Essen und Trinken Testbericht

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Erfahrungsbericht von Tiffipania

Eine "Herrentorte" für Theresa

Pro:

einfach nur lecker!

Kontra:

nichts, gar nichts!

Empfehlung:

Nein

Ein Anruf meiner zukünftigen Schwiegermutter mit wie immer langwieriger Einleitung in ihr eigentliches Anliegen, und schwups, hab ich einen Auftrag an der Backe.
Kurzum, meine Backkünste sind wieder mal gefragt. Natürlich erfülle ich gern ihren Wunsch, kann sie sich auf mich verlassen!

Sogleich suche ich mein Sammelsurium an Backbüchern, selbstgeschriebenen Rezeptheften und losen Zettelchen (ja, ich oute mich beim Rezeptesammeln als Messi) zusammen, um was passendes zu finden. Einen direkten Wunsch hat sie nicht. \"Du wirst das schon machen... \" sind ihre hilfreichen Worte.

Nun sitze ich also hier und habe die Qual der Wahl, blättere schon seit einer Stunde und stieß auf die allseits beliebte und ständig geforderte \"Herrentorte\" ... und mein Gefühl ist zwiegespalten. Einerseits möchte ich gern mal wieder was Neues ausprobieren, auf der anderen Seite sehe ich schon jetzt meine Nichte Theresa vor mir, die diese Torte soo sehr mag und nie was anderes möchte. Theresa ist ansonsten nämlich ein kleiner Mäkler, bei dieser Torte ist allerdings die Hälfte für sie reserviert - daher heißt sie bei uns nicht \"Herrentorte\" sondern \"Theresatorte\". Und als liebe Tante denk ich doch an die Kleine.

Also wird die Torte (ein trockener Kuchen wird noch gesucht) wohl doch wieder unsere \"Theresatorte\", die ich euch bei dieser Gelegenheit gleich mal vorstellen möchte.
Das Gute an dem Rezept ist, dass es immer gelingt und auch nicht allzu aufwändig ist. Selbst ein Backneuling bekommt garantiert ein ansehnliches Exemplar auf den Tisch gezaubert.

Zum Rezept:

Zutaten für den Boden:

- 3 Eier
- 75 g Zucker
- 75 g Mehl
- 1 Msp. Backpulver

Wie unschwer an den Zutaten zu erkennen ist, wird ein Biskuitteig angerührt. Dazu die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen.
Die Eigelb mit dem Zucker, dem Mehl und das Backpulver zu einem Teig verrühren und das Eiweiß unterheben.
Das Ganze gibt man nun in eine gefettete und bemehlte Springform und bäckt es ca. 10-15 min bei 175 °C (Ofen vorheizen). Wenn der Boden eine goldbraune Farbe hat, ist er fertig.

Zutaten für den Belag:

- 1 Glas entsteinte Sauerkirschen
- 1 Pck. Schokoladenpudding (mit RUF hab ich die besten Erfahrungen gemacht)
- ½ l Schlagsahne
- 1 Pck. Sahnesteif

Für den Belag lasse ich zuerst die Sauerkirschen durch ein Sieb abtropfen. Den Saft dabei auffangen!
Aus ¼ l vom Sauerkirschsaft und dem Schokopuddingpulver koche ich einen Pudding nach Anleitung, wie sie auf dem Päckchen steht und lasse ihn kalt werden. Darunter mische ich die Kirschen und die Hälfte der Schlagsahne, die ich zuvor steif geschlagen habe.

Nun kommt die Kirsch-Sahne-Puddingmasse auf den erkalteten Boden.
Mit dem Sahnesteif die restliche Sahne noch steif geschlagen und auf der Torte verteilen - am besten mit einem großen Messer glattstreichen.
Zur Verzierung werden obendrauf Schokoladenraspeln (Zartbitter) gestreut.
Auch wenn ´s schwerfällt, sollte die Torte noch mal kurz in den Kühlschrank wandern.


Fazit:

Wie gesagt, diese Torte mag bei uns jeder, auf allen Feiern ist sie am schnellsten weg.
Der Boden ist relativ dünn und leicht, kann allerdings auch durch einen anderen Biskuitteig ersetzt bzw. für etwas Faulere unter uns, fertig gekauft werden (dann braucht man nicht mal eine Backröhre).
Die Komposition aus Sauerkirschen und Schokopudding ist einfach lecker. Der herbe, säuerliche Geschmack der Kirschen und der Schokogeschmack passen wirklich super zusammen, wobei durch die Sahne der Belag cremig und der Geschmack abgemildert wird. Man muss sie einfach mal probieren!
Wer allerdings auf die Kalorien schaut, kann hier nicht unbeschwert genießen. Ich möchte sie ehrlich gesagt nicht kennen. *g* Zu einen Punkteabzug können sie mich allerdings nicht verleiten - daher volle 5 Punkte!

Tja, und wenn ich mir schon heute die leuchtenden Augen meiner Theresa vorstelle, ist die Entscheidung schon unumstößlich gefallen, es gibt \"Theresatorte\"!


Viel Spaß beim Backen und Naschen wünscht
Tiffipania


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-05-23 16:56:51 mit dem Titel Tante Hildi´s-Himbeertorte

Heute möchte ich euch eine meiner Lieblingstorten vorstellen, eine Torte, die meine Tante Hildi zu einer der legendären Familienfeiern (besser: Fressorgien) bei meiner Oma in der Ostprignitz mitbrachte. Mein Vater hat 3 Schwestern - die er übrigens nicht nur in Kindertagen gerne ärgerte. *gg* Meine Tanten Gitti, Hildi und Tine können wirklich sehr gut backen und mir wird nachgesagt, mein Talent dafür hab ich von ihnen geerbt. *lach* Ja, und eigentlich schlepp´ ich nach jedem Besuch bei meiner Oma wieder neue Rezepte mit nach Hause; so auch dieses.

Wenn im späten Frühling bzw. Frühsommer die ersten sonnig warmen Tage des Jahres zum Kaffeetrinken auf die Terrasse locken, dann, so finde ich, ist genau die richtige Zeit für diese Torte gekommen. Ich hab sie schon zu Ostern, zum Männertag und zu Pfingsten gemacht. Sie passt irgendwie in diese Jahreszeit.

Nun zum Rezept, damit ihr sie selbst ausprobieren könnt:

Tante Hildi´s Himbeertorte besteht auch 3 Schichten.
Zuallererst, wie könnte es anders sein, kommt ein Boden. Es ist ein Biskuitboden und ihr könnt eigentlich nach einem Biskuitbodenrezept eurer Wahl einen solchen herstellen. Nach einigem Herumexperimentieren (im Rezept stand bloß \"Biskuitboden\") mach ich ihn nun aus folgenden Zutaten:

- 2 Eier
- 125 g Zucker
- 125 g Mehl
- ½ Pck. Backpulver

Wichtig ist, dass es kein watteweicher Boden wird. Er sollte schon etwas fester sein, da er ziemlich viel Masse \"tragen\" soll.
Muss ich erwähnen, wie die o.g. Zutaten gemischt werden? Na gut, man schlägt die Eier mit dem Zucker auf, darüber siebt man nun das mit dem Backpulver gemischte Mehl und hebt es unter die Eimasse, oder, etwas aufwändiger (<--ja, die neue Rechtschreibung will das jetzt so, obwohl ´s echt komisch aussieht!), man trennt die Eier - also das Eigelb vom Eiweiß - , schlägt bloß das Eigelb mit dem Zucker auf, rührt erst das gesiebte und mit dem Backpulver vermischte Mehl darunter und hebt ganz zum Schluss vorsichtig das steifgeschlagene Eiweiß unter die Masse. Der Teig soll schön fluffig werden und Blasen bilden. Wie immer in eine gefettete und bemehlte Springform (Ø 28 cm) geben und bei mittlerer Hitze (180 °C) abbacken. Der Boden ist fertig, hat er eine goldbraune Farbe erlangt.
Er muss nun abkühlen und in der Zwischenzeit mache ich mich an ´s Zubereiten der 2. Schicht, der Joghurt-Sahne-Masse. Dafür benötige ich:

- 2 Becher Joghurt (klein, naturell)
- 1-2 Becher süße Sahne
- 2 Tüten Blattgelatine
- 100 g Zucker

Die Gelatine weiche ich 5 min in kaltem Wasser ein, stecke sie tropfnass in ein kleines Töpfchen und erwärme sie solange, bis sie sich vollständig aufgelöst hat.
Der Joghurt und der Zucker werden gut verrührt und die geschlagene Sahne vorsichtig daruntergemischt. Diese Masse soll nun mit der aufgelösten Gelatine verrührt werden. Damit keine Klümpchen entstehen, ist es ratsam, erst ein paar Löffel Joghurt-Sahne-Masse in die Gelatine zu rühren und die Gelatine erst dann zur Masse dazuzugeben. Rasch aber gründlich verrühren und sogleich auf den Boden in die Springform geben. Alles gut verteilen und die Oberfläche glattstreichen. Das Ganze wird nun in den Kühlschrank gestellt und ich bereite die 3. und somit letzte Schicht der Torte zu. Für den Himbeerspiegel nimmt man:

- 1 Pck. gefrorene Himbeeren
- 1 Pck. Rote Grütze Himbeer-Geschmack (glatt, d. h. ohne Sago oder Grieß)
- 100 g Zucker
- ¼ l Wasser

Ich lasse die Himbeeren etwas auftauen. Aus dem Rote Grütze-Pulver, dem Zucker und ¼ l Wasser koche ich die Rote Grütze nach Packungsanleitung und gebe die Himbeeren hinein. Wie man mag, kann man die Himbeeren völlig zerrühren, oder auch in größeren \"Brocken\" belassen. Nun sollte man die letzte Schicht gleich über die Joghurt-Sahne-Masse geben; sie fließt fast von allein schön gleichmäßig breit und bildet eine optisch schöne Oberfläche. Die Torte ist nun fertig, muss aber noch im Kühlschrank fest werden und sollte dort auch bis zu ihrem \"Einsatz\" aufbewahrt werden.
Vor dem Servieren muss die Torte mit einem geeignetem Messer ringsherum vom Springformrand gelöst werden, was aber wirklich nicht schwierig ist. Erst dann kann die Springform geöffnet und das Prachtexemplar auf einer Tortenplatte platziert werden.

Die Zubereitung ist im Grunde nicht schwer und beschert doch immer wieder ungläubige Blicke und jede Menge Komplimente, wird man gefragt, bei welchem Bäcker man sie gekauft hat. Zugegeben, ein wenig Zeit nimmt diese Torte schon in Anspruch, aber wirklich kompliziert ist sie nicht und handhabt man die Gelatine richtig, kann eigentlich auch nicht viel bei der Zubereitung schief gehen. Ohne viel Können beweisen zu müssen, sieht die Torte aus wie vom Profi und findet lässig ihre Abnehmer. Nur die Küche schaut hinterher halt \"etwas\" chaotisch aus, aber was soll ´s, der spätere Genuss entschädigt die Mühen!

Die Torte ist wirklich sehr lecker. Frisch und fruchtig würde ich sie umschreiben. Genial ist die Kombination des leicht säuerlichen Himbeerspiegels mit der etwas süßeren Joghurt-Sahne-Masse. Der Biskuitboden bildet die \"neutrale\" Grundlage und sollte, wie gesagt, nicht zu wattig werden, da er sonst unter dem Gewicht der oberen zwei Schichten zusammenfällt.
Trotz der Sahne, würde ich behaupten, ist diese Torte eine der leichteren Art. Sie liegt nicht schwer im Magen und man (nicht nur ich) belässt es garantiert nicht bei nur einem Stück. ;-)

Ein Versuch lohnt sich!

Liebe Grüße von
Tiffipania

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