ARMSTRONG Lance Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sport-Fan

Der (scheinbar) Unbezwingbare

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ja genau, für den wird er gehalten, für den Unbezwingbaren, Lance Armstrong, dem scheinbar niemand das Wasser reichen kann. Für mich ist er einer der größten Sportler aller Zeiten. Sein Leidensweg ist bekannt, im Oktober 1996 wurde bei ihm Hodenkrebs mit Metastasen in Lunge und Hirn diagnostiziert. Obwohl der Krebs schon längst ausgebrochen war, fuhr er in diesem Jahr unglaublischerweise noch einige Erfolge ein und die Krankheit wurde erst relativ spät festgestellt. Nicht nur seine Karriere schien beendet, sondern auch seine Überlebenschancen standen bei gerade mal 3%. Lance Armstrong machte eine der schwersten Chemotherapien mit, die es überhaupt nur gibt und ließ sich vom Krebs nicht unterkriegen. Er sagte ihm den Kampf an, so ist Lance, ein Kämpfer-Typ.

Von seinem Cofidis-Team wurde der ehemalige Weltmeister hängen gelassen, ihm wurde kein neuer Vertrag angeboten, auf seine Freunde konnte er sich jedoch verlassen und so schaffte er es irgendwann den Krebs zu bezwingen. Lance bekam also 1998 einen Vertrag beim US-Postal-Team, wo er noch heute fährt und wo er heute auch der unangefochtene Chef ist. Er trainierte fortan wieder wie ein Bessesener, kannte keine Pausen und so etwas wie schlechte Bedingungen gab es für ihn nicht und gibt es auch heute nicht. Nachdem er unter großem Beifall der aktiven Fahrer wieder erste Rennen zum Testen bestritt, kam er 1999 bei der Tour de France wie aus dem Nichts.

Er gewann in dem Jahr gleich zu Beginn den Prolog, seine Geschichte kam erstmals groß in den Medien, doch man konnte davon ausgehen, dass er nur ein Mann der Stunde war, doch er entpuppte sich letztendlich als Tour-Held. Er hat nicht nur alle drei Zeitfahren dominiert, nein, auch im Gebirge debütierte er die Konkurrenz. Er spielte mit seiner Konkurrenz und zeigte keinerlei Schwächen. So kam es, dass ein Held geboren wurde. Er gewann mit einem überwältigenden Vorsprung von 7:37 Minuten vor dem Schweizer Alex Zülle.

Doch Lance wäre nicht Lance, wenn er sich auf seinen Lorbeeren ausruhen würde, er trainierte weiter wie besessen und strampelte sogar beim heftigsten Schneefall stundenlang die Berge hoch. So durfte man sich 2000 auf das Duell mit Jan Ullrich und Marco Pantani freuen, die beide ein Jahr zuvor nicht an der Tour teilnehmen konnten. Man konnte gespannt sein, welcher Tour-Sieger der letzten drei Jahre das Rennen macht, doch Armstrong entschied die Tour abermals für sich, war noch stärker als zuvor und lediglich ein Jan Ullrich konnte ihm halbwegs folgen und so sah es schließlich auch 2001 aus. Lance zeigte wahre Größe, als Jan Ullrich nach einer unfreiwilligen Abkürzung über die Leitplanken flog. Während der Mitkonkurrent Joseba Beloki die Situation ausnutzen wollte, ließ Lance Jan wieder rankommen, ehe er Ullrich, der sich in hervorragender Form befand, letztendlich doch gegen Ende des Anstieges abhängte. Der angriffslustige Ullrich bot dem Amerikaner zwar immer wieder ein packendes Duell, musste jedoch immer wieder den Kürzeren ziehen.

In diesem Jahr, im Jahr 2002, scheint alles bereits vorprogrammiert, Lance sollte seinen vierten Tour-Sieg in Folge einfahren, sofern kein Sturz dazwischen kommt. Da Jan Ullrich fehlt, ist eigentlich keiner in der Lage ihm Paroli zu bieten, auch wenn nach Kevin Livingston mit Tylor Hamilton ein weiterer wichtiger Helfer das Lager gewechselt hat. Aufpassen muss er nur auf das Once-Team, die mit Galdeaono und Beloki die größte Gefahr in sich bergen. Im Zeitfahren sollte ihn wieder keiner stoppen können, er fährt wie ein Übermensch, präzise bis zum Anschlag. Am Berg sehe ich auch keine Gefahr, mittlerweile habe ich es aufgegeben darauf zu warten, bis er dort eine Schwäche zeigt. Aber wer den Krebs besiegt, der kann über die Alpen nur schmunzeln. Auch dieses Jahr hat er seine Form mit den Siegen beim Midi Libre und bei der Dauphiné Libéré eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Ein Geheimnis für sein Erfolg ist neben seinen fahrerischen Qualitäten, seinem unbändigem Willen und seiner Trainingsbesessenheit die Trittfrequenz. Er tritt einen viel kleineren Gang, wie beispielsweise ein Jan Ullrich und erreicht damit enorm hohe Drehzahlen in der Minute. So kommt es, dass er am Berg von jetzt auf nacher geradezu explodieren kann.

Im seinem Team US-Postal ist er wie ein absoluter Monarch. Nicht die sportliche Leitung verpflichtet neue Fahrer und handelt die Verträge aus, sondern Lance himself. Alles ist auf ihn abgestimmt, es zählt nur die Tour, der Rest ist Zubrot. Lance ist aber nicht nur bestimmend, er ist dennoch ein beispielsloser Leader. Er ist hart aber gerecht und er steht auch seinen Helfern im Notfall bei, wie beim Mannschaftszeitfahren 2001, als zwei Teamkollegen stürzten und er nicht einfach wieter fuhr, sondern die Truppe wieder zusammentrommelte und somit Zeit einbüßte. Auch ansonsten sorgt er für eine familäre Stimmung im Team und beteiligt seine Mannen an seinen Erfolgen. Apropos Erfolge, da hätten wir doch was ...


Erfolge (kleiner Auszug):
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Strassenweltmeister 1993
US-Strassenmeister 1993
Sieger bei der Clasica San Sebastian 1995
Sieger Flêche Wallonne 1996
Sieger bei der Tour de France 1999, 2000, 2001
Bisher 14 Tour-Etappensiege
Sieger Tour de Suisse 2001
Sieger Midi Libre Dauphiné Libéré 2002


Diese Erfolge sind mehr als beachtlich und man kann davon ausgehen, dass mit den Erfolgen noch lange nicht Schluss ist. Er peilt mindestens die magischen fünf Tour-Siege in Folge an, doch wer Lance kennt, der weiß, dass er sich auch damit nicht zufrieden geben würde ...


Ein paar persönliche Angaben:
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Geburtsdatum: 18. September 1971
Geburtsort: Plano, Texas
Wohnort: Nizza, Frankreich
Nationalität: Amerikaner
Grösse: 1,78 m
Gewicht: 73 kg
Zivilstand: verheiratet mit Kristin
Sohn Luke, Töchter: Isabell Rose, Grace Elisabeth
Profi seit: 1992
Teams: 1992-1996: Motorola
1997: Cofidis
seit 1998: US Postal


Lance ist in seiner Art und Weise, von seinen fahrerischen Fähigkeiten und von seiner Vorgeschichte im gesamten Peloton einzigartig, er genießt den höchsten Respekt aller. Auch wenn man ihm nicht die Daumen hält, auch wenn man ihn nicht mag, man muss ihn einfach bewundern.


Bisheriger Verlauf bei der Tour + spätere Updates:

06. Juli 2002: Lance zeigt gleich zu Beginn wer der Chef im Peleton ist und zieht sich das Gelbe Trikot nach dem Prologsieg über.

07. Juli 2002: Er gibt das Gelbe Trikot zunächst wieder ab, dieses ist in der ersten Woche vornehmlich für die Ausreißer und Sprinter reserviert.

10. Juli 2002: Beim Mannschaftszeitfahren belegt US Postal hinter Once den zweiten Platz, alles ist im Lot.

13. Juli 2002: Lance Armstrong erleidet in einer von einem Massensturz geprägten Etappe kurz vor Schluss einen Deffekt und muss auf den Spitzenreiter Galdeano fast eine halbe Minute einbüßen. Das alles könnte sich aber bereits am Montag beim Einzelzeifahren wieder relativieren.

16. Juli 2002: Lance Armstrongs Serie von sechs Siegen in Folgen bei der Tour bei langen Zeitfahren ist gebrochen. Er wurde beim heutigen Zeitfahren über 52 Kilometer überraschenderweise \"nur\" zweiter hinter Santiago Botero. Auch mit dem angepeilten Gelben Trikot wurde es heute nichts. Zwar macht er auf den Spitzenreiter Galdeano acht Sekunden gut und schiebt sich auf den zweiten Platz im Gesamtklassement, doch es fehlen 26 Sekunden auf Gelb. Dennoch bin ich optimistisch, dass das Trikot von Lance bald die Farbe wechselt ;-)

18. Juli 2002: Es kommt wie es kommen musste. Lance Armstrong gewinnt spielerisch die erste Bergetappe, nur noch sein Helfer Heras und Joseba Beloki konnten ihm folgen. Er ist bei weitem nicht am Limit gefahren, aber Lance entreißt Galdeano, der für mich heute die Tour schon verloren hat, das Gelbe Trikot und führt nun in der Gesamtwertung mit 1:12 Minuten vor Beloki. Man sieht, höchstens ein Heras könnte ihm im Gebirge gefährlich werden, aber der ist in Armstrongs Team, von daher hat sich das natürlich erledigt. Ich denke nicht, dass er das Gelbe Trikot nochmal abgeben wird und ich denke, dass ich schon bald seinen nächsten Etappensieg updaten muss ...

20. Juli 2002: Armstrong gewinnt auch die zweite Etappe in den Pyrinäen. Selbes Bild wie gestern, US Postal macht Tempo und am Schluss sind nur noch Armstrong, sein Edelhefer Heras und Joseba Beloki zusammen. Armstrong tritt an und gewinnt die Etappe vor seinem Team-Kollegen. Man muss sagen, Lance hat in diesem Jahr keine Konkurrenz, auch wenn er dieses Jahr nicht so überragend ist wie in den letzten Jahren. Nur sein Edelhelfer Heras könnte ihm im Gebire die Stirn bieten, aber der steht ja bei US Postal unter Vertrag. Ich bin mir sicher, dass Heras unter normalen Umständen mindestens eine der beiden Etappen gewonnen hätte!

21. Juli 2002: Heute hat Armstrong den Gesamtsieg so gut wie besiegelt. Beim Schlussanstieg galt es den Mont Ventoux zu bezwingen und Armstrong hatte diesmal mit dem Tagessieg nichts zu tun, dieser ging an den Ausreißer Richard Virenque. Joseba Beloki, der Gesamtzweite, versuchte erstmals Lance Armstrong anzugreifen, doch dieser konnte locker folgen und zog seinerseits unwiderstehlich an. Letztendlich nahm er Beloki weitere zwei Minuten ab, wurde dritter und hat im Gesamtklassement nun einen Vorsprung von 4:21 Minuten. Nun kann Armstrong eigentlich nur noch durch einen Sturz gestoppt werden.

24. Juli 2002: Heute stand die Königsetappe der Tour auf dem Programm. Michael Boogerd startet eine lange Alleinfahrt und im Hauptfeld ist es recht ruhig, niemand will Armstrong angreifen, alles konzentriert sich nur noch auf die weiteren Plätze. Armstrong will jedoch alles und greift 4 Kilometer vor dem Ziel an und macht Jagd auf Michael Boogerd. Unterwegs schluckt er noch einen weiteren Außreißer mit Carlos Sastre, dieser kann ihm jedoch überraschenderweise folgen. Lance kann Boogerd nicht mehr einholen und wie es sich für einen fairen Sportler gehört, lässt er Sastre im Kampf um Platz zwei den Vortitt und wird folglich dritter. Auf den zweitplatzierten Joseba Beloki macht Armstrong mit der Zeitgutschrift von acht Sekunden weitere 45 Sekunden gut. Sein Gesamtvorsprung beträgt nun 5:06 Minuten und die Gefahr diesen Vorsprung zu verlieren liegt bei null.

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