Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Fresskoma.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Bei dem Animationsfilm
==="Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen"=== erging es mir sehr sehr ähnlich ~ wobei ich ebenfalls sagen muss, dass ich schon von der Vorschau her nicht sonderlich angesprochen wurde. Die Idee, einen Außenseiter zum Helden zu machen schön und gut ~ aber eben auch schon zigfach gesehen. Darüber hinaus konnte ich mir unter der Handlung nichts wirkliches vorstellen.
Dass ich schlussendlich nun doch diesen Film gesehen habe, verdanke ich mal wieder meiner liebsten LoloMay, die mir das Ganze ans Herz und schließlich in einen Karton packte. So wirklich stand mir der Sinn anfangs nicht danach, doch als mein Kopf immer voller von äußerlichen Diskrepanzen wurde, dachte ich, dass der Zeitpunkt gekommen sei, um mal wieder etwas seichtes-leichtes zu gucken.
Doch, sieh an ~ so seicht sind die anderthalb Stunden dann gar nicht mal.
Schon bei den ersten gesprochenen Filmsätzen fühlte ich mich in den Bann gezogen; konnte mich in die Figur Flint Lockwood, der weder von seinen Mitschülern noch von seinem Vater je ernst genommen wird, absolut hineinversetzen. Flint hat vermeintlich großartige Ideen, die jedoch zu guter Letzt stetig nach hinten losgehen.
Nachdem seine Mutter stirbt und er mit seinem gefühlsbehinderten Vater allein aufwächst, zieht Flint sich noch mehr in seinen eigenen Laborraum zurück. Die Lage am Wohnort ist nicht minder ernst: die Stadt hat nicht mehr als Sardinen zu bieten ~ die inzwischen keiner mehr importiert haben will. Somit sind die Bewohner dazu verdammt, all jene selbst zu essen. Logisch, dass Flint auch hier eine rettende Idee zu haben meint: er erfindet eine Maschine, die Wasser in Lebensmittel verwandeln soll. Tatsächlich scheint diese nach einem brachialen Unfall zu funktionieren ~ und Flint wird kurzzeitig zum Held.
Quasi so lange, bis die Moral der Geschichte einsetzt: es muss irgendwann auch einfach mal „genug“ sein.....
===Die Umsetzung=== basiert auf einer Comicvorlage und wurde von Regisseur bzw. Drehbuchautor Chris Miller & Phil Lord verwirklicht. Die Bilder sind recht farbenfroh, die Charaktere allesamt schrullig und auf ihre eigene Art liebenswert ~ wenn nicht sogar in obendrein andersherum.
Interessant wird die Story so richtig, als die junge TV-Reporterin Sam Sparks anreist, um ihr eigenes Erfolgserlebnis zu verwirklichen. Man ahnt recht schnell, dass auch sie ein Geheimnis hat, lässt sich jedoch allzu gerne von ihrer Geschichte berühren und fiebert der kleinen Romanze zwischen ihr und Flint regelrecht entgegen. Weiterer Knackpunkt stellt insbesondere die diffizile Vater-Sohn Beziehung dar.
Durch kleinere Szenen erfährt der Zuschauer, dass Flint schon als kleines Kind von der Art seines Vaters überfordert war, nie so recht verstand, was dieser ihm mit seinen Fischerei-Metaphern sagen wollte und deswegen in Tränen ausbrach. Und ja, dies geht unter die Haut.
Flint's Vater wünscht sich, dass dieser in seine Firma einsteigt; ein Unterfangen, zu dem Flint so gar keine Lust hat. Dass er mit seiner Verweigerung seinen Vater verletzt, scheint er lange überhaupt nicht zu bemerken. Was ebenfalls für melancholisches Bildgut sorgt.
Natürlich handelt es sich bei „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ vorrangig um ein amüsantes Werk; und doch kommt die erforderliche Ernsthaftigkeit keineswegs zu kurz. Selbst ich in meinem „jenseits der empfohlenen Freigabe befindlichen Alters“ hatte an vielerlei Stellen Spaß; wenngleich ich einräumen muss, dass mir gleichermaßen wenige Momente zu überzogen erschienen. 6 jährige hingegen, die sich Dank der freiwilligen Selbstkontrolle bereits ins Kino plöppen durften, dürften zweifellos mehr begeistert sein. Die „nebenbei Info“, dass Fast-Food ganz und gar nicht so hurra ist, wie es auf dem ersten Blick den Anschein macht, hat natürlich definitiv was für sich ~ wobei ich für meinen Teil zu bezweifeln wage, ob jenes den jungen Zuschauern überhaupt so vehement vermittelt wird, wie man als Erwachsener schlussfolgern könnte. Nichtsdestotrotz sorgt insbesondere die Figur des Bürgermeister dafür, dass man rasch an die kulinarische Grenze gerät: dieser nimmt mehr und mehr zu, stopft gierig alles in sich hinein ~ ein Umstand, der fast nur noch durch das „Fresskoma“ seitens des selbst schon zuckersüßen Sohn des Sheriffs getoppt wird.
An für sich erhält „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ rasch eine Wendung ~ es kristallisiert sich heraus, dass die Maschine sich mehr und mehr zu verselbständigen weiß und somit die Stadt unter gigantischen Essensbergen zu begraben droht. Somit erhält der Film eine actionreiche Wendung, die vermutlich insbesondere die Jungs unter den Guckern ansprechen dürfte.
Zugegeben: ohne diese Idee hätte dem Film ein besonderer Schliff gefehlt, eine Entwicklung, auf die das Ganze hinausläuft.
Ich persönlich habe allerdings trotzdem etwas zu mosern: für meinen Geschmack zieht sich die explizite Rettungsaktion ein wenig zu lang hin. Besonders sympathisch zwar der „sprechende“ Affe Flint's, der hin und wieder für ein paar wohlplatzierte Schmunzler sorgt, doch im weiteren Zusammenhang reizt sich mancherlei fast schon aus. Hinzu kommt wohl, dass der Witz rund um den Wunsch nach Gummibärchen von Anfang an an mir vorbei ging ~ doch selbst ohne die Beachtung dessen erschien mir der Flug zur Maschine ein wenig (zu) langatmig.
===Summa summarum=== bereue ich keineswegs, den Film gesehen zu haben. Das ein oder andere geht wahrlich zu Herzen, während ich persönlich mit nur wenigen Szenen nicht sonderlich warm wurde. Die fliegenden Ratten, die Flint einstig „versehentlich züchtete“, begeistern mich hingegen nach wie vor, ähnlich dem Umstand, dass Mr. T. einer Figur in der Originalfassung seine Stimme lieh. Da hat man zwar als deutsch-Gucker nicht viel von, aber sympathisch ist es trotzdem.
Zu guter Letzt kann man über die FSK6-Einstufung nicht moppern; das Gesehene ist durchaus kindgerecht und würde von mir mit gutem Gewissen entsprechenden Altersgruppen vorgesetzt werden. Selbst jenen, die ich lieb habe.
Ergo des Ergos:
Kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss; doch wer will, der kann frohen Mutes zur Leihversion greifen. Oder, je nach Rockefeller-Status, sich direkt die DVD zulegen. 4 Sternchen und eine sowohl-als-auch Empfehlung.
45 Bewertungen, 12 Kommentare
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13.02.2011, 12:27 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollMeine Meinung kennst du ja schon .. :)
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12.02.2011, 18:41 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende lg. petra
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12.02.2011, 17:02 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Gruß, KATJA
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12.02.2011, 15:15 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönes Wochenende und lieben Gruß aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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12.02.2011, 15:11 Uhr von austin77
Bewertung: sehr hilfreichIch lese bei dir und du bei mir, so macht yopi Spaß. Liebe grüße
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12.02.2011, 14:38 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichEin schönes Wochenende wünscht Sigi
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12.02.2011, 13:36 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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12.02.2011, 13:17 Uhr von Agrippa07
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße.................Agrippa07
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12.02.2011, 12:34 Uhr von babygiftzwerg
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir ein schönes Wochenende. LG Ulrike
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12.02.2011, 11:58 Uhr von dsander
Bewertung: sehr hilfreichMit besten Grüßen von David
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12.02.2011, 11:19 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichein schönes wochenende, simone
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12.02.2011, 11:17 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
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