Nein, unter dem Titel ,,Leitfaden für die Weltherrschaft‘‘ erwartet euch weder ein ausgeklügelter Plan einer Terrororganisation, noch ein Buch eines übermütigen Politikers, sondern einfach ein Testbericht über ein Spiel für meine Xbox 360. ,,Leitfaden für die Weltherrschaft‘‘, so heißt nämlich der Titel des Handbuches von ,,Overlord‘‘ und dieser Titel beschreibt das Spiel an sich sehr gut.
Bitte wundert euch nicht über die Länge dieses Berichts (es ist mein Längster bislang), denn ich finde ein so außergewöhnliches Spiel verdient eine gerechte und außergewöhnliche Kritik.
~~ Inhalt ~~
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I. Der Hersteller
II. Der Kaufanreiz
III. Kurzübersicht
IV. Die Hülle
V. Der Einstieg
VI. Das Handbuch
VII. Der Langzeitspaß
VIII. Die Steuerung
IX. Die Grafik
X. Der Sound
XI. Das Spielprinzip
XII. Die Künstliche Intelligenz
XIII. Die Missionen
XIV. Die Rätsel
XV. Die Spielwelt
XVI. Die Waffen
XVII. Gegenspieler
XVIII. Erweiterungen
XIX. Xbox-Live-Erfolge
XX. Preis-Leistungs-Verhältnis
XXI. Für- und Wider
XXII. Zielgruppe
XXIII. Alternativen
XXIV. Das Fazit
~~ Der Hersteller ~~
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Triumph Studios
Phoenixstraat 66
2611 AM Delft
KÖNIGREICH DER NIEDERLANDE
Die Triumph Studios sind ein in den Niederlanden ansässiges Softwareunternehmen mit knapp fünfzig Angestellten. Die Firma existiert seit 1997 und hat bis heute zwei Spieleserien entwickelt. Angefangen hat alles mit dem rundenbasierten Strategiespiel ,,Age of Wonders‘‘, eine etwas taktischere Variante des bekannten ,,Heros of Might and Magic‘‘, von dem es bislang vier Teile gibt. Ein weiteres Projekt ist die hiermit beginnende Overlord-Serie (auf Deutsch: Oberlehnsherr). Sie beherbergt zwei Teile mit jeweils einer Erweiterung. Hiermit hat alles begonnen!
~~ Der Kaufanreiz ~~
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Ab und zu schaue ich mal bei Xbox Live was es so neues gibt. Als 2007 nun Overlord für die Xbox 360 erschien habe ich auch die Demo dazu angespielt und das Spiel ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Allerdings bin ich nur ganz selten bereit für ein Spiel den vollen Preis von fünfzig oder sechzig Euro auszugeben. Nur bei einigen legendären Spieleserien wie zum Beispiel Final Fantasy oder Halo mache ich da eine Ausnahme. Overlord gehörte nicht dazu.
Mit der Zeit, immer wenn ich ein Spiel durchgespielt habe, schaue ich mich nach einem neuen um. Gute Orte um günstig an Spiele zu kommen sind immer Amazon oder auch Ebay. Beim durchstöbern bin ich dann auch bei Overlord wieder hängen geblieben und habe mich an die Demo erinnert. Deshalb schlug ich dann hier vor kurzem für gut zehn Euro zu. Ein Preis, der eher für ein Spiel gerechtfertigt ist.
Es war mal ein böser Herrscher, ein Overlord, doch dieser wurde vor langer Zeit von sieben guten Helden besiegt. Doch im Laufe der Zeit sind diese den sieben Todsünden verfallen. Daher kommt nun ein neuer Overlord, den ihr spielen werdet, der diese sieben Helden besiegen will / kann / muss.
Doch ein neuer böser Herrscher wird wohl kaum sich selber die Hände schmutzig machen. Daher hat dieser kleine Helfer, im Spiel Schergen genannt, die im loyal bis in den Tod beiseite stehen, und die er herum kommandieren kann. Von diesen gibt es vier unterschiedliche Typen, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Jeder Typus hat eigene Stärken und Schwären. Während man am Anfang des Spiels kaum etwas falsch macht, wenn man einfach alle auf die nächste Gegnerhorde hetzt, wird das Spiel im Laufe viel taktischer und auch die Anzahl der mögliches Schergen, die gleichzeitig kommandiert werden können, steigt.
Ob man nun wirklich zu dem absoluten Bösen auf der Welt wird, oder doch auch noch ein Funken Gutes in sich bewahrt, bleibt dem Spieler überlassen, auch der Spielverlauf wird von solchen Entscheidungen beeinflusst, wenn auch nicht sehr stark.
Im Grunde ist Overlord ein Action-Adventure mit starken Taktikelementen. So wird im Grunde jede Aufgabe von den Schergen übernommen und man selber steht eigentlich die ganze Zeit nur im Hintergrund und erteilt seine Befehle. Dabei werden Gegner besiegt, Häuser geplündert, Gärten verwüstet und teils doch recht anspruchsvolle Rätsel gelöst.
Dabei ist auch wichtig das die Schergen deutlich kleiner sind als der Overlord und daher Orte erreichen können, die für den Overlord unerreichbar sind.
~~ Die Hülle ~~
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Oft ist ein entscheidendes Kaufargument die Optik der Verpackung. Wobei ich hier Schlichtheit á la Final Fantasy bevorzuge. Die grüne DVD-Hülle zeigt im Hintergrund den im Bau befindlichen Turm (vergleiche hierzu: ,,Die Spielwelt‘‘). Im Vordergrund ist ein von Schergen umwimmelter Overlord zu sehen, der recht aggressiv und dominant wirkt. Der Titel des Spiels ist in Großbuchstaben am oberen Rand angegeben. Alles ist in einem dämonisch wirkenden Rot gehalten.
Die Rückseite macht einen ähnlichen Eindruck und lässt mit Sprüchen wie ,,Denke böse, tue Böses, und übernimm die Kontrolle über alles und jeden‘‘ oder ,,Werde zum mächtigsten Wesen auf der Welt, und nimm dabei keine Rücksicht auf Verluste‘‘ das Dämonenherz höher schlagen.
Gelungen ist der Cover in der Hinsicht, dass er einen Ausblick auf das Spiel an sich machen soll auf jeden Fall, aber durch diesen Rotton und die Sprüche auf der Rückseite lässt es zwar erahnen, dass es anders ist, als andere (gewöhnliche) Spiele, aber ein ,,das-muss-ich-haben-Gefühl‘‘ kommt dabei nicht auf.
~~ Der Einstieg ~~
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Hat man die Overlord-DVD ins Laufwerk seiner Xbox 360 befördert, beginnt das Spiel auch gleich mit einem recht ausführlichen Tutorial. Es beginnt mit der allgemeinen Steuerung und geht dann immer weiter ins Detail. Alles wird dabei anschaulich von euerm ,,Schergenmeister‘‘ erklärt. Wichtig und gut gelöst dabei ist, dass euch das Tutorial ,,nur‘‘ vorbereitet, aber euch freie Hand bei der Wahl eure Strategien lässt, euch eben nur sagt, wie man es machen kann, nicht wie man es machen muss.
Auch wird nichts vom Spiel selber vorweg genommen, sondern neue Elemente, wie die anderen Schergenklassen werden dann im Laufe des Spiels nach und nach erklärt. Hier werden allerdings auch bewusst Informationen weggelassen wie genau alles hier funktioniert. Etwas muss man ja schließlich auch durch Erfahrung erlernen.
Gekonnt von den Entwicklern war auf alle Fälle auch, dass das Tutorial selbst schon guten Spielwert besitzt und auch an sich sehr gut in das Hauptspiel integriert ist. Kurz um es leitet gut an, nimmt einem aber nicht das Denken ab und macht auch noch Lust auf mehr. Gut gemacht von den Niederländern!
~~ Das Handbuch ~~
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Eine willkommene Ergänzung zu dem Tutorial ist das Handbuch, das den selben Titel trägt, wie dieser Bericht hier. ,,Overlord – Leitfaden für die Weltherrschaft‘‘ heißt es hier. Ein sehr humorvoller aber auch sehr passender Titel. Es ist gut dreißig Seiten ,,stark‘‘ und komplett in Deutsch, aber auch in schwarz-weiß gedruckt. Es erklärt verständlich zunächst den Anfang der Geschichte und die Steuerung, geht dabei aber auch bewusst tiefer in die Materie hinein. Später wird dann noch auf die einzelnen Schergen eingegangen und weiter kleinere Punkte vertieft. So kann man sagen, dass man mit dem Tutorial in Verbindung mit diesem Handbuch super auf das Spiel vorbereitet wird. Dabei kann das Handbuch das Tutorial nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.
Anbei ist auch noch ein sehr wichtiger DIN-A-4-Zettel der eine ganz grobe Übersichtskarte der Gebiete im Spiel zeigt. Diese ist sowohl in Deutsch, als auch Humorvoll gestaltet, doch hätte in vielerlei Hinsicht größer ausfallen können und dann auch Detailreicher sein können, vor allem weil es im Spiel selber keine Orientierungskarte gibt (vergleiche dazu Punkt ,,Die Grafik‘‘).
~~ Der Langzeitspaß ~~
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Im Laufe des Spiels macht Overlord einen recht drastischen Wandel mit. Während es am Anfang quasi ein sehr arcadelastiges Spiel ist in dem einfach alle Schergen auf den nächstbesten Gegner stürmen und das schwerste Rätsel darin besteht eine Speiche zu finden, die keine hundert Meter von dem Rad entfernt liegt. Doch das bleibt nicht so. Spätestens wenn man die dritte Schergenklasse beherrscht wird das Spiel sehr taktisch. Die Rätsel werden dabei teilweise so komplex, dass man recht lange überlegen muss, was die Entwickler denn jetzt wie haben wollen. Dieser Wandel lässt den Spielspaß doch erst mal ziemlich in die Brüche gehen. Man muss sich erst an das neue Spiel gewöhnen und auch darauf einlassen, bis der Spielspaß dann mindestens in altem Glanz wieder neu erstrahlt und dann auch dieses Level gut halten kann. Die Kämpfe rücken zunehmend in den Hintergrund und die Rätsel kommen in den Fokus.
Sehr gut finde ich auch die Geschichte des Spiels. Zwar ist sie an gewissen Stellen in ihren Grundzügen zu erahnen, aber ab und zu kommen sehr geschickt in das Spiel eingestreute Wendungen, so dass allein die Geschichte einen guten Grund bietet, das Spiel weiter zu spielen.
~~ Die Steuerung ~~
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Die Steuerung ist von Anfang an gut durchdacht und bietet dem Spieler vielfältige Möglichkeiten ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Doch man muss sich auch erst einmal daran gewöhnen.
So steuert man, wie von vielen anderen Spielen gewohnt mit dem linken Analogstick den Protagonisten, den Overlord. Start und Back sind auch mit dem Pausemenü bzw. einer Missionsübersicht belegt. Das Digikreuz wählt einen Zauber aus, von denen es passender Weise vier Stück in unterschiedlicher Evolution gibt. Der Linke Trigger visiert ein Ziel an und mit den A, und X Tasten werden Zauber gewirkt, bzw. physische Angriffe vorgenommen.
Soweit so gut, eine solche Steuerung ist zur Genüge von andern Spielen des Genres bekannt. Die Größe und auch gewöhnungsbedürftige Änderung ist das mit dem rechten Analogstick nicht die Kamera sondern die Schergen gesteuert werden. Die Kamera kann nur mit dem Analogstick in Verbindung mit der Taste LB verändert werden. Vor allem am Anfang führt das (leider) oft zu nicht gewollten Aktionen der Schergen.
Dann wird noch die Taste RB zum Auswählen einzelner Schergenklassen verwendet, mit RT werden diese dann auf ein Ziel angesetzt. Mit B (je nach dem wie lange diese Taste gedrückt wird) werden die Schergen nach und nach zurückgerufen. Und zuletzt kann man mit Y Sammelpunkte setzten. Vor allem ab Mitte des Spiels eine sehr sehr wichtige Taktische Funktion, ohne die später keine Kämpfe mehr gewonnen werden können, denn einzelne Schergenklassen müssen separat entsprechend ihrer individualen Kräfte positioniert werden.
So kann man von der Steuerung zunächst nur sagen, dass sie doch recht lange Eingewöhnungsphase mit sich bringt, aber ich selber wüsste auch keine bessere Konfiguration.
~~ Die Grafik ~~
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Am Anfang bekommt man einen riesen Schrecken, wenn man sich die Grafik genauer betrachtet. Sie wirkt sehr übersteuert, sehr aufdringlich. Alles ist einfach zu bunt. Aber wenn man länger drüber nachdenkt wird man merken, dass das gewollt ist und sich auch nicht durch das ganze Spiel hindurch zieht. Es ist ein gekonnter Spagat zwischen einer Art Comic-Grafik und realwirkende Zeichenkunst. Man muss sich dran gewöhnen, aber nach einer Eingewöhnungsphase kann man auch die recht großen grafischen Unterschiede zwischen einzelnen Teilen der Welt genießen und den Sinn dahinter erkennen.
Grafikfehler tauchen leider auch hin und wieder auf. Sei es dass Schergen oder Gegner sich auf einmal in einer Wand befinden, oder auch mehrere Gegner ineinander zu seien schein. Was optisch nach nur einem Gegner aussieht, kann sich hin und wieder auch als eine ganze Schar von eben diesen entpuppen. Selbst Schätze wie Waffen und Gold sind manchmal an unerreichbaren Stellen aufgetaucht... Das finde ich sehr schade, auch wenn es den Spielverlauf eigentlich gar nicht behindert, aber es trübt diesen leider doch sehr.
Ein weiteres Manko ist hier, dass es keine Karte im Spiel selber gibt, sondern nur die am Anfang erwähnte kleine gedruckte Karte. Das finde ich sehr schade, denn hier geht meiner Meinung nach auch einiges an Spielspaß flöten, weil vor allem am Anfang die Orientierung quasi gar nicht vorhanden ist und man mehr oder weniger blind herumläuft. Erst wenn man die Spielwelt sowieso schon halbwegs im Kopf hat, kann man die gedruckte Karte halbwegs verwenden, da sie in spielerischer Hinsicht nicht wirklich gutgelungen ist.
~~ Der Sound ~~
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Das was aus den Boxen kommt geht im Spiel sehr oft unter, sei es weil man gerade eine Taktik anhand der Umgebung für den nächsten Kampf überlegt, oder sich gerade in einer sehr hektischen Phase befindet, weil der Plan vielleicht doch nicht so klappte, wie man es sich vorgestellt oder gewünscht hätte. Falls man doch mal die Zeit finden sollte und auf den Ton achtet wird man feststellen, dass es keine klassische Hintergrundmusik gibt. Aber eine Totenstille bekommt man auch nicht serviert. Primär gibt es zunächst natürlich die klassischen und je nach Karte unterschiedlichen Umgebungsgeräusche wie Vogelgezwitscher oder Wasserrauschen. Diese sind auch durch die Bank gut gelungen. Zwar werden die Raumklangeffekte nicht dem eines Halo 3 Konkurrenz machen, aber man kann dennoch gut orten wo was ist.
Daneben gibt es noch reichlich akustische Interaktionen die von den Schergen ausgehen. Vor allem die Dialoge sind sehr witzig gemacht. So geben sie ein ,,Feuer tut ihm nicht weh‘‘ bei einem feuerresistenten Gegner von sich. Auch ein ,,Geht nicht kaputt‘‘ hört man immer wieder, wenn etwas zäher ist, als der Scherge es erwartet hatte. Super!
~~ Das Spielprinzip ~~
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Was macht ein gutes Action-Adventure aus? Interessante Rätsel gepaart mit etwas Strategie und einer Prise taktischer Kämpfe. Und wenn man gerade nicht am Rätsellösen oder Kämpfen ist, sucht und sammelt man Gegenstände wie Waffen, Upgrades oder Geld. Hört sich an wie ein neuer Tomb Raider Teil, und tatsächlich hat Overlord einiges gemeinsam mit der berühmten britischen Archäologin, nur das die Geschicklichkeitsteile fehlen. Aber dafür hat man hier die Schergen, die ein komplett neues, bis dato unbekanntes Element in das Genre hineinbringen.
Wenn man Action-Adventures mag und auch gerne mal einen etwas taktischeren Kampf bestreitet, wird man Overlord mögen. Es verbindet auf eindrucksvolle Art und Weise altbekannte und altbewehrte Elemente mit etwas ganz neuem, etwas einzigartigem. Es ist eine wirklich geniale Idee ein solches Spiel zu entwickeln und dafür erhalten die Entwickler auch meinen vollen Respekt!
~~ Die künstliche Intelligenz ~~
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Während in reinen Actionspielen die künstliche Intelligenz etwas im Hintergrund zu verschwinden scheint, weil man einfach nur stupide und ohne groß Nachzudenken das Spiel meistern will und auch kann, ist diese Intelligenz in taktisch betonten Spielen umso wichtiger. Man muss einfach wissen, wer wie warum agiert um die siegreiche Strategie zu finden, und hier muss ich Overlord einfach was abziehen.
Das Spiel selber baut zwar darauf auf, dass die Schergen etwas dumm sind, aber das ist noch maßlos untertrieben. Im Grunde sind die braunen Schergen (Kämpfer) einfach nur blöd. Sie machen das was sie machen sollen zwar im Grunde gut, wie zum Beispiel das Kämpfen oder Plündern. Dabei nehmen sie oft sich auf dem Weg befindliche Gegenstände mit und gehen selbst meistens den optimalen Weg in so fern dieser nicht zu komplex ist. Leider fangen sie aber auch oft mitten im Kampf auf einmal an Blumen etc. zu attackieren, und sind derweil natürlich leichte Beute für die Gegner. Leider kommt es aber auch oft vor, dass sie einfach gerade aus in den Tod (Feuer, Wasser etc.) laufen. Aber im Grunde kann man mit ihrer Intelligenz leben.
Schlimmer dagegen sind die anderen Schergentypen. Vor allem die Blauen (Heiler). Nicht nur das sie einfach wichtige Gegenstände auf dem Boden liegen lassen, meistens sogar wenn man diese explizit darauf hinweist. Dann auch noch laufen sie quasi überall wo sie es können in den Tod. Und selbst die Heiler heilen anscheinend nur, wenn sie gerade Lust dazu haben...
Aber die Gegner sind auch oft nicht großartig besser. Auch bei ihnen gibt es quasi keine Organisation und sie attackieren einfach das nächst beste Ziel. Das ist bei Zombies ja noch in Ordnung, aber von gediegenen Rittern erwarte ich was Besseres....
~~ Die Missionen ~~
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Selten habe ich in einem Spiel solche abwechslungsreichen Missionen gesehen. Auch bekommt man immer den Eindruck, dass diese durchweg von den Entwicklern mit Liebe erstellt wurden. Missionsziele sind zum Beispiel: ,,Störe die Party‘‘ oder auch ,,Entscheide, was mit den Elfenfrauen geschehen soll‘‘.
Ja, man kann wirklich teilweise entscheiden, was man machen will. Auf die Story wirkt sich das zwar nicht aus, aber dennoch auf das Umfeld. Wenn man nämlich immer ein ,,guter Overlord‘‘ war, entgegnen einem die Bewohner immer mit sehr viel Achtung und Ehrfurcht. Sollte man jedoch immer sehr eigensinnig handeln, dann ist man natürlich nicht beliebt. Ein lustiges Feature.
Das Erreichen des Missionsziels ist aber nicht immer einfach oder ersichtlich. Allerdings gibt einem das Spiel sehr oft Hinweise, wie das Ziel erreichbar ist, aber ohne dem Spieler das Denken komplett abzunehmen. Im Laufe des Spiels wird teilweise selbst das Öffnen eines Tores sehr komplex und es kommen immer neue Rätselelemente dazu.
~~ Die Rätsel ~~
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Während des Spiels werden auch sehr viele Rätsel begegnen, um zum Beispiel eine Tür zu öffnen, ein Objekt (welche ein elementares Spielelement sind) zu erreichen oder auch einen speziellen Gegner zu besiegen.
Diese sind am Anfang des Spiels immer noch sehr einfach gestrickt. Gegner können durch stupides Draufgekloppe besiegt werden. Türen besitzen in aller Regel ein Drehrad als Öffnungsmechanismus nur unweit von der Tür selber entfernt und dies ist auch einfach erreichbar. Später im Spiel ist es allerdings häufig so, dass Teile dieses Drehrades fehlen, die erst noch zusammen gesucht werden müssen, oder dass die Tür gesprengt werden muss. Dazu muss man natürlich erst mal die ,,Bomben‘‘ suchen. So kann es sein, das man zum Öffnen einer einzelnen Tür Stunden benötigt, aber das alles ohne dass das Spiel langweilig wird. Man muss sich allerdings auf die immer komplexer werdenden Rätsel einlassen, die auch immer mehr und taktischere Kämpfe und weitere Laufwege beinhalten.
~~ Die Spielwelt ~~
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Die Spielwelt (ohne Ad-Ons) besteht aus sechs streng von einander getrennten und sehr unterschiedlichen Teilen, die alle im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Sie unterscheiden sich alle sehr voneinander. So trifft man im Laufe der Zeit auf einen knallig-bunten Spieleabschnitt, der auch aus einem Märchenfilm stammen könnte. Ein weiterer Abschnitt ist eine von Zombies bewohnte mittelalterliche Stadt, die einen eher grusligen Eindruck hinterlässt.
Alle Spielwelten sind jedoch recht klein, aber dennoch sehr unübersichtlich (was nicht zuletzt an der fehlenden Orientierungskarte im Spiel liegt). So verläuft man sich nicht nur am Anfang. Dazu kommt noch dass einige Abschnitte direkt miteinander verbunden sind, einige nur über einen zentralen Ausgangspunkt erreichbar ist und es noch ganz viele kleine Miniwelten, wie Höhlen gibt, die sehr oft über mehrere Eingänge verfügen.
Aber die Welten sind auch alle liebevoll gestaltet. So findet man immer wieder kleine Schätze abseits der Wege, oder manchmal sogar ganz neue Wege, sozusagen eine Art Abkürzung, die mit neuen Gegnern und auch neuen Schätzen auf einen warten. Jeder Baum, jedes Haus, einfach alles wirkt sehr bewusst und durchdacht platziert, sodass diese auch im Kampf kein Hindernis, sondern nicht zu selten auch Vorteile für den Spieler bieten. Alles in allem finde ich die Welt recht klein, fast schon zu klein, aber dennoch liebevoll erstellt.
~~ Die Waffen ~~
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Wie in einem jeden anderen Action-Adventure gibt es auch in Overlord Waffen. Primär kann man diese in zwei großen Kategorien einordnen. Einmal in ,,Waffen für den Overlord‘‘. Also Waffen die ihr selber verwenden könnt. Und einmal in ,,Waffen für die Schergen‘‘. Dabei kann man die Overlord-Waffe nur selber herstellen, wenn man über die entsprechenden Objekte und auch das nötige Kleingeld verfügt, und die Schergenwaffen kann man nur finden. Sie sind zum Beispiel in Fässern oder Schatztruhen abseits der Wege versteckt.
Der Overlord verfügt über drei Waffentypen (Schwert, Morgenstern und Axt). Einen großen spielerischen Unterschied konnte ich hier leider nicht feststellen. Sie sehen zwar alle grundverschieden aus, der Kampf mit ihnen ist aber immer der gleiche. Sie sind alle etwa gleich schnell und gleich durchschlagkräftig. Aber man kann das Material dieser Waffen aus drei Metallen wählen. Je teurer desto besser und desto mehr Modifikationsmöglichkeiten hat. Modifikationsmöglichkeiten das bedeutet man kann die Waffen mit Schergenblut tränken. Der Scherge ist dann zwar anschließend tot, aber dafür ist die Waffe (oder analog dazu auch die Rüstung) stärker. Welches Attribut gestärkt wird hängt von jeweiligen Schergen ab. An sich etwas grotesk diese Methode, aber aus spielerischer Sicht gesehen gut gemacht, da man sich so zwischen eigener Kampfkraft und Kampfkraft der Schergen entscheiden muss.
Schergen an sich sind ,,Verbrauchsmaterial‘‘. Das bedeutet auch, dass man Waffen und Rüstungsteile für diese wie Sand am Meer finden muss und genau so haben die Entwickler das auch gelöst. Andauernd stößt man ein paar Meter abseits des Weges auf Fässer oder Vasen in denen sich Ausrüstungsteile für die Schergen befinden. Was sich darin befindet ist von der Spielwelt abhängig. So findet man zu Beginn nur Kürbisse (!) oder Töpfe als Helm, so sind das in den späteren Spielwelten die riesigen Kupferhelme. Ähnliches gilt für Waffen. Am Anfang wird mit Schaufeln und Spaten gekämpft. Später geht es mit Hellebarden doch etwas professioneller zur Sache.
Eine Übersicht über die aktuelle Kampfkraft der Schergenbande erhält man mit der ,,Back‘‘-Taste, dort kann man die aktuelle Kampfkraft an Hand einer Prozentzahl ablesen. 100% ist der Grundwert, also die Schergen ohne Ausrüstung. Viel mehr ist auch mit Kürbissen als Helm am Anfang nicht drinn. Später sind aber Werte von 350% Standard. Ein sehr gutes Feature!
~~ Die Gegenspieler ~~
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Hier haben sich die Niederländer mal richtig Gedanken gemacht. Als normale Gegner die ab und zu (aber dennoch stetig) auftauchen gehören Zombies, Ritter, Mönche, dicke Frösche, Einhörner, Diebe, Hirsche etc.. Diese sind in ihrer Gesamtheit ja schon was Besonderes. Alle sind recht ordentlich gestaltet und animiert. Dennoch scheinen sie immer einen Bewegungsmangel gehabt zu haben. Sie wirken immer etwas steif. Und was ihre Intelligenz angeht.... Naja, schaut man besten unter ,,Die künstliche Intelligenz‘‘ hier nach.
Ein besonderes Augenmerk gilt bei solchen Genrevertreten immer den ,,Bossen‘‘ also den Endgegnern am Ende eines Spielabschnittes. Hier gibt es sieben Stück. Jeder von Ihnen vertritt ein anderes Thema. Alle sieben sind im Ursprung mal Helden gewesen, die den ersten Overlord zur Strecke gebracht haben. Doch sie sind der Süde verallen. So verkörpert jeder von ihnen eine spezielle Süden. Es geht nämlich um die sieben Todsünden (Superbia, Avaritia, Luxuria, Ira, Gula, Invidia und Acedia). Eine ganz besondere Idee und vor allem eine sehr gut umgesetzte Idee.
Jeder Boss hat seine ganz eigenen Verhaltensweisen, so dass ein stumpfes Verprügeln nur zu einem vorzeitigen virtuellen Tot des Overlords führt. Hier ist mal wieder ein helles Köpfchen gefragt. Aber keine Angst, das Spiel gibt euch selbstverständlich Hinweise in ausreichender Form, so dass jeder Kampf unique ist, aber selbstverständlich auch viel Freude beim Lösen bereitet.
~~ Die Erweiterungen ~~
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Microsoft hält dem Spieler drei mehr oder weniger umfangreiche Erweiterungen bereit. Eine Erweiterung beinhaltet ein Spitscreen-Packet, also die Möglichkeit das Spiel an einer Konsole zu zweit zu spielen. Dies ist kostenlos. Die andere ist ein Multiplayerkartenpacket für knapp vier Euro. Und die letzte ist die richtige Einspielererweiterung ,,Rising Hell‘‘, die knapp acht Euro verschlingt. Dafür erhält man aber auch in Form eines DLCs (Download Content) zu jeder Spielwelt (außer dem ,,Dunklen Turm‘‘) eine Unterwelt, eine Art Hölle mit neuen Gegnern und neuen Aufgaben. Dieses wird noch einige weitere Stunden verschlingen.
Wie in jedem Xbox-Spiel (und sogar auch einigen Games-for-Windows-Spielen) kann man auch in Overlord Erfolge freischalten. Diese Erfolge werden dann mit dem Spielerkonto verknüpft und sind von nun an weltweit einsehbar. Diese Erfolge sollen einen Ansporn sein, ein Spiel wirklich bis zum letzten Tropfen auszuquetschen, aber auch ein Spiel immer weiter zu spielen, selbst wenn es ,,Hängepassagen‘‘ gibt. Aber dafür müssen sie natürlich auch dementsprechend gesetzt werden, denn die Entwickler bestimmen selber, wie und welche Erfolge sie wohin setzten. Im Idealfall sind diese Erfolge gleichmäßig über das Spiel verteilt. So gibt es in Overlord zum Beispiel einen Erfolg für jeden der sieben Endgegner aber auch Erfolge für Nebenmissionen. Aber auch für eine besonders große (sprich 10.000 Mann starke) Schergenarmee, oder für gewonnene (taktische) Kämpfe gibt es Erfolge. So kann man sagen, dass die Jungs und Mädels von Triumph Studios die Erfolge breit und gut verteilt haben und so auch die Nebenmissionen fördern.
Sch aut man heute, im Mai 2011 auf die Internetauftritte großer Onlinehändler, wird man sehen, dass die Xbox-Version dieses Spiels schon für fünfzehn Euro zu haben ist. Die PC-Fassung ist dagegen sogar noch günstiger. Sie kostet nur etwa fünf Euro.
Und Overlord ist auf Grund seines Humors und der ausgeklügelten Ideen bestimmt diese fünfzehn Euro wert, auch wenn selbst der Nachfolger ,,Overlord II‘‘ schon einige Zeit in den Läden erhältlich ist. Den ehemaligen Vollpreis von etwa fünfzig Euro finde ich jedoch für ein solches Spiel zu hoch.
~~ Für- und Wider~~
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Für das Spiel sprechen:
(+) Einfallsreichtum der Entwickler
(+) Leveldesign
(+) Rätseldesign
(+) Einzigartigkeit
(+) Humor
Gegen das Spiel sprechen:
(-) Grauenhafte künstliche Intelligenz
(-) fehlende Übersichtskarte im Spiel
(-) Grafikfehler (kommen aber selten vor)
Die USK stuft das Spiel mit einer Altersbeschränkung von ,,ab 16 Jahren‘‘ ein. Die einzige Art dieses zu rechtfertigen ist, dass man Böses tuen kann (aber nicht muss!), und Kammeraden (in diesem all Schergen) einer höheren Sache opfern muss (in diesem Fall zum Beispiel zur Verbesserung der Waffen, Gesundheit etc.). Dem eigentlichen Spielverlauf wäre jedoch eine Beschränkung von ,,ab 12 Jahren‘‘ angemessener.
Insgesamt ist das Spiel geeignet für all die jenen, die etwas Neues ausprobieren wollen, was es so noch nicht gab, aber die auch bereit sind ihren Kopf bei den Rätseln mal anzustrengen und nicht, wie leider bei vielen anderen Spielen einfach das Spiel laufen lassen.
~~Das Fazit ~~
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Im Grunde ist ,,Overlord‘‘ ein sehr geniales Spiel. Es strotzt nur so vor neuen Ideen und Einfallsreichtum, legt sich aber auch selber riesige Felsbrocken in den Weg, die den Spielspaß teilweise doch unermesslich (und zu Unrecht) stören. Dabei wären das alles sehr einfache Dinge gewesen. Felsbrocken Nummer eins ist die fehlende Karte, sprich man verläuft sich selbst auf eigentlich bekanntem Territorium immer wieder, Nummer zwei ist, dass sich alle von der Xbox gesteuerten Wesen einfach selten dämlich verhalten, wie ins Feuer laufen etc. und Nummer drei sind die Grafikfehler, so dass der Inhalt von Schätzen sich nicht gerade selten in einer Mauer befindet, und damit unerreichbar ist. Auch kann man durch manche Gegenstände einfach druchlaufen... Alles in allem aber dennoch ein recht gutes Spiel!
Vielen Dank für das Lesen und Bewerten!
Für Ciao (Benutzer: Dariusz2), Yopi (Benutzer: Dariusz2) und Dooyoo (Benutzer: 1Dariusz).
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Weitere Testberichte über Overlord
Bitterböse - und doch gut?, 13.01.2010
Das Spiel hat interessante Ideen und einen vorzüglichen Humor, allerdings wurde leider sehr viel Potenzial verschenkt und es herrscht mehr Schein als Sein. Es macht Spaß und kann auch für kurze Zeit fesseln, aber dieser Zauber verschwindet zu schnell, im Endeffekt bleibt es wohl ein amüsantes Spiel
Testbericht über Overlord lesen
Yopi-Autor:
Vince
Bewertung:
Sauron!? EIN STÜMPER => Hier kommt der neue Overlord, 17.10.2007
Der grosse, dunkle Turm ist zerstört. Wie kommt das!? Der letzte dunkle Herrscher über den Turm war ein Schwächling, der hat sich doch glatt von ein paar Menschen, Zwergen, Elben und Halblingen in die Flucht schlagen lassen....
Jetzt kommt der Spieler zum Zug, er ist der neue "
Testbericht über Overlord lesen
Yopi-Autor:
elitefrau
Bewertung:
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