Wartburg 311 Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von kleineswoelkchen
Ich sehe Gespenster
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Moment mal, ich kann doch nicht mitten im Text anfangen. Also schön von Vorn.
*Klingelingklingeling* ging vor ein paar Stunden das Telefon. Nur ein Satz, *setz schon mal nen Kaffee an* und ein wahnsinnig lautes Geräusch im Hintergrund. Dann war es wieder ruhig. Ruhig und still in meinem Telefon. Mein Blick fiel auf den Hörer und verzweifelt versuchte ich zu erkennen, wer mich da anrief und was das überhaupt für ein Geräusch im Hintergrund war. Im allerersten Moment da schwebte ich wieder in meiner Ostalgiewelle... ja...es könnte ja.. wirklich so ein Wartburg 311 der könnte es gewesen sein...
Also, mal schnell wieder auf den Teppich kommend, ein 311er, nein, ehrlich nicht. Der hat bestimmt die Jahre nicht überlegt. Doch mit einem 311er Wartburg ließ sich schon eher die Stimme vereinen. Sollte es wirklich wahr sein? Lebt dieses gewisse Etwas von Auto immer noch?
Es lebt. In den 60er Jahren gebaut, total oft gekittet oder ganz neue Teile anmontiert, so lebte er Jahr für Jahr vor sich hin. Begonnen bei Oma und Opa, die ihn hegten und pflegten, ihn putzten und auf Händen trugen. Eine Limousine dieser 311er Wartburg, der ein Luxusleben führen konnte.
Dann erbten ihn Mama und Papa von meiner besten Freundin. Vorbei das Luxusleben, jetzt wurde er zuallerst einmal zum Urlaub ausgetestet.
Einmal Ungarn und zurück war nur der Anfang, doch der 311er konnte seine 3 Zylinder voll in Schwung bringen, die 45 PS tanzen lassen und man spürte zum allerersten Mal die 1000ccm unter der Haube.
Wie oft wurde der *liebe Willy* auf Familienfeiern gelobt, begutachtet und über sein 1968 (oder war es 65?) Baujahr gesprochen.
Ein Kastenprofilrahmen gab die ganze Stabilität dieses Autos zum Ausdruck. Bitte fragt nicht, wie ich das am Besten erklären kann. *willys* Besitzer sagte zu mir als Kind einmal, stell dir einen Pappkarton vor, der ist ganz stabil, und darum wickelt deine Mama ein Papier. So wird das Auto hergestellt. Hätt ich doch damals lieber nachgefragt.
Aber ich habe ja lieber als Kind in dem auseinandergebauten 311er der Serie 9 gespielt. Den hatt der Bäckermeister mal gegen einen Baum gesetzt und dann wurde er gerichtet, die Räder abmontiert,der komplette Motorinhalt entfernt und uns Kindern zum Spielen nahe der Schule gestellt. Heute würde man sagen, jemand hat sein Auto illegal entsorgt.
Ich glaube, die Serie 311.9 wurde so genannt und war der Kombiwagen vom alten Wartburg. Eine sehr große Kofferraumklappe gab uns einen optimalen Einstieg.
Doch komme ich zum *lieben Willy* zurück. Das er noch fährt, ich kann es nicht glauben. Und er hat sogar letztes Jahr die Hochzeitreise der beiden Freunde durchgehalten. Auf meinen ungläubigen Blick sagte mir meine Freundin, *du, es gibt noch ganz paar von denen, die erhalten sind.* Ich bin immer noch sprachlos.
Edel sah das Auto schon immer aus, klassisch schön zu bezeichnen. Manch alter Mercedes kann sich neben diesem Klassewagen stellen, wenn die Karosserie in Ordnung ist. Okay, der *liebe Willy* zeigt sein Alter, wird aber sehr liebevoll gehegt und gepflegt.
Vielleicht ein paar Worte zum Aussehen. Seine Vorderlampen gleichen ein paar Augen, die vor Schreck sehr stark geöffnet sind. Sein Gitter für die Motorkühlung gleicht einem plattgedrückten Gesicht und wenn die Chromsatnge sehr schön glänzt, ertappt man sich bei dem Gedanken, das ist ein einprägsames Gesicht.
Oft übersieht man die kleinen Blinker vorne unter den Leuchten, doch dafür erstrahlen sie hinten umso stärker.
Die Sitzgröße ist einmalig, man kann sich sehr gut bewegen in diesem Wagen. Die Schaltung geht schwer, doch wen wundert das und man bekommt mit der Zeit auch wieder das Fahrgefühl.
Die Front- so wie auch die Heckscheibe fallen sehr groß aus. Auch die Türen waren sehr weit zu öffnen. Sitzen konnte man vorn und hinten sehr bequem, es war viel Platz. Nur, damals war ich Kind, ob ich die Sitzgröße heute immer noch so beurteilen könnte?
Ersatzteile gibt es jetzt immer noch, meist liegen immer noch in den Garagen auf dem Land bei den Besitzern genügend Teile herum, um einen zweiten 311er zusammenzubauen. Nach der Wende wurden diese Ersatzteile zu Spottpreisen verkauft. Lampen, Blinkerkappen oder Kabel haben manchmal nicht mal nen Groschen (10 Pfennig) gekostet. Damals hieß es ja auch, mein Gott, diese Autos leben eh nicht mehr lang auf unseren Straßen.
Und was ist? Alle vier Sorten, die Luxusausführung, der Kombi und das Coupé sowie die Normalausführung des 311ers findet man, wenn auch ganz vereinzelt.
Ich schwelge jetzt in Ostalgie, ich geb es zu. Denke an meine Kindheit und meine allerersten Kontakte mit dem *lieben Willy* und freue mich, das es ihn immer noch gibt.
Und vielleicht, vielleicht nur ein klein wenig, habe ich mit diesem Beitrag eure Gedanken an die Vergangenheit erinnert. Nur ein wenig abschweifen lassen, um kleine Begebenheiten mit diesem Auto aufleben zu lassen.
eure andy
*Klingelingklingeling* ging vor ein paar Stunden das Telefon. Nur ein Satz, *setz schon mal nen Kaffee an* und ein wahnsinnig lautes Geräusch im Hintergrund. Dann war es wieder ruhig. Ruhig und still in meinem Telefon. Mein Blick fiel auf den Hörer und verzweifelt versuchte ich zu erkennen, wer mich da anrief und was das überhaupt für ein Geräusch im Hintergrund war. Im allerersten Moment da schwebte ich wieder in meiner Ostalgiewelle... ja...es könnte ja.. wirklich so ein Wartburg 311 der könnte es gewesen sein...
Also, mal schnell wieder auf den Teppich kommend, ein 311er, nein, ehrlich nicht. Der hat bestimmt die Jahre nicht überlegt. Doch mit einem 311er Wartburg ließ sich schon eher die Stimme vereinen. Sollte es wirklich wahr sein? Lebt dieses gewisse Etwas von Auto immer noch?
Es lebt. In den 60er Jahren gebaut, total oft gekittet oder ganz neue Teile anmontiert, so lebte er Jahr für Jahr vor sich hin. Begonnen bei Oma und Opa, die ihn hegten und pflegten, ihn putzten und auf Händen trugen. Eine Limousine dieser 311er Wartburg, der ein Luxusleben führen konnte.
Dann erbten ihn Mama und Papa von meiner besten Freundin. Vorbei das Luxusleben, jetzt wurde er zuallerst einmal zum Urlaub ausgetestet.
Einmal Ungarn und zurück war nur der Anfang, doch der 311er konnte seine 3 Zylinder voll in Schwung bringen, die 45 PS tanzen lassen und man spürte zum allerersten Mal die 1000ccm unter der Haube.
Wie oft wurde der *liebe Willy* auf Familienfeiern gelobt, begutachtet und über sein 1968 (oder war es 65?) Baujahr gesprochen.
Ein Kastenprofilrahmen gab die ganze Stabilität dieses Autos zum Ausdruck. Bitte fragt nicht, wie ich das am Besten erklären kann. *willys* Besitzer sagte zu mir als Kind einmal, stell dir einen Pappkarton vor, der ist ganz stabil, und darum wickelt deine Mama ein Papier. So wird das Auto hergestellt. Hätt ich doch damals lieber nachgefragt.
Aber ich habe ja lieber als Kind in dem auseinandergebauten 311er der Serie 9 gespielt. Den hatt der Bäckermeister mal gegen einen Baum gesetzt und dann wurde er gerichtet, die Räder abmontiert,der komplette Motorinhalt entfernt und uns Kindern zum Spielen nahe der Schule gestellt. Heute würde man sagen, jemand hat sein Auto illegal entsorgt.
Ich glaube, die Serie 311.9 wurde so genannt und war der Kombiwagen vom alten Wartburg. Eine sehr große Kofferraumklappe gab uns einen optimalen Einstieg.
Doch komme ich zum *lieben Willy* zurück. Das er noch fährt, ich kann es nicht glauben. Und er hat sogar letztes Jahr die Hochzeitreise der beiden Freunde durchgehalten. Auf meinen ungläubigen Blick sagte mir meine Freundin, *du, es gibt noch ganz paar von denen, die erhalten sind.* Ich bin immer noch sprachlos.
Edel sah das Auto schon immer aus, klassisch schön zu bezeichnen. Manch alter Mercedes kann sich neben diesem Klassewagen stellen, wenn die Karosserie in Ordnung ist. Okay, der *liebe Willy* zeigt sein Alter, wird aber sehr liebevoll gehegt und gepflegt.
Vielleicht ein paar Worte zum Aussehen. Seine Vorderlampen gleichen ein paar Augen, die vor Schreck sehr stark geöffnet sind. Sein Gitter für die Motorkühlung gleicht einem plattgedrückten Gesicht und wenn die Chromsatnge sehr schön glänzt, ertappt man sich bei dem Gedanken, das ist ein einprägsames Gesicht.
Oft übersieht man die kleinen Blinker vorne unter den Leuchten, doch dafür erstrahlen sie hinten umso stärker.
Die Sitzgröße ist einmalig, man kann sich sehr gut bewegen in diesem Wagen. Die Schaltung geht schwer, doch wen wundert das und man bekommt mit der Zeit auch wieder das Fahrgefühl.
Die Front- so wie auch die Heckscheibe fallen sehr groß aus. Auch die Türen waren sehr weit zu öffnen. Sitzen konnte man vorn und hinten sehr bequem, es war viel Platz. Nur, damals war ich Kind, ob ich die Sitzgröße heute immer noch so beurteilen könnte?
Ersatzteile gibt es jetzt immer noch, meist liegen immer noch in den Garagen auf dem Land bei den Besitzern genügend Teile herum, um einen zweiten 311er zusammenzubauen. Nach der Wende wurden diese Ersatzteile zu Spottpreisen verkauft. Lampen, Blinkerkappen oder Kabel haben manchmal nicht mal nen Groschen (10 Pfennig) gekostet. Damals hieß es ja auch, mein Gott, diese Autos leben eh nicht mehr lang auf unseren Straßen.
Und was ist? Alle vier Sorten, die Luxusausführung, der Kombi und das Coupé sowie die Normalausführung des 311ers findet man, wenn auch ganz vereinzelt.
Ich schwelge jetzt in Ostalgie, ich geb es zu. Denke an meine Kindheit und meine allerersten Kontakte mit dem *lieben Willy* und freue mich, das es ihn immer noch gibt.
Und vielleicht, vielleicht nur ein klein wenig, habe ich mit diesem Beitrag eure Gedanken an die Vergangenheit erinnert. Nur ein wenig abschweifen lassen, um kleine Begebenheiten mit diesem Auto aufleben zu lassen.
eure andy
12 Bewertungen, 1 Kommentar
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07.06.2002, 09:55 Uhr von Indigo
Bewertung: sehr hilfreichguter Einstieg!!!
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