Die Leiden des jungen Werthers (Taschenbuch) / Goethe Johann Wolfgang von Testbericht

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Erfahrungsbericht von ribok

Kapitelzusammenfassungen & Infos & Kleines Fazit

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Johann Wolfgang von Goethe – Die Leiden des jungen Werther

EINLEITUNG:
Ich habe Goethes Werther, wie wohl die meisten anderen auch, in der Schule gelesen und behandelt und möchte hier nun meine Erfahrungen weitergeben.
Der Text umfasst gut 150 Seiten und ist ein Briefroman.
Für alle, die ihr Gedächtnis über die genaue Handlung auffrischen, oder für die, die sich detailliert über den Inhalt informieren wollen, habe ich an dieser Stelle Kapitelzusammenfassungen vorbereitet (Achtung: Umfangreich !):



KAPITELZUSAMMENFASSUNGEN:
1. Buch:
- 4.5.1771: Er verlässt seine Freundin. Bei der Tante klärt er die Erbschaft. Schöne Natur.
- 10.5.: Naturbeschreibungen
- 12.5.: Brunnen
- 13.5.: Trauer
- 15.5.: Pöbel und Bekanntschaft am Brunnen
- 17.5.: Menschsein, Jugendliebe, Student kennengelernt. Klassische Archäologie, Ästhetik.
- 22.5.: Sinn des Lebens, Glück. (Soma = Körper, Kerker; Phsychäe = Hauch, Seele; Psycho[soma]tisch = Seelisch körperliche Wechselwirkungen)
- 26.5.: Zeichnung, Natur, Liebe
- 26.5.: Bekanntschaft mit der Mutter der Kinder, welche er am vorigen Tage gezeichnet hat. Schweiz = Tourismusland.
- 30.5.: Werther lernt einen Bauernburschen kennen, welcher eine Witwe liebt.
- 16.6.: Werther hat sich verliebt. Er beschreibt das Kennenlernen mit Lotte. Der Mann ist wegen einer Erbschaft verreist. (Erbschaft ist ein Motiv im Werther)
- 19.6.: Er ist unsterblich in sie verliebt.
- 21.6.: Wahlheim
- 29.6.: Kinder, Gott. Erwachsene sind alte Kinder.
- 1.7.: An einem Hof mit Lotte. Diskussion mit einigen Kindern.
- 6.7.: Spaziergang mit Lotten und den Kindern. Sie gehen zu dem Brunnen. Brunnen = Liebessignal, er ist verliebt.
- 8.7.: Er weiss nicht woran er bei Lotten ist.
- 10.7.: Er liebt Lotte sehr.
- 11.7.: Frau M. liegt im sterben, sie gibt zu, jahrelang Geld gestohlen zu haben und die Buchhaltung verfälscht zu haben.
- 13.7.: Werther ist sich sicher, dass Lotte ihn liebt.
- 16.7.: Sie fesselt ihn, ihre Musik, ihre Haut. Sie ist ihm heilig, als wäre sie ein Engel.
- 18.7.: Er spürt ein Wohlgefühl, als ob man eine Kerze entflammen würde.
- 20.7.: Mutter will, dass er aktiv ist, und er ist es.
- 24.7.: Er denkt über das Zeichnen nach, hat Lottens Portrait begonnen.
- 26.7.: Notiz an Lotte: Keinen Sand mehr auf das Papier.
- 26.7.: Er sieht Lotte oft.
- 30.7.: Albert, Lottens Mann, ist wieder zurück. Werther kann Lotten jetzt nicht mehr so oft sehen, was ihn stört.
- 8.8.: Er muss sich entscheiden, will er Lotte oder nicht. Wenn nicht, will er fort, weiss aber nicht wohin er gehen würde.
- Abends: Er merkt, dass er alles klar sieht, aber doch naiv handelt.
- 10.8.: Er findet es paradox, dass er sich mit Albert freundschaftlich über Lotte unterhalten kann.
- 12.8.: Er geht zu Albert und will sich eine Pistole leihen. Dieser ist ängstlich. Sie reden über Suizid. Sie haben unterschiedliche Ansichten.
- 15.8.: Die Liebe ist das Wichtigste auf der Welt.
- 18.8.: Er sieht die Natur klar. Doch er sieht in ihr ein Ungeheuer.
- 21.8.: Er vermisst Lotte.
- 22.8.: Er ist am Ende, weiss nicht was tun.
- 28.8.: Er hat Geburtstag. Albert schenkt ihm kleine Andenken an Lotte, die rote Schleife und zwei Büchlein.
- 30.8.: Sein Herzschmerz frisst ihn auf, er sieht keinen anderen Ausweg als den Tod.
- 3.9.: Er will fort, er muss.
- 10.9.: Er hat beschlossen zu gehen. Das letzte Mal gehen sie zu ihrem romantischen Plätzchen, er verrät nichts von seiner Absicht, zu gehen.

Zweites Buch:
- 20.10.1771: Er ist \"hier\" angelangt. Er denkt über das Leben nach.
- 26.11.1771: Er hat viel zu tun, hat den Grafen C. kennengelernt.
- 24.12.1771: Der Gesandte nervt den Werther. Er ist ein schwieriger Mensch. Er lernt ein Fräulein B. kennen.
- 8.1.1772: Ihn stört die Sucht nach höheren Rängen der Leute.
- 20.1.: Er schreibt einen Brief an Lotte. Seine Lebenslust ist fort. Er erzählt von Fräulein B.
- 8.2.: Er war noch nie glücklich an seinem neuen Ort.
- 17.2.: Er hält es mit seinem Gesandten nicht länger aus.
- 20.2.: Er bedankt sich bei Albert und wünscht ihm und Lotte lebe wohl.
- 15.3.: Er will wieder fort. Er isst beim Grafen C. zu Abend. Frau B. ist auch da. Er wird später der Gesellschaft verwiesen, man redet über ihn.
- 16.3.: Fräulein B. erzählt ihm alles was über ihn geredet wird. Er ist wütend und enttäuscht. Am liebsten würde er sich umbringen.
- 24.3.: Er kündigt seine Berufung und geht auf die Güter von Fürst **.
- Zur Nachricht: 19.4: Er hat Geld vom Erbprinz erhalten, braucht also keines mehr von seiner Mutter.
- 5.5.: Morgen geht er.
- 9.5.: Er zieht an seinen Geburtsort, pilgert durch ihn und erinnert sich zurück an seine Zeit, als er noch hier gewohnt hatte.
- 25.5.: Er wollte in den Krieg, doch daraus wird nichts (--> Der Fürst **).
- 11.6.: Er will wieder fort von hier, die Zeit wird ihm lang. Er hat praktisch nur gezeichnet.
- 16.6.: Er ist ein Wanderer, sagt er.
- 18.6.: Er will wieder in die Nähe von Lotten.
- 29.7.: Er malt sich aus was gewesen wäre, wenn er Lottens Mann geworden wäre.
- 4.8.: Eines Tages geht er zu Lotte. Ihr jüngster Sohn sei gestorben und ihr Mann wäre krank. Werther kann darauf keine Antwort finden und geht wieder.
- 21.8.: Er erinnert sich an früher, wie gut und unproblematisch alles doch war.
- 3.9.: Vor lauter Liebe begreift er nichts mehr.
- 4.9.: Er trifft den Bauernburschen wieder. Dieser erzählt dem Werther seine Geschichte. Er würde eine Hausfrau lieben und ihr nachrennen. Als sie sich für ihn entschied, verlor er sie doch.
- 5.9.: Werther stellt sich vor, Lottens Frau zu sein.
- 6.9.: Er will den Frack ablegen, mit welchem er Lotte kennengelernt.
- 12.9.: Sie hat einen Kanarienvogel. Lotte reizt des Werthers Einbildungskraft.
- 15.9.: Einige Nussbäume wurden abgehauen. Alle sind traurig, vor allem jene, welche schöne Erinnerungen mit den Bäumen verbinden.
- 10.10.: Ihm genüge, wenn er ihre Auge sähe. Auch meint er, Albert nicht mehr so glücklich zu sehen.
- 12.10.: Er denkt nach und verspürt den Drang weiter, sich das Leben nehmen zu wollen.
- 19.10.: Die Liebe zu ihr frisst sein Herz auf, er sehnt sich nach ihr.
- 26.10.: Er ist bei Lotte. Diese redet mit einigen Freundinnen. Der Werther denkt nach, was wäre, wenn einer sterben würde.
- 27.10.: Er ist verwirrt.
- Abends: Er braucht sie, sieht nur noch eine Zukunft mit ihr zusammen.
- 30.10.: Er möchte ihre Nähe spüren, doch er kann nicht.
- 3.11.: Er hat schlechte Laune, merkt, dass der Grund bei ihm selbst liegt.
- 8.11.: Er ist am Ende.
- 15.11.: Ist Religion alles?
- 21.11.: Es zerstört die beiden. Sie nennt ihn das erste Mal lieb.
- 22.11.: Er fleht bei Gott um sie.
- 24.11.: Er sieht sie jetzt noch schöner, noch vollkommener.
- 26.11.: Er merkt, dass er nicht der Einzige auf der Welt ist mit diesen Gefühlen.
- 30.11.: Er trifft eine Frau beim Blumensuchen und sie unterhalten sich. Ihm geht ein Licht auf, es ist überall das Gleiche. Man muss zu sich selbst finden.
- 1.12.: Es wird ihm einiges klarer.
- 4.12.: Er ist bei Lotte, spielt auf ihrem Klavier und ihm fallen all die schönen Erinnerungen wieder ein. Lotte merkt, dass er nicht mehr ganz beisammen ist und bittet ihn, zu gehen.
- 6.12.: Er denkt nur noch an sie.

Vom Herausgeber an die Leser:
Der Werther wird immer wie verzweifelter und beschliesst eines Nachts zu sterben. Lotte möchte, dass er seine öfteren Besuche in Zukunft mässigt. Er schreibt einen Abschiedsbrief an Lotten. Als er das letzte Mal bei ihr ist, liest er ihr einige Gesänge Ossians vor, welche er übersetzt hatte:
Es geht um eine verliebte Frau, welche beide Freunde während einer Schlacht verlor.
Beide Weinen bittere Tränen zusammen, und der Werther liest zu Ende. Die beiden heulen, zittern und fallen leidenschaftlich über sich her, doch Lotte wird das zu viel und sie geht in ihr Zimmer. Lotte hat ein schlechtes Gewissen gegenüber Alberten. Werther verlangt die Pistolen von Alberten, angeblich für eine Reise.
Werther schreibt den Brief an Lotten zu Ende und gibt sich für Lotte die Kugel. Am nächsten Morgen, es ist der 24.12., stirbt er.



INFOS:
Goethes Werther, ein Briefroman ohne Ich-Erzähler, 1774 erschienen, ist eine Herausgeberfiktion aus der Sturm und Drang Zeit. Goethe gaukelt dem Leser vor, er hätte alte Briefe gefunden, was aber nicht stimmt.
Tatsächlich gibt es jedoch autobiographische Quellen, welche in das Werk einflossen. Goethe hatte Bindungsängste; war in Lotte Buff verliebt und erlebte den Tod des Legationssekretärs in Jerusalem, welcher Suizid beging.

Die Zeitstruktur spiegelt den psychischen Zustand des Werthers wider:
Der Roman beginnt im Frühling; 1. Buch hört im September auf.
2. Buch beginnt im Oktober und endet im Dezember des darauffolgenden Jahres.
Das Buch endet im Winter, in Werthers \"dunkelster\" Zeit.

Der erste Satz ist Keimartig, gibt also eine Vorschau auf das ganze Buch: \"Wie froh bin ich, dass ich weg bin!\". Schon der erste Satz enthält also Informationen über den Ausgang der Geschichte. Mir persönlich ist dies beim ersten durchlesen nicht aufgefallen, sondern erst beim näheren Beschäftigen mit dem Werk.

Was auch noch bemerkenswert ist, dass es kein laufender Bericht ist. Es werden nur emotionale Höhepunkte dargestellt. Ausserdem sind nur Briefe vom Werther abgedruckt. Antworten bekommt man keine zu Gesicht.



FAZIT:
Dieses Werk zu lesen, ist nicht einfach. Oft sind die Briefe sehr kurz, haben kaum einen Inhalt, dafür aber eine hohe interpretatorische Bedeutung.
Dennoch ist es eine sehr schöne Liebesgeschichte, welche tragisch endet und mir sehr gefallen hat. Man erkennt sich teilweise in Werther wieder. Man versteht ihn. Goethe hat die Gabe, seine Texte so emotional herüberzubringen, dass sie einem das Herz berühren. So war es jedenfalls bei mir.
Das Ende empfand ich als sehr traurig, und es regte mich zum nachdenken an.
Ich hatte am Ende die Geschichte zwar erfasst, tat mich aber schwer damit, das Buch interpretieren zu können. Dazu müsste man es meiner Meinung nach bestimmt einige Male lesen und gezielt nach Spuren auf die Suche gehen.

Empfehlenswert, viel mehr ein Muss, ist Goethes Werk eigentlich für alle, wenn es auch sehr anspruchsvoll ist.

Literarische Grüsse,
Ribok

P.S.: Wieder einmal mehr entschuldige ich mich für die Länge. Ich hoffe, es hat sich gelohnt und bringt dem einen oder anderen was.

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