Kenia Testbericht

No-product-image
Leider kein Preis
verfügbar
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Grafenmark

Kenia- unendliche Weiten 1

Pro:

Sonne, Abenteuer, Tiere.

Kontra:

Nicht gerade billig.

Empfehlung:

Ja

Wir schreiben das Jahr 2006.

Unendliche Weiten.
Das stimmt wirklich. Im Grunde kann man Kenia und Afrika allgemein nicht beschreiben. Man kann es nicht in Worte fassen. Dieses Land ist so überwältigend, daß man einfach selbst dorthin fahren (fliegen) muß, um es zu begreifen! Es ist einfach irre!

Ich kann also überhaupt nicht verstehen, wie man dorthin fliegen kann, um nur am Strand zu liegen. Zum einen kann man das auf "Malle & Co." schneller und vor allem billiger haben. Und zum anderen ist Afrika einfach "Safari, Rundreise, Erlebnis..."

Es ist ein großer Zoo, wenn man so will.

Ich habe lange überlegt, ob ich für jede Lodge einen eigenen Bericht tippe. Vielleicht kommt auch noch der eine oder andere, manche sind ja schon als Kategorie vorhanden. Deshalb werdet Ihr hier auch keine Details bei den Lodges lesen. Und als Zweiteiler, damit es ist nicht zu viel und damit uninteressant wird.

Jetzt gibt es erst einmal einen allgemeineren Reisebericht. Mal sehen, ist ja auch immer eine Zeitfrage.

Wir kamen am 25.02.06 morgens gegen 5.30 h in Mombasa an. Hier ist ja nun um diese Zeit Winter, in diesem Jahr ein langer und intensiver dazu. Also ein Temperaturunterschied von ca. 40 Grad. In Mombasa waren so 25 um diese Zeit. Ganz angenehm?

Ich sollte die 80 % Luftfeuchtigkeit noch erwähnen. Die trifft einen sofort, wenn man aus dem Flieger in die Gangway geht, denn diese ist nicht richtig verschlossen. Der Flughafen ist ebenfalls offen, so daß Klimaanlagen nichts bringen. Ventilatoren durchmischen die Wärme nur gleichmäßig.

Und es nutzt ja auch nichts, man hat es nicht anders gewollt! Und sogar dafür bezahlt.

Man sollte nur seine Garderobe entsprechend wählen: hier ist Winter. In Afrika mehr als Sommer.
Also Zwiebel- oder Lagenlook, wie man es auch nennen möchte.
Dazu sollte eine lange Hose gehören, welche man in eine kurze verwandeln kann, eine Zip-Off-Hose. Evtl. sind auch die Sandalen schon im Handgepäck.

Denn die Hitze ist mörderisch und durchaus geeignet, kreislaufschwache Personen in die Waagerechte zu schicken! Dies sollte man auch berücksichtigen, wenn man zum 1. Mal in diese Gegend möchte. Wer nicht in die Sauna darf, sollte es überdenken.

Ihr werdet jetzt sagen, "was hat Afrika mit Sauna zu tun?". Viel, glaubt es mir!

Man sollte also mit seinem Arzt sprechen. Den sucht man ohnehin auf, der Impfungen wegen. Kurz sollte auch die Thrombose erwähnt werden, schließlich sitzt man mindestens 8 Stunden im Flieger. Evtl. nutzt man Spritzen, oder blutverdünnende Medikamente wie Aspirin.

Es folgte Bürokratie. Antrag auf das Visum, welches man auch vorher über das Konsulat bestellen kann, was aber teurer ist. So haben wir für uns beide 50,- $ bezahlt.
Das dauerte relativ lange, da es nur 3 Beamte gab für alle Passagiere. Wieviele? 350 oder so...
Und in Afrika geht alles Pole,Pole "Langsam, langsam". Wegen der Hitze auch durchaus verständlich.

Dann ging es zum Gepäckband. Für mich sehr aufregend. Warum, liest man nun:
Wir sind mit der Bahn von hier nach Düsseldorf, per Flieger nach Frankfurt und weiter nach Mombasa.
Das Gepäck wurde in D'dorf gleich mit allen Strichcodes versehen zur Weiterreise nach Mombasa. Wir sahen es in Frankfurt nicht wieder. Ich war sehr skeptisch, daß alles klappt!

Aber oh Wunder, Dank an die Technik, Preisung des Reisegottes...... Es kam alles fröhlich im Kreis auf dem Band an.

Prima. Nun ging es mir besser. (Außer, daß es immer noch warm war!)

Zollkontrolle. Man wollte wissen, ob wir Geschenke mitbringen? Nein. Was wir an Elektroartikeln einführen? Digitale Kamera, Camcorder, Handy. Der Camcorder interessierte, denn es wird in den Pass eingetragen.

Endlich standen wir in der Flughafenhalle. Welche keine Türen besitzt und ringsherum offen ist. Sehr luftig. Bringt aber nix... Wir schwitzen weiter.

Am Neckermann-Schalter bekamen wir weitere Informationen. (Zu lesen im Abercrombie-Bericht.)
Nach mehr als 9 Stunden ohne Zigarette war mein Mann erleichtert, endlich wieder eine ihrem Zweck zu führen zu können!

Als wir beim Safari-Bus ankamen, war es inzwischen hell, die Sonne kam hoch. Es wurde wärmer.

Nun ging es auf Safari.

In Kenia ist Linksverkehr. Das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Aber da wir nicht fahren mußten und es auch nicht wollte, schließlich hatten wir Urlaub, ist es okay.
Schwierig dürfte es für uns werden, wenn wir in einen Kreisverkehr einfahren, nachts mit weiter entferntem Gegenverkehr ("Hoffentlich ist der auf der richtigen Spur!") und beim Abbiegen.

Mombasa ist eine Metropole. Hier ist ein enormer Autoverkehr, ohne Hupe geht nichts. Dazwischen alle möglichen Nationalitäten. Hier ist der größte und einzige Seehafen Ostafrikas. Dementsprechend viele LKW mit Seecontainern waren zu sehen. LKW, wie es hier niemals geben würde, außer im Museum. Man sah wohl auch neue Modelle von Daimler, Renault u. a., aber mehr waren Leyland-LKW "mit Schnauze" vertreten. PKW waren ebenfalls teilweise sicher nicht mehr unserem TÜV-Standard entsprechend... Aber sie fuhren.

Die Straßenverhältnisse sind schlecht. Und damit meine ich wirklich schlecht! Wenn wir hier über unseren winterlichen Schlaglöcher jammern, kann man nur über sie lachen, wenn man einmal in Kenia war!
Von Mombasa führt die A 109 über Nairobi nach Uganda. Diese wurde erst kürzlich neu gebaut, von der STRABAG Deutschland, und eröffnet. Eine ebenso ausgebaute Straße ist die A 104, die Uganda über Nairobi mit Tanzania verbindet. Es gibt überall eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. Meistens kann man aber eh nicht so schnell fahren, es scheitert am Verkehr oder an dem Zustand der Straßen.

Wir kamen zum 1. Nationalpark, dem Tsavo Ost. Die Parks haben Eingänge und Ausgänge, die die Wagen passieren müssen. Es muß mit einer Magnetkarte Eintritt bezahlt werden, außerdem wird das Fahrzeug eingetragen und bei Ausfahrt wieder ausgetragen.

Im Tsavo ist der Boden roter Lehm. Dementsprechend wird man rot eingestaubt. Elefanten sind im Tsavo ebenfalls rot, da sich ja bekanntlich einstauben, um Insekten abzuwehren.

Wir kamen zur Voi Safari Lodge. Wir waren alle ziemlich k.o. Wir waren noch 2 Paare, von denen die älteren ebenfalls morgens angereist waren und die anderen vom Strandhotel kamen.

Nun haben sicher schon einige gelesen, was man auf der Safari soll oder nicht, was man anziehen sollte usw.

Überall wird man dann lesen: feste Schuhe, am besten knöchelhoch; lange Ärmel; lange Hosen.
Das ist Quatsch.
Man sollte entsprechend dem Programm die Garderobe wählen: sollte man also tatsächlich in Wälder kommen und auch aussteigen, dann ist sicher sinnvoll.
Aber man steigt normalerweise nicht aus dem Auto aus, kann also durchaus kurze Hosen und Tops tragen.
Bei Frühpirschen ist eine lange Hose sinnvoll, auch eine Strickjacke, denn es kann durchaus kalt werden.

Thema Garderobe: Abends wird in Restaurants gepflegte Kleidung verlangt. Männer sollten lange Hosen tragen und keiner sollte Badelatschen tragen.

Unser älteres Ehepaar hatte auf die Reiseführer gehört und fast nichts Kurzärmeliges mit. Dies kann zum Problem werden, da es ja sehr warm ist.
Die Wärme wird nach einigen Tagen erträglicher, denn man fährt immer höher. Wir waren z. T. auf 2200 m hoch, da wird es nachts kalt, die Luftfeuchtigkeit hört auf.

Im Tsavo sahen wir die ersten Löwen. Ganz nah...

Am nächsten Tag gibg es zum Amboseli. Hier ist der Boden grauer Sand. Und es staubte, was das Zeug hielt! Meine Digicam hatte starke Probleme mit dem Staub. Wenn man sie nicht braucht, sollte man sie wegräumen. Es ist besser.

Es gibt nur ein Problem: Man braucht Camera & Co. ständig! Auch hier gab es soviel zu sehen.

Man sieht außerdem, wie überall, daß es teilweise seit 3 Jahren nicht mehr geregnet hat. Gras gab es fast keines (es ist im Amboseli eh sparsam) und die Büsche und Bäume waren teilweise vertrocknet.

Entsprechend sahen wir während der ganzen Safari viele Kadaver, die einfach verhungert waren. Viele tote Rinder der Massai, aber auch viele gerissene Tierreste.

Es ging am Aruba-Damm vorbei Richtung Ol Tukai Safari Lodge.

Der Aruba-Damm ist ein riesiges Wasserloch, an dem man eine Artenvielfalt beobachten kann, die einfach unbeschreiblich ist.
Elefantenherden, Zebras, Antilopen, im Wasser Nilpferdrücken, dazwischen Kronenkraniche, Reiher, Marabus und Geier...
Unser Fahrer erzählte von Ereignissen in den Wochen vorher. Hier wußte er von einem Kollegen, daß sich ein ganz kleines Elefantenbaby zu weit ins Wasser gewagt hatte, versunken ist und von Mutter und Tanten heraus bugsiert werden mußte und es Gott sei Dank auch schaffte!

Sie liegt neben der Amboseli Serena Lodge, in der wir vor 10 Jahren waren. Witzig.

Es war sehr windig und in der Ferne sah man riesige Staubwolken, die man leicht für Feuer und Rauch halten konnte. Es war ein ständiges Peeling.

Den Kilimanjaro konnte man nur erahnen, er war hinter "seinem" Wolkenband.

Am nächsten Morgen hieß es Frühpirsch. Das bedeutet, 5.30 h aufstehen, 6.15 h Abfahrt. Frühstück gibt es erst danach, gegen 8.30 h!
Aber es lohnte sich. Der Sonnenaufgang ist herrlich, der Kilimanjaro klar zu sehen. Was um 8 h schon wieder vorbei war.

Es ist der höchste Berg Afrikas (5895 m) und mit 2 weiteren ein Vulkan. Der Gipfel ist der Kibo. Er befindet sich in Tanzania, gehörte aber früher zu Kenia. Königin Viktoria hat ihn ihrem Neffen, Kaiser Wilhelm, geschenkt. Man kann ihn in 5 Tagen mit guter Kondition ohne besondere Ausrüstung besteigen.

Wir konnten die Postkartenbilder machen: "Elefant vor Kili"...

Inzwischen hatten wir die beiden anderen Paare auch etwas kennen gelernt. Wir passten gut zusammen und verstanden uns auch gut. Das ist wichtig, denn man hängt 5 Tage lang den ganzen Tag zusammen.
Wir saßen beim Essen zusammen, bestellten Wein zusammen und verstanden uns prima.

Am 3. Tag ging es nach Nairobi ins Safari Club Hotel. Das ist ein ganz normales Hotel, welches damit wirbt, daß alle Zimmer Suiten sind und es das einzige Hotel mit nur Suiten ist.

Wenn man nach Nairobi kommt, ist es, als wenn man in eine andere Welt kommt. Alles ist modern, die Autos sehen aus wie Autos, die wir kennen und die nicht gleich auseinander fallen... Man sieht gut gekleidete Geschäftsleute mit Handy am Ohr, man sieht Tankstellen mit Traumpreisen (1 l Super ca. 75 KSh, also etwa 1 €!!) Man sieht Computergeschäfte... Alles sehr modern und wir freuen uns, so etwas zu sehen. Es ist erstaunlich, aber man sehnt sich nach Zivilisation! Ein Blick auf mein Handy zeigt mir, das es Netz hat.

Dies ist nicht normal in Kenia. Hier sehen wir an jeder Ecke diese Sendemasten, dort nur an großen Ansiedlungen. Ich hatte bei Debitel zwar Roaming angemeldet und auch CELTEL als Anbieter gefunden, aber es ging fast nie. Naja, mein Handy funktioniert auch als Wecker. Wer unbedingt erreicht werden muß, sollte Alternativen suchen: Hotels

Nun unterbreche ich an dieser Stelle. Ich werde einen 2. Teil schreiben, denn ich fürchte, es wird so auch zu langweilig.

Ich werde noch einige Fotos heraussuchen. Lasst Euch überraschen!


Ergänzung am 03.04.: Ich kann ja pro Kategorie nur einen Bericht schreiben. Da ich hier aber noch ergänzen möchte, werde ich dies hier machen. Oder in "Safaris" schreiben, Ihr werdet's sehen...
Und am 05.04.: Doch eine neue Kategorie!


*******************************************************
Danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!

Geschrieben für Ciao und YOPI

15 Bewertungen, 4 Kommentare

  • anonym

    27.08.2006, 12:58 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht von dir.LG Bernd

  • HiRD1

    27.08.2006, 10:43 Uhr von HiRD1
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~ SH. Gruß, Ralf ~~

  • waltraud.d

    27.08.2006, 09:46 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • anonym

    27.08.2006, 02:23 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)