Ford Focus Testbericht

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Abbildung beispielhaft
ab 39,92
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von popeye007

Landrattenfahrzeug !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wir (= der Seemann und seine Olivia) haben uns im August 1999 einen neuen Ford Focus 1,8l gekauft. Zwar im selten gesehen Stufenheckdesign -für den es hier keine eigene Kategorie gibt- aber die Mängel und Erfahrungen sind für jeden Focus vergleichbar, denke ich. Unsere gewählte Austattungsvariante ist der Ghia, die Luxusaustattungsform von Ford. Der Kaufpreis betrug incl. aller Extras 1999 ca. 38.000 DM.

*************** Erfahrungen *****************

Nach ca. 2 Monaten kam meine Frau aufgeregt nach Hause, und meinte noch viel aufgeregter, das der Wagen aus der Motorhaube qualmen würde. Als Feuerwehrmann ging ich gewohnt fachmännisch vor und begab mich wagemutig ohne jedes Hilfsmittel zum Auto, welches wirklich aus dem \"Maul\" qualmte. Ungeachtet jeder Gefahr öffnete ich die Motorhaube, wobei sich als Nachteil entpuppte, das die Motorhaube nur mit dem Zundschlüssel zu öffnen ist. Nach dem Öffnen derselbigen schaute ich in den Motorraum und suchte die Ursache des Übels. Fachmännisch durchwanderten meine Augen den Motor und wider Erwarten fanden sie sogar, was sie suchten: Ein Loch im Motor wo normalerweise keines sein sollte. Der Verschluß, der normalerweise die Motoröleinfüllöffnung (welch Wort) bewacht hat sich klammheimlich verdünnisiert. Nachdem ich das Loch optimistisch mit einem Küchenhandtuch gestopft hatte ging es in die Werkstatt. Immerhin einen neuen Deckel bekommen und eine Motorwäsche umsonst (nach einem kleinen Seemannsaufstand). Zwei Wochen später gab es eine Rückrufaktion und die Öldeckel wurden ausgetauscht.

Nach 5.000 gefahrenen Kilometern und ca. 2 Monate nach dem Kauf waren die Scheibenwischer total hin, was meines Erachtens nicht normal ist. Diesmal war schon ein etwas größerer Seemannsaufstand nötig um neue auf Garantie zu bekommen (olle Geizhälse).

Nach etwa einem Jahr -also kurz vor Ablauf der Garantie- fing die B-Säule an zu knacken. Daraufhin wurde der Fensterheber ausgewechselt, was ich absolut klasse fand, nur das das Knacken sich davon nicht beeindrucken ließ und nach 4 Wochen wieder da war. Also wieder in die Werkstatt wo man meinte, das ja die Garantie nun abgelaufen wäre. Nachdem ich massiv angedroht habe, eine Dose Spinat auf Ex zu essen und ihnen meine dadurch entstehenden Kräfte live vorzuführen willigten sie demütig ein es doch auf Garantie zu beheben. Diesesmal hielt es immerhin ein Jahr, dann war das Knacken wieder da. Im Rahmen einer Inspektion haben sie es erneut und sogar problemlos kostenlos behoben. Das dumme war nur, das man nun ohne das Knacken hören konnte, das das Amaturenbrett knistert *mist*. Allerdings, seit letzter Woche höre ich das Knistern nicht mehr, weil.......... naja, könnt ihr euch ja denken.

Im Alter von eindreiviertel Jahren und einer Laufleistung von 40.000 km röhrte und schepperte der Auspuff. Der Endschalldämpfer war hin. Immerhin ohne jede Aufregung auf Kulanz erneuert. Das einzig dumme war, das ich ihn mit einem -serienmässigen- verchromten Auspuffrohr abgegeben habe und ihn mit einem mattschwarzen wiederbekommen habe - was ziemlich merkwürdig aussieht. Auf Nachfrage teilte man mir mit, das die Serie umgestellt worden ist, und nun alle Focus´ diese Auspuffrohre haben.

4 Wochen nach dem Erlebnis röhrte der Auspuff schon wieder. Nun war es der Vorschalldämpfer. Auch dieser wurde ausgewechechselt, auf Garantie. Nebenbei erfuhr ich nun auch, das die Auspuffanlage wegen technischer Mängel ab 01/00 geändert wurde. Ich wunderte mich natürlich, warum man dann nicht beim Endschalldämpfer alles erneuert hat. Kommentar: Man kann ja nur das austauschen was auch kaputt ist. Für mich bedeutete das allerdings wieder ein zerstörter freier Nachmittag.

So, das war ersteinmal das Kapitel \"Mängel\".

Nun zu den Erfahrungen mit den Extras.


Die Ausstattungsvariante \"Ghia\" lohnt sich eigentlich schon fast, wenn eine Klimaanlage gewünscht ist. Die kostete damals 2000 DM, der Aufpreis für die Ghia Variante 3000 DM. Zusätzlich sind im Ghia viele weitere Extras mit drinne wie Nebelscheinwerfer, elektr. und beheizbare Spiegel, Veloursitze, elekt. Höhenverstellung des Fahrersitzes, Funkzentralverriegelung und viele mehr.

Wir wollten gerne Alufelgen auf dem Fahrzeug haben, allerdings keine von Ford, sondern aus dem Zubehörhandel. Das hat auch problemlos geklappt, allerdings: Ford hat ein etwas merkwürdiges Verhältnis zu seinen Bremsen, denn es gibt gleich drei Varianten:

1. Ausserhalb Deutschlands wird der Focus laut Händleraussage mit Trommelbremsen ausgeliefert.

2. Innerhalb Deutschlands hinten mit Scheibenbremsen.

3. Wer Alufelgen ab Werk bestellt, erhält hinten Alufelgen mit silber lackierten Radnaben.

Da wir sie nicht ab Werk bestellt haben, erhielten wir also die unlackierten, die Folge war, das bereits nach einigen Wochen hässlicher Flugrost auf den Naben zu sehen war. Ob es sich wirklich lohnt, drei unterschiedliche Bremssysteme vorzuhalten?

Das Radio haben sollte man ab Werk bestellen, da es wie bei vielen Neufahrzeugen eine Sondergrösse hat. Für ca. 1200 DM erhält man dann 4 Boxen, Antenne (wäre sonst nicht dabei!!) RDS-Cassettenradio mit Bediensatellit am Lenkrad. Für normale Seemänner ist der Klang auch wirklich zufriedenstellend.

Der Tempomat kostet etwa 350 DM. Wer nichts mit Tempomat anfangen kann: Eine Geschwindigkeitsregelanlage, auf Knopfdruck hält er die gespeicherte Geschwindigkeit egal ob bergauf oder bergab. Wer 115 Km/h einstellt düst solange mit dieser Geschwindigkeit vor sich hin, bis er entweder a) die Kupplung tritt, b) die Bremse tritt, c) den Ausschaltknopf betätigt oder d) wegen Langeweile einschläft und durch ein natürliches Hindernis wie einem Baum abgebremst wird. Wobei d) die schlechteste Lösung darstellt. Bemerkt sei, das der Tempomat natürlich nicht mitbekommt, ob gerade eine Tempo 70 Zone droht. Eine wie wir festgestellt haben, gerade für längere Strecken sehr sinnvolle Investition. Es ist überaus bequem, nicht auf die Geschwindigkeit achten zu müssen, so sie denn richtig eingestellt ist. Ausserdem muß der rechte Fuß nicht immer krampfhaft auf dem Gaspedal verharren. Selbst auf mittleren Strecken noch sinnvoll. Nur wer viel oder ausschliesslich Stadtverkehr fährt, kann getrost darauf verzichten.

Der Bordcomputer ist im Grunde genommen nur Spielzeug für den Seemann. Er zeigt mehrere Funktionen an, die durch Drücken eines Knopfes am Blinkerhebel angezeigt werden können. Z.b. die Aussentemperatur, die Durchschnittsreisegeschwindigkeit und wieviele Kilometer mit der Tankfüllung noch gefahren werden können. Das klappt auch ziemlich genau. Lediglich einmal hat er sich verrechnet. Ab unter 80 KM Spritvorrat warnt der Computer optisch und akkustisch. Als der Computer gerade mitteilte, das wir noch 20 km fahren können ging der Motor aus. Irgendwie scheinen die zwei, der Computer und der Motor da wohl ein Abspracheproblem gehabt zu haben. Böse Freunde behaupten seitdem ,das der Computer mit Software von Microsoft gesteuert wird. Und natürlich muß ich nicht extra erwähnen, das wir zu diesem Zeitpunkt auf einer Autobahn ohne Standstreifen waren, mühselig eine Nothaltebucht erreichten, es saukalt war, meine Frau hochschwanger und der ADAC eine gute Stunde brauchte und zu allem Übel noch fies griente, was ich ihm aber durchaus zugestand. Ist nicht übertrieben, war genauso. Wenn schon, dann richtig. Danke für euer Mitleid.

Desweiteren kann er noch den Durchschnittsverbrauch anzeigen, sowie den momentanen Verbrauch. Wer im 2. Gang Vollgas gibt, wird dort die unglaubliche Zahl von 55,0 Ltr / 100 Km sehen. Ich muss aber davor warnen, das solche Werte bei mir zu einem blauen Fleck auf dem Oberschenkel führen. Dieser kommt von der Faust der danebensitzenden Seemannsfrau, die ob diesen Verbrauchs und der derzeitigen Benzinpreise keinerlei Verständnis für eine solche Benzinverbrauchsorgie hat. Zuguter letzt warnt er noch bei leerem Wischwassertank.

Fazit Bordcomputer: Ein nettes Spielzeug, das wir im Grunde genommen nur genommen haben, um beim Wiederverkauf den Wagen durch mehr Extras leichter loszuwerden. Kostenpunkt: ca. 500 DM.

Die beheizbare Windschutzscheibe incl. beheizbarer Scheibenwaschdüsen ist dann schon eher sinnvoll. Für etwa 350 DM leistet sie bei beschlagenen Scheiben wirklich hervorragende Dienste. Innerhalb von einer bis max. zwei Minuten hat er eine komplett und stark beschlagene Scheibe ohne Hilfe von Gebläse oder Klimaanlage frei. Mit den beiden Hilfsmitteln geht es sogar rasant schnell. Wer keinen Garagenparkplatz hat, wird sich im Winter nochmehr freuen, denn bis man die Scheiben rundherum freigekratzt hat, hat sich das Eis auf der Frontscheibe sogut wie gelöst, und man muss selbiges nur noch wegwischen. Und nach dem losfahren entfällt das lästige sofortige Wiederbeschlagen der Winschutzscheibe. Allerdings verbraucht sie eine Menge Strom, bei eingeschaltetem Licht, Klimaanlage, Heck- und Frontscheibenheizung hat die Lichtmaschine ordentlich zu kämpfen.

Eigentlich überflüssig und nur für die Optik: Nach Ghia Manier ist die Inneneinrichtung mit Holzapplikationen ausgestattet. Mit Ausnahme von Schaltknauf und Handbremshebel. Für ca. 150 DM kann man dieses Übel beseitigen.

Absolut Sinnvoll sind Rammschutzleisten an den Stoßfängern, zumal diese lackiert sind. Und wenn dann noch Frauen fahren.......(viel Spaß bei den bösen Kommentaren :-)) leider weiß ich den Preis nicht mehr genau, waren aber so um die 200 DM, glaube ich.

Ein Wort noch zu den Inspektionskosten: Die erste, nach 15.000 km kostete ca. 170 DM, die 30.000er 210 DM, die 45.000er 300 DM. Mittlerweile wurde nun ja der Euro eingeführt und somit kostete die 60.000 Inspektion 190 €, die 80.000er 490€ - allerdings incl. Tüv, Asu, Klimaanlagenwartung (alle drei Jahre erforderlich, 75€) und komplett neuen Bremsbelägen (160€).


So, nun habe ich alles aufgezählt und hoffentlich nichts vergessen.

Mein persönliches Fazit zum Focus lautet: Ein wirklich gutes Auto, was viel Fahrspaß bietet, eine aussergewöhnliche Optik sowohl innen als auch aussen und wirklich eine gute Ausstattung, denn das da oben waren nur die aufpreispflichtigen Extras. Wenn da nur nicht die ganzen Macken wären, die einem schon den Spaß verderben können. Aber vielleicht habe ich ja auch ein Montagsauto erwischt????? (Schreibt mir wenn es so ist). Mit diesen Macken jedoch bin ich mir nicht mehr sicher, ob es mein erster oder mein letzter Ford war.

In der Hoffnung, euch geholfen und unterhalten zu haben wünsche ich euch nach diesem Roman eine angenehme Ruhepause.

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