Aus der Vielzahl von Hitler-Biographien unterschiedlicher Güte sind als Meilensteine der Geschichtsschreibung besonders Alan Bullocks machiavellistische Interpretation Hitler. A Study in Tyranny (zuerst erschienen London 1952; deutsch zuerst Düsseldorf 1953) sowie der v.a. sprachlich-stilistisch hochstehende und zudem Hitlers Weltanschauung als Faktor ernstnehmende Klassiker Hitler. Eine Biographie von Joachim Fest (zuerst Frankfurt a.M. 1973) herauszuheben.
Als letzten großen Wurf zum Thema verfasste der britische Historiker Ian Kershaw eine zweibändige Hitler-Biographie (zuerst mit den Titeln Hubris und Nemesis London 1998/2000; deutsch: Stuttgart, München 1998-2001), die über den Protagonisten hinaus eine Geschichte des NS-Bewegung und der deutschen Gesellschaft zu Lebzeiten Hitlers darstellt und inzwischen zum Standardwerk geworden ist. In brillianten Vorstudien, etwa der Hitler-Mythos (Stuttgart 1980) und Hitlers Macht (München 1992) sowie in zahlreichen Aufsätzen hatte sich Kershaw bereits der Erforschung des Nationalsozialismus gewidmet und ließ die Erkenntnisse aus diesen Werken auch in seine Hitler-Biographie einfließen.
Bereits die gebundene deutsche Erstausgabe der Deutschen Verlagsanstalt war in drei Teilbände gegliedert – zwei Darstellungsbände 1889-1936 bzw. 1936-1945 und ein Registerband. Diese Aufteilung wurde vom Deutschen Taschenbuchverlag auch für die Taschenbuchausgabe (München 2002) übernommen. Dabei verfügen die beiden Hauptbände jeweils über ein Abkürzungsverzeichnis und Personenregister. Im separat erhältlichen Registerband, bearbeitet von Martin Zwilling, sind auf 103 Seiten ein Sachregister, ein Gesamtpersonenregister und wiederum ein Abkürzungsverzeichnis enthalten. Das Sachregister erschließt Orte, Organisationen und Institutionen, Begriffe, Verordnungen und markante Ereignisse.
Die Integrierung aller dieser Kategorien in ein ausführliches und umfangreiches Sachregister - das allein über 70 Seiten ausmacht - ist nur aus der Verschlagwortung heraus nachvollziehbar. So sind z.B. unter "Italien" auch Sachbegriffe wie "Faschistischer Großer Rat" aufgelistet. Eine größere Übersichtlichkeit wäre aber wünschenswert gewesen. Auch hätte es durchaus den dritten Band aufgewertet, wenn zusätzliches Bild- oder Kartenmaterial untergebracht worden wäre. Insgesamt bietet der Registerband für die inhaltliche Arbeit mit Kershaws Biographie oder um bestimmte Passagen nachzuschlagen, einen gewissen Nutzen (nach meiner Erfahrung reicht dafür aber normalerweise ein chronologisches Vorgehen oder das Personenregister in den Einzelbänden aus). Ohnehin ist diese zusätzliche Anschaffung nur für die Leser interessant, die sich nicht das Komplettpaket im Pappschuber gekauft haben.
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