Ich schwimme ins Leben. Chronik eines angekündigten Freitods (Taschenbuch) / Nicole Deck, Daniel Schütz Testbericht

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Erfahrungsbericht von killermieze

Nichts für schwache Nerven !

Pro:

text

Kontra:

Nichts für Leute die lieber wegsehen und denen das Schicksal anderer egal ist

Empfehlung:

Nein

Nicole Deck wollte erleben und überleben – aber vor allem leben?
Aufmerksam auf dieses Buch bin ich durch eine ältere Fernsehsendung auf ARTE geworden, in welcher Nicole Deck, kurz vor ihrem Tode auftrat. Sie schilderte dort ihr Leben, ein Leben, welches sich niemand wünscht.
Ein Leben, welches so voller Schmerz, Trauer, Rückschläge und Hoffnungslosigkeit war. Nicole Deck sah in ihrem Leben alles, nur keinen Sinn mehr. Sie wünschte sich so sehr den Tod, wie ein anderer ein Haus oder Ferien.
Nach dieser Sendung habe ich dann das Buch, ihre Biographie gekauft.

Ich möchte euch hier die Geschichte einer jungen Person erzählen, eine Geschichte eines jungen Menschen, welche leider kein Einzelfall ist.

Wer war Nicole?

Nicole Deck wurde am 6. Dezember 1977 in Winterthur geboren. „Ich wurde in eine Welt gepresst in der ich nicht leben mochte, von einer Frau, die dieses Kind nicht aufziehen wollte." Sie war als dritte von vier unehelichen Töchtern geboren worden. Kurz nach ihrer Geburt wurde Nicole zusammen mit ihrer jüngeren Schwester zu Pflegeeltern gegeben. Ihre Mutter war damals 19 Jahre alt und mit der Situation total überfordert. Dort erfuhr sie das erstemal schwerste Körperliche Misshandlungen. Und dies sollte erst der Anfang ihres Leidensweges sein...

Ihr Leidensweg

Die neue Pflegemutter verlangte von den beiden Schwestern, dass sie ab sofort ihre richtige Mutter mit dem Namen Frau Deck ansprachen und das Wort Mutter nur noch ihr, der Pflegemutter zugesprochen wurde. Nicole war noch sehr klein, verstand die Welt nicht und wollte zu dieser fremden Frau auch nicht Mutter sagen. Sie lernte dies jedoch schnell, denn immer wenn Nicole sich „verplapperte“ kriegte sie eine saftige Abreibung. Jedes Wochenende durften die Schwestern zu ihrer richtigen Mutter nach Hause. Manchmal, wenn diese wieder einen neuen Liebhaber hatte, tauchte sie gar nicht auf. Sie hockten dann stundenlang auf der Treppe vor dem Haus und warteten auf ihre Mutter, bis ihnen klar wurde, diese würde nicht mehr auftauchen und sie mussten das Wochenende bei den Pflegeeltern verbringen. Meistens wurden sie dann ins Zimmer gesperrt, zurückgelassen mit ein paar Scheiben Brot warteten sie dann dass ganze Wochenende auf die Rückkehr der Pflegeeltern, welche sich in ihr Ferienhaus zurückzogen.

Sie lebten vier Jahre lang in einem ungeheizten, meist abgeschlossenen Raum im ersten Stock. Ihre Betten waren erbärmlich. Als Betten hatten sie Harassen und eine Schaumgummimatte diente als Matratze. Plastikblachen dienten als Leintücher.

Oft wurden sie tagelang eingesperrt, so auch, wenn die Pflegefamilie in ihr Ferienhaus gingen. Sie durften zwar mit, wurden aber eingeschlossen im Zimmer und mussten mithören, wie die anderen Feierten, lachten und genügend zu essen hatten. Ihre Kleider sahen erbärmlich aus, hatte die Hose einen Riss, wurden sie einfach mit einem Fleck überdeckt. Die anderen Kinder in der Schule mieden die beiden Schwestern, sie sahen heruntergekommen und dreckig aus. Oft mussten sie Wochenlang mit den gleichen Kleider in die Schule.
Nicole beschreibt zu was Kinder fähig sind, wenn sie Hunger oder Durst haben, wie sie sich heimlich in die kleine Toilette geschlichen hat um aus der WC-Schüssel wenigstens ein bisschen Wasser zu ergattern, wie sie mit dem Gürtel des Pflegevater verdroschen wurde, wenn er schlechte Laune hatte. Was ihr widerfahren ist, als sie einmal, weil sie fast am verhungern war sich an den Kühlschrank schlich und etwas essbares heraus nahm, passierte. Mit der Zeit lernte sie mit den Schlägen, den Grausamkeiten zu Leben, es wurde „normal“.

Alles kam ans Licht, als ihre Pflegemutter Nicole mit einem Stück Holz dermassen auf den Kopf schlug, dass diese eine kläffende Wunde hatte und ins Spital gebracht werden musste.
Wenige Tage später wurde sie zusammen mit ihrer Schwester in ein Kinderheim gebracht. Dies war für sie der Tag der Befreiung von vier Jahren Horror.

Zuerst war sie froh, von den Pflegeeltern fort zu sein, musste aber sogleich erfahren, dass sie auch an ihrem neuen Ort nicht sicher war, nicht die Liebe erfahren durfte, die ihr doch eigentlich zustehen würde. Jahrelang wurde sie von dem Heimleiter sexuell missbraucht. Nicht nur sie war von den Angriffen des Heimleiters nicht sicher, wie sich Jahre später herausstellte.

„Und das hier“, sagte K. der Heimleiter, „ist euer Zimmer!“ Nicole konnte nicht anders als staunen, ein echtes Zimmer mit echten Betten und echten Matratzen! Sie konnte es kaum erwarten in ihr neues Bett zu kommen. Damals glaubte Nicole noch, dass sie es nun gut hatten..

Mit acht Jahren wurde sie zum ersten mal von K. missbraucht. Nicole war gerade in ihr Bett gekrochen, als K. hereinkam. „Ich wollte Dir noch gute Nacht sagen“. Er griff nach Nicoles Hand und führte sie in seinen Schritt. „Schau mal dieser grosse Löwe, er ist ein ganz lieber Löwe und möchte gestreichelt werden“.

Bald darauf folgten neue Angriffe des K. Als sie wieder einmal mit ihm alleine war, Küsste er sie auf den Mund und streckte ihr seine Zunge in den Mund. Dies sollte nicht der letzte Angriff auf sie gewesen sein. Nicole sagte nichts, hatte angst. K. drohte ihr, dass wenn sie etwas sagen würde, würde er ins Gefängnis kommen, und sie hätte dann niemanden mehr, und niemanden würde ihr Geschenke kaufen und sie müsse wieder zurück zu den alten Pflegeeltern. Aus angst schwieg sie.

Nicole hat gegen K. nie Klage eingereicht. Mehr als zehn Jahre vergingen, bis K. als Kinderschänder aufflog. Im Juni 1988 wurde er dann verhaftet. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauches eröffnet. Angeklagt wurde er von zwei Buben, welche im gleichen Zeitraum, wie dazumal Nicole, von K. missbraucht worden sind. Im Sommer 1999 stand K. immer noch als Kinderhimleiter vor.

Als Nicole gegen Ende der 80er Jahre in die Pubertät kam, erwachte in ihr neues Selbstvertrauen. Sie fing an, sich gegen K. zur Wehr zu setzen.
Doch K. war nur ein Tropfen ihrer Probleme im Kinderheim. Durch die bevorzugte Behandlung von K. wurde sie von den anderen Heimkinder gemieden oder beschimpft. Auch die Ehefrau des K. war aufgefallen, dass ihr Mann besonders interessiert war an Nicole. Sie wurde von ihr Traktiert wo sie nur konnte, beschimpft und bestraft. Nicole durfte nichts sagen, hatte Angst man könnte ihr nicht glauben, wollte schweigen, da sie Angst hatte, K. würde die Drohungen ernst meinen.

Der grösste Schmerz allerdings war die Einsamkeit. Der Gedanke an den Tod liess sie nicht mehr los. Sie klaute bei jeder Gelegenheit Medikamente aus dem Medizin Schrank. Im Jahre 1992 war ihr „Schatz“ an Tabletten auf rund 50 Pillen angewachsen.

Mit 14 Jahren begann sie dann ihren ersten Selbstmordversuch. Sie versuchte sich mittels dieser Tabletten das Leben zu nehmen.
Im Spital wurde ihr dann der Magen ausgepumpt und zum ersten Mal erzählte sie den Ärzten warum sie dies getan hatte, was man mit ihr machte. K. wurde verhört, verdrehte die Geschichte aber so geschickt, dass dem kleinen Mädchen, dass Tabletten schluckte, weil sie ihre Mutter so vermisste (laut Polizei), niemand glauben schenkte.

Nicole und ihre Schwester kamen zu neuen Pflegeeltern, dort erfuhr sie das erste Mal in ihrem Leben, was es bedeutet dass jemand einem gern hat und für einem da ist, dass man einfach Kind sein durfte, ohne Prügel. Dennoch war Nicole in steter Unruhe. Das Geschehene lies sie nicht mehr los. Die Mutter, welche sie doch vermisste, aber welche sich immer wie mehr distanzierte, alle anderen Umstände, Nicole war unglücklich.

Irgendeinmal stand für Nicole den Entschluss fest. „Ich haue ab, ich habe die Nase gestrichen voll!“ Sie packte sich ein paar Kleider und andere Sachen in eine Sporttasche und verliess das Haus. Nicole wollte nach Italien, das Meer sehen, alles vergessen, alles hinter sich lassen. Per Auotostop kam sie so nach Italien ans Meer.
Nicole war damals 14 Jahre alt, Naiv und unerfahren. Sie gelangte an einige Kuriose Männer, welche mehr von ihr wollten als sie nur mitzunehmen. Nicole hatte Glück im Unglück dass ihr nichts schlimmeres als verdorbene Angebote und Anmachereien widerfahren ist. Auf ihrer „Reise“ nahm sie ein älterer Herr mit. Ein ausgesprochen liebenswürdiges Mensch. Er lud sie auf einer Raststätte zum essen ein. Im Tessin angekommen, steckte er ihr etwas in die Tasche. „Wen Du in Schwierigkeiten steckst, kannst Du mich jederzeit anrufen.“. Neben seiner Telefonnummer hatte er ihr auch noch zwei Hundertmarkscheine beigelegt.

In Italien lernte sie einen Jungen kennen, bei welchem sie zwei Wochen wohnen durfte.
So sehr ihr auch schlimmes in der Schweiz widerfahren war, irgendwie hatte sie dennoch den Drang wieder in ihre Heimat zurückzukehren, so dachte sie auch an ihre Schwester und auch an ihre Mutter, welche sich bestimmt Sorgen machen mussten. Per Autostop landete sie wieder in Winterthur, vor der Haustüre der Mutter, welche das erste mal in ihrem Leben ein wenig zeigte, dass sie irgendwo ihre Tochter doch gerne hatte. Die Augen der Mutter glänzten feucht.

Mit 16 Jahren begann sie ihren Körper an fremde Männer zu vermieten. Nicole hatte einen Drang nach Schönem, wenn ihr etwas gefiel, wollte sie es haben. Mit 25 Franken Sackgeld in der Woche, allerdings nicht immer realisierbar. So setzte sie ein Inserat in die Zeitung mit dem Titel: Junge Frau sucht Nebenbeschäftigung. Bitte nur seriöse Angebote.
Sie erhielt viele Zuschriften, von Kinderhüten über Putzen bis hin zu Hunde spazieren gehen.
Eine Zuschrift allerdings machte sie sehr neugierig. Der Mann, welcher sie Armin nennt in ihrem Buch, bittet lediglich um einen Rückruf.

„Kennst Du Dich mit Telefonsex aus?“ „Logisch“, log Nicole. Am nächsten Tag lag in ihrem Briefkasten ein Couvert mit einer 50er Note drin. Armin rief noch ein paar mal an, bis er ihr das Angebot machte, sie zu fotografieren, nackt, für 300 Franken. Nicole sah nur das Geld, ging darauf ein. Das Armin mehr wollte, war ihr klar, als sie ihn zum ersten mal erblickte. Aber es sollte bei den Fotos bleiben.

Später bot sie unter der Rubrik Erotik grosszügigen Männern ihren Liebesdienst an. Gelangte durch einen Mann, welche sie kennenlernte auch mit Drogen in Kontakt.

Nicole war an diesem Zeitpunkt ihres Lebens, so verzweifelt, sah einfach keinen Sinn mehr im Leben. Sie hatte „Freunde“, aber das waren keine Wirklichen. Sie hatte lustige, schöne Momente, aber nicht mit Menschen die sie wirklich schätzten.

Später begann Nicole bei einer Versicherungsgesellschaft eine Lehre als Kaufmännische Angestellte an. Während der Lehrzeit verübte sie einen zweiten Selbstmordversuch – auch dieser schlug fehl. Die Verzweiflung über ihr hoffnungsloses Leben und die Sehnsucht nach dem Tod wurden immer grösser.

Am 3. Juli 1998 besorgte sich Nicole einen Kleinkaliber, wollte ihrem Leben endlich ein Ende setzten. Sie setzte sich die Pistole an die Schläfe und drückte ab...

Als sie aufwachte befand sie sich in einem Spitalzimmer wieder. Nicole hatte überlebt, aber einen hohen Preis dafür bezahlen müssen. Sie wollte sich das Leben nehmen, nahm sich aber das Licht. Nicole war fortan blind. Eine unaussprechbare Verzweiflung packte sie. Nun war sie verdammt in der Dunkelheit zu leben. Sie hatte sich ihr Augenlicht ausgelöscht, nicht aber die Erinnerungen an all die Schmerzen, die ihr widerfahren sind, nicht an die Erinnerungen der Drogenhölle, der Prostitution. Sie wusste genau, dass in ihrem Innern etwas zerbrochen war, was kein Therapeut auf dieser Welt hätte heilen können. Ihr dritter Selbstmordversuch – auch er war fehlgeschlagen.

Dennoch schöpfte sie Hoffnung, fand sich ein bisschen damit ab, dass sie zum Leben „verdammt“ war, wie sie schrieb. Sie sah in der Blindheit eine neue Chance, vielleicht endlich ein neues Leben. Nicole setzte sich grosse, hohe Ziele. Sie wollte sich als Schwimmerin für die Paralympics 2000 in Sydney qualifizieren. Während dieser Zeit lernte sie den Journalisten Daniel J. Schütz kennen. Er interessierte sich sehr für Nicoles Leben. Er machte ihr deshalb den Vorschlag über sie ein Buch zu schreiben. Nicole lachte nur bitter und meinte, wer den dies schon lesen sollte. „Für mein verkorktes Leben interessiert sich doch eh keiner!“ Doch Daniel kann sie überzeugen, ihre Geschichte zu erzählen, auch für all die vielen Menschen eine Botschaft zu hinterlassen, welche auch jeden Tag ans sterben denken, welche einen geliebten Menschen durch Suizid verloren haben. Fortan begleitete er sie auf ihrem Weg und schrieb mit ihr zusammen im Herbst 1999 dieses Buch. Die Geschichte ihres Lebens. Ihres kurzen Lebens.

Trotz der vielen Brutalen, grausamen Dingen, die Nicole in ihrem Leben erfahren hat, so hatte sie doch auch glückliche Momente, Erfolgserlebnisse, welche sie immer wieder, wen auch nur ein Stücken, dazu ermutigen haben, nicht ganz aufzugeben. Doch nach jeder neuen Enttäuschung brach die Welt für sie abermals zusammen.
Sie ernte zum Beispiel Marco kennen, einen Mann, mit welchem sie auch zusammengelebt hat. Ein Mann der wegen ihr das Heroin aufgab und zu einem anderen Menschen wurde. Mit Marco hat sie viele Glückliche Momente erleben dürfen. Aber auch diese Beziehung war zum scheitern verurteilt.
Nicole fand neue Kollege, welche sie unterstützen, ernst nahmen und sich auch die Zeit nehmen mit Nicole zu reden, für sie da zu sein. Das Verhältnis zu ihrer Mutter wurde zwar ein wenig besser, jedoch war dort so ein tiefer Riss entstanden, dass man nie von wirklicher Muttertochter Beziehung hätte reden können.
Der Zuger Immobilienunternehmer Hubert Brändle, lernte sie im Oktober 1999 kennen. Er wurde durch ihr Buch auf sie aufmerksam. In ihm findet Nicole den ersehnten Partner.

Durch die Veröffentlichung ihres Buches, begann für sie eine neue, interessante Welt. Nicole wurde zu verschiedenen Fernsehsendungen wie z.B. Arabella eingeladen, begann eine Spachausbildung an der Theaterhochschule in Zürich, Durfte mit ihrem Freund im Mai 2000 Ferien auf Sardinien verbringen – Zum letzen Mal schwamm Nicole im Meer.

Am 29. Juli 2000, ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres Buches erlag sie einer Barbiturat Überdosis, nachdem sie rund 40 Stunden im Koma gelegen hatte. Der Mann, vom dem sie das tödliche Gift hatte, kennt niemand. Bis heute ist seine Identität nicht aufgeklärt – und wird es wahrscheinlich auch niemals werden.
Eine Woche zuvor hatte sie einer Kollegin am Telefon erzählt, dass sie nun im Besitz diese tödlichen Giftes sei und der „Lieferant“ hat ihr versichert, dass diese vierfach tödliche Dosis rasch und schmerzlos wirken würde.
Ihr Freund war am Freitag beunruhigt, da sie das Telefon nicht abnahm und als er in Ihrer Wohnung eintraf, lag Nicole verkrümmt in einer Ecke. Sie atmete nur noch flach. Ihre Temperatur war bereits auf 27 Grad gesunken.

An der Trauerfeier, welche ein Zürcher Pfarrer für Nicole abhielt, stellte er die Frage: „Hätte man den Tod von Nicole Deck verhindern können?“ Die Antwort auf diese Frage beantwortete eine Tonband Aufnahme von Nicole, welche sie kurz vor ihrem Tode aufgenommen hatte. „Ich möchte die Schuld nicht einem anderen geben, sondern meinem Wesen, das versagt hat.“

Hinterlassenschaften

Nicole Deck hinterlässt mit diesem Buch ein Vermächtnis, dass den skrupellosen und verzweifelten Mord an einer Kinderseele dokumentiert.
Dieses Buch ist keine Anklage gegenüber irgendjemandem. Nicole nennt zwar Schuldige, aber keine Einzeltäter. Sie klagt an, fällt aber kein Urteil. „Nicht einer alleine hat es soweit gebracht“, sagt sie. „Aber viele haben dazu beigetragen!“

Mitten unter vielen Menschen schwamm Nicole Deck durchs Leben. Sie war eine von uns und doch kaum jemand hat hingeschaut und ihre Persönlichkeit wahrgenommen.

Das Buch ist nicht aufgebaut vom Zeitraum ihrer Geburt bis hin zum Tode. Es ist eine Pendelbewegung. Es beginnt im ersten Kapitel mit einem finsteren Jahrestag, setzt sich im zweiten mit den ungünstigen Umständen rund um Nicoles Start ins Leben fort und kehrt im dritten zurück in die Zeitlosigkeit der geistigen Welt. Aber trotz dieser Zeitsprünge ist das Buch in keinster Weise verirrend. Ich würde eher sagen, gerade wegen dieser Zeitsprünge ist das Buch spannend bis zur letzten Seite.

Meine Meinung:

Ich war vom ersten Moment an gefesselt, mitgerissen von der Geschichte einer Frau, die nie eine wirkliche Chance in ihrem Leben hatte, welche kämpft hat, aber eigentlich schon lange aufgegeben hatte. Die Geschichte von Nicole Deck berührt einem, es ist nicht einfach eine Geschichte, welche aus irgend einer Feder, frei erfunden, stammt. Es ist die wahre, traurige, erschütternde Geschichte einer jungen Frau, welche es sicherlich anders verdient hätte.
Dieses Buch zeigt auf, welche Grausamkeiten in der heutigen Zeit noch immer begannen werden. Auch wird mit diesem Buch ein Thema aufgerollt, dass für viele Menschen ein Tabu Thema ist. Selbstmord. Es zeigt die Qualen einer Borderline Patientin auf, einer Krankheit über die gesprochen werden sollte, aber viel zu wenig wird.

In der Deutschland nehmen sich jährlich rund 15‘000 Menschen durch Suizid das Leben. (Dunkelziffern nicht mit eingeschlossen). Nicole Deck hätte genauso gut dieser Statistik angehören können, aber dadurch das sie sich dazu entschlossen hat, ihre Geschichte aufzuschreiben, ist sie nicht nur eine Zahl in irgendeiner Statistik.

Fazit:

Das Buch reisst mit und es ist schwer es aus der Hand zu legen. Sicherlich, es ist keine „schöne“ Geschichte, mit keinem Happy End. Aber es ist eine Biographie die zum Nachdenken anregt. Zum einem über die Gesellschaft, welche weggeschaut hat, über die Justiz, welche erst handelte, als das Buch veröffentlicht wurde und Nicole bereits Tod war, zum andern auch darüber, dass wir dankbar sein können, dankbar für die Kindheit welche mir und meinem Bruder zuteil gekommen ist.

45 Bewertungen, 17 Kommentare

  • sandrad198

    14.03.2007, 18:26 Uhr von sandrad198, Bewertung: sehr hilfreich

    **sh+lg** Sandra :o)

  • eisengelchen

    14.03.2007, 14:14 Uhr von eisengelchen, Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße :o)

  • Madeline_Elise

    14.03.2007, 14:08 Uhr von Madeline_Elise, Bewertung: sehr hilfreich

    das ist echt traurig!

  • panico

    04.03.2007, 13:36 Uhr von panico, Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • snoopy202

    01.02.2007, 01:55 Uhr von snoopy202, Bewertung: sehr hilfreich

    Fleißarbeit. Guter Bericht. sh und lg. Udo

  • TheBestGirl

    31.01.2007, 14:00 Uhr von TheBestGirl, Bewertung: sehr hilfreich

    lg sarah

  • Leela

    31.01.2007, 10:33 Uhr von Leela, Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • chulia

    29.01.2007, 21:38 Uhr von chulia, Bewertung: sehr hilfreich

    SH! LG, chulia

  • hundeliebe02

    29.01.2007, 20:23 Uhr von hundeliebe02, Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Ringwraith

    29.01.2007, 18:09 Uhr von Ringwraith, Bewertung: sehr hilfreich

    sh viele grüße ringwraith :-)

  • lena016

    29.01.2007, 17:13 Uhr von lena016, Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG

  • LittleSparko

    29.01.2007, 16:56 Uhr von LittleSparko, Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • Tweety30

    29.01.2007, 16:16 Uhr von Tweety30, Bewertung: sehr hilfreich

    ...ganz schön bedrückend.. LG, Tweety30.

  • HiRD1

    29.01.2007, 15:00 Uhr von HiRD1, Bewertung: sehr hilfreich

    ~~ SH. Gruß, Ralf ~~

  • doelau

    29.01.2007, 14:50 Uhr von doelau, Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Gruß doelau

  • Mareike22

    29.01.2007, 14:20 Uhr von Mareike22, Bewertung: sehr hilfreich

    LG Mareike :o)

  • dalaralein

    29.01.2007, 14:08 Uhr von dalaralein, Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht.,lg lara