Scream 4 (Blu-ray) Testbericht

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Scream-4-blu-ray-horrorfilm
ab 30,54
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2011

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Erfahrungsbericht von atrachte

Don´t fuck with the original

Pro:

siehe Bericht,

Kontra:

siehe Bericht,

Empfehlung:

Nein

In den 1990er Jahren galt das amerikanische Horror-Kino als tot. Während die bald eintretende Flutwelle europäischer und asiatischer Genrefilme ihren Schatten bereits voraus warf, herrschte in den Vereinigten Staaten müde Ideenlosigkeit und akuter Wiederholungswahn. Alte Trends wurden noch einmal aus der Mottenkiste geholt, während junge und innovative Filmemacher kaum eine Chance bekamen sich kreativ zu betätigen und dem Genrefilm neuen Aufwind zu verleihen. Doch dann kam „Scream“ (1996) und urplötzlich war der klassische Slasher-Film wieder präsent auf der großen Leinwand. Ausgerechnet einer der großen Väter des amerikanischen Horror-Films, Wes Craven („A Nightmare on Elm Street“, „Hügel der blutigen Augen“), schaufelte das Slasher-Genre aus seinem bereits zugebuddelten Grab und bescherte der Nachwelt den wohl besten Horrorfilm der 90er. Bitterböse war und ist dieses Meisterwerk, brillant vor allem, wie es Craven schaffte mit den Erwartungen der Zuschauer und den Regeln des Genres zu spielen und beide gegeneinander auszuloten. Es folgten zwei (mehr oder weniger nette) Fortsetzungen und die Trilogie war abgeschlossen. Eigentlich. Denn zum einen wollte Produzent Bob Weinstein („Pulp Fiction“, „Sin City“) mal wieder ein bisschen Geld scheffeln, ohne sich groß abmühen zu müssen, und zum anderen taut man im amerikanischen Kino wieder mal alte Trends auf, remaked und rebootet was das Zeug hält. Und somit tritt mal wieder der gute alte Wes an um den amerikanischen Genrefilm mit „Scream 4“ vor seinem endgültigen Niedergang zu retten. Doch anstatt den Slasher-Film noch einmal zu regenerieren, scheitert Craven an seiner eigenen Formel.

Die grausigen Morde in dem eigentlich beschaulichen Örtchen Woodsboro liegen nun mehr als zehn Jahre zurück. Das anfängliche Entsetzen über die brutalen Taten, ist längst einer Art lokalen Stolz gewichen. Vor allem für die Jugend der Kleinstadt, welche die Mordserie vor allem mit den darauf basierenden „Stab“ Filmen in Verbindung bringt, hat das Geschehene kaum etwas schreckliches. Stattdessen zelebriert man förmlich den Jahrestag mit Filmmarathons und schlechten Scherzen. Sidney Prescott (Neve Campbell) hat länger gebraucht um die Vergangenheit zu verarbeiten. Mittlerweile tingelt sie durchs Land und promotet ihr erstes Buch, in welchem sie aus erster Hand berichtet von den Morden. Die Promo-Tour führt sie nach Jahren auch wieder in ihre Heimatstadt zurück, wo sie schon bald auf ihre Freunde Dwight Riley (David Arquette) und Gale Weathers (Courteney Cox), die inzwischen miteinander verheiratet sind, trifft. Das das freudige Wiedersehen ist nicht von langer Dauer, denn schon kurz nach ihrer Ankunft in Woodsboro, geschehen um Sidney herum brutale Morde...

Man kann Craven und seinen Drehbuchschreibern Kevin Williamson („Scream“ 1 und 2) Ehren Kruger („Scream 3“, „The Ring 2“) nicht vorwerfen, dass sie sich keine Gedanken gemacht haben. Immerhin haben sie die alte „Scream“ Formel durchaus gut ins 21. Jahrhundert herüber gerettet und greifen viele Trends wie Twitter und Facebook auf, verarschen die Ideenlosigkeit ihrer eigenen Branche, sowie die aktuelle Tendenz wirklich jeden halbwegs bekannten Horrorfilm der letzten Jahrzehnte neu aufzulegen. Insofern präsentiert sich „Scream 4“ als sehr selbstironisch und ist sich nie zu Schade, sich auch selbst durch den Kakao zu ziehen und mit den eigenen Filmmechanismen zu jonglieren. Nur: was auf dem Papier des Drehbuches mitunter sehr gut funktionieren mag, klappt im fertigen Film viel zu selten. Zwar hat man immer wieder Momente, in denen man mit Augenzwinkern einen Verweis oder Querschlag gegen die populäre Kultur erkennt oder sich über den ein oder anderen Oneliner erfreut, richtig große Momente hat der Film diesbezüglich aber keine, was im Umkehrschluss dazu führt, das der gesamte Film rückwirkend betrachtet erschreckend uncharmant erscheint.

Paradoxerweise ist „Scream 4“, obwohl noch nie so viel Wert darauf gelegt wurde den Zuschauer auf einer schwarz-humoristischen Schiene zu unterhalten, die bisher düsterste Fortsetzung und nähert sich somit von allen Sequels dem Original am stärksten. Dies merkt man vor allem in den Mordszenen, welche zwar einen rauen Umgangston pflegen, allgemein aber kaum der Rede wert sind, da sie unterm Strich doch reicht kreativlos anmuten. Ein Problem, das aber schon bei den ersten beiden Fortsetzungen (meiner Meinung nach) auftrat. Das wohl größte Manko von „Scream 4“ ist allerdings, das er reichlich unspannend ist. Nicht wirklich langweilig, aber irgendwie auch über weite Strecken uninteressant. Zwar gelingt es Craven erneut den Killer fast bis zum Ende geheim zu halten und mit der endgültigen Auflösung für das ein oder andere Staunen zu sorgen, gleichzeitig ist aber gerade der Endteil des Filmes mit der schwächste Part überhaupt, gerade weil das einst so intelligente Spiel auf mehreren Ebenen und mit den Mechanismen des Genres vollkommen überspannt wird. Sowieso hat sich Craven aber schon eine gute Viertelstunde vor dem Abspann vollkommen verlaufen.

Natürlich werden Fans der Reihe sich auch „Scream 4“ nicht entgehen lassen. Schon alleine, da mit Neve Campbell („Studio 54“, „Wild Things“), David Arquette („Arac Attack“, „Never Die Alone“) und Courtney Cox („Friends“, „President Evil“)die drei Hauptrollen der ursprünglichen Trilogie wieder mit an Bord sind und man mit ihren Figuren auch wirklich noch seine Freude hat, wie vor zehn Jahren. Allerdings dürfte dies nur für in Nostalgie schwebende Freunde der Reihe gelten, denn die anderen Rollen sind hingegen so öde und nicht der Rede wert, dass es einem schier egal ist, wer von den blaßgesichtigen Teens als nächstes abgeschlachtet wird. Ironischerweise legen die Drehbuchschreiber ausgerechnet Hauptfigur Sidney Prescott den alles sagenden Satz schon in den Mund: „Don´t fuck with the original“. Wie wahr.

Originaltitel: Scream 4 (USA, 2011)
Laufzeit: ca. 105 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren
Regie: Wes Craven
Darsteller: Neve Campbell (Sifney Prescott), Courtney Coy (Gale Weathers-Riley), David Arquette (Dewey Riley), Hayden Panettiere (Kirby Reed), Lucy Hale (Sherrie),Emma Roberts (Jill Roberts), Mary McDonell (Kate Roberts)...

4/10

64 Bewertungen, 14 Kommentare

  • dadolger

    16.03.2012, 10:09 Uhr von dadolger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse

  • anonym

    20.10.2011, 21:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Volker111

    20.10.2011, 17:49 Uhr von Volker111
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe mich schon für Scream nie so besonders erwärmen können

  • anonym

    17.10.2011, 17:51 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    danke fürs Lesen bei mir

  • Edamia

    11.10.2011, 20:22 Uhr von Edamia
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht. schönen Abend wünsch ich dir. glg

  • Clarinetta2

    07.10.2011, 21:18 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut geschrieben

  • hameln58

    07.10.2011, 02:08 Uhr von hameln58
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße..Gina

  • cleo1

    06.10.2011, 19:37 Uhr von cleo1
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG cleo1

  • mima007

    06.10.2011, 16:35 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • anonym

    06.10.2011, 16:27 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht.LG Quacky

  • edelcat

    06.10.2011, 09:57 Uhr von edelcat
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüsse, Edeltraud

  • morla

    05.10.2011, 14:53 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • titus01

    05.10.2011, 12:28 Uhr von titus01
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße...titus01

  • katjafranke

    05.10.2011, 11:46 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA