Blutstein (gebundene Ausgabe) / Johan Theorin Testbericht
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- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von dik1609
Ich konnte einfach nicht warten
Pro:
Theorin setzt beim Leser das Kopf-Kino in Gang
Kontra:
Theorin setzt beim Leser das Kopf-Kino in Gang
Empfehlung:
Ja
Der Kauf
Mein Stamm-Buchhändler im Internet, www.buecher.de, wurde bei der Beschaffung des Buches bemüht. Für das 2011 im Piper-Verlag erschienene gebundene Werk mit 445 Seiten und etwas mehr als 600 Gramm Gewicht waren 19,95 Euro fällig - zusätzliche Versandkosten waren nicht zu bezahlen. Im Juni dieses Jahres soll der Roman auch als Taschenbuch erscheinen, für das dann 9,99 Euro fällig sind.
Das Aussehen
Das in graues Leinen gebundene Buch mit den Maßen 21 mal 14 Zentimeter wird durch einen papiernen Schutzumschlag ummantelt. Das Motiv auf diesem Umschlag wirkt düster und zeigt ein Mädchen, das in einer Insel-/Wasser-Wüste bei starker Bewölkung leicht bekleidet unterwegs ist. Natürlich gibt es auch den Namen des Autoren (in weißer Schrift) und den Titel des Buches (in rot) auf dem Umschlag zu sehen. Das Buch verfügt auch über ein kleines rotes Lesebändchen, was ich persönlich immer besondes begrüße, weil ich so kein externes Lesezeichen benötige, das zudem aus den Seiten heraus rutschen kann.
Der Autor
Johan Theorin, 1963 in Göteborg geboren, verbringt seit seiner Kindheit seine Sommer auf der Insel Öland, deren mythische Landschaft ihn zu dieser Geschichte anregte. "Blutstein" ist der dritte Kriminalroman eines geplanten "Öland-Quartetts", dessen Teile sich jeweils einer Jahreszeit widmen werden. Der erste Teil dieses Quartetts, "Öland", wurde in 13 Sprachen übersetzt, die internationalen Filmrechte sind verkauft. Für seine ersten beiden Romane erhielt Theorin eine Reihe bedeutender Auszeichnungen.
Der Inhalt
Rot wie Blut schimmert die Gesteinsschicht im Steinbruch von Stenvik. Jeder auf Öland kennt die Legenden von den Bluttaten, die diesen Stein gefärbt haben sollen. Auch Per Mörner kennt sie, und dennoch beschließt er, mit seinen Kindern im Frühjahr nach Stenvik zu ziehen. Nach einem gescheiterten Brandanschlag auf seinen Vater Jerry sieht Per sich gezwungen, auch ihn zu sich auf die Insel zu holen. Doch Per kann nicht verhindern, dass Jerry schon kurz darauf vor seinen Augen getötet wird. Der Vater schien seinen Mörder gekannt zu haben. Wer aber könnte ihn so gehasst haben, dass er das Risiko einging, ihn in aller Öffentlichkeit zu töten? Per Mörner lässt die Frage keine Ruhe. Und was er herausfindet, erschüttert ihn zutiefst.
Leseprobe
Dafür liegen leider keine Rechte vor - sie kann hier also nicht angeboten werden.
Meine Meinung
Meine Ungeduld war gerechtfertigt. Das will ich gleich voraus schicken, denn wie in den ersten beiden Teilen seines Quartetts versteht es Theorin auch in seinem neuesten Roman, Krimi und Mystik miteinander zu koppeln. Das Buch beginnt gemächlich und der Leser fragt sich schon, wo denn hier überhaupt eine wirkliche Problematik oder gar ein Kriminalfall auftreten soll. Die anfängliche Schilderung der Protagonisten und des eher düster dargestellten Handlungsortes aber sorgen dafür, dass Verständnis entsteht - für das Leben auf Öland, für das Handeln und Denken der Menschen. Und - so ging es mir zumindest - es gibt auch einen kleinen Schlenker zu den ersten beiden Teilen der Reihe, denn der Senior Gerloff spielt wie immer eine kleine Rolle auch in diesem Buch. Diese Person wäre problemlos durch eine andere zu ersetzen; aber sie stellt einen kleinen roten Faden in den ersten drei Vierteln des Quartetts dar - das wirkt sehr sympathisch. Erst in der Mitte des Romans passiert dann endlich das, worauf wir alle gewartet haben - aber genau das ist eben perfekt vorbereitet worden und überrascht zunächst nicht sonderlich, sorgt aber dafür, dass der zunächst eher schwach entwickelte Spannungsbogen nun plötzlich dramatisch ansteigt.
Zwei Haupt-Handlungsstränge führen den Leser voran: Zum einen gibt es die Geschichte rund um Per Mörner und seinen Vater; zum anderen die der Hausfrau Vendela, die nach einer unglücklichen Jugend auf Öland viele Jahre später genau dorthin zurück kehrt. Inwiefern und ob diese beiden Handlungsstränge zueinander finden werden, bleibt für den geneigten Leser lange Zeit ein großes Rätsel, wobei Retro-Perspektiven immer deutlicher machen, wo hier wie dort die Probleme liegen und wie die Vergangenheit Auswirkungen bis in die Gegenwart haben.
Elfen und Trolle - so etwas gibt es nicht! Da sind wir uns doch sicher alle einig. Oder . . . ? Vielleicht ja doch... Theorin versteht es hervorragend, seine mystischen Elemente in diesem Roman so darzustellen, dass der Leser eigene feste Meinungen hinterfragen muss. Und die Auflösung all der Geheimnisse aus der Vergangenheit gelingt dem Konsumenten des Buches nicht selbstätig, wobei Theorin allerdings eine Logik anwendet, der am Ende niemand widersprechen mag. Irgendwie verbindet er das auch noch mit einer eigenen geheimnisvollen Liebe zu Öland, die allerdings nichts mit Verklärtheit zu tun hat, denn er prangert indirekt auch Missstände auf der geliebten Insel deutlich an, lässt den Leser aber zugleich eine Landschaft und Menschen kennen lernen, die neugierig machen. Neugierig auf Öland. Das war auch schon in den ersten beiden Büchern seiner Romanreihe so, als er seine Handlungen im Herbst und Winter auf Öland spielen ließ. Nun kommt der Frühling, aber das Düstere bleibt trotz aller Blüten und wieder erwachender Natur-Schönheiten. Da bin ich ja jetzt schon gespannt, wie Theorin mir dereinst den Sommer auf Öland näher bringen wird.
Dass der Autor sprachlich eher im oberen Drittel der aktuellen Kriminal-Autoren anzusiedeln ist, weil er es versteht, durch Andeutungen ein Kopfkino beim Leser in Betrieb zu setzen, ist ein weiterer Pluspunkt dieses Werkes. Wie kaum ein anderer Schriftsteller versteht Theorin es, Charakterisierungen und Schilderungen anzubieten, die niemals langweilig werden, sondern immer noch zusätzliche Neugierde erwecken. Der Mann scheint allerdings auch wirklich an seinen Werken zu arbeiten, denn immerhin vergingen zwischen den Veröffentlichungen von Teil eins und drei insgesamt vier Jahre. Ich aber hoffe, dass ich auf den finalen Teil dieses Quartetts nicht so lange warten muss und würde ihn am liebsten jetzt schon vorbestellen - ein Veröffentlichungs-Termin aber ist leider noch nicht in Sicht.
Für mich stellen alle drei Theorin-Bücher eine ganz besondere Klasse dar. Gelesen werden können sie übrigens unabhängig voneinander, wobei ich aber durchaus empfehlen würde, sie in der Reihenfolge des Erscheinens zu konsumieren. Der Leser übrigens wird feststellen, dass alle drei Bücher nur wenig gemeinsam haben, nämlich zum einen den Ort der Handlung, zum anderen den alten Gerloff. Ansonsten gibt es jeweils völlig neue Geschichten, die wenig Gemeinsamkeiten mit den anderen haben. Und auch das ist eine Kunst, denn wer erst einmal ein Strickmuster entwickelt hat, in das er immer nur Kleinigkeiten neu hinein weben muss, hat es sicherlich leichter. Leicht machen aber will Theorin es ganz offenbar sich und seinen Leser nicht.
Für alle Freunde des skandinavischen Kriminalromans spreche ich gern eine Kauf- und Lese-Empfehlung aus, wobei ihnen mit auf den Weg gegeben werden muss, dass hier nicht brutale Verbrechen im Vordergrund stehen (wie bei Mankell oder Adler Olsen zum Beispiel), sondern eher das Subtil-Unheimliche und Mystische. Ich selbst habe das in Prolog, 72 Kapitel und Epilog gegliederte Buch jedenfalls innerhalb von zwei Tagen lesen (müssen) - dieser Roman hat mich einfach nur gefesselt.
61 Bewertungen, 15 Kommentare
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23.10.2014, 14:31 Uhr von BoxerRocko
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße
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20.09.2012, 12:58 Uhr von Leneory
Bewertung: sehr hilfreichmuss ich wohl auch mal lesen ---> kühle Herbstgrüße vom Lenchen
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12.08.2012, 20:47 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
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01.06.2012, 01:05 Uhr von DIREKT4000
Bewertung: sehr hilfreichGanz liebe Grüße
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29.05.2012, 19:51 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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17.05.2012, 19:49 Uhr von Lakisha_1
Bewertung: sehr hilfreichwünsche einen schönen Vatertag. Liebe Grüße
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17.05.2012, 11:42 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichWünsche einen feucht - fröhlichen Vatertag!!!:-))
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17.05.2012, 02:35 Uhr von katjafranke
Bewertung: besonders wertvollViele liebe Grüße Katja
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17.05.2012, 01:26 Uhr von xSunnyx
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße
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17.05.2012, 00:49 Uhr von allegra1805
Bewertung: besonders wertvollbw - will ich auch lesen. lg, allegra
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16.05.2012, 21:49 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreich...und einen schönen gruß
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16.05.2012, 21:31 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichich lese bei Dir und Du dann bei mir, so macht Yopi auch Spaß -- LG Simone
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16.05.2012, 21:24 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichLiebe stürmisch-herbstliche Frühlingsgrüße aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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16.05.2012, 21:13 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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16.05.2012, 20:50 Uhr von Bjanne
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich, Lieben Gruss ;)
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