Good Times - Eric Burdon & The Animals Testbericht

No-product-image
ab 3,20
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(0)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von LosGatos

When I Was Young (Part 1)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wie bereits kürzlich angekündigt, kann ich es ja nicht lassen. Meine Liebe zur Musik und ihren Lichtgestalten der letzten 30-40 Jahre hat mich zu dem Entschluss gebracht, wieder eine kleine 5-teilige Serie zu starten. Dieses Mal steht sie unter dem Motto „When I was young“. Dabei möchte ich mich dieses mal ein paar Gruppen widmen, die in den 60er Jahren stets in den Charts zu finden waren, jener Zeit also, zu der ich mich überhaupt erst für Musik zu interessieren begann. Ich muss zugeben, dass ich in der Beziehung eher ein Spätstarter war. Während meine Klassenkameraden auch im Alter von 10-12 schon über die neuesten Beatles-Hits und deren Hitparaden-Platzierung diskutierten, waren damals meine Interessen noch mehr auf Karl May und Fußball ausgerichtet. Aber als ich (LosGatos) 14 wurde, änderte sich das auch bei mir fast von einem Tag auf den anderen. Die ganz bekannten, sprich die Beatles und die Rolling Stones, möchte ich an dieser Stelle jedoch aussparen, denn die kennt ja auch heute noch jeder. Und auch über meine erste (musikalische) Liebe, die Bee Gees habe ich mich ja unlängst geäußert. Aber damals war die Elite der Popstars, die meist aus England kamen, so dicht besetzt, dass auch die Gruppen in der zweiten Reihe nach den Lennons, McCartneys, Jaggers und Gibbs den ganz großen kaum nachstanden.

Zu den legendären Größen der Pop-Musik gehört für mich ganz klar Eric Burdon, der in verschiedenen Bands wirkte und der auch heute noch aktiv ist.

Eric Burdon wurde 1941 im englischen Newcastle geboren. Als 20jähriger spielte er zunächst in der Blues Band von Alexis Korner und danach in der Rhythm & Blues Combo von Alan Price. Diese Band taufte sich dann in „Animals“ um und hatte unter neuem Namen bald großen Erfolg. Jedoch stieg Alan Price 1965 aus und die Originalbesetzung mit Chas Chandler, John Steel und Hilton Valentine fiel ein Jahr später ganz auseinander. Eric Burdon gründete eine neue Band mit Barry Jenkins. Nun nannte man sich „Eric Burdon & The Animals“, die etwa 3 Jahre zusammenspielen, bevor Eric Burdon Krieg erklärt und die Gruppe „War“ gründet. Am 14. September tritt „War“ zusammen mit Jimi Hendrix auf, der 2 Tage später an einer Überdosis Rauschgift stirbt. Auch Eric Burdon muss sich aufgrund zügellosen Lebens und damit verbundener gesundheitlicher Probleme eine Auszeit gönnen. Der Erfolg geht damit erst mal zurück. Es gibt ein kurzes Revival der Animals und Ende der 70er/Anfang der 80er verbringt er eine Zeit in Deutschland, wo manch peinlicher Auftritt (Drogenprobleme!) erfolgt. Erst in den 90er Jahren kommt er wieder auf die Beine. Die Animals werden in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen. Seit 1999 gibt es Eric Burdon & the New Animals. Er tritt wieder auf. Mittlerweile trägt er dicke Bäuche und bunte Hemden. Jürgen von der Lippe lässt grüßen....


DAS ALBUM „GOOD TIMES“

Das Album erschien 1987 zunächst als Doppel-LP und ist auch als CD erhältlich. Es enthält insgesamt 18 Titel, die fast alle aus der glorreichesten Zeit zwischen 1966 und 1969 stammen, als man sich „Eric Burdon & the Animals“ nannte, und somit einem Best-Of-Album gleich kommt.

Es beginnt jedoch mit einem Titel aus der „reinen Animals-Zeit“, als Alan Price noch dabei war. THE HOUSE OF THE RISING SUN ist ein Traditional, das auch von vielen anderen Interpreten immer wieder gesungen wurde. Der Keyboard-Spieler Alan Price hat dieses Stück neu arrangiert und ihm seinen Stempel aufgedrückt. Somit wurden die Animals 1964 gerade mit diesem Titel bekannt, es gehört zu ihren besten. Den nächsten Titel habe ich (LosGatos) eigentlich erstmals in einem Kino-Film gehört. GOOD TIMES, das dem Album den Namen verpasste, ist ein typischer Burdon-Titel. Dieser markante Titel gehörte zum Soundtrack des Thrillers „Die Katze“ mit den damals gerade sehr populären gewordenen Götz George und Gudrun Landgrebe. Da der Film im Kino gut lief, wurde diese Tatsache auch für das Marketing dieses Albums ausgenutzt, das kurz darauf erschien. Das folgende HEY GYP wurde durch die Animals weniger bekannt, es stammt aus der Feder des damals auch sehr bekannten schottischen Barden Donovan. Den folgenden Titel habe ich in meiner Jugendzeit sehr gern gehört. WHEN I WAS YOUNG passt deshalb aus vielen Gründen gut als Titel dieser Serie. Das folgende I’M AN ANIMAL ist sozusagen ein Selbstbekenntnis. RING OF FIRE wurde von June Carter geschrieben. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass es nicht nur durch Eric Burdon, sondern vor allem auch durch Johnny Cash sehr bekannt wurde. Diese beiden Versionen sind natürlich schwer zu vergleichen. Während es bei Johnny Cash eine eher flotte Country-Version ist, handelt es bei Burdon’s Interpretation um einen langsamen Blues. SEE SEE RIDER beinhaltet teilweise rhythmisches und ganz gefälliges Keyboard-Spiel, ist aber insgesamt nicht unbedingt zum Ohrwurm geeignet. Dafür ist das mit einem Sprechgesang beginnende SAN FRANCISCAN NIGHTS eines der bekanntesten und markantesten Lieder Eric Burdons. Dieser langsame Blues ist ein Lied, das einem sofort unter die Haut geht, und eines der bekannten Lieder, die zu jener Zeit der Hippie-Metropole San Francisco gewidmet wurden. Genial auch Eric Burdons Interpretation des schönen Bee Gees-Titel TO LOVE SOMEBODY. Obwohl ich ja bekennender Bee Gee-Anhänger bin, finde ich diesen Titel von Eric Burdon noch gelungener. DON’T LET ME BE MISUNDERSTOOD ist ein bekannter Titel aus der frühen Animals-Zeit.. Ende der 70er Jahre wurde davon noch einmal eine Disco-Version der spanischen Gruppe Santa Esmeralda aufgelegt. Der Titel WINDS OF CHANGE hat dagegen nichts mit der späteren Glasnost-Hymne der deutschen Gruppe Scorpions zu tun. Er enthält ein paar Elemente indischer Musik und rezitativen Sprechgesang, ist nach meinem Geschmack aber der schwächste Titel des Albums. Das über 7 Minuten lange SKY PILOT klingt dagegen teilweise etwas gefälliger ist aber doch aufgrund einiger „psycadallic“ Passagen unangemessen lang geraten. DON’T BRING ME DOWN ist auch eher einer der Animals-B-Titel. Dafür ist die Aufbruchshymne WE’VE GOOTA GET OUT OF THIS PLACE einer der Songs, an die ich mich aus meinem Jugendzeiten gerne erinnere. Einer der typischen Burdon-Titel, den er mit seiner Blues-Stimme langsam das Tempo steigernd einleitet und den er fast explosionsartig in die Titel-Zeile münden lässt. Es folgt der bekannte Rolling Stones-Titel PAINT IT BLACK aus der Feder von Mick Jagger und Keith Richard mit einer sehr langen aus indischen Klängen bestehenden Intro, langsam beginnend und immer schneller werdend. Allerdings finde ich das Original von den Stones doch eine Klasse besser. Dann nochmals ein Titel, der auch von anderen Interpreten einen höheren Bekanntheitsgrad erzielt hat, nämlich RIVER DEEP MOUNTAIN HIGH, das Tina Turner noch zusammen mit Ehemann Ike gesungen hatte, wieder ein Song mit Überlänge, durchaus mit Reminiszenzen an Tina Turner von Eric Burdon, der diese zwischenzeitlich besingt. Das kurz und bündige IT’S MY LIFE drückt dann wieder die Party-Stimmung der 60er Jahre a la Eric Burdon aus. Einer der Titel, für die ich die Animals geliebt habe. Der Abschluss findet mit dem etwas weniger gelungenen CLOSER TO THE TRUTH statt.


FAZIT

Auch wenn der Name Eric Burdon mit vielen Bands unterschiedlicher musikalischer Richtungen verbunden ist, liegt die Zeit seiner größten Erfolge eindeutig in den 60er Jahren, als er mit verschiedenen Animals-Formationen unzählige Hits landete, die auf diesem Album fast alle vertreten sind. Die Animals gehören zu den Gruppen jener Zeit, die ich (LosGatos) nie vergessen werde. Eric Burdon gilt als der weiße König des Blues. Da Eric Burdon häufig zu Sprechgesang neigt, sind die Texte seiner Lieder meist gut zu verstehen. Exemplarisch habe ich wieder den Text eines der Titel ausgesucht, die mir am besten gefallen, nämlich „San Franciscan Nights“:



This following program is dedicated to the city and people of
San Francisco, who may not know it but they are beautiful,
and so is their city. This is a very personal song,
so if the viewer cannot understand it,
particularly those of you who are European residents,
save up all your bread and fly Translove Airways to San Francisco, USA.
Then maybe you\'ll understand the song. It will be worth it.
If not for the sake of this song, but for the sake of your own peace
of mind.


Strobe light\'s beam creates dreams
Walls move, minds do too
On a warm San Franciscan night
Old child, young child feel all right
On a warm San Franciscan night.

Angels sing, leather wings
Jeans of blue, Harley Davidsons too
On a warm San Franciscan night
Old angel, young angel feel all right
On a warm San Franciscan night.

I wasn\'t born there,
Perhaps I\'ll die there
There\'s no place left to go
San Francisco.

Cop\'s face is filled with hate
Heavens above,
He\'s on a street called \"Love\"
When will they ever learn?
Old cop, young cop feel all right
On a warm San Franciscan night.

The children are cool
They don\'t raise fools,
It\'s an American dream,
Includes Indians too.


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 8.12.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Talk-On und vielleicht Dooyoo

28 Bewertungen