Unter dem Markenzeichen LG Electronics macht der koreanische Hersteller Goldstar seid 1995 unter anderem mit qualitativ hochwertigen Monitoren von sich reden. Zu besonders günstigen Preisen wird eine solide Leistung geboten, was in diesem Marktsegment leider nicht selbstverständlich ist. Die sehr guten Bildröhren finden sich schon seid jeher in manch teuerem Modell der Konkurrenz.
Mit ihrem neuen "Schnäppchen", dem LG 99G, können die Koreaner, die beim Genuss von Sauerkraut übrigens die Weltrangliste anführen, nun besonders überraschen. 19 Zoll Monitore unter 700 DM gibt es zwar schon einige, aber ruhigen Gewissens konnte man bisher nicht zugreifen. Viel Glück war notwendig um zufällig ein gutes Exemplar aus dem Fundus der diversen Billigmarken zu ergattern. Was wenn man zum falschen Karton griff??? Diese nagenden Zweifel haben nun schon beim Einkauf ein Ende! Geboten wird eine, nicht nur am niedrigen Preis gemessen, exzellente Bildqualität.
AUSPACKEN
Etwas Vorsicht ist beim Transport geboten: Die Grifföffnungen im Karton sind zwar günstig angebracht, so dass das Ganze gut ausbalanciert ist (und man noch einen Drucker und diverse Kleinteile schadlos über etwas mehr als 500 m tragen kann. Ja, mit zweimal absetzen!), aber bei einem Gewicht von beinahe 25 Kg schneidet die Pappe schmerzhaft in die Haut! Wer Verletzungen vermeiden will, legt besser ein Papiertaschentuch unter...
Der Inhalt des Packet erscheint zunächst kärglich: als Zubehör fällt lediglich ein Video-, ein Netzkabel sowie eine Anleitung aus dem Karton. Das 22,5 kg schwere "Prachtstück" läßt sich, im "Ein-Mann-Betrieb" am besten unter Zuhilfenahme der Erdschwerkraft bewegen: dazu klappt man die Pappflügel vorsichtig beiseite und kippt den Karton auf den Kopf. Nun braucht man nur noch den Karton hochzuheben und das Gerät kann leicht von der Styropor- und Plastikverpackung befreit werden.
DAS GERÄT
Wie alle anderen 19 Zoller mit "normaler" gewölbter Bildröhre, die sichtbare Bilddiagonale mißt 45,72 cm, braucht auch der 99G seinen Platz. Auf dem Schreibtisch sollten mindestens 45,8 x 46,8 x 47,9 cm (BHT) für das recht formschöne, schlichte Gehäuse entbehrlich sein. Das Bild wird durch eine konventionelle Bildröhre mit Lochmaske (0,26 mm diagonal) erzeugt. Die ARAS (anti reflection anti static) genannte Entspiegelung ist effektiv und verhindert störende Reflexe auf der Mattscheibe.
Das Gehäuse ist recht ansprechend verarbeitet, der Qualitätseindruck ist gut. Anschluß findet das Gerät solide über eine Buchse, dem Anwender bleibt eine wackelige und fehlerträchtige Festverdrahtung erspart.
Technische Daten
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Auflösung:
1024 x 768 Pixel bei 120 Hz noninterlaced
1280 x 1024 Pixel bei 90 Hz noninterlaced
1600 x 1600 Pixel bei 75 Hz maximale Auflösung
Videobandbreite: 203 MHz
Horizontalfrequenz: 30-96 kHz
Vertikalfrequenz: 50-160 Hz
Energieaufnahme: 3 W (off); 8 W (Standby); 130 W (on)
Standards: TCO 99, MPR II
Anschluß: D-Sub mini 15 pin
Bedienung
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Die Bedienung erfolgt über ein on screen display (OSD), das alle wichtigen Funktionen zusammenfasst. Durch die Menüs "surft" man mittels vier auf der Front angebrachten angenehmen Drucktasten.
Die Einstellmöglichkeiten für Bildgeometrie sind komplett, ebenso die weiteren Features. Sogar ein Moiré-Filter (horziontal/vertikal) haben die Entwickler eingebaut. Im Bedarfsfall kann der Nutzer damit störende "Muster" im Bild entfernen, die bei manchen Auflösungen auftreten können. Auf Wunsch zeigt der Monitor die Wiedergabefrequenz der Grafikkarte an.
Auf die Helligkeits- und Kontrasteinstellungen kann über zwei Drehregler an der Front direkt zugegriffen werden.
DIE PRAXIS
Viele Nutzer folgen bei der Einstellung der Bildwiederholungsfrequenz fälschlicherweise der Regel: Viel hilft viel! Dabei nimmt im Grenzbereich die Wiedergabequalität eines Monitors wieder ab (abnehmender Kontrast, Unschärfe, "mattschiges" Bild). Da das menschliche Auge das gefürchtete "Flimmern" bereits ab etwa 80 Hz nicht mehr wahrnimmt, machen Frequenzen oberhalb 90 Hz in der Praxis keinen Sinn.
Die ideale Auflösung für einen 19 Zoller beträgt 1154 x 864 Pixel. Dies entspricht dem 4:3 Verhältnis der Bildröhre und nutzt die Bildfläche gut aus. Die Standardauflösungen 1024 x 768 und 1280 x 1024 führen aufgrund des anderen Verhältnisses von Bildhöhe zu Breit zu verzerrter Bildwiedergabe und sollten daher vermieden werden. Bei höheren Auflösungen wird die Darstellung zu klein: man sieht zwar mehr, aber z.B. Schriften und Icons werden unzumutbar winzig.
Idealerweise stellt man den Rechner also auf eine Auflösung von 1154 x 864 Pixel bei 80-90 Hz ein. Belohnt wird man mit einer in dieser Preisklasse ungewöhnlichen Bildqualität. Noch vor einem Jahr mußte man für solch optische Genüsse gut das doppelte ausgeben. Dem Laien bleibt nicht mehr zu tun, als das Gerät anzuschließen, die Grundeinstellungen (Kontrast/Helligkeit) sind praxisgerecht.
Evtl. Geometrieabweichungen in Form von Verzerrungen (Beulen und Dellen) im recht scharfen, kontrastreichen und überaus angenehmenen Bild lassen sich mithilfe des OSD leicht und vollständig ausgleichen. Nur eine leichte Delle an der oberen Bildkante bleibt. Von der Möglichkeit zur Moiré-Korrektur muß der Nutzer keinen Gebrauch machen: sogenannte Interferenzmuster treten nicht auf. Die Farbreinheit ist gut und auch an der Konvergenz (=Übereinstimmung der "Farbstrahlen" für Rot, Grün und Blau) gibt es nichts zu mäkeln.
Einziger ernster Kritikpunkt am Bild ist die Stabilisierung des Hochspannungsnetzteils. Das führt zu einem "Helligkeitspumpen" genannten Effekt: Wechselt der Bildinhalt plötzlich von Dunkel nach Hell, so ändert das Bild kurzzeitig sein Größe. Bei diesem Gerät ist der Effekt sichtbar, aber insgesamt noch nicht allzu störend. Das Bild stabilisiert sich glücklicherweise schnell wieder und die Abweichungen sind noch unbedenklich.
Etwas nervig ist die nicht ausblendbare Anzeige der Wiederholgfrequenz und des Bildmodus bei jedem Auflösungswechsel. Beim Booten wird andauernd ein kleines Statusfenster eingeblendet. Ein unnötiges kleines Manko!
Wirklich spitzfindige Zeitgenossen könnten vielleicht die nicht völlige Farbtreue anmahnen und in Punkto Bildschärfe geht heute auch mehr. Aber der Preis sollte Skeptiker schnell ruhigstellen! Auch die magere Ausstattung (kein USB, kein zweiter Monitoreingang) trübt das positive Bild kaum.
FAZIT
Die Vorzüge dieses Monitors lassen sich verkürzt so auf den Punkt bringen: Entweder sie kaufen den LG 99G, oder sie geben das doppelte aus! Zum Fest ein echter Einkaufstip.
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