Thema ist Georg Friedrich Händel (1685-1759), der neben J. S. Bach, Vivaldi und Telemann wohl zu den größten Komponisten des Barock (1600-1750) gehört. Ich gebe es zu: Lange Zeit haben sich Bach und Händel um meine Gunst gestritten; soll heißen: Eine Zeitlang war Händel mein großer Liebling, dann Bach und schließlich wieder Händel. Inzwischen teilen sie sich brüderlich den ersten Platz. *gg* --- Dieser Bericht ist ähnlich aufgebaut wie seine drei Vorgänger, und ich hoffe, dass er Euer Interesse findet.
^^^^Händel: Ein Deutscher findet Ruhm in England^^^^
Sein Geburtsdatum ist nicht völlig geklärt. Mittlerweile ist man sich jedoch sicher, dass er am 23. 2. 1685 in Halle an der Saale geboren. Er ist damit nicht nur direkter Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs, sondern auch sein direkter Nachbar. Hier enden allerdings auch schon die Parallelen zwischen den beiden, deren Komponistenlaufbahn nicht unterschiedlicher hätte verlaufen können. Während Bach in Deutschland verblieb und sich meist mit engstirnigen Vorgesetzten herum ärgern musste, war Händel schon früh sein eigener Herr, unternahm Reisen und brachte es zu Wohlstand und Reichtum.
Sein Vater Georg Händel (1622-1697) war Wundarzt des Herzogs von Sachsen-Weisenfels. Für seinen Sohn, der schon früh (ab 1692) sein musikalisches Talent zeigte, hatte eigentlich eine Juristenkarriere für ihn geplant. 1697 starb der Vater. 1698-1700 besuchte Händel die Lateinschule seiner Heimatstadt, um sich 1702 an der Universität in Halle einzuschreiben; das Jurastudium brach er allerdings schon 1703 wieder ab. Seit 1702 hatte er zeitweise als Aushilfsorganist gearbeitet.
1703-1706 saß Händel im Orchester der Hamburger Oper am Gänsemarkt. Hier lernte er sehr viel und stieg rasch innerhalb des Orchesters auf. Er schrieb für Hamburg seine ersten Opern „Almira“, „Nero“, „Florinde“ und „Dafne“. Außerdem brachte er eine „Johannespassion“ auf die Bühne.
1706-1710 hielt sich Händel in Italien auf. Dies schärfte sein Weltbild ungemein und brachte ihn musikalisch weiter. Er knüpfte wichtige Kontakte und lernte den Adel des Landes kennen. Er hielt sich unter anderem in Florenz, Rom, Neapel und Venedig auf.
1710 wurde Händel Kapellmeister des Kurfürsten von Hannover. Im gleichen Jahr reiste er das erste Mal nach London. Hier feierte er im Februar 1711 mit seiner Oper „Rinaldo“ einen großen Erfolg, um wenig später nach Hannover zurück zu kehren. 1712 ließ sich Händel ganz in England nieder und kehrte nur noch für einige Besuche nach Deutschland zurück. 1717-1720 stand Händel in Diensten des Herzogs von Chandos und leitete 1719-1728 die Royal Academy of Music, wo er, mit wechselndem Erfolg beschieden, vor allem italienische Opern aufführen ließ. Wegen finanzieller Engpässe musste er dies 1728 allerdings aufgeben. 1726 wurde er englischer Untertan.
1729 reiste Händel erneut nach Italien. Bis 1741 leitete er noch zwei weitere Akademien, die sehr kraftraubend waren. Folge: Händel erlitt 1737 einen ersten Schlaganfall und musste sich zur Kur nach Aachen begeben. 1741/42 hielt er sich in Irland auf und feierte mit seinem Oratorium „The Messiah“ den größten Erfolg seines Alterswerks. Bis zu seinem Tode am 14. 4. l759 führte er vor allem Oratorien, Orgelkonzerte und Concerti grossi auf.
Seine Beerdigung am 20. 4. 1759 wurde zu einem gesellschaftlichen Ereignis: Londons Straßen waren verstopft, und in der Westminster Abbey drängten sich über 3.000 Trauergäste.
^^^^Händel und sein Werk^^^^
Neben Bach, Telemann und Vivaldi gehört Georg Friedrich Händel zu den vier produktivsten Komponisten des Barock. Seine Werke werden in den letzten Jahrzehnten immer häufiger gespielt. Seine Opern sind größtenteils vergessen, doch seine „Feuerwerksmusik“ (1749) und die „Wassermusik“ (1715 oder 1717) sind sehr bekannte Werke Händels. Händel schrieb insgesamt:
- 21 Oratorien und Passionsmusiken
- Anthems, Arien, Psalmvertonungen
- 40 Opern
- 100 italienische Kantaten für eine oder mehrere Stimmen und Cembalo
- 22 italienische Kammerduette
- 15 Kammersonaten
- Sonaten für Gambe und Cembalo
- 9 Triosonaten
- Sonaten für Flöten
- Sonaten für Oboe
- 18 Concerti grossi
- 18 Konzerte für Cembalo oder Orgel
- Cembalosuiten
- Wassermusik für Orchester
- Feuerwerksmusik für Orchester
- Waldmusik für Cembalo
- 6 Orgelfugen
- 6 Cembalofugen
- Verschiedene Orchesterwerke
^^^^Händel: Mein Fazit^^^^
Dieser Werkkatalog mag kurz erscheinen, doch Händel war ein sehr fleißiger und gewissenhafter Komponist. Seine Werke zeichnen sich aus durch Vielfalt, Spritzigkeit und barocker Fröhlichkeit. Zeitweise wird man durch einen musikalischen Wirbelsturm mit gerissen!
Ich liebe Händels Musik deshalb sehr. Besonders die Ouvertüren seiner Opern, seine Orgelkonzerte und die Concerti grossi sind äußerst hörenswerte Beispiele seines Werkes. Für feierliche Anlässe (z.B. Jahreswechsel) ist Händels Musik für mich einfach unerlässlich. Ich kann seine Musik nur empfehlen!
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