Renault Scenic Testbericht

Renault-scenic
Renault-scenic
Abbildung beispielhaft
ab 35,15
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Auf yopi.de gelistet seit 01/2008
5 Sterne
(7)
4 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von bofried

TOP für große, kräftige Familien

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem unsere Familie dem Ford Fiesta entwachsen ist, kleinste unserer Familie ist meine Frau mit 1,75 m und größter mein Sohn mit 1,92 m, wurde es Zeit ein anderes Auto zu beschaffen. Das genervte der Kinder wenn sie sich im sitzen die Ohren mit den Knien zuhalten mussten war nicht mehr auszuhalten und zunehmend störte es auch, dass mein Bauch mit dem Lenkrad in Berührung kam. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Auto in das 4 große Personen gut reinpassen und das im Unterhalt nicht viel teurer sein sollte als der Ford Fiesta.
Wir haben so ein Auto gefunden. Es handelt sich um einen Renault Scénic 1.6.

Das Platzangebot
Der Scénic gehört zu den Großraumlimousinen. Das merkt man schon beim Einsteigen. Sehr bequem für ältere oder kräftig gebaute Leute ist das Einsteigen nach oben. Man fällt also nicht nach unten in die Sitze sondern man kann sich im stehen gut auf die einzelnen Sitze setzen. Wenn man dann drinnen sitzt, ist man erstaunt wieviel Platz man nach vorne und zu den Seiten hat. Ich schiebe meinen Sitz immer bis ganz nach hinten. Und selbst da kann meine Tochter noch bequem sitzen. Die hinteren Sitze (es handelt sich um drei Einzelsitze) lassen sich auch nach vorne oder hinten schieben, so dass die Sitzeinstellung auch für die hinten sitzenden optimal eingestellt werden kann.
Der Kofferraum ist riesig im Vergleich zum Fiesta und wenn die Größe nicht ausreicht, kann man ihn durch das umklappen der hinteren Sitze vergrößern. Wenn das auch nicht ausreicht kann man in Nullkommanix die Sitze einzeln ausbauen. Ich habe kaum Ahnung von Technik aber das schaffe auch ich. Sitzlehne umgeklappt, dann Sitz umgeklappt und zwei Hebel umlegen und schon hat man den Sitz in der Hand. Ein wenig eigenartig ist es, wenn man die Sitze nur umklappt. Damit dies nicht zurückklappen ist unter den Sitzen ein Gummiband mit Haken. Diesen Haken hakt man an das Gestänge der vorderen Kopfstützen ein. Ohne die hinteren Sitze ist es kein Problem zwei Fahrräder im inneren des Autos mitzunehmen.

Der Komfort
Der Komfort fängt schon bei den Sitze an. Sehr weich (manchen auch zu weich) sitz man auf den gut einstellbaren Sitzen. Es ist sogar möglich den mittleren Sitz hinten auszubauen und die beiden äußeren Sitze dann weiter in die Mitte einzubauen, so dass die hinteren Fahrgäste ausreichend Seitenplatz haben. Die hinteren Fahrgäste haben außerdem ein Tisch (an den vorderen Sitzrücklehnen angebracht). Stauraum ist auch genügend da denn unter den Füßen kann man Klappen öffnen und dort ist genug Platz, für CDs, Kassetten, Bücher oder Süßigkeiten.
Auch für den Fahrer ist an Komfort gedacht. Das Autoradio lässt sich am Lenkrad bedienen. Senderwahl und Lautstärke ändern, dass kann alles geschehen ohne das Lenkrad loszulassen. Eine Klimaanlage ist auch vorhanden. Allerdings habe ich die erst einmal im Sommer ausprobiert. Meistens habe ich das Dachfenster aufgemacht. Der Scénic hat nicht nur ein Schiebedach sondern gleich zwei davon. Dadurch kann man es auch den hinten sitzenden ermöglichen aus dem geöffneten Dach zu sehen.

Die Technik
Als Nichttechniker kann ich dazu nicht viel sagen. Ein Motor ist dabei. Der schafft auf der Autobahn 190 km/h. Allerdings verbraucht er da sehr viel (10 bis 12l) vom Super bleifrei Kraftstoffgemisch. Der normale Verbrauch liegt bei nur etwa 7 Litern. Das Getriebe ist etwas eigenartig. Da ich spritsparend schon rechtzeitig die Gänge wechsele, fahre ich in einer Ortschaft mit 50 km/h schon im fünften Gang. Den behalte ich dann bis 190 km/h bei. Also 140 Stundenkilometerweit für den fünften Gang. Da auch ein Drehzahlmesser im Armaturenbrett eingebaut ist, sieht man dass der Scénic bei 190 km/h schon bei fast 5.000 Umdrehungen ist. Entsprechend laut ist es dann auch. Die Wegfahrsperre ist etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man eine Zeit gestanden hat und dann losfahren möchte, muss man erst die Zentralverriegelung auslösen. Dann ist die Wegfahrsperre wieder deaktiviert. Die Zentralverriegelung an unserm Scénic erfolgt über Infrarot und nicht über Funk. Man muss also den Schlüssel immer zum Empfänger halten. Sonst passiert nichts.

Fahreigenschaften
Obwohl der Scénic ja eine Großraumlimousine ist, ist er nicht windanfällig. Das hat mich sehr gewundert. Selbst bei starkem Seitenwind muss man nicht stark korrigieren. Die weichen Sitze und die weiche Federung schlucken alle Straßenunebenheiten. Allerdings ist die weiche Federung bei hohen Geschwindigkeiten gewöhnungsbedürftig. Wenn man auf der Autobahn die Spur wechselt, taucht der Scénic weich in die Federn und es dauert ein wenig, bis er da wieder rauskommt. Aber das ist sicher gewöhnunssache. Die Schaltung funktioniert ruckelfrei und bei untertourigem fahren (1800 Umdrehungen) hört man kaum, dass der Motor an ist.

Unterhaltungskosten
Die Unterhaltungskosten sind ziemlich niedrig. Alle 20.000 km mal zur Durchsicht und alle 60.000 km zur großen Inspektion. Da ich zu einer freien Werkstatt fahre, werde ich eine normale Durchsicht mit Ölwechsel sicher für 100 Euro bekommen. Da dieses Raumwunder relativ wenig Sprit verbraucht (Rekord überwiegend Landstraße bei 6,2 l /100 km) sind auch diese Kosten gering. An Steuern haben wir 81 Euro fürs Jahr gezahlt. Also nicht nur ein komfortables, großes Auto sondern auch ein preiswertes.

Fazit
Mit dem Scénic haben wir ein Auto gefunden, dass unseren Vorstellungen entspricht. Das Auto ist jetzt 4 Jahre alt und es sieht noch aus wie neu. Eine Reparatur am Auspuff wurde auf Gewährleistung geschweißt. Mehr war bisher nicht zu bemängeln. Neuerdings fahre ich gerne auch große Strecken, weil keiner mehr über Enge meckert. Der Verbrauch ist mit meist unter 7 l auf 100 km sehr gut. Ärgerlich ist nur, dass ich letztens auf der Autobahn geblitzt worden bin. Aber das liegt ja nicht am Auto.
Wer also eine komfortable, preiswerte Familienkutsche benötigt oder wer Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen in einem normalen Auto hat, sollte unbedingt mal den Renault Scénic probefahren. Ich kann das Auto wärmstens empfehlen.

Gruß Bofried

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