Schatten ohne Mann (gebundene Ausgabe) / Ulrich Kadelbach Testbericht
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Summe aller Bewertungen
Erfahrungsbericht von rembetissa1
Schatten ohne Mann - Kreta im 2. Weltkrieg
Pro:
Nicht zu umfangreich, sehr gute Annäherung an die schwierige Thematik
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Der 2. Weltkrieg auf Kreta: Ein sensibles Thema - sensibel und sehr persönlich dargestellt.
Viele Besucher Kretas scheuen die Auseinandersetzung mit diesem Thema, meiner Meinung nach zu unrecht. Im Gegensatz zu anderen Ländern, ich denke an Frankreich, Polen, Niederlande, hatten die Kreter nie diesen landesweiten Hass auf die Deutschen, unterschieden und unterscheiden noch heute zwischen den "deutschen Soldaten" und den "deutschen Menschen".
Uns Deutschen wurde eingetrichtert, dass wir uns schämen müssen, dass wir "schuldig" sind wegen Hitler, wegen dem Nationalsozialismus, wegen all der Greueltaten, die damals geschahen. Ungern nehmen wir daher wahr, dass gerade Kreta, diese beliebte Urlaubsinsel, ein Schauplatz dieses Geschehens war - eines sehr grausamen Geschehens. Fast jedes Dorf der Insel hat seine eigene Geschichte zu erzählen, kaum ein Dorf blieb verschont. Wer mag schon in Anogia, dem höchst gelegenen Bergdorf Kretas, bekannt unter den Gästen wegen der herrlichen, farbenfrohen Webereien, die die Hauswände schmücken, daran erinnert werden, dass hier im 2. Weltkrieg der deutsche General Kreipl entführt wurde? Und das Dorf furchtbar bestraft wurde? Fast jedes Dorf hat ähnliche Geschichten zu erzählen: niedergebrannte Häuser, Zwangsarbeit, Erschießung von Menschen. Nur wenig ernsthafte Literatur gibt es zu diesem Thema.
Ulrich Kadelbach nähert sich dem Thema mit einem bewusst gewählten und von ihm auch erläuterten Wortspiel: SCHATTEN OHNE MANN ist der Titel des kleinen Buches, MANN OHNE SCHATTEN ist die gemeinhin übliche Redewendung. Kadelbach bemerkt zu Recht, dass es hier einen SCHATTEN gibt, zu dem einfach kein MANN gehören will: niemand will es gewesen sein. Kadelbach klagt nicht an, verurteilt nicht. Er stellt fest, informiert, verleiht seinem Empfinden Ausdruck.
Das kleine Büchlein besticht durch zwei Dinge: das Darstellen von Fakten, tatsächlichen Ereignissen und den sehr persönlichen Erlebnissen des Autors, der sich der Thematik nähert. Alleine die Auflistung der Dörfer am Ende des Büchleins, die kurz erwähnt, wo die Deutschen währender kretischen Besatzung Vergeltung übten, spricht für sich selbst. Macht uns bewusst, wo wir uns befinden, öffnet die Augen. Macht die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Kreter um so wertvoller.
Viele Besucher Kretas scheuen die Auseinandersetzung mit diesem Thema, meiner Meinung nach zu unrecht. Im Gegensatz zu anderen Ländern, ich denke an Frankreich, Polen, Niederlande, hatten die Kreter nie diesen landesweiten Hass auf die Deutschen, unterschieden und unterscheiden noch heute zwischen den "deutschen Soldaten" und den "deutschen Menschen".
Uns Deutschen wurde eingetrichtert, dass wir uns schämen müssen, dass wir "schuldig" sind wegen Hitler, wegen dem Nationalsozialismus, wegen all der Greueltaten, die damals geschahen. Ungern nehmen wir daher wahr, dass gerade Kreta, diese beliebte Urlaubsinsel, ein Schauplatz dieses Geschehens war - eines sehr grausamen Geschehens. Fast jedes Dorf der Insel hat seine eigene Geschichte zu erzählen, kaum ein Dorf blieb verschont. Wer mag schon in Anogia, dem höchst gelegenen Bergdorf Kretas, bekannt unter den Gästen wegen der herrlichen, farbenfrohen Webereien, die die Hauswände schmücken, daran erinnert werden, dass hier im 2. Weltkrieg der deutsche General Kreipl entführt wurde? Und das Dorf furchtbar bestraft wurde? Fast jedes Dorf hat ähnliche Geschichten zu erzählen: niedergebrannte Häuser, Zwangsarbeit, Erschießung von Menschen. Nur wenig ernsthafte Literatur gibt es zu diesem Thema.
Ulrich Kadelbach nähert sich dem Thema mit einem bewusst gewählten und von ihm auch erläuterten Wortspiel: SCHATTEN OHNE MANN ist der Titel des kleinen Buches, MANN OHNE SCHATTEN ist die gemeinhin übliche Redewendung. Kadelbach bemerkt zu Recht, dass es hier einen SCHATTEN gibt, zu dem einfach kein MANN gehören will: niemand will es gewesen sein. Kadelbach klagt nicht an, verurteilt nicht. Er stellt fest, informiert, verleiht seinem Empfinden Ausdruck.
Das kleine Büchlein besticht durch zwei Dinge: das Darstellen von Fakten, tatsächlichen Ereignissen und den sehr persönlichen Erlebnissen des Autors, der sich der Thematik nähert. Alleine die Auflistung der Dörfer am Ende des Büchleins, die kurz erwähnt, wo die Deutschen währender kretischen Besatzung Vergeltung übten, spricht für sich selbst. Macht uns bewusst, wo wir uns befinden, öffnet die Augen. Macht die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Kreter um so wertvoller.
10 Bewertungen, 3 Kommentare
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16.10.2007, 01:14 Uhr von mami_online, Bewertung: sehr hilfreich
h + LG, Nicole
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16.10.2007, 00:59 Uhr von Mondlicht1957, Bewertung: sehr hilfreich
LG pet
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15.10.2007, 18:39 Uhr von Miraculix1967, Bewertung: sehr hilfreich
Schönen Start in die Woche! LG Miraculix1967

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