jedem Betroffenen nur Mut machen. Ich hatte keinerlei Probleme und ich wurde auch bereits nach einem Tag wieder aus der Klinik entlassen. Man muss jedoch diszipliniert sein und wirklich drauf achten, dass man die Medikamente regelmäßig nimmt und auch die Augentropfen und Salben gewissenhaft nutzt. Dies ist am Anfang etwas lästig, aber es wird immer weniger und man weiß ja schließlich, wozu man es tut. Man will doch endlich wieder richtig sehen können!!!
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Talidea
Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
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apfeltee
apfeltee, 13.05.2002

War die Wartezeit von einem Jahr schnell Durchschnitt oder eher lange ?
Wuumlrde mich mal interessieren....
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