wenn ein Fernsehgerät den Dienst versagt ist das meistens eine Zäsur im Leben eines Fernsehsüchtigen – viele Jahre war er uns treu – nach 12 Jahren intensiven Lebens ist er von uns gegangen.Der brave Philips mit seinem guten,aber nicht ganz flimmerfreien Bild,umgeben von einem diskreten schwarzen Gehäuse hat er uns das (Fernseh-)Leben versüßt.Nun ist der Exitus da, nichts mehr kann ihn wieder zum Leben erwecken: Philips 25GR5721 1991 – 2002 Ruhe in Frieden, wir werden deiner immer gedenken.
Oder etwa nicht?
Das beschriebene Modell von Philips war noch ein einfaches 50 Hz-Modell mit einem rechteckigen,aber nicht ganz flachen Bildschirm – bei Sonneneinstrahlung spiegelte es gewaltig und man konnte nur noch angestrengt sehen. Auch war die Bildschirmdiagonale mit sichtbaren 66cm nicht gerade üppig,angesichts von sechs Meter Entfernung zur Sitzgruppe...
also wurden Kataloge gewälzt und Medienmärkte abgeklappert – Hunderte Modelle wurden beäugt und auf ihre Tauglichkeit untersucht. Die Bildschirmdiagonale sollte nicht unter 80 Zentimeter sein und ein 16:9 Format schien ebenfalls wünschenswert. Auch sollte der „Neue“ möglichst flimmerfrei und spiegelfrei seinen Dienst verrichten - 100Hz mussten es schon sein. Viele Modelle gab es,die diese Prämissen erfüllten,aber nur einer konnte es werden:
Der Thomson 32WZ610S „SCENIUM”
Viele Geräte wollten ihm den Platz in unserem Wohnzimmer streitig machen,aber sie hatten keine Chance: Keiner konnte mit so einem brillanten Bild und einem so exclusiven Design bestechen wie er,zumal seine Dienste noch sehr günstig waren:
1649 Euro wollten sie für ihn haben, nicht zuviel,wenn man seine Fähigkeiten und Eigenschaften kennt:
Der „Scenium“ von Thomson besticht gleich mit mehreren Features,die ihn in seiner Preisklasse Einmalig machen: Er hat dank seiner X-Flat-Bildröhre eine vollkommen flache Bildschirmoberfläche, die nicht spiegelt.Die Bild-Wiedergabequalität ist Dank DVM(Digital Vision Mastering) einer Technik,die zwischen 100Hz zum Beispiel bei großen ,ruhigen Flächen ein stabiles Bild ohne Flimmern ermöglicht und auf 50Hz umschaltet,wenn detailreiche Szenen oder Sportereignisse ein „schnelleres“ Bild rfordern.Gerade bei Sprints kann man bei normalen 100Hz-Geräten ein „Nachziehen“ der Sportler beobachten,da die Bewegung zu stark stabilisiert wird - Ein großer Vorteil des neuen „Scenium“.
Audioeigenschaften
Die Audio-Qualitäten stehen denen des Bildes in nichts nach:
Musikausgangsleistung in Watt: 2x20 + 40
Dolby-System:Virtual Dolby
Ton: Stereo-Nicam
Der Stereo-Sound ist rein subjektiv beurteilt überwältigend und steht dem einer sehr guten Stereoanlage kaum nach.
Ein gewaltiger Fortschritt gegenüber alten Geräten.
Die Philharmoniker können so in Konzertsaal-Qualität genossen werden.
Programmführung und Fernbedienung
Das Programmieren des Scenium ist ein Kinderspiel,da die Suchautomatic jeden empfangbaren Sender vollautomatisch findet und abspeichert – sie macht das systemlogisch,kann aber manuell overruled werden! Der Scenium verfügt über eine integrierte Benutzerhilfe,dem „ProgramInfo“-System,das über das aktuelle Programm unterrichtet.Zur Orientierung ist das recht nützlich. Die Fernbedienung des Typs RCT4130S ist ein Multifunktionsgerät,das auch die Bedienung und Programmierung externer Geräte wie Videorecorder oder Decoder ermöglicht.Das Design ist außerordentlich futuristisch anmutend und erinnert ein bisschen an Cpt.Kirk auf der Brücke der „Enterprise“ - gut,dass sie nachts auch beleuchtet ist...
Bei den Funktionen ist der Zoom relevant,da er das Bild vom 16:9 Kinoformat in ein 4:3 Normalbild verwandeln kann. Gut gelöst wurde auch das Randzoomen,das auch das Lesen von Börsenkursen problemlos ermöglicht,wenn diese abgeschnitten zu werden drohen.
Anschlüsse
Das Gerät besitzt 3! AV –Buchsen ,die den Anschluss eines externen Gerätes,wie Videorecorder,Camcorder im VHS,S-VHS,8mm,,Hi-8-Format,Decoder oder einen Satellitenempfänger ermöglichen. Ebenso eine Konsole für Videospiele oder Geräte,die ein RGB-Signal abgeben. Cinch-Buchsen Audio und Video ermöglichen zusätzlich den Anschluss eines VHS oder 8mm-Camcorders. Die S-Buchse und die Cinch Buchsen Audio ermöglichen das anschließen eines DIGITALEN S-VHS-oder Hi-8-Camcorders DVC.Ein weiterer Anschluss für Kopfhörer ist ebenfalls vorgesehen. Natürlich kann an die Cinch-Buchsen mit Hilfe eines Cinch-Chinch-Kabels auch ein Verstärker angeschlossen werden und die TV-Anlage zur Heimkino-Soundanlage hochgerüstet werden...
Zusatzausstattungen und Zubehör
Der Scenium hat einen recht eigenwilligen Clip’on Rahmen(in silberblau),der bei Bedarf und gegen Aufpreis(ca.100Euro) gegen einen Rahmen in anderer Farbe ausgetauscht werden kann. Als Zubehör ist das Rack STTZ 320 vorgesehen – das aber aufgrund minderer Verarbeitungsqualität (Die Zierleiste sitzt schlecht und löst sich...) eigentlich nicht empfohlen werden kann. Als Alternative haben wir ein hochwertiges Rack der Marke Philips hinzugekauft.
Impressionen zum Thomson „Scenium“
Seit wir dieses schmuck designte Heimkino besitzen,hat sich die Qualität des Fernsehens deutlich verändert:
Statt unruhigen,mit Zeilenflimmern belasteten Bildern wird beim Scenium ein ungetrübter Fernsehgenuss ermöglicht.Dank 100Hz-Technik sind selbst Standbilder hundertprozentig scharf und klar. Dazu kommen leuchtende,schöne Farben,die man am besten beim Betrachten einer Blumenwiese erkennen kann.So ein Farbenspiel habe ich selbst bei teuersten TV-Produkten noch nicht gesehen. Das Bild ist schlicht phantastisch und fast schöner als die Wirklichkeit. Aber auch bei „laufenden“ Bildern und schnellen Kameraschwenks kann der Scenium Dank Umschaltung auf 50Hz-Progressive Scan seine Stärken unter Beweis stellen:
Das DVM(Digital Vision Mastering) entscheidet für den Betrachter völlig unbemerkt,welche Bildverarbeitung zum Einsatz kommen soll – eine ausgezeichnete Lösung,die das sonst so lästige „Nachziehen“ der Bilder bei 100Hz-Technik .B.beiSprintaufnahmen,unterbindet. Mit der Multifunktionsfernbedienung Navilight in der Hand lässt sich bequem das Menue steuern und notwendige Korrekturen vornehnen. Die Tonsteuerung ist mit Hilfe von optischen Equalizern in der Menuesteuerung möglich – die Tonoptimierung besorgt der Scenium auf Wunsch auch selbst,wenn auf Automatic gestellt wird,
was verblüffend gut gelingt.Ein manuelles Eingreifen ist daher eigentlich überflüssig.
Mein Urteil und Conclusio:
Der Scenium 32WZ610S kann eigentlich alles – und das zu einem sehr günstigen Preis,der damals Anfang 2002
Bei 1649 Euro lag und heute bei einschlägigen Onlinehändlern bei etwa 1100 Euro liegen müsste Die franz. Firma Thomson galt lange Zeit in Deutschland als qualitativ schlechter als deutsche oder Japanische Firmen – dieses Vorurteil kann ich nur in Bezug auf das minderwertige Rack teilen, in Punkto Technische– und Verarbeitungsqualität,steht der Scenium von Thomson den Referenzprodukten aus Deutschland oder Japan in nichts nach. Drei Jahre Garantie sind heute bei renommierten Händlern üblich und lassen das Risiko einer teuren Reparatur vertretbar erscheinen.Unser alter Philips ist tot,es lebe der SCENIUM – Heimkino vom Feinsten !